ComputerBase

AMD A8-3850 im Test

von Wolfgang Andermahr, Volker Rißka

Einleitung

Eine GPU in der CPU integriert? Die Idee an sich dahinter ist nicht neu, AMD spricht schon seit Jahren von den eigenen Fusion-Plänen. Und so war es sicherlich etwas ärgerlich, dass AMD nicht der erste Hersteller mit entsprechenden Produkten auf dem Markt gewesen ist: Intels Sandy-Bridge-Prozessor (ComputerBase-Test [1]) buhlt nämlich schon seit Januar dieses Jahres ganz konkret um die Käuferschaft.

Die von Intel verbauten Grafikeinheiten Graphics HD 2000 sowie Graphics HD 3000 mögen dabei zwar ein großer Schritt nach vorne gegenüber den älteren IGP-Lösungen aus gleichem Hause sein, schlussendlich ist die Grafiklösung aber alles andere als gut. Es mangelt an Leistung, der Treiber hat seine Schwierigkeiten und viele Features, die man von AMD und Nvidia gewöhnt ist, fehlen. Und genau deswegen soll AMDs Desktop-Ableger der „Llano“-Produktfamilie, die auf den Plattform-Namen „Lynx“ hört, besser sein.

AMD Vision A8
AMD Vision A8

Denn AMD schickt am heutigen Tage die A8- sowie die A6-Prozessorreihe in den Handel, die mit einer Mischung aus einer ausreichenden CPU-Leistung und einer guten Grafikleistung die Prozessoren von Intel in den Bereichen Office, Multimedia und Spielen schlagen soll. AMD verbaut dabei eine Grafikeinheit in den CPUs, die mehr Leistung als eine Radeon HD 6450 aufbietet – was einer Graphics HD 3000 deutlich überlegen wäre.

Wie eine „Llano“-CPU in der Praxis funktioniert, wollen wir heute anhand des „A8-3850“-Flaggschiffes heraus finden, das mit einer Radeon HD 6550D als Grafikeinheit daher kommt. Wir legen den Themenschwerpunkt des Artikels auf die Leistungsfähigkeit des Grafikprozessors – einen Artikel über die reine CPU-Performance haben wir gesondert veröffentlicht [2].

Die Grafikeinheit im Detail

AMD vertraut bei den Llano-Prozessoren (vorerst) auf zwei verschiedene Grafikeinheiten: Die Radeon HD 6530D sowie die Radeon HD 6550D. Erstere kommt ausschließlich in der A6-Prozessorreihe zum Einsatz, während der schnellere Bruder in sämtlichen A8-Prozessoren [1] verbaut ist. Nähere Details zur A4-Serie gibt es dagegen noch nicht. Die Architektur ist identisch mit dem Pendant auf dem Notebook-Ableger [3], einzig die Taktraten sind unterschiedlich.

Damit kommt in den Llano ebenfalls der im 32-nm-Prozess bei Globalfoundries gefertigte „Sumo“-Kern zum Einsatz, der identisch mit den Ablegern auf der „Radeon HD 6000“-Serie für den Desktop-Markt ist. Auch die Features sind gleich: von DirectX 11 bis hin zu SSAA, UVD 3.0, HD3D, HDMI 1.4a und CrossFire (mehr dazu später) wird alles unterstützt.

Radeon HD 6550D Architektur
Radeon HD 6550D Architektur

Die Radeon HD 6550D kommt mit fünf SIMD-Einheiten daher, die auf jeweils vier Shadercluster zugreifen können. Diese bestehen aus jeweils vier 5D-Shadereinheiten, was insgesamt 400 ALUs (oder je nach Zählweise 80 5D-Shadereinheiten) ergibt, die pro Takt ein MADD berechnen können. Gleichzeitig gibt es pro SIMD einen Texturcluster mit vier vollwertigen Textureinheiten, die die Anzahl derer auf 20 fest legt.

Nicht vergessen werden dürfen die zwei ROP-Partitions, die insgesamt acht ROPs und 32 Z/Stencil-Einheiten beinhalten. Die Radeon HD 6550D taktet mit 600 MHz. Ein klassisches Speicherinterface gibt es nicht, da der Hauptspeicher diesen ersetzt. Damit dort kein Flaschenhals entsteht, unterstützt Llano Speicher mit bis zu 1.866 MHz, was im Dual-Channel-Modus eine ganz ordentliche Bandbreite von 29,8 GB/s ergibt. Die Speicherperformance analysieren wir in einem eigenen Abschnitt, da diese eine wichtige Rolle für die Leistung spielt.

Radeon HD 6550D Architektur
Radeon HD 6550D Architektur
Radeon HD 6550D Architektur
Radeon HD 6550D Architektur

Die Radeon HD 6530D auf dem A6-Prozessor ist eine herunter skalierte Variante der A8-Ausführung. Vier SIMD-Einheiten und damit 64 5D-Shadereinheiten sowie 16 TMUs sind übrig geblieben, die mit 443 MHz angesteuert werden. Die Anzahl der ROPS bleibt dagegen bei deren acht. Weitere Unterschiede gibt es nicht.

Zur A4-Serie, die die Modellreihe mit noch kleinerer Grafikeinheit nach unten abrunden soll, hat AMD bisher offiziell keine technischen Daten bekannt gegeben. Dies will der Hersteller im Rahmen einer separaten Vorstellung zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachholen.

Das Mainboard

MSI A75MA-G55

Für diesen Artikel setzen wir das „A75MA-G55“ von MSI ein, das auf dem A75-Chipsatz basiert und sämtliche Llano-Prozessoren der A8- und der A6-Reihe ansteuern kann. Zudem gibt MSI noch die Kompatibilität zum noch nicht vorgestellten A4- und E2-Prozessor bekannt. Die Platine ist derzeit ab 75 Euro [4] im Handle gelistet und auch schon lieferbar.

Das A75MA-G55 ist im mATX-Format gehalten und bietet neben dem notwendigen „FM1“-Sockel vier DDR3-Speicherbänke, die mit bis zu 1.866 MHz getaktet werden können und höchstens 32 GB RAM fassen. Darüber hinaus gibt es noch zwei PCIe-x16-Slots, von denen aber nur der obere mit den vollen 16 Lanes der zweiten Generation angesteuert werden kann. Der zweite Anschluss wird höchstens mit vier Lanes bedient. Zusätzlich gibt es noch einen PCIe-x1- sowie einen PCI-Slot.

MSI A75MA-G55
MSI A75MA-G55

Festplatten, SSDs und sonstige Datenträger können an sechs SATA-Ports angeschlossen werden, die alle dem neuen SATA-III-Standard entsprechen. Einen altgedienten IDE-Anschluss gibt es dagegen nicht. Auf der I/O-Blende finden ein PS/2-, zwei USB-3.0-, vier USB-2.0-, ein 7.1-Audio-Anschluss sowie ein 1.000-Mbit-Netzwerkcontroller ihren Platz. Zwei weitere USB-3.0- sowie vier USB-2.0-Anschlüsse können mittels einer Blende nach außen gelegt werden.

Die im Prozessor integrierte Grafikeinheit kann auf dem MSI A75MA-G55 mittels D-SUB, DVI oder HDMI angesprochen werden, wobei letztere dem 1.4a-Standard entspricht und damit auch eine 3D-Wiedergabe mittels AMDs eigener HD3D-Technologie möglich ist. Die Kühlung fällt auf der Platine simpel aus, da einzig der Chipsatz sowie die Stromversorgung mit einem kleinen Kühlkörper bedeckt ist.

Das Mainboard ist mit UEFI ausgestattet, was sich optisch aber nicht von einer älteren BIOS-Version unterscheidet. Die Funktionalität ist genauso wenig erweitert worden. Es gibt jedoch einen Mauszeiger, wobei sich dieser aber nur hakend bewegt.

Die Ausstattung des A75MA-G55 besteht aus einer Treiber-CD inklusive einigen MSI-eigenen Tools, der I/O-Blende, zwei SATA-Kabel inklusive Stromadapter und einer USB-Blende, die zwei USB-3.0-Anschlüsse nach außen führt.

Tests

Testsystem

Video-Wiedergabe

Eine der großen Stärken von AMDs Llano-Plattform soll die Videowiedergabe sein. Doch von Worten haben wir uns noch nie allzu beeindrucken lassen und schauen uns deswegen alle drei Testkandidaten anhand zweier Blu-rays an. Als Vertreter für den H.264-Codec muss dabei der neue Star-Trek-Film herhalten, während sich The Dark Knight um den VC-1-Codec-Test kümmert. Darüber hinaus nutzen wir die DVD zu Star Trek X, um einen gewöhnlichen MPEG-2-Codec in PAL-Auflösung testen zu können. Zudem lassen wir diese in eine 3D-Variante umwandeln.

In allen drei Filmen sehen wir uns die Entlastung der CPU durch die Grafikchips an. Wir wollen uns aber nicht nur die CPU-Entlastung der Grafikchips anschauen, sondern ebenso deren Bildqualität. Dazu nutzen wir den bewährten HQV-Benchmark in der Version 2.0 von Silicon Optix und darüber hinaus dessen HD-Variante. Während erstere für DVDs gültig ist, hält sich letztere an HD-Medien wie eine Blu-ray. Als Abspielsoftware nutzen wir die aktuellste Version von CyberLinks PowerDVD 11 sowie Total Media Theatre 5 von ArcSoft zum Hochskalieren auf 1.080p.

Bildqualität HD-Material

HQV Benchmark HD
 Video Resolution:
AMD Radeon 6450/6550D
13
Nvidia GeForce GT 430
13
Intel Graphics HD 3000
15
 Film Resolution:
AMD Radeon 6450/6550D
0
Nvidia GeForce GT 430
8
Intel Graphics HD 3000
10
 Overlay on Film:
AMD Radeon 6450/6550D
8
Nvidia GeForce GT 430
8
Intel Graphics HD 3000
3
 Response Time:
AMD Radeon 6450/6550D
7
Nvidia GeForce GT 430
7
Intel Graphics HD 3000
7
 Multi-Cadence:
AMD Radeon 6450/6550D
30
Nvidia GeForce GT 430
30
Intel Graphics HD 3000
27
 Color Upsampling Errors:
AMD Radeon 6450/6550D
7
Nvidia GeForce GT 430
4
Intel Graphics HD 3000
7
 Random Noise:
AMD Radeon 6450/6550D
20
Nvidia GeForce GT 430
14
Intel Graphics HD 3000
11
 Compression Artifacts:
AMD Radeon 6450/6550D
12
Nvidia GeForce GT 430
6
Intel Graphics HD 3000
3
 Upscaled Compression Artifacts:
AMD Radeon 6450/6550D
12
Nvidia GeForce GT 430
6
Intel Graphics HD 3000
3
 Scaling and Filtering:
AMD Radeon 6450/6550D
10
Nvidia GeForce GT 430
12
Intel Graphics HD 3000
15
 Resolution Enhancement:
AMD Radeon 6450/6550D
15
Nvidia GeForce GT 430
15
Intel Graphics HD 3000
10
 Contrast Enhancement:
AMD Radeon 6450/6550D
20
Nvidia GeForce GT 430
20
Intel Graphics HD 3000
20
 Skin Tone Correction:
AMD Radeon 6450/6550D
7
Nvidia GeForce GT 430
3
Intel Graphics HD 3000
0
Angaben in Punkten

Einen Totalausfall bei der HD-Wiedergabe gibt es erfreulicherweise von keinem der Testkandidaten. An letzter Stelle muss sich dann aber doch wie gewohnt Intel mit der Graphics HD 3000 im Core i5-2500K einfinden, die im HQV-Test auf 132 Punkte kommt. Auf den zweiten Platz schafft es Nvidia mit der GeForce GT 430 in Zusammenarbeit mit dem A8-3850, der wir 146 Punkte attestieren können. Sieger in dem Vergleich ist die in die A8-3850 integrierte Radeon HD 6550D (die dieselbe Punktzahl wie die Radeon HD 6450 ergattert), die auf 161 Punkte kommt.

Das ist die Theorie, doch in der Praxis fällt es schlussendlich schwer, einen Unterschied in der Wiedergabe zu erkennen. Zwischen der Intel- und der AMD-Lösung lassen sich tatsächlich leichte Differenzen auf einer normalen Blu-ray beobachten, doch gelingt es uns nicht, der AMD-GPU in der Praxis ein besseres Bild als der Nvidia-GPU zu bestätigen.

HQV Benchmark HD - Ergebnis
 Gesamtpunkte (maximal 210):
AMD Radeon 6450/6550D
161
Nvidia GeForce GT 430
146
Intel Graphics HD 3000
132
Angaben in Punkten

CPU-Belastung

Alle Testkandidaten haben keinerlei Schwierigkeiten bei der Filmwiedergabe, was die CPU-Belastung betrifft. Der Intel Core i5-2500K kann bei der DVD-Wiedergabe durch die starke CPU punkten, während in allen anderen Formaten die GPU-Beschleunigung bei AMD die Oberhand gewinnt. Vor allem beim H.264-Codec können sich der AMD A8-3850 sowie die Radeon HD 6450 vom Intel-Gegner lösen.

Leistungsaufnahme

Leistungsaufnahme - Filmwiedergabe
 DVD:
Intel Core i5-2500K
49
Intel Core i7-2600K
50
AMD A8-3850
51
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
63
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
65
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
72
 3D DVD Aufwertung:
Intel Core i5-2500K
53
Intel Core i7-2600K
54
AMD A8-3850
61
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
68
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
72
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
72
 Blu-ray (H.264):
Intel Core i5-2500K
57
Intel Core i7-2600K
58
AMD A8-3850
61
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
63
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
65
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
74
 Blu-ray (VC-1):
Intel Core i5-2500K
57
Intel Core i7-2600K
58
AMD A8-3850
60
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
62
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
64
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
73
Angaben in Watt (W)

Unabhängig vom Format hat die Intel-Lösung Graphics HD 3000 auf dem Core-i7- und Core-i5-Prozessor die Nase bei der Leistungsaufnahme vorn. Es muss aber nochmals angemerkt werden, dass die Bildqualität am schlechtesten ist. Bei der DVD-Wiedergabe ist das Ergebnis äußerst knapp: So verbucht der Core i5-2500K einen Wert von 49 Watt (gemeint ist der gesamte PC) und der AMD A8-3850 kommt auf 51 Watt – beides sind sehr gute Ergebnisse. Eine externe Radeon HD 6450 benötigt mit 65 Watt deutlich mehr Strom.

Beim H.264- sowie VC-1-Codec auf einer Blu-ray fallen die Ergebnisse ähnlich aus, wobei sich die Intel Graphics HD 3000 minimal besser absetzen kann. Nichtsdestotrotz ist die Leistungsaufnahme auf mit der Radeon HD 6550D nur um drei (VC-1) bis vier (H2.64) Watt höher, was zu vernachlässigen ist. Der Abstand zu den externen Grafikkarten ist um etwa zehn Watt verkürzt, dennoch ist der A8-3850 immer noch sparsamer als die diskreten Probanden.

Audio-Bitstreaming

Über das Audio-Bitstream gibt es nicht viel zu sagen – entweder geht es, oder eben nicht. Im Fall von AMDs A8-3850 mit der Radeon HD 6550D war die Bitstream-Wiedergabe mit Hilfe von PowerDVD 11 an einen externen Mehrkanalreceiver von Onkyo kein Problem. Sowohl die alten Tonformate (Dolby Digital und DTS) sowie die neueren Varianten (Dolby TrueHD, DTS-HD High Resolution Audio sowie DTS-HD Master Audio) werden einwandfrei vom Receiver erkannt und entsprechend verarbeitet.

Falls HDMI genutzt wird, ist es jedoch notwendig, die Schnittstelle in der Systemsteuerung manuell als primären Audioausgang zu deklarieren. Automatisch wird leider nicht erkannt, dass der Ton durch die digitale Schnittstelle weitergegeben werden soll und stattdessen gibt es nur ein Schweigen.

Transcodierung

Moderne GPUs können weitaus mehr als nur die Grafik auf den Bildschirm zu zaubern. Ein Einsatzgebiet ist das Transcodieren von Videos, sei es in andere Auflösungen oder andere Codecs. Um die Geschwindigkeit auf AMDs neuer Fusion-Plattform zu testen, wandeln wir einen 1.080p-Trailer (3:30 Minuten) mittels des H.264-Codecs in die Auflösung 1.280x720 um.

Transcodierung – 1080p auf 720p
 CPU:
Intel Core i7-2600K
7:58
Intel Core i5-2500K
8:34
AMD A8-3850
15:00
 GPU:
Intel Core i7-2600K
4:27
Intel Core i5-2500K
4:46
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
8:03
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
8:14
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
8:15
AMD A8-3850
8:32
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
9:17
Angaben in Minuten, Sekunden

Findet das Transcodieren auf der CPU statt, sind die beiden (teureren) Intel-Prozessoren der eindeutige Sieger. Nur acht Minuten und 34 Sekunden benötigt der Core i5-2500K, während der AMD A8-3850 satte 15 Minuten braucht.

Die Rechenzeit auf der GPU ist dagegen deutlich kürzer, wobei die optischen Ergebnisse von den CPU-Varianten abweichen. So kann weder das AMD- noch das Nvidia-Ergebnis an die CPU-Variante heran reichen. Als Ausgleich dafür ist der Arbeitsaufwand aber deutlich kürzer und die Radon HD 6550D auf dem A8-3850 benötigt nur acht Minuten und 32 Sekunden. Die GeForce GT 430 mischt mit acht Minuten und drei Sekunden in derselben Liga mit.

Eine Klasse besser ist dagegen die ClearVideo-Lösung von Intel. Denn diese rendert mit vier Minuten und 46 Sekunden auf dem Core i5-2500K nicht nur deutlich schneller, sondern sieht sogleich noch besser aus. Doch wie bereits gesagt, ein preislich ähnlicher Intel-Prozessor würde die Arbeit ein gutes Stück langsamer verrichten.

WebGL-Performance

Die wohl größte Neuerung von Firefox 4 (und Firefox 5) sowie dem Internet Explorer 9 ist eine neuartige GPU-Beschleunigung, die mittels der WebGL-API die 3D-Grafik des Browsers unterstützen kann. WebGL wurde primär von der Khronos Group entwickelt, wobei auch AMD und Nvidia mit von der Partie waren. WebGL muss von der Grafikkarte unterstützt werden, was nicht durchweg der Fall ist.

Die WebGL-Performance testen wir anhand der bekannten „Aquarium [5]“-Demo. Wir nutzen die Voreinstellungen, sprich 50 dargestellte Fische. Darüber hinaus schauen wir uns noch den „WebGL-Benchmark [6]“ in der „Medium“-Einstellung an, der ein synthetischer Test ist und mehrere 3D-Szenarien durchlaufen lässt. Das Ergebnis wird in Punkten ausgegeben, während die Aquarium-Demo die gewohnten FPS-Werte liefert.

WebGL – Aquarium
 CPU:
Intel Core i7-2600K
15
Intel Core i5-2500K
15
AMD A8-3850
8
 GPU:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
43
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
42
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
40
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
40
AMD A8-3850
38
Intel Core i7-2600K
35
Intel Core i5-2500K
34
WebGL - Synthetischer Test
 CPU:
Intel Core i7-2600K
3.129
Intel Core i5-2500K
3.110
AMD A8-3850
2.726
 GPU:
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
3.968
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
3.945
AMD A8-3850
3.565
Intel Core i7-2600K
3.402
Intel Core i5-2500K
3.254
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
2.878
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
2.640
Angaben in Punkten

Der WebGL-Sieger auf der CPU ist logischerweise die Intel-Riege. Die Aquarium-Demo läuft um satte 88 Prozent auf dem Core i5-2500K schneller als auf dem A8-3850, was wenig verwunderlich ist. Der synthetische Test kann Intel dagegen nur um 14 Prozent gewinnen.

Wird die GPU genutzt, richtet sich das Bild dann wieder: AMDs A8-3850 übernimmt im „internen“ Duell die Führung. 38 Bilder pro Sekunde in der Aquarium-Demo können wir messen, ein deutlich Anstieg zu den acht FPS der CPU-Variante. Intels Core i5-2500K muss sich um elf Prozent geschlagen geben. Der A8-3850 mit einer Radeon HD 6450 rendert dagegen weitere fünf Prozent schneller.

Im synthetischen Test liegt der A8-3850 erneut vor der Intel-Konkurrenz, wobei die Differenz bei zehn Prozent liegt. Die Radeon HD 6450 ist dagegen um 19 Prozent langsamer, ein unerwartetes Ergebnis.

Videobearbeitung mit vReveal

Mit Hilfe des Tools vReveal [7] von MotionDSP lassen sich Videos bezüglich deren Qualität verändern. Sei es eine Rauschunterdrückung, das Verbessern von Farben, das Stabilisieren eines Videos, das nachhaltige Schärfen oder noch vieles mehr, vReveal macht ohne Hintergrundwissen sinnvolle Änderungen möglich. Wir testen die GPUs mit Hilfe der Version 3.0, wobei diese speziell auf AMD Vision-Produkte optimiert worden ist – dies sollte beachtet werden.

Als Testszenario schauen wir uns ein mit 30 Bildern pro Sekunde aufgenommenes Video in der Auflösung von 1.280x720 an und wenden die „One Click Fix“-Funktion auf dieses an. Die Herausforderung ist die Echtzeitanwendung und wie viele FPS noch übrig bleiben.

vReveal - Videooptimierung in Echtzeit
 CPU:
Intel Core i7-2600K
17
Intel Core i5-2500K
15
AMD A8-3850
8
 GPU:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
30
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
28
AMD A8-3850
20
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
19
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
9
Intel Core i7-2600K
0
Hinweis: Nicht möglich
Intel Core i5-2500K
0
Hinweis: Nicht möglich

Die CPU-Ergebnisse bei vReveal sind eindeutig: Der AMD A8-3850 kommt nur auf acht Bilder pro Sekunde, der Intel Core i5-2500K dagegen auf 15 FPS. Die GPU-Version rendert auf der AMD-APU dagegen mit 20 FPS deutlich schneller als in der CPU-Version. Die Radeon HD 6450 ist knapp langsamer. Die Intel-Riege erlebt dort einen Totalausfall, da die GPU-Beschleunigung auf der Graphics HD 3000 nicht unterstützt wird. Der Rechenkern der GeForce GT 430 wird zwar initialisiert und auch angesprochen, arbeitet aber aus unerklärlichen Gründen nicht schneller als die CPU-Variante.

Alltagseinsatz

Man merkt dem A8-3850 seine Schwäche auf der CPU bereits im Windows-Betrieb an: Die reine CPU-Performance ist der der aktuellen Intel-Prozessoren weitaus unterlegen [1]. Die Navigation geht nicht ganz so schnell von statten und die Applikationen brauchen einfach länger. Problematisch ist das ganze nicht, da die Leistung immer noch gut ist, nur könnte es eben doch etwas besser sein.

Punkten kann die „Lynx“-Plattform immer dann, wenn die in die „Llano“ integrierte GPU genutzt wird. Sei es die Blu-ray-Wiedergabe, das Abspielen von Flash-Videos, das Manipulieren eines Videos oder die Nutzung von WebGL. In den Disziplinen kann „Llano“ überzeugen und ist Intels Graphics HD 2000 und Graphics HD 3000 spürbar voraus.

Llano Wafer
Llano Wafer

Sicherlich sind diskrete Grafikkarten von AMD und Nvidia noch besser, doch reicht die Performance im Alltag absolut aus. Auch sind alle Features nutzbar: Sei es DirectX 11, OpenCL, der UVD 3.0, Steady Video, HD3D mit HDMI 1.4a – alles, was mit einer diskreten AMD-Grafikkarte funktioniert, geht auch mit der integrierten Radeon HD 6550D.

Selbst moderne Spiele wie Battlefield: Bad Company 2, Crysis 2 und Dirt 3 sind auf dem A8-3850 in moderaten Auflösungen spielbar, solange die Details (teils deutlich) reduziert werden. Davon lässt sich mit einer Intel-CPU selbst in den niedrigsten Auflösungen meistens nur träumen – zumal der Catalyst-Treiber dem von Intel weit überlegen ist.

System-Monitor Spiel
System-Monitor Spiel
System-Monitor Idle
System-Monitor Idle
System-Monitor vReveal
System-Monitor vReveal

Weniger traumhaft beziehungsweise ziemlich umständlich ist dagegen der Betrieb einer diskreten Grafikkarte, wenn kein CrossFire genutzt werden soll. Denn wenn eine Grafikkarte auf dem Mainboard montiert und dort der Bildschirm angeschlossen ist, erhält der Monitor kein Signal, solange der Treiber nicht installiert ist. Stattdessen muss der Monitor zunächst an der APU angeschlossen sein und daraufhin der Treiber installiert werden. Wenn das Display dann wieder an den 3D-Beschleuniger angeschlossen wird, erhält man beim Booten zwar immer noch kein Bild, allerdings ändert sich das, wenn Windows den Grafiktreiber initialisiert.

Es ist ohne Zweifel einfacher im BIOS einzustellen, dass direkt vom PCIe-Slot gebootet werden soll, jedoch hat das zumindest auf unserer MSI-Platine nur einen Effekt, wenn die Grafikkarte im zweiten PCIe-Slot steckt – der zudem nur mit vier Lanes angesteuert wird. Ist die Grafikkarte im oberen Slot befestigt, gibt es dagegen kein Bild. Das ist aber, wie bereits gesagt, eher ein Problem vom MSI A75MA-G55 als dem „Llano“-Prozessor selber.

Leistung

Da sich Just Cause 2 auf der Intel-Plattform nicht starten lässt, haben wir uns dazu entschlossen, das Spiel aus den Ratings heraus zu nehmen – die Ergebnisse lassen sich aber dennoch im Anhang finden. StarCraft 2 mit Anti-Aliasing, was auf Sandy Bridge nicht möglich ist, lassen wir dennoch in die Wertung einfließen, da es ein generelles Manko bei Intel ist, dass sich keine Kantenglättung erzwingen lässt.

Spieleperformance

Performancerating - 1xAA/1xAF
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
170,8
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
151,9
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
115,1
AMD A8-3850
100,0
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
80,8
Intel Core i7-2600K
55,3
Intel Core i5-2500K
46,3
Angaben in Prozent
Performancerating - 4xAA/16xAF
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
188,3
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
161,1
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
141,9
AMD A8-3850
100,0
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
78,2
Intel Core i7-2600K
52,5
Intel Core i5-2500K
42,0
Angaben in Prozent

Von den integrierten Grafiklösungen ist AMDs A8-3850 mit der Radeon HD 6550D eindeutig die schnellste Konfiguration. Die Grafikkarte schafft es ohne Anti-Aliasing sowie die anisotrope Filterung sich sogar um 24 Prozent von der Radeon HD 6450 abzusetzen. Der Intel Core i7 2600k liegt, trotz der deutlich stärkeren CPU, um satte 45 Prozent zurück, der Core i5 2500k gar um 54 Prozent. Die GeForce GT 430 bleibt dagegen mit einem Vorsprung von 15 Prozent außer Reichweite.

Mit vier-facher Kantenglättung sowie 16-facher anisotropen Filterung sieht es für das AMD-Gespann gar noch etwas besser aus – wobei die Qualitätseinstellungen absolut zu hoch für die integrierte Grafikeinheit sind. Einzig die GeForce GT 430 kann sich nun deutlich besser absetzen.

Erwähnenswert sind die leicht unterschiedlichen Anforderungen in Battleforge [8], denn dort müssen die Intel-Probanden mit DirectX 10.1 auskommen, während die restlichen Teilnehmer DirectX 11 nutzen können. Einen Einfluss auf das Ergebnis hat das aber nicht.

Performance unter DirectX 11

Battleforge benutzt die DirectX-11-API ausschließlich zur Verbesserung der Performance – aus diesem Grund hat auch die neue API den Weg in das obere Rating gefunden. Battlefield: Bad Company 2 sowie Dirt 3 verbessern aber gleichzeitig auch die Grafikqualität. Da sich deswegen in beiden Spielen ein „Mischbetrieb“ aus DirectX 9 und DirectX 11 nicht vergleichen lässt, haben wir die Spiele an dieser Stelle für DX11-Messungen einmal einzeln aufgeführt.

Battlefield: BC2 - DirectX 11
 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6570 (DX9)
74,5
AMD A8-3850 + GT 430 (DX9)
54,1
AMD A8-3850 (DX9)
45,9
AMD A8-3850 + HD 6570 (DX11)
42,0
AMD A8-3850 + HD 6450 (DX9)
38,8
AMD A8-3850 (DX11)
29,6
AMD A8-3850 + GT 430 (DX11)
25,4
AMD A8-3850 + HD 6450 (DX11)
18,9
 4xAA/16xAF:
AMD A8-3850 + HD 6570 (DX11)
29,9
AMD A8-3850 + GT 430 (DX11)
20,3
AMD A8-3850 (DX11)
19,5
AMD A8-3850 + HD 6450 (DX11)
12,8
AMD A8-3850 (DX9)
0,0
Hinweis: Nicht möglich
AMD A8-3850 + HD 6450 (DX9)
0,0
Hinweis: Nicht möglich
AMD A8-3850 + HD 6570 (DX9)
0,0
Hinweis: Nicht möglich
AMD A8-3850 + GT 430 (DX9)
0,0
Hinweis: Nicht möglich

In Battlefield 2 Bad Company 2 kostet DirectX 11 deutlich an Performance, wobei die Grafik auch sichtbar zulegt. Der AMD A8-3850 verliert dabei ohne Kantenglättung 36 Prozent an Leistung, bleibt mit knapp 30 Bilder pro Sekunde aber gerade noch spielbar. Mit Anti-Aliasing läuft das Spiel dann aber nichtmals mehr im Ansatz flüssig.

Dirt 3 - DirectX 11
 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6570 (DX11)
67,5
AMD A8-3850 + HD 6570 (DX9)
64,9
AMD A8-3850 + GT 430 (DX11)
50,3
AMD A8-3850 + GT 430 (DX9)
49,5
AMD A8-3850 (DX9)
47,3
AMD A8-3850 (DX11)
45,3
AMD A8-3850 + HD 6450 (DX9)
32,3
AMD A8-3850 + HD 6450 (DX11)
31,8
 4xAA/16xAF:
AMD A8-3850 + HD 6570 (DX11)
50,3
AMD A8-3850 + HD 6570 (DX9)
49,3
AMD A8-3850 + GT 430 (DX11)
39,1
AMD A8-3850 + GT 430 (DX9)
38,6
AMD A8-3850 (DX9)
33,4
AMD A8-3850 (DX11)
33,0
AMD A8-3850 + HD 6450 (DX9)
23,4
AMD A8-3850 + HD 6450 (DX11)
23,0

In Dirt 3 sind die Vorteile von DirectX 11 in der von uns gewählten Detailstufe nicht mehr sichtbar. Dementsprechend ändert sich auch an der Performance nichts. Die Leistung sinkt ohne Anti-Aliasing um kaum spürbare vier Prozent und das Spiel läuft immer noch absolut flüssig.

Bei eingeschaltetem Anti-Aliasing liegt die Differenz bei einem einzigen Prozentpunkt und die Bildrate liegt bei identischen 33 FPS.

Frameverlaufdiagramme

Auch wenn die Angaben von Durchschnitts-FPS-Werten immer noch die sinnvollste Darstellung eines Benchmarks ist, solange man nur eine simple Zahl haben möchte, ist diese Methode alles andere als ideal. So kann es durchaus vorkommen, dass zum Beispiel die zweite Hälfte einer Testsequenz deutlich schlechter ausfällt als die erste, was an reinen Durchschnittswerten aber nicht zu erkennen ist.

Aus diesem Grund haben wir von den Spielen Battlefield: Bad Company 2, Battleforge, Just Cause 2, StarCraft 2 sowie The Witcher 2 so genannte Frameverläufe angefertigt – die unserer Meinung nach beste Methode, einen zeitlich begrenzten Benchmark für den Leser abzubilden. Bei einem Frameverlauf versuchen wir eine immer gleichbleibende, 60 Sekunden lange Sequenz (bei manchen Titeln nur 25 Sekunden) in einem Spiel nachzustellen und messen die FPS-Werte jeder einzelnen Sekunde. Mit diesen Informationen füttern wir daraufhin den Frameverlauf, an dem man sehr exakt erkennen kann, wie gut eine Grafikkarte das Spiel über einen längeren Zeitraum darstellen kann.

Bei den Frameverlaufsdiagrammen gibt es nichts allzu spannendes zu entdecken. Erwähnenswert ein ein kleines Phänomen auf dem A8-3850 mit der Radeon HD 6550D. Denn in Battlefield und The Witcher 2 bricht die Grafikeinheit an einigen Stellen in der Performance ein, was bei der Radeon HD 6450 nicht der Fall ist. Wir vermuten, dass dort die Speicheranbindung an den Arbeitsspeicher ein Problem darstellt.

Speicherperformance bei Llano

Intels Sandy-Bridge-Prozessor braucht zumindest im normalen Betrieb keine hohe Arbeitsspeichergeschwindigkeit [9]. Das Ergebnis scheint sich nun zumindest beim Einsatz der GPU im A8-3850-Prozessor geändert zu haben, da „Llano“, anders als „Sandy Bridge“ (1.333 MHz), Arbeitsspeicher mit bis zu 1.866 MHz (aber nur zwei Module!) offiziell unterstützt.

Radeon HD 6550D Architektur
Radeon HD 6550D Architektur

Grund genug für uns zu überprüfen, ob der A8-3850 mit der Radeon HD 6550 tatsächlich so eine hohe Frequenz beim Speicher braucht. Sinn würde es durchaus machen, da das Speicherinterface bei integrierten Grafikchips des Öfteren ein Flaschenhals darstellt. Denn so bietet bereits eine wahrlich nicht gerade schnelle Radeon HD 6450 mit GDDR5-Speicher eine Speicherbandbreite von 28,8 GB/s.

Eine IGP mit einem Arbeitsspeichertakt von 1.066 MHz im Dual-Channel-Modus kommt dagegen nur auf 17 GB/s. Mit 1.333 MHz sind es immerhin schon 21,3 GB/s, mit 1.600 MHz 25,6 GB/s und mit 1.866 MHz 29,8 GB/s – gar mehr als bei der Radeon HD 6450. Was das bringt, schauen wir uns sowohl bei Spielen als auch bei anderen Anwendungen an.

Speicherperformance - Spiele
 Battlefield: BC2:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
45,9
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
45,0
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
37,2
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
31,7
 Battleforge:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
25,6
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
25,3
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
21,0
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
17,6
 Crysis 2:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
25,5
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
25,0
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
20,5
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
17,3
 Dirt 3:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
47,3
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
46,8
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
40,2
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
35,0
 Just Cause 2:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
34,7
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
34,2
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
30,4
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
26,6
 StarCraft 2:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
39,4
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
38,4
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
33,9
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
28,8
 The Witcher 2:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
28,6
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
28,1
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
23,4
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
20,2
Performancerating - Speicher
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
119,9
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
117,8
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
100,0
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
85,6
Angaben in Prozent

In Spielen hat die Speicherperformance beim A8-3850 einen großen Einfluss auf die Endgeschwindigkeit. Denn während DDR3-1.333 bei anderen Prozessoren absolut ausreichend ist, gibt es bei der Llano-CPU noch große Geschwindigkeitsänderungen.

Im Durchschnitt läuft in Spielen die DDR3-1.333-Variante 17 Prozent schneller als DDR3-1.066. DDR3-1.600 bringt dann einen weiteren Leistungsschub von 18 Prozent – damit skaliert die GPU-Performance beinahe linear mit dem Speichertakt! Und selbst DDR3-1.866 bringt noch einmal zusätzliche zwei Prozent.

Speicherperformance - Anwendungen
 Trancodieren – CPU:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
15:00
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
15:29
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
16:42
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
19:07
Angaben in Minuten, Sekunden
 Trancodieren – GPU:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
8:32
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
8:50
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
9:49
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
11:15
Angaben in Minuten, Sekunden
 WebGL Aquarium - CPU:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
8
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
8
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
7
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
7
Angaben in Bilder pro Sekunde (FPS)
 WebGL Aquarium - GPU:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
38
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
37
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
34
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
33
Angaben in Bilder pro Sekunde (FPS)
 vReveal – CPU:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
8
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
8
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
8
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
7
Angaben in Bilder pro Sekunde (FPS)
 vReveal – GPU:
AMD A8-3850 @ DDR3-1.866
20
AMD A8-3850 @ DDR3-1.600
19
AMD A8-3850 @ DDR3-1.333
17
AMD A8-3850 @ DDR3-1.066
15
Angaben in Bilder pro Sekunde (FPS)

Und auch in Anwendungen darf der Einfluss des Speichers bei Llano nicht unterschätzt werden. Beim Transcodieren von Videos auf der CPU gibt es immerhin Unterschiede von fast vier Minuten, bei der GPU-Version sind es noch mehr als zweieinhalb. Bei der GPU-Variante der Aquarium-Demo liegen vier Bilder pro Sekunde zwischen dem langsamsten und dem schnellsten Speicher, in vReveal sind es fünf FPS.

CrossFire

Wie bereits die Notebook-Ableger von „Llano“ unterstützt die „Lynx“-Plattform CrossFire. Allerdings herrscht bei AMD ein ziemliches Namenschaos, wenn eine diskrete GPU in Kombination zur integrierten Grafik eingesetzt wird.

„Llano“-Desktop-Dual-Grafik
„Llano“-Desktop-Dual-Grafik

Eine Radeon HD 6450, eine Radeon HD 6570 sowie eine Radeon HD 6670 lässt sich im CrossFire-Modus mit einer A8- und einer A6-CPU betreiben. Die Radeon HD 6550D (im A8-Prozessor) gepaart mit einer Radeon HD 6450 wird dann zur HD 6550D2. Wird dagegen eine Radeon HD 6570 eingesetzt, lautet die Bezeichnung HD 6630D2 und bei einer Radeon HD 6670 HD 6690D2.

Bei einem A6-Prozessor ändert sich bei einer Radeon HD 6450 und Radeon HD 6670 die Bezeichnung nicht. Falls eine Radeon HD 6570 vorhanden ist, kommt allerdings nicht mehr der Name Radeon HD 6630D2 sondern Radeon HD 6610D2 heraus – warum, das weiß wohl nur AMD. Wie die Fußnoten verraten, können die Bezeichnungen übrigens jeder Zeit geändert werden, was dann endgültig alle verwirren wird. Bleibt zu hoffen, dass AMD dies nie ein Erwägung zieht.

CrossFire Arbeitsweise
CrossFire Arbeitsweise

AMD setzt beim CrossFire-Modus weiterhin auf Alternate Frame Rendering, kurz AFR. Jedoch wurde AFR für Llano überarbeitet. So rendern nun beide GPUs nicht mehr gleichzeitig an jeweils einem Bild und geben dieses nacheinander an einen Monitor weiter. Stattdessen rendert die GPU im Prozessor weiterhin an einem Bild, die diskrete Grafikkarte aber gleich an drei Bildern! So möchte AMD die integrierte GPU entlasten, vor allem wenn diese mit einer deutlich schnelleren Radeon HD 6670 kombiniert ist. Je nach eingesetzter Grafik kann sich das Verhältnis von 1:3 durchaus auf 1:2 ändern. Das lässt in der Theorie allerdings für Mikroruckler schlimmes erahnen, was wir im übernächsten Abschnitt gesondert prüfen werden.

Es gibt zudem noch ein weiteres Problem: So läuft CrossFire für Llano aktuell nur in DirectX-10- sowie DirectX-11-Spielen – eine DirectX-9-Engine bleibt also außen vor. Warum dies so ist, gibt AMD nicht bekannt. Die Aussage, dass „man sich lieber auf das zukunftsweisende DirectX 10 und DirectX 11 konzentriert“, klingt eher wenig überzeugend. Wir vermuten derzeit eher, dass die Limitierung mit dem „Pre Render Limit“ der DirectX-9-Spezifikation zusammen liegen könnte.

Radeon HD 6550D + HD 6670
Radeon HD 6550D + HD 6670

Denn DirectX 9 erlaubt es, anders als DirectX 10 und DirectX 11, im Voraus nur für drei Frames Rechenbefehle anzunehmen. Da bei „Llano CrossFire“ aber prinzipiell an vier Bildern gleichzeitig gearbeitet wird, bevor die Ausgabe auf den Monitor erfolgt und die „Rechensequenz“ zu Ende ist, müssten unter DirectX 9 die WHQL-Spezifikationen verletzt werden, damit der Dual-GPU-Modus funktionieren würde. Das ist aber nur eine Vermutung unsererseits, die durchaus falsch sein könnte.

Performance

CrossFire-Performance
 Battlefield: BC2 – 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (CF)
64,9
AMD A8-3850 + HD 6570 (CF)
59,1
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
50,3
AMD A8-3850 + HD 6450 (CF)
42,0
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
42,0
AMD A8-3850
29,6
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
18,9
 Battlefield: BC2 – 4xAA/16xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (CF)
50,4
AMD A8-3850 + HD 6570 (CF)
43,0
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
35,5
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
29,9
AMD A8-3850 + HD 6450 (CF)
28,1
AMD A8-3850
19,5
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
12,8
 Battleforge – 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (CF)
55,7
AMD A8-3850 + HD 6570 (CF)
54,9
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
46,0
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
38,4
AMD A8-3850 + HD 6450 (CF)
34,8
AMD A8-3850
25,6
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
18,3
 Battleforge – 4xAA/16xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (CF)
44,4
AMD A8-3850 + HD 6570 (CF)
43,8
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
37,1
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
32,6
AMD A8-3850 + HD 6450 (CF)
25,0
AMD A8-3850
17,5
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
15,4
 Dirt 3 – 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (CF)
82,8
AMD A8-3850 + HD 6570 (CF)
80,1
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
79,1
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
67,5
AMD A8-3850 + HD 6450 (CF)
59,8
AMD A8-3850
45,3
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
31,8
 Dirt 3 – 4xAA/16xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (CF)
74,0
AMD A8-3850 + HD 6570 (CF)
67,8
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
59,2
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
50,3
AMD A8-3850 + HD 6450 (CF)
43,5
AMD A8-3850
33,0
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
23,0
 Just Cause 2 – 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (CF)
77,1
AMD A8-3850 + HD 6570 (CF)
72,2
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
60,5
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
49,8
AMD A8-3850 + HD 6450 (CF)
49,7
AMD A8-3850
34,7
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
22,2
 Just Cause 2 – 4xAA/16xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (CF)
64,0
AMD A8-3850 + HD 6570 (CF)
57,7
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
46,0
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
39,6
AMD A8-3850 + HD 6450 (CF)
36,0
AMD A8-3850
25,2
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
17,2

Die CrossFire-Skalierung funktioniert bis hinauf zur Radeon HD 6570 ordentlich. Mit Hilfe einer Radeon HD 6450 kann der AMD A8-3850 mit der Radeon HD 6550D im Durchschnitt gute 39 Prozent zulegen. Wechselt man die Low-End-Karte gegen eine Radeon HD 6570 aus, sind es sogar satte 211 Prozent – mehr als eine Verdopplung der Geschwindigkeit!

Eine Radeon HD 6670 bringt dagegen so gut wie nichts mehr: Nur sieben Prozent mehr Leistung als mit einer Radeon HD 6570 ist ein recht mageres Ergebnis. Während in Battlefield: Bad Company 2 offenbar so langsam ein CPU-Limit ein besseres Ergebnis verhindert, funktioniert in Battleforge das CrossFire-Profil nicht mehr korrekt. In Dirt 3 scheint ebenso die Grundleistung der CPU ein Problem zu sein.

Performancerating - CrossFire
AMD A8-3850 + HD 6670 (CF)
226,4
AMD A8-3850 + HD 6570 (CF)
211,0
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
181,1
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
153,5
AMD A8-3850 + HD 6450 (CF)
138,9
AMD A8-3850
100,0
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
70,0
Angaben in Prozent

Mikroruckler

Bereits nach den ersten Sekunden Betrieb des A8-3850 gepaart mit einer Radeon HD 6670 wurde uns sofort klar, dass die Mikrorucklerproblematik auf Llano, gelinde gesagt, katastrophal ausfällt. Bei normalen CrossFire-Systemen können die Mikroruckler schon störend werden, doch das Verhalten von Llano liegt in einer Liga, die weit darüber spielt.

Selbst mit 40 FPS ist Battlefield: Bad Company 2 unspielbar und kommt uns selbst noch stockender vor als bei 20 Bildern pro Sekunde ohne CrossFire. Erst ab etwa 60 FPS beruhigen sich die Mikroruckler in Battlefield, was aber wahrlich nicht der Sinn der Sache sein kann.

Denn gerade auf Llano muss CrossFire mit niedrigen FPS-Raten zurecht kommen, was aber einfach nicht der Fall ist. Und deshalb halten wir CrossFire auf Llano aktuell für schlichtweg unbrauchbar.

In anderen Spielen sieht es teilweise zwar etwas besser bezüglich der Mikroruckler aus, jedoch sind dort immer noch mindestens 50 FPS notwendig, was angesichts neuerer Spiele kein leichtes Unterfangen ist.

Wie im CrossFire-Abschnitt schon vermutet, ist das Problem im neuen AFR-Modus zu suchen. Und unsere Frameanalyse zeigt das Verhalten sehr genau. Denn so scheint die Radeon HD 6670 direkt hintereinander zwei Bilder an den Monitor auszugeben und wartet dann auf den Frame der Radeon HD 6550D – was viel zu lange dauert. Ist der Frame dann ausgeliefert, folgen wieder zwei schnelle Bilder von der diskreten Grafikkarte. Das Problem dabei ist, dass wie bei normalem CrossFire die CPU alle drei Frames gleichzeitig an die Hardware verschickt, diese aber einfach zu unterschiedlichen Zeiten fertig werden – und dennoch immer direkt ausgeliefert werden, was eine ungleichmäßige Bildreihenfolge erzeugt.

Sonstige Tests

Leistungsaufnahme

Für die Messungen der Leistungsaufnahme wird ein handelsüblicher Verbrauchs-Monitor, den man sich auch beim örtlichen Stromversorger ausleihen kann, genutzt. Gemessen wird die Gesamt-Leistungsaufnahme des Testsystems. Hier gilt die Teilung zwischen Idle- und Last-Betrieb. Letzterer wird durch Verwendung von Prime95 beziehungsweise Battlefield: Bad Company 2 (DX9) unter der Auflösung 1.440x900 simuliert.

Leistungsaufnahme
 Idle – Windows:
AMD A8-3850
35
Intel Core i5-2500K
39
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
40
Intel Core i7-2600K
40
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
43
AMD A8-3850 + HD 6450 (CF)
43
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
47
AMD A8-3850 + HD 6670 (CF)
49
 Last - CPU:
Intel Core i5-2500K
107
Intel Core i7-2600K
118
AMD A8-3850
141
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
146
AMD A8-3850 + HD 6450 (CF)
146
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
150
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
152
AMD A8-3850 + HD 6670 (CF)
154
 Last - GPU:
Intel Core i5-2500K
89
Intel Core i7-2600K
99
AMD A8-3850
125
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
135
AMD A8-3850 + HD 6450 (CF)
141
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
146
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
146
AMD A8-3850 + HD 6670 (CF)
183
Angaben in Watt (W)

Unter Windows weiß die Leistungsaufnahme des AMD A8-3850 zu gefallen, denn mehr als 35 Watt (gemeint ist der gesamte PC) zieht die APU nicht aus der Steckdose. Der Intel Core i5-2500K braucht dagegen 39 Watt, der A8-3850 mit einer diskreten Radeon HD 6450 40 Watt.

Bei reiner CPU-Last liefert der A8-3850 mit 141 Watt jedoch ein schlechtes Ergebnis ab. Denn trotz einer klar besseren Rechenkraft benötigt der Core i5-2500K für dasselbe Szenario nur 107 Watt – ein sehr großer Unterschied.

Unter GPU-Last liegen die beiden Intel-Probanden erneut vorne, doch ist das in dem Fall kein fairer Vergleich, da die GPU-Performance massiv hinter der der AMD-Produkte liegt. Der A8-3850 kommt auf 125 Watt, was ein gutes Ergebnis ist. Denn mit einer langsameren Radeon HD 6450 zieht der ansonsten identische Rechner 135 Watt aus der Steckdose.

Fazit

An dieser Stelle wollen wir zuerst noch anmerken, dass es uns in vier Tagen Testzeit leider nicht möglich war, eine kleinere Intel-CPU als den Core i5-2500K einzusetzen, da uns solch ein Exemplar kurzfristig nicht zur Verfügung stand. Die CPU-Leistung des Intel-Konkurrenten sowie der Preis sind mit dem heute getesteten Llano also nicht direkt vergleichbar. Allerdings ist die GPU-Leistung mit dem des Core i3-2105 gleichzusetzen, weswegen sich die „GPU-Ergebnisse“ trotzdem gut gegenüber stellen lassen – und um diese ging es in unserem Test. Doch nun zum Fazit.

Auch wenn der A8-3850 im Prinzip eine CPU ist, will das Produkt nur so wenig CPU wie möglich sein. AMD hat uns gegenüber mehrmals betont, dass es sich um eine Kombination aus CPU sowie GPU handelt und das Produkt auch genau als solche angesehen werden soll – nur eben ohne diskrete Grafikkarte.

Das hat mit Blick auf unseren Test schon alleine den Grund, dass die reine CPU-Performance nicht in die Nähe der selbsternannten Konkurrenz, Intel Core i3-2100 sowie Core i3-2105, heran reicht [1]. Und in der Tat hat Llano einen großen Vorteil auf seiner Seite, den Intel nicht zu bieten hat: Eine Radeon-GPU, die der von Intel Haus hoch überlegen ist.

Llano Wafer
Llano Wafer

Wenn man diesen Teil von Llano betrachtet, weiß der A8-3850 mit der integrierten Radeon HD 6550D durchaus zu gefallen, denn das mögliche Einsatzgebiet ist groß. Für einen reinen Office-Rechner ist der A8-Prozessor zwar etwas überdimensioniert, doch wäre der kleinere A6-Bruder (oder der noch nicht offiziell vorgestellte A4) dafür genau richtig.

Als Multimedia-PC kann der A8-3850 dann seine ganzen Stärken auffahren: Die Blu-ray-Wiedergabe inklusive HDMI 1.4a und einer damit möglichen 3D-Darstellung ist sehr gut – sowohl was die Performance, als auch was die Bildqualität betrifft. Und im selben Atemzug liegt die Leistungsaufnahme auf einem recht niedrigen Niveau.

Auch im WebGL-Einsatz fühlt sich die APU pudelwohl und dasselbe gilt für alle sonstige Bereiche, in denen eine GPU gebraucht wird: Dann weiß der A8-3850 zu gefallen. Die GPU mag langsamer als die meisten Desktop-Varianten sein, die Features sind zu den großen Radeon-Karten aber identisch.

Selbst aktuelle Spiele lassen sich auf der Radeon HD 6550D wiedergeben, wovon Intel derzeit nur träumen kann. Es müssen zwar stark die Details und die Auflösung reduziert werden, doch ist der A8-3850 einer Radeon HD 6450 eindeutig überlegen. Solange es keine schnelle Intel-CPU sein muss, verliert die diskrete Radeon HD 6450 durch den A8-3850 sogar die Daseinsberechtigung, da die APU der Grafikkarte in allen Belangen voraus ist. Der neue CrossFire-Modus ist dagegen schlicht und ergreifend nicht brauchbar. So viel Mikroruckler haben wir schon lange nicht mehr gesehen.

Die Leistungsaufnahme ist AMD gut gelungen. Zumindest unter Windows und unter GPU-Last, dessen Werte beide zu überzeugen wissen. Wird ausschließlich die CPU ausgelastet, ist der Stromhunger dagegen viel zu hoch.

AMD Vision A8
AMD Vision A8

In wenigen Worten noch einmal zusammen gefasst: Wer eine hohe CPU-Leistung benötigt, sollte sich weiterhin bei Intels kleinen Core-i3-Produkten umsehen [1] und erhält dort mehr fürs Geld. Der AMD A8-3850 übertrumpft jedoch die Intel-Sprösslinge, wenn eine GPU abseits des normalen Desktop-Betriebs von Nöten ist – er ist dann selbst einem deutlich teureren Core i7-2600K überlegen. Die Radeon-Technologie ist einfach besser als bei der Konkurrenz. Sei es die Hardware selber, oder der Treiber.

Wir erwarten einen Verkaufspreis von rund 110 Euro, womit sich der A8-3850 in den Regionen des Intel Core i3-2105 nieder schlägt. Das Gesamtpaket der AMD-CPU gefällt uns besser, denn mit dieser lässt sich einfach mehr machen. Die Radeon HD 6450 kann AMD gleichzeitig in Rente schicken, denn die APU in dem Prozessor ist leistungsstärker – toll!

Der heilige Gral ist „Llano“ schlussendlich dann aber doch nicht. Denn mehr CPU hätte dem Prozessor wahrlich nicht geschadet. Damit wäre das Gesamtpaket so gut wie unschlagbar gewesen. Darüber hinaus ist ein schneller Speicher Pflicht, da man mit DDR3-1333 lange nicht die volle Stärke ausspielen kann. DDR3-1600 sollte es schon sein, das von AMD beworbene DDR3-1866 ist dagegen nicht nötig.

Anhang

Battlefield: Bad Company 2

Battlefield: Bad Company 2
Screenshots
AMD Cypress - Battlefield BC2
AMD Cypress - Battlefield BC2
Nvidia GF110 - Battlefield BC2
Nvidia GF110 - Battlefield BC2
Version 602574, Vollversion
Engine Eigenentwicklung, Frostbite Engine 1.5
API DX11/DX9
Detailstufe Mittlere Details
Benchmarkart Savegame
Dauer 60 Sekunden
Besonderheiten Keine
Battlefield: BC2 (DX9) - 1440x900
 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
80,7
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
74,5
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
54,1
AMD A8-3850
45,9
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
38,8
Intel Core i7-2600K
23,7
Intel Core i5-2500K
19,5
 1xAA/16xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
68,5
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
58,1
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
48,9
AMD A8-3850
38,3
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
27,0
Intel Core i7-2600K
20,5
Intel Core i5-2500K
16,8

Battleforge

Battleforge
Screenshots
AMD Cypress - Battleforge
AMD Cypress - Battleforge
Nvidia GF110 - Battleforge
Nvidia GF110 - Battleforge
Version Wird immer aktualisiert, Vollversion
Engine Eigenentwicklung, Battleforge-Engine
API DX11/DX10.1
Detailstufe Mittlere bis niedrige Details
Benchmarkart Integrierter Benchmark
Dauer 25 Sekunden
Besonderheiten Keine
Battleforge - 1440x900
 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
46,0
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
38,4
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
25,9
AMD A8-3850
25,6
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
18,3
Intel Core i7-2600K
13,8
Hinweis: DX10.1
Intel Core i5-2500K
11,3
Hinweis: DX10.1
 4xAA/16xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
37,1
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
32,6
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
22,9
AMD A8-3850
17,5
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
15,4
Intel Core i7-2600K
10,5
Hinweis: DX10.1
Intel Core i5-2500K
8,6
Hinweis: DX10.1

Crysis 2

Crysis 2
Screenshots
AMD Cypress - Crysis 2
AMD Cypress - Crysis 2
Nvidia GF110 - Crysis 2
Nvidia GF110 - Crysis 2
Version 1.4, Vollversion
Engine Eigenentwicklung, Cry Engine 3
API DX9
Detailstufe hohe Details
Benchmarkart Savegame
Dauer 25 Sekunden
Besonderheiten Kein herkömmliches MSAA
Crysis 2 - 1440x900
 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
51,3
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
43,9
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
33,1
AMD A8-3850
25,5
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
21,4
Intel Core i7-2600K
15,2
Intel Core i5-2500K
12,5
 1xAA/16xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
49,3
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
42,0
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
32,7
AMD A8-3850
24,9
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
20,2
Intel Core i7-2600K
15,0
Intel Core i5-2500K
12,3

Dirt 3

Dirt 3
Screenshots
AMD Cypress - Dirt 3
AMD Cypress - Dirt 3
Nvidia GF110 - Dirt 3
Nvidia GF110 - Dirt 3
Version 1.0, Vollversion
Engine Eigenentwicklung, Ego-Engine
API DX11/DX9
Detailstufe Mittlere bis niedrige Details
Benchmarkart Integrierte Benchmarkfunktion, Norwegen
Besonderheiten Keine
Dirt 3 (DX9) - 1440x900
 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
76,6
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
64,9
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
49,5
AMD A8-3850
47,3
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
32,3
Intel Core i7-2600K
25,6
Intel Core i5-2500K
20,5
 4xAA/16xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
58,0
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
49,3
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
38,6
AMD A8-3850
33,4
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
23,4
Intel Core i7-2600K
18,8
Intel Core i5-2500K
14,3

Just Cause 2

Just Cause 2
Screenshots
AMD Cypress - Just Cause 2
AMD Cypress - Just Cause 2
Nvidia GF110 - Just Cause 2
Nvidia GF110 - Just Cause 2
Version 1.02, Vollversion
Engine Eigenentwicklung, Avalanche Engine 2.0
API DX10
Detailstufe Niedrige Details
Benchmarkart Savegame
Dauer 25 Sekunden
Besonderheiten Keine
Just Cause 2 - 1440x900
 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
60,5
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
49,8
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
34,8
AMD A8-3850
34,7
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
22,2
Intel Core i7-2600K
0,0
Hinweis: Startet nicht
Intel Core i5-2500K
0,0
Hinweis: Startet nicht
 4xAA/16xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
46,0
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
39,6
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
27,3
AMD A8-3850
25,2
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
17,2
Intel Core i7-2600K
0,0
Hinweis: Startet nicht
Intel Core i5-2500K
0,0
Hinweis: Startet nicht

StarCraft 2

StarCraft 2
Screenshots
AMD Cypress - StarCraft 2
AMD Cypress - StarCraft 2
Nvidia GF110 - StarCraft 2
Nvidia GF110 - StarCraft 2
Version Wird immer aktualisiert, Vollversion
Engine Eigenentwicklung, StarCraft 2
API DX9
Detailstufe Mittlere Details
Benchmarkart Replay
Dauer 25 Sekunden
Besonderheiten AA muss durchs Treibermenü erzwungen werden
StarCraft 2 - 1440x900
 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
57,1
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
54,6
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
53,4
AMD A8-3850
39,4
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
36,4
Intel Core i7-2600K
21,7
Intel Core i5-2500K
20,8
 4xAA/16xAF:
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
37,4
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
24,5
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
20,4
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
12,1
AMD A8-3850
11,7
Intel Core i7-2600K
0,0
Hinweis: Kein AA möglich
Intel Core i5-2500K
0,0
Hinweis: Kein AA möglich

The Witcher 2

The Witcher 2
Screenshots
AMD Cypress - The Witcher 2
AMD Cypress - The Witcher 2
Nvidia GF110 - The Witcher 2
Nvidia GF110 - The Witcher 2
Version 1.1, Vollversion
Engine Eigenentwicklung, TSOOD-Engine
API DX9
Detailstufe Niedrigste Details
Benchmarkart Savegame
Dauer 25 Sekunden
Besonderheiten Kein herkömmliches MSAA
The Witcher 2 - 1440x900
 1xAA/1xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
49,1
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
45,0
AMD A8-3850
28,6
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
28,6
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
23,7
Intel Core i7-2600K
16,6
Intel Core i5-2500K
12,9
 AA/16xAF:
AMD A8-3850 + HD 6670 (GPU)
43,6
AMD A8-3850 + HD 6570 (GPU)
37,6
AMD A8-3850 + GT 430 (GPU)
26,2
AMD A8-3850
25,2
AMD A8-3850 + HD 6450 (GPU)
17,5
Intel Core i7-2600K
15,9
Intel Core i5-2500K
12,5

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/2011-01/test-sandy-bridge-grafik/
  2. http://www.computerbase.de/2011-06/test-llano-cpu-leistung/
  3. http://www.computerbase.de/2011-06/test-amds-a-serie-llano/4/#abschnitt_grafikteil
  4. http://www.computerbase.de/preisvergleich/a655335.html
  5. http://www.chromeexperiments.com/detail/webgl-aquarium/?f=webgl
  6. http://martin.cyor.eu/benchmark/test.html
  7. http://www.computerbase.de/2009-03/bericht-motiondsp-vreveal/
  8. http://www.computerbase.de/2011-06/amd-a8-3850-im-test/18/
  9. http://www.computerbase.de/2011-02/test-welcher-speicher-fuer-sandy-bridge/
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