Das Ende der Party?

Apple-Aktie verliert fünf Tage in Folge an Wert

Wer dieser Tage im Zusammenhang mit Consumer Electronics nach einem Stichwort für Erfolg fragt, erhält eine glasklare Antwort: Apple. Der Erfolg des Konzerns ist dabei derart umfassend, dass schon kleine Dellen für eine gewisse Nervosität sorgen können.

Bestes Beispiel dafür ist die nun entbrannte Diskussion um ein mögliches Ende der Apple-Börsenparty. Nachdem die Apple-Aktie zuletzt fünf Tage in Folge leicht an Wert verlor, sorgen sich manche Analysten und Investoren offenbar darum, dass eine schleichende, aber nachhaltige Talfahrt einsetzen könnte.

Nachdem vor einigen Tagen neue Spitzenwerte erreicht wurden, verlor die Apple-Aktie zuletzt knapp 10 Prozent an Wert, was einen (theoretischen bzw. temporären) Wertverlust von über 50 Milliarden US-Dollar bedeutet – mehr, als manch großer Konzern an der Börse insgesamt wert ist.

Aus diesem Grund ist die nun Mancherorts gehegte Skepsis vor dem Hintergrund der nach wie vor exzellenten Marktstellung Apples vielleicht verfrüht und hysterisch, aber doch verständlich, zumal die Apple-Aktie zuletzt in einem insgesamt eher freundlichen Umfeld verloren hat: „Wir haben eine Vorschau darauf bekommen, was passieren kann, wenn sich ein Unternehmen wie Apple die Zehen anstößt; das ist sicher ein Vorgang, den wir im Hinterkopf behalten müssen“, zitiert das Wall Street Journal einen Investor.

Getrieben wurde die Entwicklung auch von den Zukunftsaussichten. So befürchtet die Börse zum einen, dass die in der nächsten Woche anstehende Präsentation der neuesten Apple-Quartalszahlen nicht so rosig ausfallen könnte, wie im vorangegangenen Vierteljahr und das beispielsweise sinkende Provider-Subventionen und eine grundsätzliche Marktsättigung auch mittelfristig zu nicht mehr so herausragenden Zahlen beitragen könnten. Und auch die Gerüchte um ein neues iPad Mini und die damit verbundenen, geringeren Margen werden immer wieder als mögliche Ursachen angeführt.

Ursächlich für skeptische Reaktionen auf die Verluste ist auch die zuletzt trotz mancher Unwägbarkeiten wie dem Tod von Steve Jobs stets so makellose Performance der Apple-Aktie: „Viele Leute stellen nun einige sehr legitime Fragen. Apple ist ein ausgezeichnetes Unternehmen, aber es hat bisher nicht viele Rückstöße gehabt“, zitiert das WSJ einen weiteren Portfolio-Manager.

Vor diesem Hintergrund werden die kommenden Wochen und Monate zeigen, ob es sich um ein temporäres Phänomen, eine leichte, aber vorhersehbare Korrektur der letzten euphorischen Monate oder aber um ein grundsätzliches Problem handelt.