Amazon soll an E-Book-Bücherei arbeiten

Schon seit geraumer Zeit beschränkt sich der US-amerikanische Online-Händler Amazon nicht mehr nur auf den klassischen Handel. So können Kunden beispielsweise Videos ausleihen oder MP3s kaufen, mit den verschiedenen E-Book-Readern der Kindle-Familie ist man zudem auch im Bereich der digitalen Bücher aktiv.

Und genau auf diesem Markt will man zukünftig eine noch größere Rolle einnehmen. Denn wie das Wall Street Journal unter Berufung auf verschiedene Quellen berichtet, arbeitet man bei Amazon derzeit an einer „digitalen Bücherei“, in der Kunden die verschiedensten E-Books ausleihen können sollen. Details in Bezug auf die Gestaltung des Angebots sowie die Kosten gibt es derzeit noch nicht, wohl aber ein deutliches Maß an Skepsis auf Seiten der Rechteinhaber.

Denn diese befürchten spürbare Auswirkungen auf die Verkaufszahlen ihrer Werke. Bislang müssen Besitzer von E-Book-Readern in der Regel die gewünschten Titel kaufen und können diese gar nicht oder nur sehr stark eingeschränkt an Dritte ausleihen. Dem Bericht zufolge will Amazon genau an diesem Punkt ansetzen. Werke, die bereits seit längerem verfügbar sind, sollen in die „Bücherei“ aufgenommen und somit ausleihbar gemacht werden.

Unklar ist, mit welchen Kosten dies für den Kunden verbunden sein wird. Die Bandbreite reicht hier prinzipiell von kostenlosen Titeln über feste Preise pro Buch bis hin zu einer einer „Flatrate“ für eine bestimmte Anzahl von leihbaren Büchern in einem festen Zeitraum. Zumindest für den US-Markt ist auch eine Integration in Amazon Prime vorstellbar. Dort können Kunden, die das besondere Angebot nutzen, ohne Aufpreis aus einem großen Angebot an Videos wählen, die via Stream genutzt werden können.

Insbesondere im Zusammenhang mit den vermeintlichen Tablet-Plänen des Händlers erscheint eine solche „Bücherei“ als logischer Schritt. Denn wie wir bereits vor gut einer Woche berichteten, plant Amazon eine tiefe Verknüpfung von eigenen Inhalten mit der Tablet-Software. Denn Amazons Fokus liegt – sofern sich die Spekulationen als wahr herausstellen sollten – eindeutig auf der Wiedergabe von Medien wie Videos, Musik und E-Books. Diese Inhalte sollen aber weniger lokal auf dem Gerät abgelegt sein, sondern über die verschiedenen Cloud-Dienste bereitgestellt werden.

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