Test: Apple MacBook Air 11,6" (2011) (3/4)

Evolution oder Revolution?
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Display

Beim Display setzt Apple auf mittlerweile altbewährtes. Mit 11,6 Zoll ist das Display maßgeblich an den kompakten Ausmaßen des MacBook Air beteiligt. Eingefasst ist die Anzeige wie gewohnt von einem Aluminium-farbenen Rahmen, der auf allen Seite gut zwei Zentimeter breit ist. Mit 1.366 × 768 Pixeln bietet der Bildschirm im Verhältnis zur Größe eine angenehme Auflösung. Die Bildpunktdichte von 135 ppi liegt im Bereich dessen, was von vielen als gut bezeichnet wird. Zum Vergleich: Das iPad 2 verfügt mit 132 ppi über eine nahezu identische Dichte.

MacBook Air
MacBook Air

Wie auch viele andere Anbieter verzichtet Apple auf die Verwendung eines matten Displays, entspiegelt die Anzeige aber immerhin. Während diese Entspiegelung in mäßig hellen Umgebungen durchaus wirksam ist, erweist sie sich in hellen Räumen oder im Freien bei direkter Sonnenlichteinstrahlung als nicht ausreichend. Hier hilft dann bis zu einem gewissen Punkt noch die Erhöhung der Hintergrundbeleuchtung. Mit 328 Candela pro Quadratmeter wird hier etwas das Niveau des MacBook Pro erreicht.

MacBook Air
MacBook Air

Leider ist die Helligkeitsverteilung aber sehr ungleich. Während der Maximalwert einzig und allein in der Bildschirmmitte erzielt wird, sind es am oberen Rand noch 95 bis 97 Prozent. Am unteren Rand hingegen muss man sich mit 73 bis 79 Prozent begnügen, absolut ungenügende Werte. Immerhin kann die Beleuchtung auf minimal 18 Candela reduziert werden, in sehr dunklen Umgebungen kann so der Akku geschont werden. Auf kleinster Stufe wird die Beleuchtung komplett abgeschaltet.

Schlechte Homogenität
Schlechte Homogenität

Bei den Blickwinkeln fällt schnell auf, dass Apple auf ein TN-Panel gesetzt hat. Während die Darstellung in der Vertikalen lange Zeit stabil bleibt, werden Farben in der Horizontalen früh verfälscht. Mit 556:1 wird immerhin ein guter Kontrast erreicht, der in etwa mit dem des Vorgängers übereinstimmt.

Tastatur und Touchpad

Tastaturen und Apple sind beinahe schon ein Thema für sich. Kaum ein Notebook-Hersteller bietet in puncto Schreibkomfort derart hochwertige Eingabegeräte wie das US-amerikanische Unternehmen. Die natürlich im Chicklet-Design gehaltene Tastatur bietet die von Apple her bekannte Tastenbelegung und -beschriftung, was insbesondere Windows-Umsteiger anfangs vor Gewöhnungsprobleme stellen dürfte. In erster Linie liegt dies an der immer noch fehlenden Darstellung der jeweiligen Drittbelegung – beispielsweise \ ,| oder ² – einzelner Tasten.

MacBook Air
MacBook Air

Dafür glänzt die Tastatur mit einem guten Druckpunkt und sehr kurze Hub. Beides ist bei allen Tasten nahezu identisch ausgeprägt, selbst große wie unter anderem die Leertaste hinterlassen keinen schwammigen Eindruck. Kritisieren muss man hingegen die deutlich zu schmal geratenen Funktionstasten in der obersten Reihe. Positiv anzumerken ist hingegen, dass die Tastaturbeleuchtung wieder Einzug in das MacBook Air gehalten hat. Musste man bei der letzten Generation noch ohne diese durchaus praktische Funktion auskommen, hat Apple sie nun wieder verbaut. Der Nutzer hat hier die Wahl zwischen einer manuellen und einer automatischen Steuerung. Letztere überzeugt nicht ganz, erstere bietet mit 17 Stufen genügend Helligkeit für nahezu jeden Anlass.

MacBook Air: Zu schmale Funktionstasten
MacBook Air: Zu schmale Funktionstasten

Keine Kritik gibt es beim Touchpad. Dieses besteht erneut aus einer leicht angerauten Glasoberfläche, die sehr sensibel auf Eingaben reagiert. Damit werden sämtliche Befehle präzise umgesetzt, auch die neuen mit OS X 10.7 „Lion“ eingeführten Gesten werden prompt umgesetzt. Mausklicks können wie bisher durch das Antippen der Sensorfläche oder das Herunterdrücken des unteren Endes ausgelöst werden. Gewöhnungsbedürftig, aber nicht direkt dem Touchpad anzulasten: Beim vertikalen Scrollen muss der Nutzer nun umdenken. Soll nach unten gescrollt werden, müssen die Finger nach oben bewegt werden und umgekehrt.

MacBook Air: Sehr gutes Touchpad mit neuen „Lion“-Gesten
MacBook Air: Sehr gutes Touchpad mit neuen „Lion“-Gesten

Design und Verarbeitung

Während sich unter der „Haube“ einiges verändert hat, ist man sich beim Design treu geblieben. Im Vergleich zum Vorgänger sind nahezu keine Veränderungen vorzufinden. Damit bleibt es bei der extremen Keilform, durch die das MacBook Air im hinteren Bereich 17 Millimeter dick ist, im vorderen jedoch nur drei Millimeter. Erreicht werden diese und andere Maße in erster Linie durch den kompromisslosen Aufbau im Inneren.

MacBook Air: Mehr Keil dürfte nicht gehen
MacBook Air: Mehr Keil dürfte nicht gehen

Insgesamt wirkt das Notebook wie eigentlich alle Apple-Produkte sehr kühl und spartanisch, auf die Platzierung von sogenannten Eyecatchern hat man auch hier wieder größtenteils verzichtet. Für ein wenig optische Auflockerung sorgt im wesentlichen nur das große Unternehmenslogo auf dem Deckel. Ansonsten dominiert Aluminium aus allen Perspektiven. Nahezu alle Bestandteile des Gehäuses bestehen aus dem Leichtmetall, einzig bei Tastatur, Touchpad und die vier großflächigen Gummifüße auf der Unterseite hat man auf andere Materialien zurückgegriffen.

MacBook Air
MacBook Air

Bei der Verarbeitung gibt es keinen Kritikpunkt. Konnte man beim letzten MacBook Air je nach Modell noch monieren, dass das Scharnier im Verhältnis zum Gewicht – beim Öffnen des Deckels wurde der Boden teilweise mit angehoben – zu schwergängig war, hat Apple hier nun nachgebessert. Zwar wird das Unterteil nach wie vor leicht mit angehoben, der Deckel ist aber problemlos mit einem Finger zu öffnen. In Summe dürfte mit diesem Gerät die höchste Verarbeitungsstufe nahezu erreicht sein, was einen neuen Maßstab für die Konkurrenz bedeutet.

MacBook Air
MacBook Air

Optionen

In Summe gibt es vier verschiedene Konfigurationen, die in zusätzlich in einigen Punkten den eigenen Wünschen entsprechend anpassbar sind.

Die einzelnen Konfigurationen auf einen Blick
Apple MacBook Air
CPU Intel Core i5-2467M Intel Core i5-2467M
Optional
Intel Core i7-2677M +150 €
Intel Core i5-2557M Intel Core i5-2557M
Optional
Intel Core i7-2667M +150 €
Display 11,6", 1.366 × 768 Pixel 13,3", 1.440 × 900 Pixel
Arbeitsspeicher 2 GB
Optional
4 GB +100 €
4GB
Massenspeicher 64 GB, SSD 128 GB, SSD
Optional
256 GB +300 €
128 GB, SSD 256 GB, SSD
Preis 949 Euro 1.149 Euro 1.249 Euro 1.499 Euro

Zwischen den 11,6- und 13,3-Zoll-Modellen gibt es zusätzlich einige wenige Unterschiede. So verfügen die größeren Varianten über einen SD-Kartenleser sowie einen Akku mit höherer Kapazität.