Atom-Prozessor auf 14 Jahre altem Pentium-Board

Im Rahmen des Festaktes zum 10. Bestehen der Forschungs- und Entwicklungseinrichtung von Intel in Braunschweig gab es weitere Blicke hinter die Kulissen. Dabei sind technisch sehr interessante Aufbauten zum Vorschein gekommen, wie beispielsweise ein 45-nm-Atom-Prozessor auf einem mehr als 14 Jahre alten Pentium-1-Mainboard.

Bereits vor knapp einem Jahr durften wir uns ein ähnliches System ansehen, doch auch im neuen Fall ist es ein faszinierendes Stück Technik. Die Emulation eines aktuellen Atom-Prozessors wird dank eines speziellen Adapters, der in Braunschweig an vielen Stellen zum Einsatz kommt, auf einem in PC-Kreisen quasi „steinalten“ Sockel-7-Mainboard von Asus lauffähig gemacht. Der emulierte Prozessor läuft zwar jenseits seiner kompletten Möglichkeiten, es reicht aber aus, um viele, viele Tests im Rahmen der Evaluierung eines bestimmten Designs durchzuführen, ohne dabei eine komplette Plattform nachbauen zu müssen. Ein CPU-Z-Shot zeigt uns zwar einige Angaben, doch außer dem Prozessor stimmt darauf eigentlich nichts. Die CPU arbeitet mit 30, nicht 50 MHz und auch die Angaben für FSB & Co. sind nicht korrekt. Durch den Adapter werden diese Ergebnisse falsch dargestellt.

Der neueste Clou ist eine aktuelle Xeon-Server-Plattform mit zwei Sockeln, auf der Modul-Karten mit mehreren alten Prozessoren emuliert werden können. Während das Anschauungsmaterial auch hier von Atom-CPUs spricht, werkeln im Inneren des Gehäuses aber vier emulierte Pentium 1 mit 60 MHz. Wie Intel im Gespräch zu verstehen gab, ist beim zweiten der Module leider am Tag zuvor ein Defekt aufgetreten – für den Show-Effekt hätten acht Kerne natürlich besser ausgesehen. So blieb der zweite Sockel an diesem Tag leer, was an der Funktionstauglichkeit des Prinzips jedoch nichts ändert. Das Besondere an der Verschmelzung von alter CPU und neuer Platine ist unter anderem, dass man mit einem Pentium 1 auch durchaus einmal 10 GByte Arbeitsspeicher verwenden kann. Dies war zur Markteinführung der Pentium vor 17 Jahren, als man sich beim Kauf eines neuen PCs zwischen 4 oder 8 MByte RAM entscheiden musste, wohl undenkbar.

Dresden-Plattform
Dresden-Plattform

Eine weitere Station erforscht mit kleinen speziellen Chips an Techniken, die in zukünftigen Prozessoren Verwendung finden könnten. Dafür kommen einige separate Platinen zum Einsatz, die immer in eine spezielle Richtung getrimmt werden können. Dank Multi-Chip-Wafern, auf denen in den Werken in einem Schwung unterschiedlichste von den Laboren benötige Materialien gleichzeitig gefertigt werden, ist dies eine sehr kosteneffiziente Möglichkeit zur Erforschung neuer Techniken. Der Versuchsaufbau stellt in diesem Fall eine Art Taktgenerator dar, wie er in einer CPU zukünftig aussehen könnte.

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