Analysten überrascht

Nokia soll mehr als eine Mio. Lumias ausgeliefert haben

Zwei Monate nach dem Verkaufsstart der Lumia-Smartphones auf Basis von Windows Phone 7 haben 22 Analysten auf Nachfrage von Bloomberg die Absatzzahlen errechnet und geschätzt. Das Ergebnis: Im Schnitt sollen die Finnen etwa 1,3 Millionen Exemplare ausgeliefert haben.

Dabei reicht die Spanne der Antworten von 800.000 bis zwei Millionen. In Summe zeigten sich verschiedene Branchenkenner überrascht ob der guten Zahl. Es sei ein guter Start für Nokia, wichtig sei aber, weiter zuzulegen. Dafür müsse allerdings noch einiges geschehen, so FIM-Bank-Analyst Michael Schröder. In erster Linie müsse Nokia günstigere Modelle zwischen 200 und 300 Euro auf den Markt bringen, um den rückläufigen Verkauf von Symbian-Geräten zu kompensieren.

Insbesondere das Lumia 800 wird von vielen als zu teuer bezeichnet, da es angesichts der direkten Konkurrenz zu wenig für einen ähnlichen Preis bieten soll. Zudem habe auch die Preisreduzierung einiger Anbieter einen nicht zu verachtenden Einfluss gehabt, unter anderem wird hier Apple genannt.

Dennoch wird vermutet, dass Nokia auf Anhieb zu einem der größten Anbieter von Windows-Phone-7-Geräten geworden ist. Allerdings soll das Unternehmen dabei auch von der Schwäche anderer Hersteller profitiert haben. Nach Einschätzung von Lee Simpson, Analyst bei Jefferies International in London, haben insbesondere die unattraktiven Produktportfolios bei HTC, Research in Motion, Sony Ericsson und Motorola geholfen.

Allerdings sollen die tatsächlichen Verkäufe an Verbraucher deutlich von den Absatzzahlen abweichen. Vielerorts seien weder das Lumia 710 noch das Lumia 800 ausverkauft. Für das erste Quartal 2012 rechnet man mit etwa 3,2 Millionen abgesetzten Lumias, bedingt unter anderem durch den Start in zahlreichen asiatischen Märkten.

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