Test: HP Pavilion dv6-6110sg (3/4)

AMDs „Llano“ im ersten Serientest
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Display

Beim Display präsentiert HP eine selbst für diese Preisklasse nur unterdurchschnittliche Leistung. Zwar sind 1.366 × 768 Pixel bei einer Diagonalen von 15,6 Zoll in der (unteren) Mittelklasse durchaus üblich, für viele Einsatzgebiete wäre eine höhere Auflösung aber wesentlich besser. Zumal die Bildpunktdichte von 100 ppi die untere Grenze dessen darstellt, was von den meisten Nutzern als akzeptabel bezeichnet wird. Je nach Hintergrund sind hier einzelne Pixel problemlos erkennbar.

HP Pavilion dv6-6110sg
HP Pavilion dv6-6110sg

Wirklich unzureichend ist aber die maximale Helligkeit. Diese beträgt 232 Candela pro Quadratmeter, was den Einsatz in hellen Umgebungen nicht erleichtert. Denn durch die stark spiegelnde Oberfläche reicht selbst die im Wohnzimmer übliche Beleuchtung, um aus der Anzeige den sprichwörtlichen Spiegel zu machen.

HP Pavilion dv6-6110sg
HP Pavilion dv6-6110sg

Davon abgesehen wird das (wenige) Licht immerhin recht gleichmäßig verteilt. Einzig in den beiden unteren Ecken fehlt ein wenig Helligkeit, über den gesamten Bildschirm verteilt liegt die Homogenität bei 84 Prozent. Beim Kontrast wartet das Display mit einem Wert von 260:1 auf, was leider in dieser Preisklasse fast schon üblich ist. Bei den Blickwinkeln besteht ebenfalls Verbesserungsbedarf: Während in der Vertikalen ausreichend große Winkel möglich sind, bevor die Darstellung verfälscht wird, ist dieser Bereich in der Horizontalen stark eingeschränkt.

Homogenität
Homogenität

Tastatur und Touchpad

Ebenso wichtig wie eine gute Anzeige sind aber auch überzeugende Eingabegeräte in Form von Tastatur und Touchpad. Leider gibt es auch hier wenig Licht und viel Schatten. In Bezug auf die Tastatur bedeutet dies, dass alle Tasten zwar eine angenehm griffige Oberfläche besitzen, ein präziser und vor allem gleichmäßiger Anschlag aber nicht vorhanden ist. Je nach Größe der Taste variiert der Widerstand zwischen sehr schwammig und nicht vorhanden. Und auch beim Hub sind leichte Unterschiede feststellbar. In Summe ist das Schreibgefühl also eher unterdurchschnittlich, das Schreiben langer Texte wird so unnötig unkomfortabel. Ein absoluter Fauxpas: Im rechten Bereich gibt die Tastatur schon bei leichtem Druck deutlich nach.

HP Pavilion dv6-6110sg
HP Pavilion dv6-6110sg

Erste Auffälligkeit beim Touchpad ist sicherlich die weiße Beleuchtung des Rahmens. Dabei dürfte es sich aber eher um ein optisches Gimmick handeln, ein wirklich praktischer Nutzen war nicht feststellbar. Etwas anders sieht es beim verbauten Helligkeitssensor aus. Dieser soll dafür sorgen, dass keine ungewollten Eingaben vorgenommen werden. In der Praxis wird so das Eingabefeld deaktiviert, sobald der Sensor beispielsweise durch den linken Arm verdunkelt wird. Hier scheint aber noch etwas Feinschliff notwendig zu sein, nicht immer funktionierte die Abschaltung zuverlässig.

Touchpad: Gute Gleiteigenschaften, schlechte Erkennung von Multitouch-Gesten
Touchpad: Gute Gleiteigenschaften, schlechte Erkennung von Multitouch-Gesten

Gleiches gilt auch für die Erfassung von Gesten. Während es bei der Steuerung mit einem Finger keine Probleme gibt, müssen Multitouch-Gesten häufig mehrfach angesetzt werden. Immerhin überzeugt die Oberfläche des Touchpads durch gute Gleiteigenschaften.

Design und Verarbeitung

Beim Design setzt HP auf eine Mischung aus kühler Eleganz und einige Retro-Elementen. Ersteres äußert sich in erster Linie durch die Verwendung von Aluminium an Deckel und Handballenablage. Der dadurch erweckte Anschein einer gewissen Robustheit passt gut zu den Maßen des Notebooks. Das restliche Gehäuse ist von schwarzem Kunststoff geprägt, im Bereich der Tastatur und neben dem Display in Klavierlackoptik gehalten. Dies sorgt natürlich schnell für Fingerabdrücke, aber auch andere Verschmutzungen sind schnell vorhanden und leider nur schwer wieder zu entfernen.

HP Pavilion dv6-6110sg: Formvollendetes „Hinterteil“
HP Pavilion dv6-6110sg: Formvollendetes „Hinterteil“

Für eine optische Auflockerung sorgen die bereits angesprochenen Retro-Elemente. Dazu gehört unter anderem das im Betrieb von hinten beleuchtete HP-Logo im Deckel, aber auch der „Hewlett-Packard“-Schriftzug auf der Rückseite des Gehäuses. Aber auch der Schwungvoll Abschluss der Rückseite sowie der „Bürzel“ des Deckels erinnern stark an das Design der 50er- und 60er-Jahre, was für eine gewissen Eigenständigkeit der Optik sorgt.

HP Pavilion dv6-6110sg
HP Pavilion dv6-6110sg

Leider kann die Verarbeitung aber nicht das halten, was die optische Gestaltung verspricht. Denn neben der bereits erwähnten Schwäche in Bezug auf die Tastatur gibt es auch andere Schwachpunkte. Dazu gehören unter anderem die Display-Scharniere, die die Anzeige zwar sicher an Ort und Stelle halten, aber leider nicht ganz bündig am Gehäuse platziert sind. Und auch am Übergang zwischen oberer und unterer Gehäusehälfte zeigen sich in Form von kleineren Graten Verarbeitungsschwächen. Größte Schwäche ist aber die unzureichende Verwindungssteife. Selbst mir nur mäßigem Krafteinsatz kann dem Gehäuse ein Knarzen entlockt werden.

HP Pavilion dv6-6110sg
HP Pavilion dv6-6110sg
HP Pavilion dv6-6110sg

Optionen

Verschiedene Konfigurationen im eigentlichen Sinne gibt es im Falle des Pavilion dv6-6110sg nicht. Soll es ein Gerät mit „Llano“-APU des US-amerikanischen Herstellers sein, stehen alternativ diverse Notebooks der Probook-Serie zur Auswahl. Will man hingegen das Gehäuse des Testgerätes mit anderer Technik haben, stehen verschiedene Prozessoren der ersten und zweiten Intel-Core-Generation zur Verfügung.