iPad 3: Drei Meinungen zu Apples neuem Tablet

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Patrick Bellmer (+2)
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Fazit

Drei Redakteure, drei Perspektiven – das iPad 3 hat in der Redaktion unterschiedliche Eindrücke hinterlassen. Diese sollen nun abschließend zusammengefasst werden.

Das neue iPad
Das neue iPad

Sasan Abdi

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Apple hat den Gerätetyp „Tablet“ nicht nur populär gemacht, sondern bietet seit der Markteinführung des ersten iPads auch das beste Gerät in dieser Klasse an. Dies ändert sich trotz einer langsam aber stetig aufholenden Konkurrenz auch mit dem iPad 3 nicht. Die Neuerungen, die das „neue iPad“ mit sich bringt – neues Display, aufgebohrter SoC, verbesserte Kamera – bewegen sich zwar in einem übersichtlichen Rahmen; dennoch wird die Produktserie damit so positioniert, dass es der Android-Konkurrenz auch in diesem Jahr schwer fallen dürfte, den übermächtigen Klassenprimus (v.a. in puncto Verkaufszahlen) vom Thron zu stürzen.

Alles bestens also? Nicht ganz, denn nach gut zwei Wochen mit dem iPad 3 lässt sich trotz dieser positiven Aspekte eine gewisse Enttäuschung nicht leugnen. Der „Aha“-Effekt, den ich vor allem beim ersten, aber auch noch beim zweiten iPad empfand, ist einem drögen „kennt man schon“-Gefühl gewichen. Eine solche Entwicklung liegt natürlich in der Natur der Sache, denn immerhin hat man es hier mit der dritten Ausgabe zu tun – gerade von Apple erwartet man dann aber doch immer wieder, überrascht zu werden.

Da man vom iPad 3 somit durchaus viel, aber eben keine Überraschung erwarten darf, lautet mein persönliches Fazit: Soll es wirklich ein Tablet sein, wird man mit dem iPad 3 bestens bedient. Ein Wechsel vom Vorgänger lohnt allerdings auf keinen Fall, denn der ganz große Wurf ist nicht gelungen, sodass mit Blick auf die für Apples Erfolg so zentrale Innovationsfähigkeit zu hoffen bleibt, dass das weitere Apple-Jahr noch mehr als ein iPhone 5 mit A6-SoC und LTE bereithalten halten wird.

Patrick Bellmer

Wenn dieser Test eines zeigt, dann dass auch Apple nur mit Wasser kocht. Ähnlich wie die Konkurrenz aus dem Android-Lager hat man sich beim neuen iPad darauf beschränkt, evolutionär statt revolutionär vorzugehen. Hier ein bisschen mehr Leistung, dort eine bessere Kamera und ein schärferes Display – fertig ist die dritte Generation. In Summe ist das iPad 3 gegenüber dem Vorgänger natürlich die bessere Wahl, auch die Konkurrenz hat derzeit kein besseres Gesamtpaket in petto.

Aber bei allem Fortschritt, der zweifelsohne vorhanden ist, bleibt festzuhalten, dass auch mehr möglich gewesen wäre. Apple muss sich zum Beispiel fragen lassen, warum man Siri nicht integriert hat. Oder warum man eine 16-Gigabyte-Version anbietet, die aufgrund des massiv gestiegenen Platzbedarfes von Applikationen sehr schnell überfordert ist. Hinzu kommen auch die Nachteile, die der Fortschritt mit sich bringt und die das Gesamterlebnis negativ beeinflussen – an dieser Stelle sei die stagnierende Laufzeit sowie die deutlich gewachsene Ladezeit des Akkus genannt.

Dennoch sollte sich jeder Tablet-Interessierte das neue iPad anschauen, die Konkurrenz ist derzeit noch ein ganzes Stück von einem so runden Gesamtpaket entfernt. Besitzern eines iPad 2 sei aber gesagt, dass ein Wechsel nicht lohnenswert ist. Dafür sind die Unterschiede in Summe nicht groß genug. Am Ende bleibt die Hoffnung, dass Apple mit dem nächsten neuen iPad wieder etwas innovativer wird.

Mahir Kulalic

Dass Apple bei dem neuen iPad mehr Produktpflege betreibt, anstatt mit oft erwarteten „Revolutionen“ um sich zu werfen, tut der Qualität des Tablets keinen Abbruch. Im Gegenteil: Mit den großen Neuerungen wie dem einzigartigen Retina-Display und der nach wie vor mehr als ausreichend Leistung bei führender Akkulaufzeit verweilt Apple zumindest aktuell triumphierend auf Platz eins der Tablet-Hersteller.

Neben diesen Vorteilen bietet Apple auch das mit Abstand größte Ökosystem rund um das iPad: Mit einer sehr großen Menge an verschiedenem Zubehör, den über 100.000 an die Displaydiagonale angepassten Apps und dem wohl in sich schlüssigsten und rundesten Nutzererlebnis punktet der Gigant aus Cupertino.

Doch auch in Kalifornien wirft Licht auch immer Schatten auf, daher sollten die oft kritisierten Einschränkungen nicht übersehen werden. Nach wie vor bindet Apple den Nutzer beispielsweise via iTunes teils an sich. Natürlich bietet iTunes Vorteile wie die einfache Erstellung von Back-ups, schnelle Dateiübertragung per Massenspeichermodus sind allerdings nur über Umwege umzusetzen. Das Gewicht pendelt sich zwar in einem tragbaren Rahmen ein, ein paar Gramm weniger hätten dem neuen iPad allerdings nicht geschadet.

Summa summarum bleibt es bei diesen Kritikpunkten bei Meckern auf höchstem Niveau. Denn nach wie vor ist das iPad von Apple, gerade für Neukäufer eines Tablets, auch das dritte Jahr in Folge zweifelsohne erste Wahl. Denn ein solches Gesamtpaket kann die Konkurrenz nicht bieten, dafür mangelt es schlicht an Feinschliff. Noch hat es kein Mitbewerber geschafft, den Vorsprung Apples durch seine Vorreiterrolle aufzuholen – bis das erreicht ist, bleibt das iPad die sicherste Empfehlung.

Verfügbarkeit & Preise

Das iPad 3 ist seit dem 16. März in Deutschland erhältlich. Das Preisgefüge ist mit dem zur iPad-2-Einführung identisch: Das günstigste Modell ist dementsprechend WLAN-Variante mit 16 GB Speicherplatz, für das Top-Modell mit WLAN und (theoretischer) 4G-Unterstützung sowie 64 GB Flash-Speicher verlangt Apple 799 Euro.

Preise iPad 3
Variante 16 GB 32 GB 64 GB
WiFi 479 Euro 579 Euro 679 Euro
WiFi + 4G 599 Euro 699 Euro 799 Euro

Die übrigen Varianten bewegen sich preislich zwischen diesen beiden Modellen, wobei die 4G-Variante bei gleicher Speicherausstattung jeweils 120 Euro mehr kostet als die WLAN-Variante und die nächst größere Speicherplatzvariante jeweils 100 Euro mehr kostet. Ohne Auswirkung auf den Preis ist die Wahl der Farbe des iPad 3, das wie gehabt in Schwarz und Weiß angeboten wird.

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