Test: Lenovo ThinkPad Tablet (2/6)

Ein Tablet für's Büro
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ThinkPad Tablet im Überblick

Design & Verarbeitung

Betrachtet man das ThinkPad Tablet, so fällt auf, dass das Design offenkundig hier nicht der alles entscheidende Aspekt war. Mit seinen Abmessungen von 260 x 181 x 14 Millimetern ist es weder besonders schlank noch kompakt. Gut, dramatisch sind die Abmessungen auf dem Datenblatt nicht, doch wenn man das Gerät in die Hand nimmt, erweisen sich diese als etwas schwerfällig, vor allem im Vergleich zu „Flundern“ wie dem Apple iPad 2. Die Bauhöhe kommt allerdings nicht von ungefähr: Neben „kleinen“ Anschlüssen wie microUSB verfügt das Lenovo ThinkPad Tablet über einen vollwertigen USB-Port. Dadurch ist eine gewisse Höhe bereits vorprogrammiert.

Lenovo ThinkPad Tablet: Die suboptimalen Knöpfe an der Seite
Lenovo ThinkPad Tablet: Die suboptimalen Knöpfe an der Seite

Doch auch das Gewicht von 715 Gramm zieht den Karren nicht mehr wirklich aus dem Dreck beziehungsweise das ThinkPad aus der Affäre. Bei anhaltender Verwendung auf dem Arm oder längeren Tragezeiten dürfte man es alsbald zur Seite legen wollen.

Das Tablet besteht fast vollkommen aus Kunststoff. Die Rückseite ist gummiert und durch die abgerundeten Ecken ergonomisch gestaltet. Die Spaltmaße sind überall gleichmäßig und bieten keinen Grund zur Kritik. Anders sieht es jedoch bei den Knöpfen aus: Diese sind am Rand platziert, ebenfalls aus Kunststoff und in Klavierlack gehalten. Die Einarbeitung in das Gehäuse ist dem Hersteller nicht tadellos gelungen. Einerseits sorgt das für kritikwürdige, ungleichmäßige Druckpunkte, andererseits wirken die Knöpfe weder stabil noch wertig.

Die Bauhöhe ist fast doppelt so hoch wie beim iPad 2
Die Bauhöhe ist fast doppelt so hoch wie beim iPad 2

Es stellt sich die Frage, warum der Hersteller überhaupt auf Hardware-Knöpfe setzt, obwohl der Wegfall von Knöpfen zur Steuerung von Android Honeycomb doch gerade wegen der großen Tablet-Displays eingeführt wurde. Lenovo reiht sich damit auch als erster Hersteller in die Liste der bekannten Tabletfabrikanten ein, die bei Android 3.x noch Hardware-Knöpfe für die Bedienung verbauen. Der Power-Knopf des Geräts fällt wesentlich kleiner aus als die Bedienknöpfe, lässt sich jedoch wesentlich sicherer und präziser bedienen.

An der restlichen Verarbeitung gibt es nicht viel auszusetzen. Der Schieber vor der USB-Schnittstelle geht sicher von der Hand und wirkt langlebig und auch die Abdeckung für das SIM-Karten-Fach weiß zu überzeugen.

Alles in allem gibt es einige vermeidbare Schwächen bei der Verarbeitung. Nutzer können die Schwächen der Knöpfe jedoch umgehen, in dem sie einfach auf die Steuerungstasten auf dem Touchscreen zurückgreifen.

Display

Beim Display setzt Lenovo auf ein 10,1 Zoll großes IPS-Display, das mit einem kratzfesten Gorilla-Glass der Firma Corning ausgerüstet ist. Die Auflösung liegt bei 1280 x 800 Pixeln. Die Vorteile der IPS-Technologie liegen bei einer gleichbleibenden Farbdarstellung selbst bei stark veränderten Blickwinkeln. In dem Punkt konnte auch das Lenovo ThinkPad überzeugen.

Die Farben werden nicht übersättigt, sondern recht natürlich wiedergegeben. Manchen Nutzer dürften sie zu blass sein, doch je nach Helligkeitsstufe der Anzeige war die Farbwiedergabe nicht kritikwürdig. Die Auflösung kennt man bereits von anderen Android-Tablet wie dem Motorola Xoom. Auch hier ist diese vollkommen ausreichend und stellt Inhalte ausreichend scharf da.

Die Qualität des Bildschirms überzeugt, die Zuverlässigkeit weniger
Die Qualität des Bildschirms überzeugt, die Zuverlässigkeit weniger

Gesten mit mehreren Fingern wie „Pinch-to-zoom“ funktionieren problemlos. Was wir jedoch leider feststellen mussten, dass der Touchscreen manchmal nicht reagiert – so zum Beispiel beim Entsperren des Displays oder zwischendurch bei der Bedienung. Das Besondere am Bildschirm des ThinkPad Tablet ist ein integrierter Digitizer, wodurch man Eingaben per Stylus vornehmen kann. Dazu aber später mehr.

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