Möglicher Negativ-Effekt der Motorola-Übernahme

Wird Android zu einem zweiten iOS?

Mit der (vorläufigen) Aufgabe der Entwicklung von webOS-Hardware sowie der gestarteten Umwandlung des von Palm entwickelten Betriebssystems hin zu Open Source hat sich HP zumindest temporär vom Geschäft mit Smartphones und Tablets zurückgezogen.

Für HP-Chefin Meg Whitman ist dies allerdings kein Grund, ihre Einschätzungen für sich zu behalten – im Gegenteil. Auf dem Global Partner Summit in Las Vegas verkündete Whitman, dass die Übernahme von Motorola Mobility durch Google in ihren Augen durchaus das Potential habe, die Android-Plattform nachteilig zu beeinflussen.

Ich denke, dass es Platz für ein weiteres Betriebssystem gibt. iOS ist großartig, aber es ist ein geschlossenes System. Ich denke, dass Android aufgrund der Beziehung zu Motorola als geschlossenes System enden könnte.“, so Whitman in ihrer Keynote. Mit dieser Einschätzung steht die ehemalige eBay-Chefin nicht alleine da. Bereits unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Kaufabsichten wurde Google nicht müde, immer wieder klarzustellen, dass man Motorola nicht bevorzugen werde.

Branchenkenner hingegen verwiesen immer auf den Aktienkurs; ein Wert, der nicht selten über Wohl und Wehe eines Unternehmens respektive seiner Führungsmannschaft entscheidet. Demnach könne Google das volle Potential der 12,5 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme nur dann abrufen, wenn man alle Vorzüge nutzen würde. Dazu würde dann gehören, Motorola exklusiv oder zumindest frühzeitig mit Updates zu bedienen oder als Hauslieferanten für die sogenannten Experience Devices wie die Nexus-Smartphones zu betrachten.

Allerdings sind derartige Tendenzen noch nicht erkennbar, zudem dürfte der Einfluss von Unternehmen wie Samsung, LG oder Sony, die allesamt auf Android setzen und damit zu einem guten Stück mitverantwortlich für die Popularität der Plattform sind, nicht zu unterschätzen sein.

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