Test: HTC One X (3/7)

Das neue Flaggschiff?
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Display

Das One X verfügt über ein 4,7 Zoll großes, sogenanntes Super-LC2-Display, das eine sehr ordentliche Auflösung von 780 x 1.280 (720p) bietet. Man hat es dabei faktisch mit einem IPS-Display zu tun (HTC meidet diese geschützte Bezeichnung), dessen Darstellung schon beim bloßen Anblick in hohem Maße überzeugen kann: Nicht allzu knallig wie bei manchem Konkurrenten wirkt die Darstellung dennoch stets satt und natürlich, wobei besonders farbenfrohe Fotos bei 312 ppi derart scharf und strahlend dargestellt werden, dass sie auf einem mäßigen TN-Panel-Bildschirm auf dem PC hinterher dann doch ein wenig enttäuschen. Doch auch in anderen Anwendungsszenarien sucht man einzelne Pixel vergebens, sodass uns das Display des One X auch in Kombination mit sehr stabilen Blickwinkeln auch in dieser Hinsicht beeindruckt hat.

Display-Werte
 Helligkeit max.:
RIM BlackBerry PlayBook
550
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Apple iPhone 4S
488
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.200
Sony Xperia S
449
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
HTC Titan
439
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.700
HTC Sensation XL
437
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Motorola Xoom 2
429
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
LG Optimus 3D
425
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.800
HTC One X
411
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.800
HTC Radar
402
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
Sony Ericsson Xperia Arc
394
Sony Tablet P
390
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.400
HTC Evo 3D
375
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.300
Samsung Galaxy S II
371
LG Optimus Pad (V900)
363
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.100
Apple iPad 2
363
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Sharp Aquos SH80F
355
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.900
HTC Sensation
350
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.900
Samsung Galaxy Ace
334
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.600
HTC Flyer
331
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
iPad 3
325
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.200
Acer Iconia Tab A500
312
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
Motorola Xoom
304
Samsung Galaxy Note
302
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.400
Motorola Droid Razr
297
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Nokia Lumia 800
278
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.200
HP TouchPad
263
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Sony Ericsson Xperia Play
256
Samsung Galaxy Nexus
213
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.400
Nokia E6
181
Hinweis: Weißpunkt: ca. 8.000
Sony Ericsson Xperia Neo
143
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.700
Angaben in Leuchtdichte (cd/m²)
 Helligkeit min.:
iPad 3
3
Apple iPhone 4S
4
LG Optimus 3D
5
Sony Xperia S
5
Nokia E6
7
Sony Ericsson Xperia Neo
7
Samsung Galaxy Nexus
7
Sony Ericsson Xperia Arc
8
Sharp Aquos SH80F
9
Apple iPad 2
10
HTC Titan
12
Sony Tablet P
13
HP TouchPad
13
HTC Evo 3D
14
HTC Sensation
15
HTC One X
16
HTC Radar
18
Sony Ericsson Xperia Play
23
HTC Sensation XL
24
Nokia Lumia 800
28
Motorola Xoom
30
Acer Iconia Tab A500
33
HTC Flyer
43
LG Optimus Pad (V900)
46
Samsung Galaxy S II
48
Motorola Xoom 2
50
RIM BlackBerry PlayBook
58
Motorola Droid Razr
65
Samsung Galaxy Ace
66
Samsung Galaxy Note
90
Angaben in Leuchtdichte (cd/m²)
 Kontrast:
Samsung Galaxy S II
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Samsung Galaxy Note
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Motorola Droid Razr
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Samsung Galaxy Nexus
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Nokia Lumia 800
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Sony Ericsson Xperia Neo
1.588:1
Sony Ericsson Xperia Play
1.280:1
HTC One X
1.245:1
Acer Iconia Tab A500
1.100:1
LG Optimus 3D
1.089:1
Motorola Xoom
1.050:1
HTC Sensation XL
1.025:1
HTC Titan
1.020:1
RIM BlackBerry PlayBook
928:1
Apple iPhone 4S
887:1
HTC Radar
873:1
Sony Tablet P
847:1
iPad 3
805:1
HTC Flyer
780:1
LG Optimus Pad (V900)
772:1
Apple iPad 2
772:1
Motorola Xoom 2
727:1
HP TouchPad
710:1
Sony Ericsson Xperia Arc
596:1
Nokia E6
548:1
HTC Sensation
538:1
HTC Evo 3D
518:1
Sharp Aquos SH80F
444:1
Sony Xperia S
415:1
Samsung Galaxy Ace
265:1
Angaben in Kontrast
+ Anmerkungen zur Display-Betrachtung

Als optimalen Weißpunkt sehen wir D65 an, also eine Farbtemperatur von 6.500 Kelvin (K). Dies entspricht nach gängiger Definition einem mittlerem Tageslicht und ist der Weißpunkt der gängigen Farbräume sRGB und AdobeRGB. Eine Abweichung von einigen hundert bis etwa 1.000 K ist bei Mobiltelefonen als noch akzeptabel anzusehen, einige Displays – bauartbedingt vor allem OLED-Modelle – liegen allerdings beim Weiß und noch mehr bei Grautönen oft im Bereich um 10.000 K, was bereits als deutlicher Blaustich wahrnehmbar ist. Sehr viele Displays von Smartphones und Notebooks treffen zwar den Weißpunkt von 6.500 K relativ genau, weichen aber bei Grautönen und anderen mittleren Farbtönen deutlich mit einem Blaustich ab. Vor allem bei gleichzeitigem Auftreten von Grau und Weiß ist diese ungleichmäßige Graubalance wahrnehmbar.

Gegenüber der LCD-Technik weisen OLED-Bildschirme einige Besonderheiten auf, die sich teilweise in unseren Messungen niederschlagen und erklärungsbedürftig sind. Zum einen ist das der bekanntermaßen hohe Kontrast, der bei OLED durch die selbstleuchtenden Pixel möglich ist – es gibt hier kein Backlight, welches durch das Panel mehr oder weniger stark abgedunkelt wird, sondern ein schwarz angesteuerter Pixel ist tatsächlich komplett schwarz und leuchtet nicht. Da das Kontrastverhältnis den Quotienten zwischen der Helligkeit von Weiß und Schwarz angibt, ergibt die Kontrastmessung bei OLED-Displays theoretisch eine Division durch Null und damit ein nicht definiertes Ergebnis – in der Praxis gibt es bei der Schwarzmessung immer eine gewisse Resthelligkeit durch Streulicht und ein Signalrauschen beim Messgerät, sodass Kontrastergebnisse im fünfstelligen Bereich entstehen. Da die Darstellung dieser Kontrastwerte im Balkendiagramm den irreführenden Eindruck erzeugen, der Kontrast wäre bei OLED sichtbar um viele Größenordnungen besser, haben wir uns entschieden als Kontrast maximal 5.000:1 darzustellen und auf diese Erklärung zu verweisen. Im Alltag ist der Unterschied allenfalls in sehr dunklen Umgebungen deutlich wahrnehmbar, bei Tageslicht sind Faktoren wie die Reflexionen der Displayoberfläche wesentlich wichtiger.

Die zweite Besonderheit ist die beim derzeitigen Stand der Technik verhältnismäßig geringe Lebensdauer der blauen Leuchtelemente bei OLED-Displays. Dies veranlasst die Hersteller dazu, zur Steigerung der Lebensdauer bei einigen Displays die klassische RGB-Subpixelmatrix durch alternative Anordnungen abzulösen. Bekannt ist dabei beispielsweise Samsungs „PenTile“-Matrix, deren Hauptmerkmal die Vergrößerung der blauen und roten Subpixel ist – allerdings bei gleichzeitiger Halbierung ihrer Anzahl. Das bedeutet, dass bei gleicher Nennauflösung diese Displays eine geringere Anzahl von Subpixeln aufweisen als Displays mit der bewährten RGB-Matrix. Jeder Pixel verfügt weiterhin über seinen eigenen grünen Subpixel, teilt sich aber den jeweiligen roten und blauen Subpixel mit seinem Nachbarpixel. Das ganze führt bei gleicher Nennauflösung zu einer geringeren tatsächlichen Auflösung und an Kontrastkanten zu Farbsäumen, die vor allem die Lesbarkeit von Text deutlich verringern können.

Die Güte der verbauten Komponenten wird aber auch beim Blick auf die ermittelten Werte deutlich. Bei einer maximalen Helligkeit von circa 411 cd/m² bewegt sich der Testkandidat im oberen Mittelfeld unseres umfangreichen Testfeldes. Bei den Kontrastwerten hat man es unter den LC-Displays gar mit dem drittbesten von uns ermittelten Wert zu tun, sodass sich sagen lässt: HTC verbaut ein Display, das dem Anspruch des One X als neues Flaggschiff absolut gerecht wird.

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