Test: Qpad MK-50 & MK-85 (3/6)

Cherry MX red
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Tastencheck

Ein maßgeblicher Grund für die hohen Anschaffungspreise mechanischer Tastaturen ist die Verwendung definierter, qualitativ hochwertiger und langlebiger Taster. Qpad setzt in der Standardausführung der MK-50 sowie der MK-85 für jedes einzelne der 105 Tastenelemente auf die seltenen, roten Switches der Cherry-MX-Serie. Aktuell können die Qpad-Tastaturen MK-50, MK-80 sowie MK-85 im Rahmen eines limitierten Angebots sogar mit beliebiger MX-Ausstattung beim Hersteller bestellt werden. Die Federtaster sitzen dabei mittig unter den aufgesteckten Kunststoffkappen. Größere Elemente, wie etwa die Leer- oder Entertasten, werden zusätzlich durch eine Drahtbügelunterkonstruktion stabilisiert, sodass sie auch bei dezentraler Betätigung sauber geführt ins Tastenbett gleiten.

45 Gramm zum Auslösen der Cherry MX red
45 Gramm zum Auslösen der Cherry MX red
LEDs und Cherry-Schalter kombiniert
LEDs und Cherry-Schalter kombiniert
Entfernhilfe für die Tasten
Entfernhilfe für die Tasten

Allen gebräuchlichen MX-Schaltern (schwarz, braun, rot, blau) ist ein Federweg von vier Millimetern gemein. Dies bedeutet, dass die Taste ausgehend vom unbetätigten Zustand bis hin zum vollständig eingedrückten Anschlag üppige vier Millimeter in das Tastenbett einsinkt. Zum Vergleich: Tastaturen im flachen Notebook-Stil besitzen etwa eine Anschlagtiefe von zwei bis drei Millimetern. Das Tastensignal wird jedoch mit Hilfe der MX-Switches nicht erst bei maximalem Anschlag erfasst, sondern bereits ab halber Distanz. Es ist also nur notwendig, die jeweilige Taste der Qpad-Keyboards zwei Millimeter einzudrücken, um ein Auslösen zu generieren.

Cherry MX red Schalter

Genau wie die schwarzen MX-Schalter zählen die hier verbauten roten MX-Pendants zu den linearen Switches. Dies bedeutet, dass die zum Eindrücken aufzuwendende Federkraft gleichmäßig mit dem zurückgelegten Anschlagweg steigt. Das obige Diagramm verdeutlicht diesen Zusammenhang zwischen Auslösekraft und Federweg. Demnach beginnt das Einsinken der Tasten ab einem Auflagegewicht von etwa 30 Gramm. Für den maximalen Anschlag sind etwa 60 Gramm notwendig. Die häufig verwendeten, schwarzen MX-Schalter arbeiten etwa in einem Bereich von etwa 40 bis 80 Gramm, besitzen also eine deutlich strammere Feder.

Von entscheidender Bedeutung für die Nutzung ist jedoch die benötigte Kraft zum Auslösen der Tasten, also im Fall der Qpad-MK-Produkte jene, um den halben Federweg zurückzulegen. Diese fällt mit einem Äquivalenzgewicht von nur 45 Gramm bei den roten MX-Tastern relativ niedrig aus, was ein entsprechend leichtgängiges Schreib- und Spielgefühl vermittelt. Zum Auslösen des Signals bei schwarzen MX-Schaltern ist beispielsweise ein Gewicht von 60 Gramm notwendig. Auch typische Rubberdome-Tastaturen arbeiten meist mit 50 bis 60 Gramm, wobei hier die Signalerfassung häufig erst in der Nähe des maximalen Anschlags erfolgt.

Charakteristisch für die linearen Switches aus der Cherry-Familie ist der Verzicht auf Ergonomie- oder Resonanzpunkte. Der Anwender erhält keinerlei akustische oder mechanische Rückmeldung, ob ein Signal entsprechend ausgelöst wurde. Wer sich mit einem solchen Verhalten nicht anfreunden kann, sollte nach Tastaturen auf Basis brauner (etwa die Zowie Celeritas) oder blauer MX-Schalter (etwa die Razer Black Window) Ausschau halten.

Tastenkappen sind leicht zu entfernen
Tastenkappen sind leicht zu entfernen
Nahaufnahme: Struktur und Druck der MK-50-Tasten
Nahaufnahme: Struktur und Druck der MK-50-Tasten
Nahaufnahme: Struktur der MK-85-Tasten
Nahaufnahme: Struktur der MK-85-Tasten

Beide Qpad-Eingabegeräte verfügen über aufgesteckte Kunststofftastenkappen mit zylindrischer Ergonomie. Die MK-50 besitzt dabei eine relativ raue Cap-Oberfläche mit gelaserter, deutlich spürbarer, weißer Aufbringung. Verfärbungen oder Abnutzungen konnten wir hier während unserer zweiwöchigen Dauernutzung keine feststellen. Über das Langzeitverhalten und die Ausdauer der Beschriftung sagt dies jedoch nur wenig aus.

Bei der MK-85 wird die matte Soft-Touch-Beschichtung erneut aufgegriffen. Grundlage bildet hier eine Kunststoffkappe aus weiß-transparentem Plastik, welche nachträglich eine schwarze Beschichtung inklusive Aussparung der Buchstaben erfahren hat. Die Darstellung der Buchstaben ist tadellos scharf und bildet eine gute Grundlage zur Beleuchtung auf Basis der in die Schalter integrierten, roten LEDs. Da die Dioden jeweils oberhalb der zentralen Stempel positioniert sind, erfolgt die Beleuchtung der Tasten vornehmlich in diesen Bereichen, sodass die entsprechenden Zweitbelegungen mitunter nur schwach illuminiert sind. Wie langlebig die Beschriftung der MK-85 ist, hängt von der Haltbarkeit der Soft-Touch-Beschichtung ab und kann ebenfalls nur durch Langzeitbeobachtungen bewertet werden.