Apple: Finale MacWorld ohne CEO Steve Jobs?

In einer Pressemitteilung hat Apple am späten Dienstag Abend bekannt gegeben, dass man zum letzten Mal an der MacWorld vom 5. bis 9. Januar 2009 in San Franciscos Moscone Center teilnehmen wird. Doch das wirklich Interessante liest sich zwischen den Zeilen: Demnach wird Steve Jobs nicht die berühmte Keynote halten.

In seine Fußstapfen tritt stattdessen Philip W. Schiller, der Chef der Marketing-Abteilung. Die neuerliche Ankündigung und der augenscheinliche Verzicht auf einen Auftritt von Steve Jobs dürfte den Spekulationen um seinen Gesundheitszustand neue Nahrung geben. Die Meldungen gingen in diesem Jahr letztendlich sogar so weit, dass eine verfrühte Todesanzeige bei einer renommierten Zeitung aufgetaucht war, die sich rasant verbreitet und die Aktie abstürzen ließ. Die Aktie von Apple war in der Vergangenheit bereits sehr oft mit dem Gesundheitszustand von Jobs in Verbindung gebracht worden. Ging es ihm gut, ging es auch der Aktie gut, doch ein kleines Gerücht ließ den Kurs abstürzen. Mit Spannung dürften deshalb wohl die kommenden Tage erwartet werden.

Ergänzungen unserer Leser
  • Die News ist ein bisschen überdramatisiert. Apple hat in den vergangenen Jahren die Präsenz auf Messen schon sukzessive zurückgefahren (z.B. bei der Mac Expo in Paris), mich überrascht dieser Schritt ehrlich gesagt nicht. Der Zeitpunkt war schon immer extrem ungünstig, weil es dem Weihnachtsgeschäft geschadet hat, jeder der ein paar Monate in der Mac-Szene dabei ist, wusste es tunlichst zu unterlassen im November oder Dezember noch etwas grösseres zu kaufen, weil man zur MW:SF mit neuen Produkten rechnen konnte. Ähnlich ist es ja inzwischen bei der WWDC im Sommer, obwohl Consumer-Produkte nie der Schwerpunkt dieser Veranstaltung waren, der Hype im Vorfeld ist inzwischen trotzdem da und schwer zu erfüllen.

    Die völlig überzogenen Erwartungshaltungen an die MW:SF, die auch so gut wie nie 100% erfüllt werden konnten und dem Aktienkurs auch stellenweise massiv geschadet haben waren sicher auch nicht im Sinne Apples. Ich glaube, man will in Zukunft einfach neue Produkte vorstellen will wenn sie fertig sind - nicht wenn ein Termin ansteht, bei dem man etwas sagenhaftes vorstellen *muss* - das kann schnell in einem Debakel enden, siehe MobileMe nach der letzten WWDC.

    Vermutlich hat man einfach kein Killer-Produkt, das einen Auftritt von Jobs rechtfertigen würde - das Drama, das losbricht, wenn Jobs nichts anderes zu zeigen hat, als aufgefrischte Mac Minis und iMacs (und eventuell ein paar Eindrücke von OS X 10.6) kann man sich ja schon bildhaft vorstellen, deshalb schickt man lieber Phil Schiller auf die Bühne (der ja jetzt auch kein unbeschriebenes Blatt ist, immerhin hat er in der Vergangenheit schon große, neue Produkte gezeigt, als Jobs krankheitsbedingt ausgefallen ist).

    Dass Jobs Gesundheitszustand da insgesamt auch irgendwo eine Rolle spielt will ich gar nicht bestreiten - ich glaube aber dass es einfach insgesamt ein Schritt weg vom Event- und Personen-Kult ist um für die Zukunft halbwegs solide aufgestellt zu sein.

    Und kfj, ja, ich glaube das wird die letzte Macworld in SF sein, garantiert die letzte in der derzeitigen Größe. Ohne Apple als Aussteller und Zugpferd wird die Messe ordentliche Probleme bekommen und sie wäre ja nicht die einzige ihrer Art. Grosse Messe-Events sind einfach nicht mehr zeitgemäß, weil die Hersteller schon länger nicht mehr darauf angewiesen sind, sämtliches Fachpublikum einmal im Jahr irgendwo zentral zu versammeln, um ihre neuen Produkte zu zeigen.