The Elder Scrolls V: Skyrim im Test: Freiheit für den Rollenspieler!

 9/9
Sasan Abdi (+1)
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Fazit

Die erste Feststellung in diesem Fazit kommt nicht umhin, sich mit den teils immensen, an „Skyrim“ gerichteten Erwartungen zu befassen, denn mit Blick auf diese lässt sich zunächst sagen: Auch hier ist längst nicht alles Gold, was glänzt.

Dementsprechend lassen sich auf sehr hohem Niveau durchaus Kritikpunkte finden. Die Haupthandlung fällt, flankiert von einem mauen Dialogsystem, eher dünn aus, das Kampfsystem wirkt ein wenig angestaubt und auch technisch bewegt sich der Titel auf einem guten, aber eben nicht wie prophezeit bahnbrechenden Niveau.

The Elder Scrolls V: Skyrim im Test

Trotz dieser Einschränkungen lautet die zweite Feststellung, dass es in diesem Jahr kaum ein Spiel gegeben hat, das uns mehr überzeugen konnte. In der Summe präsentiert sich „Skyrim“ als ungemein stimmiger Titel, dem es vor allem durch ein ebenso cleveres wie umfassendes Questdesign und eine authentische Umwelt gelingt, den Spieler binnen kürzester Zeit in seinen Bann zu ziehen.

Dabei muss man sich vor dem Hintergrund des erwähnten inhaltlichen Kritikpunktes darüber im Klaren sein, dass hier ein grundsätzlich anderer Ansatz verfolgt wird als beispielsweise bei der „Dragon Age“-Konkurrenz: Nicht eine dichte, hollywoodreife Haupthandlung samt eher enger Umgebung steht im Vordergrund, sondern die Erschaffung einer glaubwürdigen, eng verwobenen Spielwelt, die den Spieler bei größtmöglicher Freiheit zu exzessiven Erkundungstouren einlädt – ein Ansatz, der bis vor einigen Jahren für Rollenspiele nicht ungewöhnlich war, in der Gegenwart aber durchaus für Irritationen sorgen kann.

Akzeptiert man diesen etwas anderen Fokus und erfreut sich an der ungewohnten Freiheit, so kann die abschließende Empfehlung nur lauten: Wer gute PC-Spiele mag, kommt um „The Elder Scrolls V: Skyrim“ kaum herum.

Kopier- & Jugendschutz

„The Elder Scrolls V: Skyrim“ muss zu Beginn über Steam aktiviert werden und funktioniert auch danach als Spiel der Valve-Plattform nur in Verbindung mit dem entsprechenden Account. Dies hat zwar zum Vorteil, dass keine DVD im Laufwerk liegen muss und Patches automatisch und zeitnah aufgespielt werden; ein Wiederverkauf wird dadurch aber quasi unmöglich gemacht.

In Sachen Jugendschutz gilt es zu erwähnen, dass das Spiel von der USK die Einstufung „ab 16“ erhalten hat.

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Themen:
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Ergänzungen aus der Community

  • Gnasher 16.11.2011 12:27
    Mal davon abgesehen ist Skyrim in vielen Punkten ein nochmal runtergedummtes Oblivion, was seiner Zeit schon ein deutlich beschnittenes Morrowind war. Für Leute die nicht an der Hand gehalten und durchs Spiel geführt werden wollen ist es mal wieder ein Schlag ins Gesicht (Sprichwort: Radar). "Ichiji, post: 11010171
    Für PC Nutzer nicht, die können modden:

    Quelle: http://www.skyrimnexus.com/index.php


    Es gibt unzählige weitere Mods, die den Mond, Sonnenstrahlen, die Textureschärfe oder die Farbe von Rüstungen ändern und vieles mehr. Ein Blick lohnt sich!
  • Matze89 16.11.2011 12:49
    Ich freu mich, wenn ich es bald spielen werde.
    Drachen gehören aus meiner Sicht zu einem Rollenspiel wie Bier zum Fußball schauen. Endlich sind die Gebiete zudem abwechslungsreicher.
  • Anonymous 16.11.2011 13:01
    Dieses Spiel erinnert mich seit Längerem wieder daran, warum ich manche Titel einfach gerne kaufe und gebannt Spiele.

    So vereinnahmt hat mich eine Intro-Sequenze schon lange nicht mehr, konnte mich nicht satt sehen und hören.:)

    Ein schönes Trostpflästerchen für Drakensang 3, das wohl nicht so schnell erscheinen wird. - Der Vergleich dürfte hinken, aber ich liebe nunmal Spiele, die mit Liebe gebacken wurden.

    Da verzeihe ich auch den Lapsus von den Konsolen als "Leading Plattform". - Mit einem nicht so flotten Rechner kann ich Skyrim auf nahezu höchsten Details Spielen, und es sieht meist sehr annehmbar aus.

    Und Steam, nun ja, ist jetzt so. - Den Erfolg des Spiels wird es nicht bremsen.
  • dahum 16.11.2011 15:10
    Ich bin noch ganz am Anfang, aber bisher stellt sich bei mir keine Atmosphäre ein. Der Einstieg war sehr gut, aber nun langweile ich mich in einer doch recht sterilen Welt mit so öden wie konsequenzenlosen Nebenaufträgen herum, die lächerliche Belohnungen abwerfen. Bin ewig durch die leere Landschaft gelaufen und habe nichts nennenswertes entdeckt (oh, eine Hütte mit einer Frau drin :o)

    Das Kampfsystem wie die Gegner bietet keine Herausforderung, im Notfall läuft man einfach weg oder stellt sich auf einen Stein und sieht zu, wie die K.I. sinnlose Dauerläufe macht.

    Von den Levelaufstiegen merke ich irgendwie gar nichts, 15 Level in Einhandwaffen aufgestiegen, na und?

    Die Aktivitäten scheinen alle Selbstzweck zu sein, ich jage und baue in unendlich drögen Animationen Erz ab um zu schmelzen und zu schmieden um mehr Punkte im Schmieden zu kriegen, die ich brauche um mehr schmieden zu können, auch wenn das Endprodukt nutzloser Plunder ist. Ich sammle Schmetterlinge und Glühwürmchen für Alchemie, die nicht funktioniert und die ich nicht brauche. Bis ich ein Level erreiche, wo ich mal was sinnvolles basteln könnte, habe ich so viel Zeit und Geld investiert, dass ich mir das ganze auch einfach beim Händler kaufen kann.

    Dazu habe ich jede Menge Questbugs, Grafikbugs, Performancebugs (alle 10 min halbiert sich die Framerate), ich jage durchsichtige Tiere mit durch die Gegend beamenden Begleitern bei 20fps...

    Wie gesagt, das sind nur die ersten 6h, aber viel Lust zum Weitermachen hab ich bisher nicht.
  • Anonymous 16.11.2011 17:03
    Jaja Grafik... Grafik Grafik Hilfe 11111 Einseinself!! Einige hier tun mir echt nur noch leid. Da kommt mal ein Bombast-Monstrum nach Jahren auf den Markt, nach all den kleinen Schlauchlevelchen mit ihrer nichtmal 20h Spielzeit wo man mit dicken Markern straight durchs Spiel gezogen wird und hier wird nur geflennt und gemotzt? Wirklich armselig manchmal.

    Allein die Dungeons oder die lebendige Tierwelt, die Reaktionen der NPCs (man reagiert drauf wenn man nackt ist zb.), der ganze Aufbau der Welt (alles andere als leer, sry dummes Gewäsch) und die vielen vielen kleinen Details, all das entgeht einem weil man nur noch motzen gewohnt ist, lieber auf Texturenjagd ist und lieber Spiele von Anno 1800 als Vergleich heranzieht. Traurig sowas, wirklich :freak:

    Man muss ja kein TES-Fan sein, aber so brauchts auch keine unsinnigen Vergleiche. Allen anderen empfehle ich dann lieber Hack'n'Slay.. da habt ihr ne volle Karte mit Gegnern und dicken Effekten und kleinen nicht überfordernden Levelchen.

    Un dzu allem Geweine wird dann noch bemängelt das Bethesda ein Modkit zur Verfügung stellt, aus reiner Kulanz weil die PC Verkäufe eh nicht entscheidend sind und dann wird gekaspert, das die Comm es wieder richten muss? Ich glaub es hackt!!
  • Elvis 16.11.2011 17:07
    +1
    Das Interface ist für Maus+Tastatur wirklich grauenvoll. Kann ich echt nicht nachvollziehen, wie man seine wichtigste Community so vernachlässigen kann.
    "Konti, post: 11010548
    Man muss leider mal in der Realität ankommen ... die PC Community ist nicht die wichtigste Community für Bethesda (genau wie für viele andere Multiplatformentwickler).

    Das sind halt derzeit die Konsolen ... Skyrim hat in den ersten 2 Tagen 3,4 millionen Einheiten verkauft und davon sind nur 14% für den PC weggegangen. Steam & Konsorten sind zwar in der Rechnung mangels verlässlicher Zahlen nicht enthalten, aber selbst wenn da nochmal 500.000 Einheiten dazukommen liegen die Konsolenverkäufe bei 70% oder mehr.

    Anyway, ich kann trotzdem nicht verstehen das man wenigstens ein bisschen Grips reinsteckt und ansatzweise die Menüführung angefasst hat. Wobei ich nach etwas eingewöhnung damit zurecht komme.

    Das Game an sich ist meiner Meinung nach sehr gut geworden und zieht stark :D Mit den Mods aus dem Skyrim Mod Thread siehts richtig gut aus !!
  • BlackWidowmaker 16.11.2011 19:45
    Hallo @ all,

    ich persönlich hielt RPGs für dumpfsinnig, bis ich aus purer Langeweile Oblivion zockte. 1000 Spielstunden+ war das Ergebnis, nun bin ich ein totaler RPG Fan. Auch Fallout hat mich mehr als 1000h gefesselt, FNV auch schon viele hundert Stunden. Will heißen ein echter hardcore Bethesda-RPG-Fan, mit Modding Engagement.

    Soviel vorweg: Skyrim ist nach ca. 40h und auf Lvl 36 einfach atemberaubend. Grafisch einfach die Bombe schlechthin, nicht weil sie auf technisch hohem Niveau ist, sondern weil sie so stimmig ist, wie bei sonst keinem anderen Spiel. Nehmen wir das ach so tolle BF3. Schon in der aller ersten Minute wenn man nach rechts in den Marktstand abbiegt, begegnet man einer Apfelkiste, die einfach ein Quader ist. Die ganzen Äpfel werden von einer einzigen Textur dargestellt, das ganze wirkt so realistisch wie Pong. Die ganze Effekt-Hascherei wird nur bei Waffen etc angewendet, die Lichteffekte sind nur da um den Spieler in der Sicht zu behindern, damit die nicht vorhandene KI nicht sofort ins Auge fällt.
    Positives

    Realismus: Dagegen ist die Welt von Skyrim das realistische Spielgefühl überhaupt. Da rennt man eine Burgruine entlang, merkt in letzter Sekunde, daß man an einen tiefen Abgrund steht, hält gerade noch an der Kante an,... und kriegt ein richtigen Schub von Höhenangst den man wirklich im Magen spürt, wie wenn man tatsächlich an einem Abgrund ohne Geländer steht und man am liebsten auf die Knie geht vor Höhenangst. Das nenne ich Realismus pur.

    Die Grafik: Mit Sicherheit technisch nicht auf Höhe der Zeit. Wenn man genau hinschaut. Doch das tut man höchstens ein paar Stunden. Danach ist man nur noch von der Stimmigkeit und der malerischen Schönheit überwältigt. Sagenumwobene Sonnenaufgänge, schaurig kalte Nordlichteffekte, malerische Nächte die von zwei riesigen Monden erhellt werden, gänsehauterzeugende Schneestürme die einem sich einen heißen Tee wünschen lassen, obwohl man Tee eigentlich haßt.:p Gekrönt von der Weitsicht wenn man einen Berg erklimmt.

    Die Welt: Sie lebt und bewegt sich wo man nur hinschaut. In den Flüssen leben Lachse, sie springen Stromschnellen hoch. OK Du denkst nichts besonderes, doch man kann sie fangen und mit hilfe von Salz zu Nahrung verarbeiten, und dann sind sie auch weg (bis die entsprechende Welt-Zelle neu geladen wird), weil einmalig und nicht gescriptet. In den Tälern fliegen Schmetterlinge oder nachts Glühwürmchen, die man ebenfalls fangen und zu alchemistischen Zutaten verarbeiten kann - als meine Frau das sah war sie höchst empört, verlangte von mir das gefälligst sein zu lassen. Einfach alles läßt sich zu irgendetwas verarbeiten. Man tötet einen Wolf oder einen Hirsch, verarbeitet das Fell zu Leder und Lederstreifen. Erz wird geschürft zu Eisen, Stahl u.ä. geschmolzen. Leder und Metalle werden dann zu Waffen und Rüstungen verarbeitet. Und fast alles läßt sich bewegen oder bewegt sich. Die Zweige im Wind, man selbst wird von Strömung im Fluß mitbewegt, Leichen fallen Berghänge runter, Pfeile vom Gegner die nicht treffen landen neben dir und können aufgesammelt werden (Geheimtipp um an teure Pfeile kostenlos zu kommen: Vor einer Mauer o.ä. rechts-links strafen und sich endlos von einem Bogenschützen beschießen lassen. Ein Elfenpfeil kostet Unsummen.)

    Umfang/Quests: Endlos, bin schon auf Level 36, hab aber maximal 10% der Welt gesehen. Werden gewiß wieder 1000h+ werden, um absolut alles mal gesehen zu haben. Die Hauptquest kenne ich eigentlich fast gar nicht, eine endlose Liste, bisher nicht erledigte Nebenquests stehen im Journal. Weiß gar nicht wo ich wirklich was machen soll, ist mir aber auch egal. Ich treibe wie ein Blatt im Wind, bin in einer Sache mittendrin, plötzlich werde ich von einer anderen Sache angezogen und lasse mich davon ablenken. Einfach nur durch die Gegend zu streifen macht unendlich Spaß, wird nur von dem viel zu hohem Gewicht einzelner Sachen begrenzt, das einen ständig zur Rückreise zwingt.

    Sound: Einfach stimmige Untermalung, schon der Paukenschlag beim Spielstart ist ein Erlebnis. Die Musik ist auf einem sehr hohen Qualitätsniveau und sehr passend zu Setting. Die Geräuschuntermalung von Effekten oder z.B. dem Schmieden und Schürfen klingt realistisch.


    Negatives

    Bedienung: Einfach nur unterirdisch schlecht, schlichtweg katastrophal. Einzelne Menüobjekte können nur mit der Maus bedient werden, andere wiederum nur von der Tastatur. Die Zuordnung scheint beinahe als mutwillige Nötigung des Users, denn als Ergebnis logischen Denkens. Vor allem katastrophal: Nicht alle im Spiel genutzten Tasten können zugeordnet werden und Tasten ändern innerhalb einer einzigen Menüfolge ihre Bedeutung. Fehlbedienung ist daher selbst nach 40h eher die Regel denn eine Ausnahme.

    Unterschiedliche Menüs die unterschiedliche Sachen zulassen aber nicht gleich bedient werden. Im Inventarmenü kann ich zwar einen Zauber oder Waffe auswählen, doch nicht richtig der rechten/linken Hand zuordnen. Dazu muß man das Teil erst den Favoriten zufügen, dann aus dem Inventarmenü raus, ins Schnellzugriffmenü rein und dort auswählen und zuordnen. Umgekehrt kann ich im Schnellzugriffsmenü keine magische Waffe aufladen, dafür muß ich wieder umständlich ins Inventarmenü rein, usw, usf.

    Abgerundet wird das Ganze durch einerseits völlig unnötige Bestätigungsdialoge für jeden unwichtigen Scheiß, andererseits fehlen an wichtigen Punkten Einstellungsdialoge gänzlich. So kann ich wenn ich 30 Erz im Inventar haben nicht alle auf einmal zu Eisen schmelzen, sondern muß 15x drei unterschiedliche Tasten in Folge drücken. Wenn ich einem Bauer Weizen oder Kohl verkaufen will, dann nur meinen ganzen Bestand, eine Teilmenge geht nicht.

    In Summe kann man sagen, daß Sammler & Jäger Typen wie ich 50% der Spielzeit in den scheiß Dialogen verplempern. Wenn das Spiel ansonst nicht so herausragend wäre, könnte dies einem jeden Spielspaß verderben. Wie kann man ein so tolles Spiel mit einer so, aus programmiertechnissen Sicht, ungenügenden Bedienung ausstatten.

    Eine Mod wird hierfür die allererste Pflicht für dieses Spiel werden!

    Balancing: Ein Wechselbad der Gefühle. Was z.B. Gewichte angeht eine einfache Katastrophe. Je nach Gegenstand hat das Ergebnis ein viel höheres oder niedrigeres Gewicht als die Summe seiner Komponenten. Noch schlimmer die Preise. Komponenten die ich am Anfang nur kaufen kann, haben ein relativ höheren Preis als die jeweiligen Endprodukte. Also so einfach nur durch Schmieden oder Alchemie Geld verdienen am Anfang ist nicht möglich. Erst in viel höheren Regionen wird Schmieden lukrativ. Doch wenn man Schmieden auf 80-100 hat, hat man es nicht mehr nötig damit Geld zu verdienen. Wer also wie ich viel Wert aufs Schmieden legt, muß sehr viel Geld investieren, es ist ein reines Verlustgeschäft.

    Alchemie dagegen ist interessanter im Detail, da man die Wirkung durch methodisches Ausprobieren entdecken muß. Sehr gelungen und macht viel Spaß wenn man Geduld und Spaß am Tüfteln hat. Die Freude wird aber durch miserables Preis- und Gewichtsbalancing getrübt. Im Gegensatz zu Oblivion wiegen alle Tränke 0,5(kg?), viel zu viel mMn, auch wenn ihre Komponenten kaum etwas wiegen. Dann cheatet die Engine noch gegen den Spieler: Tränke oder Seelensteine mit gleichen Werten haben unterschiedliche besser gesagt viel niedrigere Preise wenn sie selbst erstellt sind. Wenn ich also einen gefüllten Seelenstein verkaufen will, dann erbringt er z.B. 100 wenn ich ihn gefüllt gekauft habe, aber nur 10 wenn ich ihn leer gekauft und dann selbst gefüllt habe.

    Gestohlene Gegenstände behalten den "gestohlen"-Status auch wenn man sie durchs Schmieden aufwertet oder verzaubert. Für viele Hardcorler sicher begrüßungswert. War in Oblivion ein beliebter Trick fürs schnelle Geld.

    Insgesamt wird das Schmieden und zumindest am Anfang auch Alchemie durch das Balancing wenn nicht zerstört dann doch ziemlich unatraktiv gemacht.


    KI/Kämpfe: Wer Oblivion und Fallout kennt, kann auch in Skyrim NPCs und Kreauturen aufs Beliebige austricksen. Drachen sind beinahe harmlos, wenn man einmal begrifen hat wie sie "funktionieren". Einmal TLC und kurz mitgeflogen, schon sind sie entzaubert. Schwierigkeiten erwachsen nur durch das miserable Balancing. Was Begleiter anbelangt finde ich Fallout besser, da kann man sie auf aggresiv/neutral/passiv, Fernkampf/Nahkampf usw. einstellen. Wenn man sie als schleichender Fernkampfdieb nur als Packessel mitschleppt können sie sehr lästig werden, wenn sie immer wieder den Schleichangriffsbonus zunichte machen.

    Leveln: Insgesamt viel einfacher gestaltet. Das mag man je nach Spielertyp begrüßen oder verteufeln. Insgesamt muß ich mich nicht wie bei Oblivion stark zurückhalten oder nur strategisch Fertigkeiten einsetzten um ja nicht falsche Sachen aufzuwerten. Aber ich glaube irgendwie schwerer wenn warscheinlich überhaupt möglich einen 100% Character wie in Oblivion zu erschaffen. Bin Lvl 36, Schmied auf 100, Schleichen 70, Schütze 60, Handel 50, sonst kaum über 25. Kreaturen/Drachen sind kein Problem NPCs dagegen tödlich bis unüberwindbar. Scheinbar leveln diese mit, im Gegensatz zu Kreaturen. Da diese aber im Gegensatz zu mir nur Kapffertigkeiten trainieren, hab ich z.Z. absolut keine Chance mehr im Infight. Mußte teilweise 10 mal neuladen und eine halbe Stunde kämpfen um einen Meistermagier (kein Endboß) zu überleben. Und das mit kompletter Drachenrüstung und verzauberte Daedra-Waffen.

    Um den Sternenhimmel voll zu kriegen wird man wohl Level 100 oder so erreichen müssen, kA hab nicht gezählt. Wo ist eigentlich die Levelgrenze? Warscheinlich wird man für einen 100% Charakter alle DLCs die da noch kommen werden brauchen.

    Bugs: Endlos viele. Kaum eine Minute wo mir keiner begegnet. Aber nicht so schlimm, abgesehen von einer Reihe von Abstürzen. Auf keinen Fall so massiv und katastrophal wie bei Gothic 3. Ist auch kein Wunder bei dem Umfang und Komplezität. Story-Bugs scheint es auch zu geben, ein paar Scriptauslöser scheinen sich da ab und zu zu verlaufen. Fällt aber meist nur auf, wenn man das System inwendig wie ich sehr gut kennt. Ich sprech dabei nicht von Grafik-Bugs, die spielen mMn keine Rolle bei so einem Spiel. Viele dieser Bugs sind schlicht ein Resultat der völligen Freiheit des Spielers. So kann es passieren, daß es zu einer Interaktion mit einem Questziel kommt, noch bevor die Quest startet. Das Ergebnis ist dann teilweise merkwürdig bis nicht nachvollziehbar. Aber wirklich ein so katastrophaler Bug wie den Animation-Bug unter Oblivion (hat mir nach 250h meinen Nehrim-Spielstand vernichtet) ist mir noch nicht begegnet.

    Modding: Das Creation Kit ist noch nicht fertig. Also genau das, was benötigt wird um aus einem sehr gutem Spiel ein einmalig herausragendes zu machen. Das ist verzeihlich, wenn auch nervig. Bethesda hätte jedoch wenigstens eine Liste aller Reference-IDs veröffentlichen können um schon mal etwas "arbeiten" zu können.:rolleyes: Eine Katastrophe dagegen: Ingame-Modding wie zu Oblivionzeiten scheint nicht mehr zu funktionieren, obwohl die Befehlsbasis die gleiche zu sein scheint.

    Beispiel: Ich kauf mir Ausstattung für mein neues Heim und es fehlt was oder steht ständig im Weg. Z.B. ein Stuhl der zwischen Tür und Schrank steht, an dem ich immer hängenbleibe. Die einfache Lösung unter Oblivion: Befehlmodus starten, Objekt (Stuhl) auswählen, "getpos z" anwenden um die vertikale Position zu erfragen, schließlich "setpos z (erfragter Wert -100)" anwenden um den Stuhl im Boden verschwinden zu lassen. Oder mit Hilfe von "setpos x, setpos y und setpos z" einen bestehenden Schrank dorthin zu plazieren wo man ihn gerne hätte. Versucht man das unter Skyrim gibt es immer wieder die gleiche Fehlermeldung: "Can not move Object" o.s.ä. Ich befürchte schlimmes, hoffentlich kann man da noch was machen.

    Zudem scheinen Aliase nicht mehr Verwendung zu finden. Lediglich die System-ID (8-Stellige Hex-Nummer) wird angezeigt, selbst bei NPCs mit Namen, wenn man im Befehlsmodus etwas anclickt. Da funktioniert also ein "player.moveto NPC-Name" oder "player.placeatme NPC-Name" nur unter Angabe der entprechenden Reference-ID anstatt mit dem Klarnamen. Ein Rückschritt in der Programmierung wie ich finde.

    Sound: Unterstüzt weder EAX noch 7.1. Das mit EAX ist so eine Sache, an der nur Creativ-Kunden was davon haben wenn überhaupt. Aber kein 7.1? Ich hoffe sehr, daß da noch was kommt, ein ziemlicher Fauxpas in dieser Klasse.


    Fazit: Insgesamt ist Skyrim wie zu erwarten war das beste Spiel seit Jahren, schlägt im ersten Eindruck auch New Vegas. Egal was man vom Spielprinzip hält, wirklich herausragend ist es im P/L-Verhältnis. So viel Spiel kriegt man bei keinem anderen Spiel, ja nicht mal annähernd. Selbst ein GTA-IV kommt maximal auf 10% vom Umfang, nimmt man die gewaltige und fleißige Mod-Community in die Überlegung mit rein. Wenn man andere Vollpreis-Spiele vergleicht dürften sie also maximal 3-5€ kosten um mithalten zu können.

    Skyrim ist bei weitem nicht perfekt, teilweise völlig verbugt bis katastrophal schlecht in manchen Dingen. Doch eines ist jetzt schon sicher: Dies wird nicht so bleiben. Eine riesige Fangemeinde wartet schon ungeduldig in den Startlöchern darauf, das Spiel dahin zu ergänzen wo es noch Mängel hat. Ich persönlich werde erst mal eine Mod schreiben, die Waffen und Ausrüstung der Begleiter dem Spieler zugänglich macht. Damit man sie mit neuer Ausrüstung austatten kann und sie nicht das zusätzliche Gewicht der abgelegten alten mittragen müssen. Dann noch eine Gewichtsreduzierungsmod für Tränke,schwarze Elfen-Ausrüstung,...

    Wenn jemals ein Spiel es wert war gekauft zu werden, dann Skyrim.