Test: AMDs A-Serie „Llano“ (9/11)

AMDs Notebook-Attacke
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Leistung & Laufzeit

In erster Linie entscheidend für den Verkaufserfolg der neuen „Llano“-APUs sind die Aspekte Leistung, Laufzeit und Preis. Während letzterer noch nicht feststehen, ermöglicht dieser Test zumindest bei den beiden anderen Punkten einen Einblick in das, was möglich ist.

Betrachtet man die Benchmarks, die einzig oder zumindest überwiegend nur die vier CPU-Kerne belasten, platziert sich der A6-3400M leicht oberhalb eines Intel i5-2537M. Je nach Benchmark beträgt das Plus zwischen sechs und 29 Prozent. Dass das Mehr an Leistung aber in erster Linie durch die doppelte Zahl an physikalischen Kernen zustande kommt, zeigt die Einzelkernwertung des Cinebench. Hier bewegt sich die APU gerade einmal auf dem Niveau eines fast drei Jahre altem Core 2 Duo SL9400.

Vergleicht man die Resultate anderer Sandy-Bridge-Prozessoren mit denen des A6-3400M, hat die APU keine Chance. Hier hat Intel mit deutlich höheren Taktraten sowie dem L3-Cache die Nase deutlich vorne, selbst mit nur zwei echten Kernen.

Performance-Vergleich 3DMark
 Vantage (Entry):
Intel i5-2410M / Nvidia GeForce 485M
100,0%
Intel i7-2630QM / Nvidia GeForce 540M
83,3%
Intel i7-2720QM / Nvidia GeForce 540M
78,0%
Intel i5-480M / AMD HD 6550M
57,7%
AMD A6-3400M / AMD HD 6720G2
50,8%
Intel i7-2720QM / Intel HD 3000
47,5%
AMD A6-3400M / AMD HD 6520G
40,0%
Intel i5-2537M / Intel HD 3000
18,9%
Intel i5-540M / Intel GMA HD
17,4%
Intel i3-350M / Intel GMA HD
13,9%
AMD E-350 / AMD HD 6310M
13,4%
Intel i5-450M / Intel GMA HA
11,9%
 11 (Entry):
Intel i5-2410M / Nvidia GeForce 485M
100,0%
AMD A6-3400M / AMD HD 6720G2
56,0%
Intel i7-2720QM / Nvidia GeForce 540M
41,8%
AMD A6-3400M / AMD HD 6520G
41,7%
Intel i7-2630QM / Nvidia GeForce 540M
41,0%
AMD E-350 / AMD HD 6310M
10,5%
Angaben in Prozent

Den Spieß umdrehen kann AMD jedoch in puncto Grafik. Hier zeigt sich, wie überlegen die sogenannte iGPU gegenüber Intels HD 3000 ist. Im 3DMark Vantage (Entry) liegt die Grafikwertung mehr als doppelt so hoch. Und auch im OpenGL-Test des Cinebench liegt AMDs APU deutlich vor den Core-Prozessoren der zweiten Generation.

Von der relativ leistungsstarken Grafikeinheit profitiert der Prozessor in den Gesamtergebnissen der Tests. Geht es um DirectX 10, so liegt der A6-3400M in etwa auf einer Stufe mit dem Gespann aus i7-2720QM und HD 3000. Ist auch die Leistung in Bezug auf die aktuelle Version der Schnittstelle gefragt, wird die genannte Intel-CPU im Zusammenspiel mit einer Nvidia-540M-GPU um etwa ein Drittel übertrumpft.

Da dürfte es dann keine große Überraschung sein, dass auch in anspruchsvollen Spielen zumindest bei mittleren Grafikdetails eine flüssige Wiedergabe kein größeres Problem darstellt. Bei der bei vielen 13- und 15-Zoll-Notebooks anzutreffenden Auflösung von 1.366 × 768 Pixeln liegt AMDs Neuling im Schnitt 20 Prozent vor der Kombination i7-2620QM/Nvidia 540M. Dabei liegt die maximale Verlustleistung dieses Gespanns bei 65 bis 70 Watt, die des A6-3400M bei gerade einmal 35 Watt.

Asus K73TA
Asus K73TA

Generell zeigt sich die APU von ihrer durchaus sparsamen Seite. Zwar werden in den Battery-Eater-Tests (Bildschirmhelligkeit 140 cd/m², WLAN aktiviert) mit rund vier Stunden im Energiesparmodus und knapp zwei Stunden unter Volllast nur durchschnittliche Laufzeiten erreicht, hier spielt allerdings das Notebook eine nicht unwesentliche Rolle. Denn zwei Festplatten sowie das große Display haben naturgemäß einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Akkulaufzeit. Sind die Massenspeicher, WLAN und das Display deaktiviert, werden fünfeinhalb Stunden ohne Steckdose erreicht. Damit benötigt die APU mitsamt den noch zu versorgenden Komponenten – unter anderem der Arbeitsspeicher – circa zehn Watt.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass die APU zu keinem Zeitpunkt einen kritischen Temperaturwert erreicht, beziehungsweise Throttling aufgrund von Hitzeproblemen nicht aufgetreten ist. Nach einigen Minuten Leerlauf und zeitweise laufendem Lüfter werden recht warme 49 Grad erreicht, unter Last sind es 78 Grad. Aber auch hier spielt das 17-Zoll-Gehäuse eine gewisse Rolle, in einem kleineren Notebook können diese Werte durchaus anders ausfallen.