Test: Nokia Lumia 800 (2/6)

Der WP-7-Einstand
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Lumia 800 im Überblick

Design & Verarbeitung

Der erste Eindruck vom Lumia 800 fällt durchweg positiv aus: Nokia kann, Krise und Probleme hin oder her, weiterhin Design. Dementsprechend hat man es mit einem Gerät zu tun, das sowohl optisch als auch haptisch in höchstem Maße zu gefallen weiß.

Dabei durfte man bei Maßen von 116 × 61 × 12 mm und einem Gewicht von 142 Gramm davon ausgehen, dass man einen irgendwie klobigen Testkandidaten vorgesetzt bekommen würde. Stattdessen gelingt es den Verantwortlichen, eine gelungene Mischung aus „filigran“ und „kompakt“ zu konzipieren, auch wenn als ausgemacht gelten darf, dass das Äußere gleichermaßen starke Befürworter wie Kritiker findet.

Nokia Lumia 800
Nokia Lumia 800

Diese Wirkung ist auch deswegen sicher, weil das Design in vielerlei Hinsicht am einstigen MeeGo-Hoffnungsschimmer, dem Nokia N9, und damit an einen alten Bekannten angelehnt ist. Im Zentrum steht deswegen auch beim Lumia 800 ein – in unserem Falle türkiser – Unibody, der aufgrund von fehlenden Spalten entscheidend zum kompakten Auftreten beiträgt und sich bis auf die Front durchzieht, sodass ein Rahmen für den Rahmen des 3,7 Zoll großen AMOLED-Displays entsteht. Was dem Auge hervorragend gefällt, dürfte ambitionierten Nutzern allerdings sauer aufstoßen: Das kompakte Äußere kommt dadurch zustande, dass die Schale nicht abnehmbar sein muss, da der Akku festverbaut ist und nicht ausgewechselt werden kann.

Und auch auf der Front sucht man Spalten und auffällige Übergänge vergebens: Der Kunststoff-Body geht nahezu nahtlos in das kratzfeste, leicht gebogene Gorilla-Glas des Displays über. Beim eigentlichen Display-Rahmen handelt es sich um eine in Klavierlack gehaltene Fläche auf dem Glas, die unterhalb der Eingabefläche die von anderen Windows-Phone-Geräten bekannte Standard-Softtouch-Knopfreihe und oberhalb ein dezentes Nokia-Logo beherbergt.

Nokia Lumia 800
Nokia Lumia 800

Auch auf der Rückseite prangt auf einem zentral platzierten aber dennoch angenehm dezent wirkenden Alu-Streifen vertikal das Logo; hier findet sich auch die gänzlich eingelassene Linse der Kamera samt LED-Doppelblitz.

Auch an der Stirnseite beweisen die Produktdesigner, dass sie durchaus eigene Wege gehen wollen. Neben der 3,5mm-Klinkenbuchse wurden hier die microUSB-Schnittstelle sowie der SIM-Kartenschacht samt Einzug platziert. Bemerkenswert ist dabei, dass die letzteren beiden Komponente durch robuste Kunststoff-Verblendungen geschützt werden, die locker aufgedrückt (microUSB) bzw. aufgeschoben (SIM-Kartenslot) werden können – ein cleveres, überraschend vertrauenserweckendes System, das sich nach einigen Testläufen sehr flüssig bedienen lässt. Einen Slot für microSD-Karten gibt es übrigens nicht; auch das Lumia 800 verfügt, Windows-Phone-typisch, über keine Möglichkeit, den internen Speicher von circa 16 Gigabyte zu erweitern.

Nokia Lumia 800
Nokia Lumia 800

Während die linke Seite unberührt bleibt, finden sich auf der rechten Seite der Powerknopf, eine aus zwei Knöpfen bestehende Lautstärkewippe sowie ein separater Kamera-Auslöser. Alle vier Buttons sind in Alu-Optik gehalten und verfügen über einen knackigen Druckpunkt. Etwas irritierend ist, dass alle Knöpfe identisch aussehen, sodass man – auch wegen der ungewöhnlichen Platzierung des Power-Buttons unterhalb der Lautstärkewippe – im ersten Moment irritiert nach einem weiteren Knopf zum Einschalten sucht.

Zusammenfassend verdient sich der Testkandidat für den Bereich „Design & Verarbeitung“ eine ausgezeichnete Note: Ersteres polarisiert und kann mit einer durchdachten Konzeption punkten, letzteres fällt tadellos und überaus solide aus.