ARM stellt den Cortex-A7-Kern vor

Die britische Prozessorschmiede ARM hat eine neue, sparsame CPU für preiswerte Smartphones vorgestellt. Der Cortex-A7-Prozessorkern soll dabei laut eigenen Angaben der effizienteste aus dem Hause ARM sein und das Model Cortex-A8 um den Faktor fünf übertreffen.

Mit tiefergehenden Informationen hat sich das Unternehmen bislang zurückgehalten. Bekannt ist, dass der neue Kern in 28 Nanometer Strukturbreite gefertigt und ein Fläche von 0,45 Quadratmillimetern aufweisen wird. Die maximale Taktrate soll oberhalb von einem Gigahertz liegen. Jeder Cortex-A7 verfügt über einen 32 Kilobyte großen Level-1-Cache und innerhalb einer CPU sind maximal vier solcher Kerne möglich.

Effizienz
Effizienz

Dazu kommen diverse Funktionen wie unter anderem die „Neon“-Technik, die beim Kodieren und Enkodieren von Video- und Audioinhalten helfen soll. Dank Large Physical Address Extensions (PAE) wird bis zu ein Terabyte Speicher unterstützt. Der integrierte Level-2-Cache-Controller kann bis zu vier Megabyte verwalten, die Größe des Zwischenspeichers hängt jedoch vom jeweiligen SoC ab.

Aufbau des Cortex-A7
Aufbau des Cortex-A7

Ein weiteres Highlight dürfte die „big.LITTLE-Processing“-Technik sein, die an Nvidias Tegra 3 erinnert. Dabei handelt es sich um die Kombination unterschiedlicher Prozessoren innerhalb eines SoCs. Laut ARM ist zum Beispiel das Zusammenspiel zwischen Cortex-A7 und Cortex-A15 möglich. In einer solchen Konstellation wäre die neue CPU allein für das Betriebssystem sowie die rudimentären Aufgaben wie beispielsweise das Synchronisieren von Daten im Hintergrund zuständig. Das schnellere Pendant käme dann bei anspruchsvollen Aufgaben zum Einsatz. Durch diese Lösung verspricht sich ARM eine deutlich gesteigerte Effizienz – das heißt eine bis zu 70 Prozent höhere Akkulaufzeit – und geringere Kosten bei Multi-Core-SoCs. Das Betriebssystem selbst hat dabei mit dem Verteilen der einzelnen Aufgaben nichts zu tun, eine Optimierung ist so nicht notwendig.

big.LITTLE Processing
big.LITTLE Processing

Die ersten Geräte auf Basis von ARM-A7-CPUs werden für Ende 2012 erwartet, vornehmlich in Smartphones unterhalb von 100 US-Dollar. Diese sollen dann eine Leistung erreichen, die im vergangenen Jahr noch Geräten oberhalb von 500 US-Dollar vorbehalten war. Nach eigenen Angaben haben zum jetzigen Zeitpunkt unter anderem Samsung, LG, Texas Instruments und ST Ericsson die notwendigen Lizenzen erworben.

big.LITTLE Processing
big.LITTLE Processing