3DMark Vantage: Performance-Report zum neuen Benchmark

 11/11
Wolfgang Andermahr (+1)
170 Kommentare

Fazit

Nach einer ziemlich langen Wartezeit ist er nun endlich da, der „3DMark Next“, der wie der neuste Spross aus der PCMark-Serie auf den Namen Vantage hört. Und die Erwartungen an den Benchmark waren groß. Nicht nur, dass die Futuremark-Programme bis jetzt meistens durch eine enorme Grafikpracht beeindrucken konnten, darüber hinaus wurde der 3DMark Vantage von Beginn an für die Direct3D-API der zehnten Generation programmiert. Doch ist den Finnen ein wirkliches Grafikfeuerwerk gelungen? Und vor allem, konnte man den großen Kritikpunkt, dass das Endergebnis sich anders verhält als ein wirkliches Spiel, beseitigen?

Ein „Ja“ oder „Nein“ wäre bei beiden Fragen nicht angebracht. Der 3DMark Vantage macht vieles richtig und vor allem besser als der altgediente 3DMark06, bleibt aber logischerweise dennoch nur ein synthetischer Benchmark. Grafisch kann das Programm überzeugen. Der erste Game-Test sieht größtenteils gut aus, allerdings erinnern abseits der Hauptprotagonistin die Darsteller mehr an eine unbeholfene Comicfigur als an einen gefährlichen Gegner. Dass man es besser kann, zeigt die Hauptfigur, die gut gelungen ist.

3dmark_Vantage_logo
3dmark_Vantage_logo

Beim zweiten Game-Test gibt es dagegen nichts zu meckern, denn dieser weiß vollends zu überzeugen. Die Grafik ist ausnahmslos sehr gut und an einigen Stellen sogar hervorragend – etwas Ähnliches haben wir bis jetzt noch nicht gesehen. Schicke Texturen, diverse Shadereffekte, eine gut gelungene Beleuchtung, feine Partikeleffekte und noch vieles mehr verwöhnen das Auge.

Ebenso positiv zu erwähnen ist, dass der 3DMark Vantage mehr die Spielrealität widerspiegelt als der 3DMark06. Natürlich handelt es sich nur um einen synthetischen Benchmark (auf dessen Engine jedoch ein Spiel programmiert werden soll), die Punkteverteilung entspricht nun aber mehr der Realität. Im Vorgänger ist es noch gleichgültig, welche grafischen Einstellungen man aufs Maximum schraubt, die CPU-Tests fließen immer gleich hoch in die Endwertung ein. Im 3DMark Vantage ist die Punkteverteilung nun nach den Presets gewichtet. Umso höher die Grafikanforderung, desto weniger entscheidend ist das CPU-Ergebnis – genau das passiert in einem modernen Spiel.

3DMark Vantage Game-Test 2

Enttäuscht hat uns der Funktionsumfang des 3DMark Vantage, der stark zurückgegangen ist. Nicht nur, dass die grafischen Tools zur Anti-Aliasing-Kontrolle und zur Überprüfung des anisotropen Filter dem Rotstift zum Opfer gefallen sind, zudem kann man sich keine Verlaufsdiagramme mehr anfertigen lassen. Eine schicke Demosequenz, die eine kleine Story „erzählt“, fehlt genauso. Warum Futuremark auf die nicht ganz unwichtigen Bestandteile der 3DMark-Serie verzichtet, ist uns unklar.

Ob man dem 3DMark Vantage nun vertraut oder nicht, muss jeder für sich selber entscheiden. Ausprobieren sollte man die kostenlose Variante aber auf jeden Fall. Das Auge bekommt (auf einem modernen Rechner) viel geboten.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.