AMD macht Globalfoundries wegen 32 nm Druck

Noch vor zwei Jahren waren sie ein Herz und eine Seele, jetzt verhalten sie sich langsam wie ein Auftraggeber und ein Auftragsfertiger. Die Rede ist von AMD und Globalfoundries, zu welchem die ehemals AMD-eigenen Fertigungsanlagen ausgegliedert wurden. Offenbar ist AMD mit einigen anstehenden Produkten nicht zufrieden.

Da die serienreife 32-nm-Fertigung von Globalfoundries weiter auf sich warten lässt, zieht AMD neue Optionen und „Anreize“ in Betracht und will einige davon bereits in Kürze umsetzen. So wird unter anderem die bisherige Abnahmeprozedur von AMD bezüglich fertiger Produkte von Globalfoundries geändert. Diese sah bei 45-nm-Wafern einen festen Preis vor, was angesichts der mehr als zwei Jahre andauernden Produktion kein Problem darstellte, da die Yields, sprich die effektive Ausbeute an funktionierenden Prozessoren, sehr hoch sind.

Bei den 32-nm-Wafern will sich AMD in diesem Jahr von der festen Preisbindung lossagen. AMD nimmt zwar die festgesetzte Menge an 32-nm-Wafer wie vertraglich geregelt ab, jedoch zu einem Preis, der sich nach dem Yield richtet. Für entsprechend mehr fehlerhafte Chips auf einem Wafer und letztlich einen kleineren Yield, zahlt AMD folglich selbst auch geringere Preise. Anscheinend ist die Ausbeute bei den 32-nm-Produkten doch noch geringer, als man dies in den letzten Monaten zu verstehen gab. Richtig rund soll es mit dieser Fertigungsweise wohl erst 2012 laufen, denn im kommenden Jahr will AMD wieder zum ursprünglichen Modell mit festen Preisen zurück.

Da AMD aber Anteile an Globalfoundries hält, wird es dem Konzern auch weiterhin finanziell zur Seite stehen. So soll es im kommenden Jahr noch vierteljährlich Finanzspritzen geben, wenn die Mindestkapazität bei 32-nm-Produkten nicht erreicht wird. Gleichzeitig sollen die Ausgaben von AMD bei Globalfoundries insgesamt gesehen deutlich steigen. Waren es 2010 1,2 Milliarden US-Dollar, wird in diesem Jahr ein Betrag zwischen 1,1 und 1,5 Milliarden US-Dollar angepeilt. Im kommenden Jahr soll dieser Wert dann auf 1,5 bis 1,9 Milliarden US-Dollar ansteigen.