Wechselspiele in der Festplattenbranche

Toshiba kauft 3,5-Zoll-Produktionsanlagen von WD

Nachdem es in der Festplattenbranche kürzlich durch die Übernahmen von Samsungs Festplattengeschäft durch Seagate und von Hitachi GST durch Western Digital (WD) – hier steht der endgültige Abschluss noch aus – zu einer Konsolidierung kam, positioniert sich Toshiba durch ein Geschäft mit WD künftig stärker im 3,5-Zoll-Bereich.

Ein Teil der Auflagen, die WD für die Übernahme von Hitachi GST erfüllen muss, sieht vor, dass sich das Unternehmen von bestimmten Teilen der Festplattenproduktion trennen muss. Mit Toshiba wurde nun ein Käufer für die Produktionsanlagen zur Herstellung von 3,5-Zoll-Festplatten sowie damit zusammenhängende Patente gefunden. Toshiba wird dadurch in Zukunft auch 3,5-Zoll-Festplatten für Desktop-PCs und Consumer-Electronics-Anwendungen (Stichwort DVR) anbieten und die Position im Markt für sogenannten Nearline-Speicher ausbauen. Bis 2009 bot Toshiba nur kompakte Festplatten für den mobilen Einsatz an und baute das Portfolio 2009 durch die Übernahme von Fujitsus Festplattensparte um Enterprise-HDDs aus.

Im Gegenzug erwirbt Western Digital Toshibas erst im Oktober 2009 eröffnete Fabrik für 2,5-Zoll-Festplatten in Thailand (Toshiba Storage Device (Thailand) Co., Ltd.; TSDT), die ihre Produktion seit der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr noch nicht wieder aufgenommen hat und rund 4.200 Mitarbeiter beschäftigt. Toshiba wird die eigene Festplattenproduktion in Folge in den beiden Fabriken auf den Philippinen sowie bei einem Auftragsfertiger in China konzentrieren. Das Unternehmen führte im vergangenen Juli seine Halbleitersparte mit der Festplattensparte zusammen und bietet nun HDDs und Flash-Speicher-Produkte aus einer Hand.

Sollte die Zustimmung der Behörden erfolgen, soll die Transaktion, über deren finanziellen Rahmen die Unternehmen keine Angaben machen, noch im März abgeschlossen werden. Voraussetzung ist unter anderem der Abschluss der Hitachi-GST-Übernahme durch WD.

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