Umgehen der neuen Regelung zu einfach?

Strengere Datenschutzvorgaben für iOS-Apps

Apple hat damit begonnen, beim Zulassungsverfahren für iOS-Applikationen strengere Vorgaben umzusetzen. Im Speziellen geht es dabei um den Zugriff der jeweiligen Programme auf die sogenannte UDID (Unique Device Identifier), mittels derer sich ein iOS-Gerät zweifelsfrei erkennen lässt.

Dabei handelt es sich um eine 40-stellige alphanumerische Zeichenfolge, die fest auf iPhone, iPad und iPod Touch verankert ist. Bislang konnten Entwickler diese Nutzen, um ein eindeutig zu identifizieren, was insbesondere aus Sicht der Betreiber von Werbeplattformen wichtig ist. Denn durch die Protokollierung des Gerätes und der jeweils gestarteten Apps kann so in einem gewissen Umfang ein Nutzerprofil erstellt und Werbung so zielgerichteter eingespielt werden.

Nun aber hat Apple damit wie bereits vor einigen Monaten angekündigt begonnen, Applikationen, die Zugriff auf die UDID haben wollen, beim Zulassungsverfahren abzulehnen. Wie hoch die Zahl der aus diesem Grund nicht angenommenen Programme ist, ist nicht bekannt. Laut TechCrunch soll aber in mindestens einem Fall „ein börsennotiertes Multimilliarden-Dollar-Unternehmen“ betroffen gewesen sein.

Hintergrund der strengeren Vorgaben in Richtung der Entwickler sind unter anderem der in letzter Zeit stärker in den Fokus geratene Datenschutz – sowohl von Seiten der Nutzer als auch der Politik. Anders als bei anderen Maßnahmen zur Erstellung eines Nutzerprofils wie beispielsweise Cookies, hat der Nutzer bei der UDID keinerlei Möglichkeit, deren Verwendung zu unterbinden. Einzig das Nichtinstallieren entsprechender Apps wäre eine Lösung, allerdings wird man nur in den seltensten Fällen im Vorfeld auf die Nutzung der Daten hingewiesen.

Fraglich ist aber, wie effektiv Apples neue Politik in dieser Hinsicht wirklich ist. Denn mehrere große Unternehmen arbeiten bereits an Alternativen zur zweifelsfreien Erkennung der Hardware. Dabei wird unter anderem auf die Mac-Adresse des Gerätes zurückgegriffen, dem Bericht zufolge sind aber auch andere Ansätze in Arbeit. Ein erster Ausweg könnte das Informieren der Nutzer vor der Installation im Stile Androids sein.