Sony Xperia Sola & U im Test Zwei ungleiche Zwillinge für die Mittelklasse

, Patrick Bellmer

Doppelt hält besser – so könnte Sonys Motto für die untere Smartphone-Mittelklasse lauten. Während man sich in den hohen Preisgefilden derzeit einzig und allein auf das Xperia S [1] verlässt, sollen in den günstigeren Sphären ab sofort zwei Vertreter um die Gunst der Käufer buhlen. Dabei unterscheiden sich das Xperia Sola [2] und das Xperia U [3] auf den ersten Blick recht deutlich voneinander.

Wo das Xperia U beim „Look and Feel“ auf die neue, im Februar vorgestellte Design- und Namenslinie setzt, bricht das Sola mit beidem. Auf den zweiten Blick offenbaren sich dann aber zahlreiche Parallelen. Um welche es sich dabei handelt und welches der beiden kompakten Smartphones die bessere Wahl ist, soll unter Test zeigen.

Zugleich wagen wir einen kurzen Ausblick auf die kommenden Monate. Denn der Wettbewerb in der Mittelklasse wird immer härter, mit dem Samsung Galaxy Ace 2 sowie dem HTC One V [4] stehen zwei starke Konkurrenten parat.

Wir danken Cyberport [5] (Sony Xperia Sola) und getgoods.de [6] (Sony Xperia U) für die freundlichen Teststellungen!

Spezifikationen & Lieferumfang

Sony Xperia Sola Sony Xperia U
Typ: Bartype
OS: Android 2.3.7 (6.0.B.1.564) / TimeScape UI
Display:
(Auflösung)
3,7", LCD
854 × 480 Pixel
3,5", LCD
854 × 480 Pixel
Display-Art: Touchscreen, kapazitiv
Bedienung: Touch, Knopfreihe
CPU / Chip: 1 GHz, Dual-Core (ST-Ericsson NovaThor U8500)
Arbeitsspeicher: 512 MByte
Speicher: 8 GByte, per microSD-Karte erweiterbar 8 GByte, nicht erweiterbar
Verbindungen: GPRS/EDGE/HSPA/WLAN/Bluetooth/GPS/NFC GPRS/EDGE/HSPA/WLAN/Bluetooth/GPS
Standards / Besonderheiten: HSPA (max. 14,4 Mbit/s im Download, max. 5,76 Mbit/s im Upload), WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1, Floating-Touch-Display HSPA (max. 14,4 Mbit/s im Download, max. 5,76 Mbit/s im Upload), WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1
Kamera: 5 Megapixel, LED-Blitz, Videoaufnahme in bis zu 720p
Akku (mAh): 1.320
Abmessung: 116,0 x 59,0 x 9,9 mm 112,0 × 54,0 × 12,0 mm
Gewicht: 107 Gramm 110 Gramm
Audio: .aac, .amr, .ogg, .m4a, .mid, .mp3, .wav, .wma (Windows Media Audio 9)
Video: .3gp, .3g2, .mp4, .wmv (Windows Media Video 9), .avi (MP4 ASP und MP3)
SAR-Wert: nicht bekannt
Lieferumfang: Kopfhörer, USB-Kabel, Ladegerät, Dokumentationen, zwei SmartTags Kopfhörer, USB-Kabel, Ladegerät, Dokumentationen, Ersatzaufsatz für Gehäuseboden

Design & Verarbeitung

Der offensichtlichste Unterschied zwischen dem Xperia Sola und Xperia U liegt wie eingangs erwähnt in den unterschiedlichen Designs, die Anwendung gefunden haben.

Letztgenanntes folgt dabei der mit dem Xperia S eingeführten neuen Formensprache. Im Mittelpunkt stehen dabei klare Linien, was dem Xperia U ein fast schon monolithisches Aussehen verleiht. Und wie auch beim großen Bruder setzt man auf zwei prägnante Eyecatcher: Die drei Sensorpunkte für die Android-Bedienung sowie einen transparenten, von drei LEDs beleuchteten Kunststoffstreifen im unteren Bereich des Gehäuses. Anders als beim Xperia S übernimmt dieser aber eine größere Rolle. Denn die verbauten LEDs passen ihre Farbe an den Display-Inhalt an – ähnliches kennt man von einigen Philips-Fernsehern. Wirklich mehr als ein optisches Gimmick ist diese Funktion allerdings nicht.

Sony Xperia U
Sony Xperia U
Sony Xperia U
Sony Xperia U
Sony Xperia U

Geschmackssache sind die austauschbaren Bodenteile des Gehäuses. Das Element unterhalb der transparenten Leiste kann abgezogen werden und gegen ein andersfarbenes ausgetauscht werden. Möglich sind damit derzeit die Farbkombinationen schwarz-weiß, weiß-gelb und schwarz-pink. Wie auch schon beim Xperia S sind im Bereich der LED-beleuchteten Leiste Übergänge spürbar. Allerdings fallen diese beim kleineren Sony-Smartphone bei weitem nicht so deutlich aus. An der restlichen Verarbeitung gibt es hingegen nichts auszusetzen. Als ein wenig fummelig erweist sich die abnehmbare Rückseite, unter der sich der austauschbare Akku sowie der Schacht für die SIM-Karte verbergen.

Gut gelungen ist die Haptik des verwendeten Kunststoffs. Dieser ist leicht texturiert, so dass das Gerät gut und sicher in der Hand liegt. Allerdings sind Schlieren und Fingerabdrücke nur sehr schwer wieder von der Rückseite zu entfernen. Die vier Tasten auf der rechten Seite des Smartphones sind gut erreichbar, sauber eingefügt und bieten gute Druckpunkte.

Sony Xperia Sola
Sony Xperia Sola
Sony Xperia Sola
Sony Xperia Sola

Etwas anders sieht es da beim Xperia Sola aus. Hier hat Sony die Tasten auf die rechte und linke Seite verteilt, was ein wenig Eingewöhnungszeit erfordert. Generell gilt aber auch hier: Die Verarbeitung ist durchaus als gut einzustufen, wenn auch einen Tick besser als beim Xperia U. Allerdings erweist sich die Rückseite beim Wiederaufsetzen ebenfalls als hakelig. Auch beim Material gibt es keinen Unterschied.

Optisch liegen beide Modelle dann aber wieder weit auseinander. Zwar setzt Sony auch beim Xperia Sola nicht auf Schnörkel oder andere Auffälligkeiten, prägendes Gestaltungselement ist hier aber nicht eine leuchtende Leiste, sondern das scheinbar aufgesetzt Display. Dadurch wirkt das Handy dünner, als es tatsächlich ist. Dies gilt insbesondere für das rote und weiße Modell. Besser als beim Xperia U gefällt die wesentlich größere Beschriftung der Sensorflächen für die Touch-Knöpfe.

Display

Gänzlich unterschiedlich und doch gleich sind die beiden Displays. Beide Xperias teilen sich sowohl die Auflösung von 854 × 480 Pixeln als im Wesentlichen auch die maximale Helligkeit sowie den Kontrast. In beiden Kategorien können die Testkandidaten sich im Mittelfeld platzieren. Ebenfalls bei beiden anzufinden ist Sonys Mobile-Bravia-Engine, die bei Fotos und Videos für eine bessere Farbdarstellung und einen höheren Kontrast sorgen soll. Im direkten Vergleich sind die Unterschiede deutlich erkennbar, in der Praxis macht es bei den üblichen Anwendungsbereichen allerdings keinen Unterschied.

Sony Xperia Sola
Sony Xperia Sola
Sony Xperia U
Sony Xperia U

Der erste große Unterschied betrifft die Größe des Displays, auch wenn dieser nur minimal ausfällt. Während das Xperia U mit 3,5 Zoll in der Diagonalen auskommen muss, stehen beim Xperia Sola 3,7 Zoll zur Verfügung. Während letztgenanntes Handy mehr Bildschirmfläche bietet, erreicht erstgenanntes mit 279 zu 264 ppi eine leicht schärfere Darstellung. Beide Anzeigen punkten jedoch mit einer guten Farbdarstellung sowie großen Blickwinkeln. Anders als beim Xperia S hat Sony den beiden Mittelklassegeräten eine automatische Helligkeitsregulierung spendiert. Dadurch kann die Laufzeit positiv beeinflusst werden. Allerdings neigt die Automatik dazu, die Hintergrundbeleuchtung eher zu dunkel zu lassen.

Display-Werte
  • Helligkeit max.:
    • RIM BlackBerry PlayBook
      550
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
    • Apple iPhone 4S
      488
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.200
    • Sony Xperia S
      449
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
    • HTC Titan
      439
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.700
    • HTC Sensation XL
      437
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
    • Motorola Xoom 2
      429
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
    • LG Optimus 3D
      425
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.800
    • HTC One X
      411
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.800
    • Sony Xperia U
      411
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
    • Sony Xperia Sola
      403
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.600
    • HTC Radar
      402
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
    • Sony Ericsson Xperia Arc
      394
    • Sony Tablet P
      390
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.400
    • HTC Evo 3D
      375
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.300
    • Samsung Galaxy S II
      371
    • LG Optimus Pad (V900)
      363
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.100
    • Apple iPad 2
      363
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
    • HTC One V
      360
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.700
    • Sharp Aquos SH80F
      355
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.900
    • HTC Sensation
      350
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.900
    • Samsung Galaxy Ace
      334
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.600
    • HTC Flyer
      331
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
    • iPad 3
      325
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.200
    • Acer Iconia Tab A500
      312
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
    • Motorola Xoom
      304
    • Samsung Galaxy Note
      302
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.400
    • Motorola Droid Razr
      297
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
    • Nokia Lumia 800
      278
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.200
    • HTC One S
      269
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.400
    • HP TouchPad
      263
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
    • Sony Ericsson Xperia Play
      256
    • Samsung Galaxy Nexus
      213
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.400
    • Nokia E6
      181
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 8.000
    • Sony Ericsson Xperia Neo
      143
      Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.700
  • Helligkeit min.:
    • iPad 3
      3
    • Apple iPhone 4S
      4
    • LG Optimus 3D
      5
    • Sony Xperia S
      5
    • Nokia E6
      7
    • Sony Ericsson Xperia Neo
      7
    • Samsung Galaxy Nexus
      7
    • Sony Ericsson Xperia Arc
      8
    • Sharp Aquos SH80F
      9
    • Apple iPad 2
      10
    • HTC Titan
      12
    • Sony Tablet P
      13
    • HP TouchPad
      13
    • HTC Evo 3D
      14
    • HTC Sensation
      15
    • HTC One X
      16
    • HTC One V
      16
    • HTC Radar
      18
    • HTC One S
      20
    • Sony Ericsson Xperia Play
      23
    • HTC Sensation XL
      24
    • Nokia Lumia 800
      28
    • Motorola Xoom
      30
    • Acer Iconia Tab A500
      33
    • HTC Flyer
      43
    • LG Optimus Pad (V900)
      46
    • Sony Xperia Sola
      46
    • Samsung Galaxy S II
      48
    • Motorola Xoom 2
      50
    • Sony Xperia U
      53
    • RIM BlackBerry PlayBook
      58
    • Motorola Droid Razr
      65
    • Samsung Galaxy Ace
      66
    • Samsung Galaxy Note
      90
  • Kontrast:
    • Samsung Galaxy S II
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • Samsung Galaxy Note
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • Motorola Droid Razr
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • Samsung Galaxy Nexus
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • Nokia Lumia 800
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • HTC One S
      5.000:1
      Hinweis: OLED-Display
    • Sony Ericsson Xperia Neo
      1.588:1
    • HTC One V
      1.384:1
    • Sony Ericsson Xperia Play
      1.280:1
    • HTC One X
      1.245:1
    • Acer Iconia Tab A500
      1.100:1
    • LG Optimus 3D
      1.089:1
    • Motorola Xoom
      1.050:1
    • HTC Sensation XL
      1.025:1
    • HTC Titan
      1.020:1
    • RIM BlackBerry PlayBook
      928:1
    • Apple iPhone 4S
      887:1
    • Sony Xperia U
      874:1
    • HTC Radar
      873:1
    • Sony Xperia Sola
      857:1
    • Sony Tablet P
      847:1
    • iPad 3
      805:1
    • HTC Flyer
      780:1
    • LG Optimus Pad (V900)
      772:1
    • Apple iPad 2
      772:1
    • Motorola Xoom 2
      727:1
    • HP TouchPad
      710:1
    • Sony Ericsson Xperia Arc
      596:1
    • Nokia E6
      548:1
    • HTC Sensation
      538:1
    • HTC Evo 3D
      518:1
    • Sharp Aquos SH80F
      444:1
    • Sony Xperia S
      415:1
    • Samsung Galaxy Ace
      265:1
    Angaben in Kontrast
Anmerkungen zur Display-Betrachtung

Eine Besonderheit bietet zudem das Xperia Sola, bei dem Sony ein sogenanntes Floating-Touch-Display verbaut hat. Dabei handelt es sich nicht um eine neue Bildschirmtechnik, sondern die Kombination zweier unterschiedlicher Touch-Sensoren. Während üblicherweise ein Mutual-Capacitance-Sensor verbaut wird, der Multitouch-Gesten erkennt, setzt Sony zusätzlich auf einen Self-Capacitance-Sensor. Dieser ist aufgrund eines anderes Aufbaus zwar nicht für Mehrfingerkommandos ausgelegt, kann dafür aber bereits auf relativ große Entfernung präzise den Standort eines Fingers erkennen.

Im Falle des Xperia Solas bedeutet dies, dass bereits ab einer Entfernung von 20 Millimetern der Finger erkannt wird. In kompatiblen Anwendungen kann so „navigiert“ werden – der Finger dient laut Hersteller so als Mausersatz. Derzeit steht diese Funktion allerdings nur im Standard-Browser sowie auf dem Homescreen zur Verfügung. Beim Surfen können so Links markiert und vorausgewählt werden, per Display-Berührung wird dieser dann aufgerufen. Dies funktioniert aber nicht auf allen Seiten, insbesondere bei Mobilseiten steht die Floating-Touch-Technik häufig nicht zur Verfügung. Das Scrollen per Finger oder andere Kommandos werden nicht unterstützt. Mit dem angekündigten Update auf Android 4.0 soll diese Art der Steuerung auch in Apps Einzug halten.

Performance & Oberfläche

Wie schnell die Entwicklung bei Smartphones voranschreitet, lässt sich an kaum eine Punkt so eindrucksvoll aufzeigen wie bei der Systemleistung. Bekam man vor sechs oder neun Monaten bei einem Gerät für 200 bis 300 Euro lediglich Single-Core-Lösungen mit einigen hundert Megahertz, so sind nun Zweikernchips auch in der Mittelklasse durchaus üblich. Damit einher geht unter anderem, dass selbst ehemalige Flaggschiffe wie das Xperia Arc oder Samsung Galaxy S in vielen Bereichen nicht mehr mithalten können.

Sony Xperia U
Sony Xperia U
Sony Xperia U
Sony Xperia U
Sony Xperia U
Sony Xperia U

Konkret verbaut wird ein ein Gigahertz schneller Dual-Core-SoC von ST-Ericsson. Das Modell NovaThor U8500 verfügt über zwei ARM-Cortex-A9-Kerne sowie eine GPU vom Typ Mali 400. Gefertigt wird der SoC im 45-Nanometer-Verfahren und kommt unter anderem auch im Sony Xperia P und Samsung Galaxy Ace 2 zum Einsatz. Angesichts der relativ hohen Leistung überrascht es, dass der SoC nur in wenigen Geräten verwendet wird. In unseren Benchmarks konnten sich beide Xperias fast immer im Mittelfeld platzieren.

Je nach Szenario wurden dabei auch zumindest auf dem Papier leistungsstärkere Konkurrenten übertrumpft. Aber auch sehr aktuelle Mitbewerber wie beispielsweise das HTC One V liegen teils um Längen hinter dem Xperia Sola und Xperia U.

Benchmarks
Anmerkungen zur Leistungsbetrachtung

Gespart hat Sony dafür an anderer Stelle. Denn beide Smartphones verfügen über „nur“ 512 Megabyte Arbeitsspeicher – „nur“ deshalb, da sich dies immer öfter als Flaschenhals bei Android-Handys offenbart. Zudem fällt der interne Speicher mit jeweils acht Gigabyte sehr überschaubar aus. Im Falle des Xperia U ist dieser nicht einmal erweiterbar, der Nutzer muss mit den verfügbaren rund vier Gigabyte also gut haushalten.

Sony Xperia U
Sony Xperia U

Der flüssigen Bedienbarkeit tut dies aber keinen Abbruch. Zwar genehmigen sich beide Probanden hin und wieder einige Gedenkzehntelsekunden, wirklich störend ist dies aber nicht. Gleiches gilt auch für Sonys eigene Oberfläche, die das Unternehmen über Android 2.3.7 gelegt hat. Anders als viele Konkurrenten verzichtet man hier auf Effekthascherei, sondern bietet mit den meisten eigenen Apps und Widgets einen deutlichen Mehrwert.

Ebenfalls schon beim Xperia S wurde bemängelt, dass auch Monate nach der Fertigstellung von Android 4.0 nur eine veraltete Version des Betriebssystems zum Einsatz kommt. Zwar sind auch so alle essentiellen Funktionen und Programme vorhanden, ein fader Beigeschmack bleibt dennoch. Allerdings will Sony das entsprechende Update im Laufe des Sommers nachliefern.

Multimedia

Wie auch beim Xperia S setzt Sony auch bei den beiden neuen Mittelklassemodellen auf die Verzahnung mit hauseigenen Inhalten. Sowohl für den Video-Streaming-Dienst Video Unlimited als auch das Musikpendant Music Unlimited sind die entsprechenden Applikationen nebst Homescreen-Widgets vorhanden, einzig ein entsprechender Account wird für die Nutzung noch benötigt. Im Wesentlichen entspricht der Umfang der Video- und Musikkataloge – letzterer soll zehn Millionen Titel umfassen – dem der Mitbewerber.

Bildvergleich

Entscheidend für die Unterhaltungsqualität sind neben den Medien vor allem auch Display und Lautsprecher. In beiden Fällen liegt das Xperia Sola knapp vor dem Xperia U. Dies liegt nicht nur an der minimal größeren Bildschirmgröße, sondern auch im qualitativ besserer Lautsprecher auf der Rückseite. Zwar darf man man aufgrund der leicht quäkigen Wiedergabe nicht von „gut“ sprechen, das kleinere Xperia U erinnert aber noch stärker an einen Bahnhofslautsprecher. Anders sieht es da bei der Verwendung von Kopfhörern aus; hier gibt es dann kaum etwas auszusetzen.

Bildvergleich

Für die meisten Nutzer wichtiger ist jedoch die Qualität der verbauten Kamera. Sony setzt hier in beiden Geräten auf eine Fünf-Megapixel-Lösung nebst Autofokus und LED-Blitz. Dabei kommt wie auch im Xperia S wieder der Schnellauslöser zum Einsatz. Vom ausgeschaltetem Bildschirm bis hin zum fertigen Bild sollen so nur etwa 1,5 Sekunden vergehen. Während dies zumindest oftmals tatsächlich der Fall ist, ist die Qualität der so aufgezeichneten Bilder meist unterdurchschnittlich. Entweder ist der Fokus falsch gesetzt oder aber es kommt zu Verwacklern.

Bildvergleich

In der Praxis greift man deshalb eher zur traditionellen Aufnahme zurück. Hier stehen dann zahlreiche Funktionen bereit, die man schon seit Längerem kennt. Dazu gehören ein manueller Weißabgleich, diverse Effekteinstellungen, aber auch die Möglichkeit, die Bildauflösung zu verändern, um kleinere Dateien zu produzieren. Letzteres ist dabei insbesondere beim Xperia U von Vorteil, da der Speicher sehr knapp bemessen ist.

Bildvergleich

Die Bildqualität selbst ist als durchaus ordentlich zu bezeichnen, insbesondere im Hinblick auf den Preis beider Geräte. Zwar werden Farben nicht so intensiv wie in der Natur eingefangen, auffällig ist dies insbesondere bei Rot- und Gelbtönen, für Schnappschüsse ist es allerdings mehr als ausreichend. Störend ist da schon eher die deutlich sichtbare Neigung zum Bildrauschen. Selbst bei optimalen Bedingungen ist dies erkennbar. Gleichzeitig zeigt der Sensor Schwächen bei Flächen, die direkter und intensiver Sonne ausgesetzt sind.

Sony Xperia U Testvideo

Weniger gut gefällt das, was die Videoaufzeichnung bietet. Sowohl das Xperia Sola als auch das Xperia U nehmen Bewegtbilder nur in der „kleinen“ HD-Auflösung, also 1.280 × 720 Pixeln, auf. Während die Probleme mit der Farbtreue der der Fotofunktion entsprechen, kommen weitere hinzu. Selbst minimalste Ruckler werden nicht ausgeglichen, was zu sehr unruhigen Videos führt. Hinzu kommt, dass es auch bei sehr langsamen Schwenks zu Artefaktbildung kommt.

Sony Xperia Sola Testvideo

Sollen aufgenommene Bilder und Videos auf einem Fernseher wiedergegeben werden, bliebt nur der Griff zu WLAN und DLNA. Denn bei beiden Smartphones hat Sony auf einen kabelgebundenen Anschluss verzichtet.

Ebenfalls in den Unterhaltungsbereich fällt das Thema Internet. Punkten können hier beide Geräte mit ihren durchaus guten Displays, auch wenn mehr Fläche hier auch mehr Komfort bedeuten würde. Im Vergleich zu Oberklassegeräten mit 4,3 oder mehr Zoll muss natürlich mehr gescrollt werden, für den täglichen Nachrichtenüberblick reichen die 3,5 und 3,7 Zoll des Xperia U und Xperia Sola aber allemal.

Kommunikation

Einer der wenigen technischen Unterschiede zwischen dem Xperia Sola und Xperia U ist im Kapitel Kommunikation zu finden. Während beide Geräte alle wesentlichen Standards wie EDGE, GPRS, UMTS und HSPA für die Datenübertragung unterstützen und auch in WLANs zum Einsatz kommen können, beherrscht nur das Xperia Sola auch NFC. Damit stehen dem größeren der beiden Smartphones zusätzliche Optionen offen, beispielsweise der Umgang mit den sogenannten SmartTags, von denen zwei mitgeliefert werden. Eine ausführliche Beschreibung [7] findet sich im Test des Xperia S. Prinzipiell kann der Nutzer mit diesen schnell zwischen verschiedenen Profilen wechseln, die sich im Vorfeld anpassen lassen. Ansonsten hält sich der praktische Nutzen von NFC hierzulande noch in Grenzen.

Die maximalen Übertragungsraten in entsprechend ausgebauten Mobilfunknetzen liegt bei rund 14 Megabit pro Sekunde im Downstream, was für schnelles Surfen mehr als ausreicht. Headsets und anderes Zubehör kann via Bluetooth 2.1 angebunden werden. Die Gesprächsqualität beim Telefonieren ist bei beiden als gut einzustufen. Beim Xperia Sola stört hier nur ein gelegentliches Rauschen, welches beim Gesprächspartner ankommt. Beide Smartphones verfügen über ein zweites Mikrofon, um Nebengeräusche auszublenden, was abgesehen von obiger Beeinträchtigung gut funktioniert.

Laufzeiten

In beiden Modellen setzt Sony auf einen 1.320-mAh-Akku, der zumindest im Xperia U problemlos austauschbar ist. Auch wenn die Kapazität des Energiespeichers eher unterdurchschnittlich ausfällt: Durch die im Vergleich zu High-End-Boliden eher kleinen Displays werden überraschend gute Laufzeiten erreicht. Während in unserem Videotest in beiden Fällen immerhin mehr als vier Stunden Laufzeit erreicht wurden, liegen sie im Alltag sogar vor deutlich teureren Mitbewerbern.

Sony Xperia Sola
Sony Xperia Sola
Video-Dauertest
Angaben in Stunden, Minuten
  • 720p Dauertest, max. Heligkeit:
    • Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
      8:20
    • Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
      7:30
    • Apple iPhone 4 (iOS 5.0.1)
      7:20
    • HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
      7:00
    • Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
      6:55
    • iPad 3 (iOS 5.1)
      6:55
    • Apple iPhone 4S (iOS 5.0.1)
      6:40
    • HTC One S (Android 4.0.3)
      6:08
    • Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
      5:47
    • Apple iPhone 4S (iOS 5.0.0)
      5:40
    • RIM BlackBerry Playbook
      5:33
    • HTC One V (Android 4.0.3)
      5:30
    • Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
      5:03
    • HTC Radar (Windows Phone 7.5)
      4:33
    • HTC One X (Android 4.0.3)
      4:31
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      4:29
    • Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
      4:27
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      4:12
    • HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
      3:56
    • HP TouchPad (webOS 3.0.2)
      3:30
    • Sony Tablet P
      3:28
    • HTC Titan (Windows Phone 7.5)
      3:20
    • Sony Xperia S (Android 2.3.7)
      3:20
    • Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
      3:00
      Hinweis: Firmware 1600.2479.7740.11451
    • Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
      2:50
  • 720p Dauertest, 200 cd/m²:
    • Sony Xperia U (Android 2.3.7)
      5:23
    • Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
      4:50
Anmerkungen zu den Laufzeiten
Sony Xperia U
Sony Xperia U

Während diese häufig nach spätestens 24 Stunden wieder geladen werden müssen, liegt der Akkustand beim Xperia Sola und Xperia U nach dieser Zeitspanne noch bei 25 bis 30 Prozent. Dabei wurden zwei E-Mail-Konten synchronisiert sowie mehrere Telefonate geführt, Nachrichten verschickt sowie via UMTS und WLAN gesurft.

Fazit

So anders und doch so ähnlich – mit diesen Worten lassen sich das Xperia Sola und Xperia U gut beschreiben. Ein nicht so weit auseinander liegender Preis, in weiten Teilen identische Technik, die gleiche Software: Abgesehen vom Design, welches wie immer eine Sache des eigenen Geschmacks ist, unterscheiden sich beide Kandidaten nur in Nuancen voneinander.

Während man beim Xperia Sola den internen Speicher erweitern kann, kann beim Xperia U der Akku problemlos selbst getauscht werden. Wo das Xperia Sola ein minimal größeres Display bietet, erreicht das Xperia U eine etwas bessere Laufzeit unter Last. Beim Xperia Sola steht das noch immer kaum nutzbare NFC zur Verfügung, beim Xperia U kann das farbliche Erscheinungsbild mit Hilfe des LED-Bands und der wechselbaren Bodenpartie den eigenen Wünschen angepasst werden.

Prinzipiell müsste man anhand dieser wenigen objektiven Unterschiede das bessere Modell bestimmen. Praktisch entpuppt sich jeder der genannten Vorteile aber auch als Nachteil oder als reine Spielerei. Am Ende entpuppt sich dann ein einziger, winziger Punkt als ausschlaggebend: Die nur wenige Kubikzentimeter in Anspruch nehmende Halterung für eine microSD-Karte. Diese kleine Speicherkarte sorgt dafür, dass das Xperia Sola am Ende die Nase einen Hauch vorne hat.

Sony Xperia Sola und Xperia U
Sony Xperia Sola und Xperia U

Angesichts spottbilliger Flash-Speicher ist es generell unverständlich, nur weniger Gigabyte zu verbauen. Umso kritischer muss es dann bewertet werden, wenn bei nur vier für den Nutzer zur Verfügung stehenden Gigabyte an der Möglichkeit zur Speichererweiterung gespart wird.

Es stellt sich aber nicht nur die Frage, welches der beiden hier getesteten Modelle das bessere ist, sondern wie es im Vergleich zur Konkurrenz aussieht. Und hier leistet sich Sony mit beiden Kandidaten mehr oder weniger grobe Schnitzer. Denn während ein HTC One V bereits mit Android 4.0 und somit einer aktuellen Version des Betriebssystems ausgeliefert wird, muss man sich bei beiden Xperias mit einer acht Monate alten Fassung begnügen. Für den alltäglichen Einsatz mag dies keine große Bedeutung haben, wirft jedoch ein schlechtes Licht auf den Hersteller.

Wer sich damit anfreunden kann, erhält mit dem Xperia Sola ein in Summe gelungenes Mittelklasse-Smartphone mit leichten Schwächen und einem sehr eigenständigen Design. Das Xperia U ist im Vergleich dazu die schlechtere Wahl, auch wenn es am Ende nur an Kleinigkeiten mangelt.

Verfügbarkeit & Preise

Das Sony Xperia Sola ist in Deutschland seit Mitte Mai in drei Farben – rot, schwarz, weiß – erhältlich und kann bei verschiedenen Providern im Rahmen von unterschiedlichen Verträgen zu entsprechend variierenden Preisen erstanden werden. In der freien Variante muss aktuell mit Preisen ab etwa 260 Euro [8] gerechnet werden.

Ebenfalls drei Farbvarianten stehen beim Xperia U zur Verfügung: schwarz-weiß, weiß-gelb und schwarz-pink. Neben den Kombinationen mit diversen Laufzeitverträgen kann das Xperia U auch im freien Handel bezogen werden. Die Preise beginnen bei knapp 220 Euro [9].

URL-Liste

  1. http://www.computerbase.de/2012-04/test-sony-xperia-s/
  2. http://www.cyberport.de/smartphone-und-foto/smartphones/A404-106/sony-xperia-sola-rot.html
  3. http://www.getgoods.de/smartphones-handys-und-festnetz/handys-und-smartphones/hersteller/sony/540111/sony-xperia-u-black-pink-st25i
  4. http://www.computerbase.de/2012-05/test-htc-one-v/
  5. http://www.cyberport.de
  6. http://www.getgoods.de
  7. http://www.computerbase.de/2012-04/test-sony-xperia-s/6/#abschnitt_kommunikation
  8. http://www.computerbase.de/preisvergleich/748405
  9. http://www.computerbase.de/preisvergleich/741647