„Medfield“ für Low- und High-End-Geräte

Neue Smartphone-SoCs von Intel vorgestellt

Nachdem Intel auf der CES 2012 den ersten „Medfield“-SoC namens Atom Z2460 präsentierte, soll die junge Smartphone-Plattform des Halbleitergiganten um neue Modelle erweitert werden. Die Spitze wird der Z2580 mit zwei Kernen übernehmen, während der niedrig getaktete Z2000 den Einstieg darstellt.

Während erste Smartphones mit Atom Z2460 noch in der ersten Hälfte dieses Jahres erscheinen sollen, werden die Modelle Z2580 und Z2000 jedoch voraussichtlich erst Anfang 2013 in Endprodukten zu finden sein. Intel kündigt zudem Verbesserungen des Z2460 in Sachen Leistung und Energieeffizienz an, wobei SoCs auf dessen Basis nun bis zu 2 GHz erreichen sollen, während zunächst nur von 1,6 GHz die Rede war. Offenbar lassen Optimierungen des 32-nm-Herstellungsverfahrens dies nun zu. Anandtech berichtet allerdings, dass es sich bei den 2 GHz um die Turbofrequenz handelt, während der Standardtakt bei 1,3 GHz liegen soll.

Der Atom Z2580 soll dank eines zweiten Kerns, Taktraten von 1,3 bis 2,0 GHz und potenterer Grafikeinheit die Leistung des Z2460 „verdoppeln“ (laut Intel). Dank Hyper-Threading stehen vier Threads zur Verfügung, statt der PowerVR SGX 540-Grafik des Z2460 und Z2000 soll eine Grafiklösung namens SGX 544MP2 aus gleichem Hause Verwendung finden, die zudem deutlich höher taktet. Sie soll laut Anandtech der in Apples A5-SoC (beispielsweise im iPhone 4S zu finden) eingesetzten Grafiklösung (SGX 543) ähneln, jedoch sei demgegenüber ungefähr eine Verdoppelung der (Shader-)Rechenleistung zu erwarten. Der Mobilfunkchip Intel XMM 7160 soll dem Z2580 Gesellschaft leisten und dabei auch den neuen LTE-Standard unterstützen.

Nach unten will Intel das „Medfield“-Angebot um den Atom Z2000 abrunden, bei dem es sich im Prinzip um einen niedriger getakteten und um Funktionen beschnittenen Z2460 handelt, der dafür aber deutlich günstiger angeboten werden soll. Der CPU-Takt wird auf 1,0 GHz reduziert, eine Turbofrequenz ist scheinbar nicht vorgesehen. Darüber hinaus wird Hyper-Threading nicht unterstützt, womit der Single-Core-Chip entsprechend lediglich einen Thread bearbeiten kann. Der Grafikchip taktet zudem mit nur 320 MHz statt 400 MHz. Ihm soll die Funklösung XMM6265 (XMM6260 beim Z2460) zur Seite stehen, welche unter anderem HSPA+ bietet, jedoch kein LTE unterstützt.

Anandtech zufolge soll es zu jedem der drei Atom-SoCs ein eigenes Smartphone-Referenzdesign geben, wobei die Kollegen auch erste Angaben zu den Abmessungen machen, welche beim Flaggschiff Z2580 aber offenbar noch unbekannt sind.

Zusammengefasst soll der Atom Z2000 im nächsten Jahr also den Low-End-Markt bedienen, wobei Intel von Schwellenländern als Zielgruppe spricht und VR-Zone einen Gerätepreis von unter 150 US-Dollar nennt, während der Z2580 mit zwei Kernen das High-End-Segment erobern soll. Für 2012 beschränkt sich das Angebot hingegen auf die Mittelklasse in Form des Atom Z2460, welcher zugleich Intels erstes Smartphone-SoC der „Medfield“-Plattform darstellt.

Beim weiteren Blick in die Zukunft erwähnt Intel erneut den Fahrplan bei den Atom-Prozessoren bezüglich der Strukturbreite. Ab 2013 sind nach wie vor erste Atom-Chips in 22 nm (Codename „Silvermont“) vorgesehen und 2014 soll „Airmont“ bereits in 14 nm gefertigt werden. Damit hat sich am bisherigen Zeitplan nichts geändert. Die im Rahmen des MWC 2012 vorgestellten „Medfield“-SoCs werden jedoch noch alle im 32-nm-Verfahren hergestellt.

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