Test: QNAP TS-109 Pro II und TS-209 Pro II (12/12)

Treffen der Generationen
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Fazit

QNAPs NAS-Systeme TS-109 Pro II und TS-209 Pro II hinterlassen vor allem aufgrund ihres sehr guten Funktionsumfanges, ihrer Verarbeitungsqualität, Stabilität, Kompatibilität und einfachen Inbetriebnahme sowie Bedienung erneut ein sehr gutes Bild. Eine intelligente Lüftersteuerung, welche auch manuell in drei Stufen geregelt werden kann, versucht den insgesamt jedoch zu laut ausfallenden Lüfter des TS-209 Pro II im Zaum zu halten. Festplatten-Monitoring inklusive Testfunktionen, Jumboframe-Unterstützung, umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten im Web-Interface und eine geringe Stromaufnahme gehören ebenso zum Standardrepertoire der NAS-Server von QNAP wie die wachsende offizielle Community und ein deutsches 3rd-Party Forum mit Unterstützung von QNAP. Zwar geht die Installation der Festplatten beim TS-109 Pro II und TS-209 Pro II nicht ganz so einfach von der Hand wie beim TS-409 Pro, sollte aber dennoch problemlos für jedermann zu bewerkstelligen sein. Der TS-209 Pro II lässt zudem eine RAID-Migration vermissen, so dass man beim Umstieg von einer auf zwei Festplatten leider sämtliche Daten sichern und neu aufspielen muss.

Für den TS-109 Pro II spricht im Vergleich zur TS-209 Pro II sein lüfterloser Betrieb und der rückseitige eSATA-Anschluss, den der TS-209 Pro II vermissen lässt. Zudem macht sich der schwache Prozessor bei diesem Modell am wenigsten bemerkbar, da mit nur einer integrierbaren Festplatte RAID-Optionen nicht gegeben sind. Angesichts eines Preises von rund 250 Euro im Vergleich zu einem Preis von 315 Euro für den TS-209 Pro II sollte jedoch jeder, der wichtige Daten dauerhaft auf einem externen NAS-Server speichern möchte, direkt zu einer Lösung mit RAID-Funktionalität greifen und diese im RAID1 betreiben, um nicht ständig mit der Angst eines Datenverlustes zu leben. Apropos Datenverlust: Privatanwender, die keine hochsensiblen Daten mit dem NAS-Server austauschen und die Funktionen MySQL, Download Station und Surveillance Station nicht dauerhaft nutzen, sollten den Schreibcache aktivieren, um die Datenübertragung merklich zu beschleunigen.

QNAP
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Größter Schwachpunkt des TS-109 Pro II und TS-209 Pro II ist erneut der langsame Hauptprozessor, der eine schnellere Datenübertragung verhindert. Besonders im RAID-Betrieb macht sich dies beim TS-209 Pro II sehr negativ bemerkbar. Da hilft auch die Verdopplung des Arbeitsspeichers von 128 auf 256 MB beim TS-109 Pro II und TS-209 Pro II im Vergleich zum TS-109 Pro und TS-209 Pro nichts. Zwar kann die Leistung durch den zusätzlichen Arbeitsspeicher besonders bei Lesezugriffen minimal gesteigert werden, dies rechtfertigt aus unserer Sicht jedoch nicht die Mehrkosten in Höhe von rund 40 Euro und die parallele Existenz beider Modellreihen. Wir hätten uns ein Auslaufen der alten Modelle und Angebot der neuen Serie zum Preis der alten gewünscht. Interessant wird der größere Arbeitsspeicher aus unserer Sicht deshalb nur dann, wenn man mehrere Anwendungen mit hohem Speicherbedarf gleichzeitig auf dem Gerät ausführt und so eine bei den alten Modellen stattfindende Auslagerung der Daten auf die Festplatten verhindern kann, so dass die Funktionen schneller reagieren. Benutzer, auf die dieses Verhalten jedoch nicht zutrifft, die auf eine minimale Leistungssteigerung verzichten können und größere Datenmengen mit dem NAS-Server nur selten austauschen, können problemlos auf die alten Modelle zurückgreifen, welche einen identischen Funktionsumfang bieten. Wer auf die NFS- und Active-Directory-Unterstützung der Pro-Variante verzichten kann, greift zudem zum nochmals kostengünstigeren TS-109 bzw. TS-209.

Teure Abhilfe für den leistungsschwachen Hauptprozessor bietet QNAP mit dem neuen TS-509 Pro bereits selbst an. Dieser mit fünf Festplatten-Einschüben ausgestattete NAS-Server setzt auf einen 1,6 GHz schnellen Celeron-Prozessor, Dual-Gigabit-Ethernet, ein LC-Display und ein Gigabyte RAM, womit aus technischer Sicht selbst die schnelle Intel SS4200-E Network Attached Storage übertroffen wird. Mit einem Preis von über 750 Euro spielt der TS-509 Pro allerdings in einer ganz anderen Liga als die für Heimanwender konzipierten TS-109 Pro II und TS-209 Pro II. Dafür bietet er jedoch auch zusätzliche Funktionen wie beispielsweise Wake-on-LAN und automatische Ein- und Ausschaltzeiten, die wir beim TS-109 Pro II, TS-209 Pro II und TS-409 Pro bisher vermisst haben.

Größter Pluspunkt der NAS-Server von QNAP bleibt somit ihr immenser Funktionsumfang, der beim einfachen FTP-Dienst beginnt und über DHCP, WINS, SSH, Telnet, NFS, MySQL, Domänen-Master, Printserver, iTunes- und Medienserver bis weit über die Download Station reicht.

Vorkonfigurierte Systeme mit integrierten Festplatten können Kunden beispielsweise bei Litec-Computer erwerben, Geschäftskunden werden zum Beispiel beim deutschen Distributor Xen Micro fündig.

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