Akasa Nero-S im Test: Kaiserlicher 120-mm-Towerkühler mit HDT

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Martin Eckardt
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Kühler im Detail

Akasa vertraut bei der Neuauflage der hauseigenen Nero-Kühlerserie auf ein bewährtes Grunddesign und kreiert einen Hybrid-Towerkühler im 120-mm-Format. Dabei setzt man auf eine schwungvolle Linienführung und einen relativ breiten Radiator. Insgesamt 52 Aluminiumlamellen bilden im 1,5-Millimeter-Abstand einen Wärmetauscher mit einer Abmessung von etwa 120 x 120 x 60 Millimetern. Durch leichtes seitliches Anwinkeln der Lamellen wird überdies eine relative Geschlossenheit des Lamellenkörpers, und damit eine Art Lufttunnel, erzeugt.

Akasa Nero-S Verpackung
Akasa Nero-S Verpackung
Akasa Nero-S
Akasa Nero-S
Schwungvolle Linienführung
Schwungvolle Linienführung

Als Grundlage für den Wärmetransport setzt der Hersteller beim Nero-S auf vier 8-mm-Heatpipes in U-Aufbiegung. Damit befindet sich das Akasa-Produkt von der nominellen Heatpipe-Ausstattung im unteren Bereich der High-End-Kühler-Konkurrenz. Um dies zu kompensieren, verzichtet man beim Nero-S auf eine geschlossene Bodenplatte und setzt stattdessen auf eine Heatpipe-Direct-Touch-Wärmeaufnahme. Dabei liegen die abgeschliffenen Kapillarrohe direkt auf der Prozessoroberfläche auf und können so die Energie ohne unnötige Materialübergänge unmittelbar abtransportieren. Diese Technik hat sich bereits bei einigen Konkurrenten etabliert und wurde auch bei Akasa sehr sauber umgesetzt.

HDT-Bodenplatte
HDT-Bodenplatte

Insgesamt hinterlässt der Akasa Nero-S einen sehr guten Eindruck. Die qualitative Abstimmung aus Material und Verarbeitung wird einem Oberklasse-Produkt und damit auch dem hohen Verkaufspreis gerecht. Die HDT-Basis präsentiert sich eben und einheitlich flach abgeschliffen, die Lamellen vermitteln trotz ihrer geringen Dicke ordentliche Robustheit und die Gesamtanmutung basierend auf vernickeltem Metall und der schwungvollen Lamellenformgebung wirkt ausgesprochen harmonisch gestaltet.

Der Nero-S ist auf Einzelbelüftung abgestimmt. Dabei wird die Fixierung des Ventilators mit Hilfe vierer Gummihalter realisiert, die einerseits durch die Rahmenbohrungen des Lüfters gezogen, andererseits in entsprechende Aussparungen der Aluminiumlamellen des Kühlkörpers eingeschoben werden. Häufig neigen solche Gummihalterungen, die mechanische Vibrationen des Lüfters dämpfen und damit das Betriebsgeräusch effektiv senken, bei mehrmaliger De-/Montage des Lüfters bereits zum Reißen. Die Akasa-Pendants scheinen hier glücklicherweise auf einer etwas langlebigeren und flexibleren Gummimischung zu basieren, ließen sie im Test doch mehrere Lüfterwechsel ohne Defekt über sich ergehen. Dennoch würden wir einen weiteren Gummistring als Ersatz im Lieferumfang begrüßen.

Akasa Nero-S
Akasa Nero-S
Akasa-120-mm-Serienlüfter mit PWM
Akasa-120-mm-Serienlüfter mit PWM
Entkoppelnde Lüfterhalterung
Entkoppelnde Lüfterhalterung

Der 120-mm-Serienlüfter des Nero-S stammt ebenfalls aus dem Hause Akasa und hört auf den Namen DFS122512L. Das Modell arbeitet mit maximal 1.600 U/min, bietet PWM-Unterstützung und ein etwa 30 Zentimeter langes Anschlusskabel mit Netz-Ummantelung. Besonderheit des robusten Ventilators mit sehr angenehmer Laufcharaktersitik stellt jedoch die spezielle Formgebung der neun Lüfterblätter („S-Flow“) dar. Laut Hersteller fördert der Lüfter im Vergleich zu herkömmlichen Designs aufgrund dieser Gestaltung bis zu 30 Prozent mehr Luft bei gleicher Drehzahl – was unsere Messungen zumindest teilweise untermalen.

Montagebesonderheiten

Installationsmaterial für AMD und Intel
Installationsmaterial für AMD und Intel

Der Akasa Nero-S kommt mit relativ wenigen Montageteilen aus. Dennoch werden alle aktuellen Intel- (775, 1156, 1366) sowie AMD-Sockel (939, AM2, AM3) serienmäßig unterstützt. Während für die Intel-Plattformen aufgrund der quadratisch angeordneten Sockelbohrungen im Zusammenspiel mit der angebotenen Rückplatten-Verschraubung eine 90°-freie Ausrichtung des Kühlkörpers möglich ist, müssen AMD-Anwender den Nero-S auf Grundlage des 2-Punkt-Montagebügels leider entsprechend der vorgegebenen Sockel- respektive Retentionmoduldrehung auf dem Motherboard montieren. Eine ideale Anpassung an den Gehäuseluftstrom (meist Ausrichtung des Kühlers mit Blasrichtung zur Gehäuserückwand) ist im AMD-Fall also nicht immer möglich.

Ein Motherboardausbau ist nur für für Intel-Anwender nötig. Zunächst werden die zwei Haltebügel am Kühlerboden fixiert und die Rückplatte zur leichteren Montage entsprechend ausgerichtet mit Hilfe der bereits vorinstallierten Klebefolie von unten an das Motherboard geheftet. Von oben kann der lüfterlose Nero-S dann einfach auf die mit Wärmeleitpaste präparierte CPU aufgesetzt und mit Hilfe der vier Federschrauben und einem passenden Schraubendreher wechselseitig fixiert werden. Dadurch wird ein üppiger, gleichmäßiger Anpressdruck erzeugt, der als Grundlage für einen guten Wärmeübergang unbedingt notwendig ist.

Montage der Haltebügel für Intel
Montage der Haltebügel für Intel
Federschraubenfixierung
Federschraubenfixierung
Akasa Nero-S
Akasa Nero-S

Mit seiner Bauhöhe von 160 Millimetern könnte der Akasa Nero-S in sehr schmalen Gehäusen zu Kompatibilitätsproblemen führen. Vor dem Kauf sollte daher nachgemessen werden, ob das Chassis in der Breite genügend Platz für einen Towerkühler dieser Bauhöhe bietet.