Neuer Speicher-Standard: Was bringt GDDR5 auf der ATi Radeon HD 4870?

Wolfgang Andermahr
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Neuer Speicher-Standard: Was bringt GDDR5 auf der ATi Radeon HD 4870?

Einleitung

Es gibt vier verschiedene Arten Speicher, die auf aktuellen Grafikkarten verbaut werden: DDR2, GDDR3, GDDR4 sowie der neue GDDR5, der Premiere auf der kürzlich erschienenen Radeon HD 4870 feierte und so dem 3D-Beschleuniger trotz eines nur 256 Bit breiten Speicherinterfaces eine hohe Speicherbandbreite liefern kann. Auch wenn die Bandbreite meistens nicht einen so hohen Einfluss auf die Performance wie zum Beispiel die ALU-Leistung oder die diversen Füllraten hat, nutzt es einem nichts, wenn die stärkste GPU verhungern muss, da die Daten nicht schnell genug hin und her geschaufelt werden können.

Nachdem sich GDDR4 nie richtig hat durchsetzen können, GDDR3 aber schon seit Monaten am absoluten Maximum angelangt ist, wurde es höchste Zeit für GDDR5-Speicher, den es für die Hersteller mit verschiedenen Taktraten zu bestellen gibt. ATi nutzt auf der Radeon HD 4870 vorerst die langsamste Variante, die mit 1.800 MHz arbeitet. Wahrscheinlich erinnern sich einige Leser jetzt an das kleine GDDR4-Debakel auf der Radeon HD 3870. Da bei dem theoretisch schnelleren Speicher die Timings gegenüber der GDDR3-Variante gesenkt werden musste, waren GDDR3-Modelle mit einer hohen Frequenz in der Lage, die GDDR4-Versionen zu überholen. Wiederholt sich das Spiel bei GDDR5?

Genau diese Frage haben wir uns gestellt und wollen in dem Artikel der Sache auf den Grund gehen. Denn eins ist sicher: Die Latenzen des GDDR5-Speichers sind schlechter als die des GDDR3-Vorgängers, da man nur so die doch deutlich höheren Taktraten ermöglichen kann. Also haben wir uns eine Radeon HD 4870 geschnappt, deren GPU-Frequenz auf das Niveau einer sich ebenso im Test befindlichen Radeon HD 4850 mit GDDR3 untertaktet und die Karte mit verschiedenen Speichertaktraten laufen gelassen. Sowohl mit den vollen 1.800 MHz als auch mit 993 MHz und somit der Taktung der Radeon HD 4850 muss der GDDR5-Speicher zeigen, in wie weit der neue Standard bei gleicher Frequenz langsamer als GDDR3 ist.