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Test: Sony Xperia Sola & Xperia U

von Patrick Bellmer

Vorwort

Doppelt hält besser – so könnte Sonys Motto für die untere Smartphone-Mittelklasse lauten. Während man sich in den hohen Preisgefilden derzeit einzig und allein auf das Xperia S [1] verlässt, sollen in den günstigeren Sphären ab sofort zwei Vertreter um die Gunst der Käufer buhlen. Dabei unterscheiden sich das Xperia Sola [2] und das Xperia U [3] auf den ersten Blick recht deutlich voneinander.

Wo das Xperia U beim „Look and Feel“ auf die neue, im Februar vorgestellte Design- und Namenslinie setzt, bricht das Sola mit beidem. Auf den zweiten Blick offenbaren sich dann aber zahlreiche Parallelen. Um welche es sich dabei handelt und welches der beiden kompakten Smartphones die bessere Wahl ist, soll unter Test zeigen.

Sony Xperia Sola und Xperia U
Sony Xperia Sola und Xperia U

Zugleich wagen wir einen kurzen Ausblick auf die kommenden Monate. Denn der Wettbewerb in der Mittelklasse wird immer härter, mit dem Samsung Galaxy Ace 2 sowie dem HTC One V [4] stehen zwei starke Konkurrenten parat.

Wir danken Cyberport [5] (Sony Xperia Sola) und getgoods.de [6] (Sony Xperia U) für die freundlichen Teststellungen!

Spezifikationen & Lieferumfang

Sony Xperia Sola Sony Xperia U
Typ: Bartype
OS: Android 2.3.7 (6.0.B.1.564) / TimeScape UI
Display:
(Auflösung)
3,7", LCD
854 × 480 Pixel
3,5", LCD
854 × 480 Pixel
Display-Art: Touchscreen, kapazitiv
Bedienung: Touch, Knopfreihe
CPU / Chip: 1 GHz, Dual-Core (ST-Ericsson NovaThor U8500)
Arbeitsspeicher: 512 MByte
Speicher: 8 GByte, per microSD-Karte erweiterbar 8 GByte, nicht erweiterbar
Verbindungen: GPRS/EDGE/HSPA/WLAN/Bluetooth/GPS/NFC GPRS/EDGE/HSPA/WLAN/Bluetooth/GPS
Standards / Besonderheiten: HSPA (max. 14,4 Mbit/s im Download, max. 5,76 Mbit/s im Upload), WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1, Floating-Touch-Display HSPA (max. 14,4 Mbit/s im Download, max. 5,76 Mbit/s im Upload), WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1
Kamera: 5 Megapixel, LED-Blitz, Videoaufnahme in bis zu 720p
Akku (mAh): 1.320
Abmessung: 116,0 x 59,0 x 9,9 mm 112,0 × 54,0 × 12,0 mm
Gewicht: 107 Gramm 110 Gramm
Audio: .aac, .amr, .ogg, .m4a, .mid, .mp3, .wav, .wma (Windows Media Audio 9)
Video: .3gp, .3g2, .mp4, .wmv (Windows Media Video 9), .avi (MP4 ASP und MP3)
SAR-Wert: nicht bekannt
Lieferumfang: Kopfhörer, USB-Kabel, Ladegerät, Dokumentationen, zwei SmartTags Kopfhörer, USB-Kabel, Ladegerät, Dokumentationen, Ersatzaufsatz für Gehäuseboden

Design & Verarbeitung

Der offensichtlichste Unterschied zwischen dem Xperia Sola und Xperia U liegt wie eingangs erwähnt in den unterschiedlichen Designs, die Anwendung gefunden haben.

Letztgenanntes folgt dabei der mit dem Xperia S eingeführten neuen Formensprache. Im Mittelpunkt stehen dabei klare Linien, was dem Xperia U ein fast schon monolithisches Aussehen verleiht. Und wie auch beim großen Bruder setzt man auf zwei prägnante Eyecatcher: Die drei Sensorpunkte für die Android-Bedienung sowie einen transparenten, von drei LEDs beleuchteten Kunststoffstreifen im unteren Bereich des Gehäuses. Anders als beim Xperia S übernimmt dieser aber eine größere Rolle. Denn die verbauten LEDs passen ihre Farbe an den Display-Inhalt an – ähnliches kennt man von einigen Philips-Fernsehern. Wirklich mehr als ein optisches Gimmick ist diese Funktion allerdings nicht.

Sony Xperia U
Sony Xperia U
Sony Xperia U

Sony Xperia U
Sony Xperia U

Geschmackssache sind die austauschbaren Bodenteile des Gehäuses. Das Element unterhalb der transparenten Leiste kann abgezogen werden und gegen ein andersfarbenes ausgetauscht werden. Möglich sind damit derzeit die Farbkombinationen schwarz-weiß, weiß-gelb und schwarz-pink. Wie auch schon beim Xperia S sind im Bereich der LED-beleuchteten Leiste Übergänge spürbar. Allerdings fallen diese beim kleineren Sony-Smartphone bei weitem nicht so deutlich aus. An der restlichen Verarbeitung gibt es hingegen nichts auszusetzen. Als ein wenig fummelig erweist sich die abnehmbare Rückseite, unter der sich der austauschbare Akku sowie der Schacht für die SIM-Karte verbergen.

Gut gelungen ist die Haptik des verwendeten Kunststoffs. Dieser ist leicht texturiert, so dass das Gerät gut und sicher in der Hand liegt. Allerdings sind Schlieren und Fingerabdrücke nur sehr schwer wieder von der Rückseite zu entfernen. Die vier Tasten auf der rechten Seite des Smartphones sind gut erreichbar, sauber eingefügt und bieten gute Druckpunkte.

Sony Xperia Sola
Sony Xperia Sola
Sony Xperia Sola
Sony Xperia Sola

Etwas anders sieht es da beim Xperia Sola aus. Hier hat Sony die Tasten auf die rechte und linke Seite verteilt, was ein wenig Eingewöhnungszeit erfordert. Generell gilt aber auch hier: Die Verarbeitung ist durchaus als gut einzustufen, wenn auch einen Tick besser als beim Xperia U. Allerdings erweist sich die Rückseite beim Wiederaufsetzen ebenfalls als hakelig. Auch beim Material gibt es keinen Unterschied.

Optisch liegen beide Modelle dann aber wieder weit auseinander. Zwar setzt Sony auch beim Xperia Sola nicht auf Schnörkel oder andere Auffälligkeiten, prägendes Gestaltungselement ist hier aber nicht eine leuchtende Leiste, sondern das scheinbar aufgesetzt Display. Dadurch wirkt das Handy dünner, als es tatsächlich ist. Dies gilt insbesondere für das rote und weiße Modell. Besser als beim Xperia U gefällt die wesentlich größere Beschriftung der Sensorflächen für die Touch-Knöpfe.

Display

Gänzlich unterschiedlich und doch gleich sind die beiden Displays. Beide Xperias teilen sich sowohl die Auflösung von 854 × 480 Pixeln als im Wesentlichen auch die maximale Helligkeit sowie den Kontrast. In beiden Kategorien können die Testkandidaten sich im Mittelfeld platzieren. Ebenfalls bei beiden anzufinden ist Sonys Mobile-Bravia-Engine, die bei Fotos und Videos für eine bessere Farbdarstellung und einen höheren Kontrast sorgen soll. Im direkten Vergleich sind die Unterschiede deutlich erkennbar, in der Praxis macht es bei den üblichen Anwendungsbereichen allerdings keinen Unterschied.

Sony Xperia Sola
Sony Xperia Sola
Sony Xperia U
Sony Xperia U

Der erste große Unterschied betrifft die Größe des Displays, auch wenn dieser nur minimal ausfällt. Während das Xperia U mit 3,5 Zoll in der Diagonalen auskommen muss, stehen beim Xperia Sola 3,7 Zoll zur Verfügung. Während letztgenanntes Handy mehr Bildschirmfläche bietet, erreicht erstgenanntes mit 279 zu 264 ppi eine leicht schärfere Darstellung. Beide Anzeigen punkten jedoch mit einer guten Farbdarstellung sowie großen Blickwinkeln. Anders als beim Xperia S hat Sony den beiden Mittelklassegeräten eine automatische Helligkeitsregulierung spendiert. Dadurch kann die Laufzeit positiv beeinflusst werden. Allerdings neigt die Automatik dazu, die Hintergrundbeleuchtung eher zu dunkel zu lassen.

Display-Werte
 Helligkeit max.:
RIM BlackBerry PlayBook
550
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Apple iPhone 4S
488
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.200
Sony Xperia S
449
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
HTC Titan
439
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.700
HTC Sensation XL
437
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Motorola Xoom 2
429
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
LG Optimus 3D
425
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.800
HTC One X
411
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.800
Sony Xperia U
411
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
Sony Xperia Sola
403
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.600
HTC Radar
402
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.500
Sony Ericsson Xperia Arc
394
Sony Tablet P
390
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.400
HTC Evo 3D
375
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.300
Samsung Galaxy S II
371
LG Optimus Pad (V900)
363
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.100
Apple iPad 2
363
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
HTC One V
360
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.700
Sharp Aquos SH80F
355
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.900
HTC Sensation
350
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.900
Samsung Galaxy Ace
334
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.600
HTC Flyer
331
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
iPad 3
325
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.200
Acer Iconia Tab A500
312
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.000
Motorola Xoom
304
Samsung Galaxy Note
302
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.400
Motorola Droid Razr
297
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Nokia Lumia 800
278
Hinweis: Weißpunkt: ca. 7.200
HTC One S
269
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.400
HP TouchPad
263
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.300
Sony Ericsson Xperia Play
256
Samsung Galaxy Nexus
213
Hinweis: Weißpunkt: ca. 6.400
Nokia E6
181
Hinweis: Weißpunkt: ca. 8.000
Sony Ericsson Xperia Neo
143
Hinweis: Weißpunkt: ca. 5.700
Angaben in Leuchtdichte (cd/m²)
 Helligkeit min.:
iPad 3
3
Apple iPhone 4S
4
LG Optimus 3D
5
Sony Xperia S
5
Nokia E6
7
Sony Ericsson Xperia Neo
7
Samsung Galaxy Nexus
7
Sony Ericsson Xperia Arc
8
Sharp Aquos SH80F
9
Apple iPad 2
10
HTC Titan
12
Sony Tablet P
13
HP TouchPad
13
HTC Evo 3D
14
HTC Sensation
15
HTC One X
16
HTC One V
16
HTC Radar
18
HTC One S
20
Sony Ericsson Xperia Play
23
HTC Sensation XL
24
Nokia Lumia 800
28
Motorola Xoom
30
Acer Iconia Tab A500
33
HTC Flyer
43
LG Optimus Pad (V900)
46
Sony Xperia Sola
46
Samsung Galaxy S II
48
Motorola Xoom 2
50
Sony Xperia U
53
RIM BlackBerry PlayBook
58
Motorola Droid Razr
65
Samsung Galaxy Ace
66
Samsung Galaxy Note
90
Angaben in Leuchtdichte (cd/m²)
 Kontrast:
Samsung Galaxy S II
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Samsung Galaxy Note
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Motorola Droid Razr
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Samsung Galaxy Nexus
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Nokia Lumia 800
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
HTC One S
5.000:1
Hinweis: OLED-Display
Sony Ericsson Xperia Neo
1.588:1
HTC One V
1.384:1
Sony Ericsson Xperia Play
1.280:1
HTC One X
1.245:1
Acer Iconia Tab A500
1.100:1
LG Optimus 3D
1.089:1
Motorola Xoom
1.050:1
HTC Sensation XL
1.025:1
HTC Titan
1.020:1
RIM BlackBerry PlayBook
928:1
Apple iPhone 4S
887:1
Sony Xperia U
874:1
HTC Radar
873:1
Sony Xperia Sola
857:1
Sony Tablet P
847:1
iPad 3
805:1
HTC Flyer
780:1
LG Optimus Pad (V900)
772:1
Apple iPad 2
772:1
Motorola Xoom 2
727:1
HP TouchPad
710:1
Sony Ericsson Xperia Arc
596:1
Nokia E6
548:1
HTC Sensation
538:1
HTC Evo 3D
518:1
Sharp Aquos SH80F
444:1
Sony Xperia S
415:1
Samsung Galaxy Ace
265:1
Angaben in Kontrast
+ Anmerkungen zur Display-Betrachtung

Als optimalen Weißpunkt sehen wir D65 an, also eine Farbtemperatur von 6.500 Kelvin (K). Dies entspricht nach gängiger Definition einem mittlerem Tageslicht und ist der Weißpunkt der gängigen Farbräume sRGB und AdobeRGB. Eine Abweichung von einigen hundert bis etwa 1000 K ist bei Mobiltelefonen als noch akzeptabel anzusehen, einige Displays – bauartbedingt vor allem OLED-Modelle – liegen allerdings beim Weiß und noch mehr bei Grautönen oft im Bereich um 10.000 K, was bereits als deutlicher Blaustich wahrnehmbar ist. Sehr viele Displays von Smartphones und Notebooks treffen zwar den Weißpunkt von 6.500 K relativ genau, weichen aber bei Grautönen und anderen mittleren Farbtönen deutlich mit einem Blaustich ab. Vor allem bei gleichzeitigem Auftreten von Grau und Weiß ist diese ungleichmäßige Graubalance wahrnehmbar.

Gegenüber der LCD-Technik weisen OLED-Bildschirme einige Besonderheiten auf, die sich teilweise in unseren Messungen niederschlagen und erklärungsbedürftig sind. Zum einen ist das der bekanntermaßen hohe Kontrast, der bei OLED durch die selbstleuchtenden Pixel möglich ist – es gibt hier kein Backlight, welches durch das Panel mehr oder weniger stark abgedunkelt wird, sondern ein schwarz angesteuerter Pixel ist tatsächlich komplett schwarz und leuchtet nicht. Da das Kontrastverhältnis den Quotienten zwischen der Helligkeit von Weiß und Schwarz angibt, ergibt die Kontrastmessung bei OLED-Displays theoretisch eine Division durch Null und damit ein nicht definiertes Ergebnis – in der Praxis gibt es bei der Schwarzmessung immer eine gewisse Resthelligkeit durch Streulicht und ein Signalrauschen beim Messgerät, sodass Kontrastergebnisse im fünfstelligen Bereich entstehen. Da die Darstellung dieser Kontrastwerte im Balkendiagramm den irreführenden Eindruck erzeugen, der Kontrast wäre bei OLED sichtbar um viele Größenordnungen besser, haben wir uns entschieden als Kontrast maximal 5000:1 darzustellen und auf diese Erklärung zu verweisen. Im Alltag ist der Unterschied allenfalls in sehr dunklen Umgebungen deutlich wahrnehmbar, bei Tageslicht sind Faktoren wie die Reflexionen der Displayoberfläche wesentlich wichtiger.

Die zweite Besonderheit ist die beim derzeitigen Stand der Technik verhältnismäßig geringe Lebensdauer der blauen Leuchtelemente bei OLED-Displays. Dies veranlasst die Hersteller dazu, zur Steigerung der Lebensdauer bei einigen Displays die klassische RGB-Subpixelmatrix durch alternative Anordnungen abzulösen. Bekannt ist dabei beispielsweise Samsungs „PenTile“-Matrix, deren Hauptmerkmal die Vergrößerung der blauen und roten Subpixel ist – allerdings bei gleichzeitiger Halbierung ihrer Anzahl. Das bedeutet, dass bei gleicher Nennauflösung diese Displays eine geringere Anzahl von Subpixeln aufweisen als Displays mit der bewährten RGB-Matrix. Jeder Pixel verfügt weiterhin über seinen eigenen grünen Subpixel, teilt sich aber den jeweiligen roten und blauen Subpixel mit seinem Nachbarpixel. Das ganze führt bei gleicher Nennauflösung zu einer geringeren tatsächlichen Auflösung und an Kontrastkanten zu Farbsäumen, die vor allem die Lesbarkeit von Text deutlich verringern können.

Eine Besonderheit bietet zudem das Xperia Sola, bei dem Sony ein sogenanntes Floating-Touch-Display verbaut hat. Dabei handelt es sich nicht um eine neue Bildschirmtechnik, sondern die Kombination zweier unterschiedlicher Touch-Sensoren. Während üblicherweise ein Mutual-Capacitance-Sensor verbaut wird, der Multitouch-Gesten erkennt, setzt Sony zusätzlich auf einen Self-Capacitance-Sensor. Dieser ist aufgrund eines anderes Aufbaus zwar nicht für Mehrfingerkommandos ausgelegt, kann dafür aber bereits auf relativ große Entfernung präzise den Standort eines Fingers erkennen.

Im Falle des Xperia Solas bedeutet dies, dass bereits ab einer Entfernung von 20 Millimetern der Finger erkannt wird. In kompatiblen Anwendungen kann so „navigiert“ werden – der Finger dient laut Hersteller so als Mausersatz. Derzeit steht diese Funktion allerdings nur im Standard-Browser sowie auf dem Homescreen zur Verfügung. Beim Surfen können so Links markiert und vorausgewählt werden, per Display-Berührung wird dieser dann aufgerufen. Dies funktioniert aber nicht auf allen Seiten, insbesondere bei Mobilseiten steht die Floating-Touch-Technik häufig nicht zur Verfügung. Das Scrollen per Finger oder andere Kommandos werden nicht unterstützt. Mit dem angekündigten Update auf Android 4.0 soll diese Art der Steuerung auch in Apps Einzug halten.

Performance & Oberfläche

Wie schnell die Entwicklung bei Smartphones voranschreitet, lässt sich an kaum eine Punkt so eindrucksvoll aufzeigen wie bei der Systemleistung. Bekam man vor sechs oder neun Monaten bei einem Gerät für 200 bis 300 Euro lediglich Single-Core-Lösungen mit einigen hundert Megahertz, so sind nun Zweikernchips auch in der Mittelklasse durchaus üblich. Damit einher geht unter anderem, dass selbst ehemalige Flaggschiffe wie das Xperia Arc oder Samsung Galaxy S in vielen Bereichen nicht mehr mithalten können.

Sony Xperia U
Sony Xperia U
Sony Xperia U
Sony Xperia U
Sony Xperia U
Sony Xperia U

Konkret verbaut wird ein ein Gigahertz schneller Dual-Core-SoC von ST-Ericsson. Das Modell NovaThor U8500 verfügt über zwei ARM-Cortex-A9-Kerne sowie eine GPU vom Typ Mali 400. Gefertigt wird der SoC im 45-Nanometer-Verfahren und kommt unter anderem auch im Sony Xperia P und Samsung Galaxy Ace 2 zum Einsatz. Angesichts der relativ hohen Leistung überrascht es, dass der SoC nur in wenigen Geräten verwendet wird. In unseren Benchmarks konnten sich beide Xperias fast immer im Mittelfeld platzieren.

Je nach Szenario wurden dabei auch zumindest auf dem Papier leistungsstärkere Konkurrenten übertrumpft. Aber auch sehr aktuelle Mitbewerber wie beispielsweise das HTC One V liegen teils um Längen hinter dem Xperia Sola und Xperia U.

+ Benchmarks
Smartbench 2011 (Produktiv)
HTC One X (Android 4.0.3)
6.458
HTC One S (Android 4.0.3)
4.860
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
4.124
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
3.862
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
3.683
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
3.667
Motorola Xoom (Android 3.0)
3.615
Sony Tablet P
3.240
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
3.208
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
2.929
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
2.753
LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
2.716
Sony Tablet S
2.609
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
2.446
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
2.442
LG Optimus Speed (Android 2.2)
2.348
HTC Sensation (2.3.3)
1.986
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
1.953
Acer Iconia Tab A500 (Android 3.0)
1.861
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
1.734
HTC Flyer (2.3.3)
1.461
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
1.445
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
1.427
HTC One V (Android 4.0.3)
1.275
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
1.224
HTC Desire (Android 2.2)
1.112
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
1.077
Google Nexus One (Android 2.2)
1.044
Sony Ericsson Xperia Arc (Android 2.3.2)
1.015
Sony Ericsson Xperia Play (Android 2.3.3)
1.006
HTC Desire S (Android 2.3)
1.002
Samsung Galaxy S I9000 (2.2.1)
875
HTC Desire HD (Android 2.2)
744
HTC Wildfire S (Android 2.3)
332
Angaben in Punkten
Smartbench 2011 (Games)
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
2.882
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
2.868
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
2.819
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
2.753
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
2.743
HTC One X (Android 4.0.3)
2.718
Acer Iconia Tab A500 (Android 3.0)
2.505
LG Optimus Speed (Android 2.2)
2.494
LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
2.477
Motorola Xoom (Android 3.0)
2.476
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
2.418
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
2.342
HTC Flyer (2.3.3)
2.311
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
2.297
Sony Tablet S
2.289
Sony Tablet P
2.281
HTC One S (Android 4.0.3)
2.275
Samsung Galaxy S I9000 (2.2.1)
2.247
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
2.239
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
2.176
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
2.170
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
2.084
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
1.787
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
1.707
HTC Sensation (2.3.3)
1.679
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
1.659
Sony Ericsson Xperia Play (Android 2.3.3)
1.428
Sony Ericsson Xperia Arc (Android 2.3.2)
1.403
HTC Desire S (Android 2.3)
1.313
HTC One V (Android 4.0.3)
1.251
HTC Desire HD (Android 2.2)
797
Google Nexus One (Android 2.2)
634
HTC Desire (Android 2.2)
487
HTC Wildfire S (Android 2.3)
428
Angaben in Punkten
Linpack for Android (Single)
HTC One S (Android 4.0.3)
102,000
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
62,900
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
57,600
HTC Flyer (2.3.3)
55,400
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
54,820
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
52,520
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
52,150
HTC One X (Android 4.0.3)
52,100
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
49,100
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
45,960
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
45,880
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
44,500
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
44,500
HTC Sensation (2.3.3)
44,100
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
43,400
Acer Iconia Tab A500 (Android 3.0)
42,700
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
42,106
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
41,812
HTC Desire S (Android 2.3)
41,300
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
37,900
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
37,500
LG Optimus Speed (Android 2.2)
37,200
Sony Ericsson Xperia Play (Android 2.3.3)
36,100
Motorola Xoom (Android 3.0)
35,700
HTC Desire HD (Android 2.2)
35,300
Sony Ericsson Xperia Arc (Android 2.3.2)
34,800
HTC One V (Android 4.0.3)
33,580
Google Nexus One (Android 2.2)
31,200
LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
30,300
Sony Tablet P
28,370
Sony Tablet S
27,700
HTC Desire (Android 2.2)
23,100
Samsung Galaxy S I9000 (2.2.1)
13,700
HTC Wildfire S (Android 2.3)
7,400
Angaben in MFLOPS
Linpack for Android (Multi)
HTC One S (Android 4.0.3)
186,000
HTC One X (Android 4.0.3)
132,500
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
89,810
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
88,300
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
76,230
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
74,200
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
72,817
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
70,219
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
69,500
LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
67,200
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
64,800
Sony Tablet P
56,200
Sony Tablet S
54,000
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
50,300
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
45,600
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
44,600
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
38,860
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
33,900
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
30,100
HTC One V (Android 4.0.3)
29,070
HTC Wildfire S (Android 2.3)
4,000
Angaben in MFLOPS
CF-Benchmark
 CF-Benchmark:
HTC One X (Android 4.0.3)
13.694
HTC One S (Android 4.0.3)
9.517
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
7.306
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
6.961
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
6.609
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
6.591
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
6.498
Hinweis: Referenzwert
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
5.772
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
5.393
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
5.350
HTC Sensation (2.3.3)
5.174
Hinweis: Referenzwert
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
5.147
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
4.927
LG Optimus Pad V900 (Android 3.0)
4.781
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
4.183
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
3.820
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
3.767
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
2.885
HTC One V (Android 4.0.3)
2.585
Samsung Galaxy S I9000 (2.2.1)
2.205
Hinweis: Referenzwert
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
1.958
HTC Wildfire S (Android 2.3)
736
Angaben in Punkten
GLBenchmark
 GLBenchmark 2.1 Egypt (offscreen):
iPhone 4S (iOS 5.0)
70
HTC One X (Android 4.0.3)
64
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
62
HTC One S (Android 4.0.3)
56
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
30
HTC One V (Android 4.0.3)
20
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
20
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
19
BrowserMark
Apple iPad 3 (iOS 5.1)
101.656
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
100.882
Sony Tablet P
91.686
Sony Tablet S
90.436
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
88.304
iPhone 4S (iOS 5.0)
88.195
HTC One S (Android 4.0.3)
87.223
HTC One X (Android 4.0.3)
86.844
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
76.843
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
72.946
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
71.198
Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
68.989
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
67.328
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
57.263
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
54.490
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
52.234
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
50.932
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
50.898
iPhone 4 (iOS 5.0)
50.873
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
47.639
RIM BlackBerry PlayBook
47.577
HTC One V (Android 4.0.3)
42.141
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
39.760
HP TouchPad (webOS 3.0.2)
36.765
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
35.822
HTC Titan (Windows Phone 7.5)
33.060
Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
31.768
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
30.757
HTC Radar (Windows Phone 7.5)
24.839
Nokia E6 (Symbian Anna)
20.581
Angaben in Punkten
SunSpider 0.9
Apple iPad 3 (iOS 5.1)
1.807,0
HTC One S (Android 4.0.3)
1.849,0
HTC One X (Android 4.0.3)
1.884,0
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
1.955,2
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
1.973,2
Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
2.106,2
iPhone 4S (iOS 5.0)
2.243,0
Sony Tablet P
2.245,6
Sony Tablet S
2.351,6
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
2.713,2
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
2.720,0
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
3.034,4
Sony Ericsson Xperia Arc S (Android 2.3.4)
3.227,8
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
3.247,0
HTC One V (Android 4.0.3)
3.285,0
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
3.307,0
iPhone 4 (iOS 5.0)
3.661,0
RIM BlackBerry PlayBook
3.681,4
HP TouchPad (webOS 3.0.2)
3.854,7
Samsung Galaxy S II (2.3.3)
3.987,0
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
4.043,6
Samsung Galaxy Note (Android 2.3.5)
4.748,4
LG Optimus 3D (Android 2.2.2)
5.187,4
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
5.270,9
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
6.391,4
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
6.407,4
HTC Titan (Windows Phone 7.5)
6.492,0
Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
6.837,0
HTC Radar (Windows Phone 7.5)
9.160,2
Nokia E6 (Symbian Anna)
9.432,2
Angaben in Millisekunden
+ Anmerkungen zur Leistungsbetrachtung

Grundsätzlich sei dazu auch in diesem Fall zunächst vermerkt, dass wir dem Thema „Benchmarks“ im Bereich der Smartphones mit Skepsis gegenüberstehen und das nicht nur, weil die Aussagekraft von (synthetischen) Benchmarks selbst in einer homogenen Geräte-Gruppe mit gleichem Betriebssystem zumindest diskussionswürdig ist. Hinzu kommt, dass eine effektive Messung über die unterschiedlichen Plattformen methodisch schwierig ist – ein weiterer Faktor, der verstärkend zu der Feststellung beitragen, dass die hier wie anderswo präsentierten Ergebnisse nur als Richtwert, nicht aber als ultimativ-objektive Darstellung der Realität angesehen werden sollten.

Die Auswahl der Benchmarks leitet sich wie gewohnt nicht nur von der Beliebtheit, sondern auch von den Schwerpunkten ab: Während Smartbench und CF-Bench auf die Gesamt-Performance abzielen, ermittelt Linpack die pure Rechenpower und SunSpider und BrowserMark zielen auf die Performance des Browsers ab, sodass alle relevanten Aspekte abgedeckt werden. Gelistet werden fast ausschließlich Geräte, die einem Test unterzogen wurden.

Gemessen wurde gleich nach der ersten Geräte-Einrichtung, wobei aus jeweils drei Messungen je Benchmark der schnellste Wert in die Wertung einfließt. Nach der Installation der Benchmarks wurde das Gerät neugestartet und für einige Minuten im Idle belassen; zwischen den Durchläufen je Benchmark wurde das Gerät ebenfalls jeweils neugestartet.

Gespart hat Sony dafür an anderer Stelle. Denn beide Smartphones verfügen über „nur“ 512 Megabyte Arbeitsspeicher – „nur“ deshalb, da sich dies immer öfter als Flaschenhals bei Android-Handys offenbart. Zudem fällt der interne Speicher mit jeweils acht Gigabyte sehr überschaubar aus. Im Falle des Xperia U ist dieser nicht einmal erweiterbar, der Nutzer muss mit den verfügbaren rund vier Gigabyte also gut haushalten.

Sony Xperia U
Sony Xperia U

Der flüssigen Bedienbarkeit tut dies aber keinen Abbruch. Zwar genehmigen sich beide Probanden hin und wieder einige Gedenkzehntelsekunden, wirklich störend ist dies aber nicht. Gleiches gilt auch für Sonys eigene Oberfläche, die das Unternehmen über Android 2.3.7 gelegt hat. Anders als viele Konkurrenten verzichtet man hier auf Effekthascherei, sondern bietet mit den meisten eigenen Apps und Widgets einen deutlichen Mehrwert.

Ebenfalls schon beim Xperia S wurde bemängelt, dass auch Monate nach der Fertigstellung von Android 4.0 nur eine veraltete Version des Betriebssystems zum Einsatz kommt. Zwar sind auch so alle essentiellen Funktionen und Programme vorhanden, ein fader Beigeschmack bleibt dennoch. Allerdings will Sony das entsprechende Update im Laufe des Sommers nachliefern.

Multimedia

Wie auch beim Xperia S setzt Sony auch bei den beiden neuen Mittelklassemodellen auf die Verzahnung mit hauseigenen Inhalten. Sowohl für den Video-Streaming-Dienst Video Unlimited als auch das Musikpendant Music Unlimited sind die entsprechenden Applikationen nebst Homescreen-Widgets vorhanden, einzig ein entsprechender Account wird für die Nutzung noch benötigt. Im Wesentlichen entspricht der Umfang der Video- und Musikkataloge – letzterer soll zehn Millionen Titel umfassen – dem der Mitbewerber.

Entscheidend für die Unterhaltungsqualität sind neben den Medien vor allem auch Display und Lautsprecher. In beiden Fällen liegt das Xperia Sola knapp vor dem Xperia U. Dies liegt nicht nur an der minimal größeren Bildschirmgröße, sondern auch im qualitativ besserer Lautsprecher auf der Rückseite. Zwar darf man man aufgrund der leicht quäkigen Wiedergabe nicht von „gut“ sprechen, das kleinere Xperia U erinnert aber noch stärker an einen Bahnhofslautsprecher. Anders sieht es da bei der Verwendung von Kopfhörern aus; hier gibt es dann kaum etwas auszusetzen.

Für die meisten Nutzer wichtiger ist jedoch die Qualität der verbauten Kamera. Sony setzt hier in beiden Geräten auf eine Fünf-Megapixel-Lösung nebst Autofokus und LED-Blitz. Dabei kommt wie auch im Xperia S wieder der Schnellauslöser zum Einsatz. Vom ausgeschaltetem Bildschirm bis hin zum fertigen Bild sollen so nur etwa 1,5 Sekunden vergehen. Während dies zumindest oftmals tatsächlich der Fall ist, ist die Qualität der so aufgezeichneten Bilder meist unterdurchschnittlich. Entweder ist der Fokus falsch gesetzt oder aber es kommt zu Verwacklern.

In der Praxis greift man deshalb eher zur traditionellen Aufnahme zurück. Hier stehen dann zahlreiche Funktionen bereit, die man schon seit Längerem kennt. Dazu gehören ein manueller Weißabgleich, diverse Effekteinstellungen, aber auch die Möglichkeit, die Bildauflösung zu verändern, um kleinere Dateien zu produzieren. Letzteres ist dabei insbesondere beim Xperia U von Vorteil, da der Speicher sehr knapp bemessen ist.

Die Bildqualität selbst ist als durchaus ordentlich zu bezeichnen, insbesondere im Hinblick auf den Preis beider Geräte. Zwar werden Farben nicht so intensiv wie in der Natur eingefangen, auffällig ist dies insbesondere bei Rot- und Gelbtönen, für Schnappschüsse ist es allerdings mehr als ausreichend. Störend ist da schon eher die deutlich sichtbare Neigung zum Bildrauschen. Selbst bei optimalen Bedingungen ist dies erkennbar. Gleichzeitig zeigt der Sensor Schwächen bei Flächen, die direkter und intensiver Sonne ausgesetzt sind.

Video „Sony Xperia U Testvideo

Weniger gut gefällt das, was die Videoaufzeichnung bietet. Sowohl das Xperia Sola als auch das Xperia U nehmen Bewegtbilder nur in der „kleinen“ HD-Auflösung, also 1.280 × 720 Pixeln, auf. Während die Probleme mit der Farbtreue der der Fotofunktion entsprechen, kommen weitere hinzu. Selbst minimalste Ruckler werden nicht ausgeglichen, was zu sehr unruhigen Videos führt. Hinzu kommt, dass es auch bei sehr langsamen Schwenks zu Artefaktbildung kommt.

Video „Sony Xperia Sola Testvideo

Sollen aufgenommene Bilder und Videos auf einem Fernseher wiedergegeben werden, bliebt nur der Griff zu WLAN und DLNA. Denn bei beiden Smartphones hat Sony auf einen kabelgebundenen Anschluss verzichtet.

Ebenfalls in den Unterhaltungsbereich fällt das Thema Internet. Punkten können hier beide Geräte mit ihren durchaus guten Displays, auch wenn mehr Fläche hier auch mehr Komfort bedeuten würde. Im Vergleich zu Oberklassegeräten mit 4,3 oder mehr Zoll muss natürlich mehr gescrollt werden, für den täglichen Nachrichtenüberblick reichen die 3,5 und 3,7 Zoll des Xperia U und Xperia Sola aber allemal.

Kommunikation

Einer der wenigen technischen Unterschiede zwischen dem Xperia Sola und Xperia U ist im Kapitel Kommunikation zu finden. Während beide Geräte alle wesentlichen Standards wie EDGE, GPRS, UMTS und HSPA für die Datenübertragung unterstützen und auch in WLANs zum Einsatz kommen können, beherrscht nur das Xperia Sola auch NFC. Damit stehen dem größeren der beiden Smartphones zusätzliche Optionen offen, beispielsweise der Umgang mit den sogenannten SmartTags, von denen zwei mitgeliefert werden. Eine ausführliche Beschreibung [7] findet sich im Test des Xperia S. Prinzipiell kann der Nutzer mit diesen schnell zwischen verschiedenen Profilen wechseln, die sich im Vorfeld anpassen lassen. Ansonsten hält sich der praktische Nutzen von NFC hierzulande noch in Grenzen.

Die maximalen Übertragungsraten in entsprechend ausgebauten Mobilfunknetzen liegt bei rund 14 Megabit pro Sekunde im Downstream, was für schnelles Surfen mehr als ausreicht. Headsets und anderes Zubehör kann via Bluetooth 2.1 angebunden werden. Die Gesprächsqualität beim Telefonieren ist bei beiden als gut einzustufen. Beim Xperia Sola stört hier nur ein gelegentliches Rauschen, welches beim Gesprächspartner ankommt. Beide Smartphones verfügen über ein zweites Mikrofon, um Nebengeräusche auszublenden, was abgesehen von obiger Beeinträchtigung gut funktioniert.

Laufzeiten

In beiden Modellen setzt Sony auf einen 1.320-mAh-Akku, der zumindest im Xperia U problemlos austauschbar ist. Auch wenn die Kapazität des Energiespeichers eher unterdurchschnittlich ausfällt: Durch die im Vergleich zu High-End-Boliden eher kleinen Displays werden überraschend gute Laufzeiten erreicht. Während in unserem Videotest in beiden Fällen immerhin mehr als vier Stunden Laufzeit erreicht wurden, liegen sie im Alltag sogar vor deutlich teureren Mitbewerbern.

Sony Xperia Sola
Sony Xperia Sola
Video-Dauertest
 720p Dauertest, max. Heligkeit:
Sony Ericsson Xperia Neo (Android 2.3.3)
8:20
Apple iPad 2 (iOS 4.3.5)
7:30
Apple iPhone 4 (iOS 5.0.1)
7:20
HTC Evo 3D (Android 2.3.4)
7:00
Sony Ericsson Xperia Ray (Android 2.3.3)
6:55
iPad 3 (iOS 5.1)
6:55
Apple iPhone 4S (iOS 5.0.1)
6:40
HTC One S (Android 4.0.3)
6:08
Motorola Xoom 2 (Android 3.2)
5:47
Apple iPhone 4S (iOS 5.0.0)
5:40
RIM BlackBerry Playbook
5:33
HTC One V (Android 4.0.3)
5:30
Motorola Droid Razr (Android 2.3.5)
5:03
HTC Radar (Windows Phone 7.5)
4:33
HTC One X (Android 4.0.3)
4:31
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
4:29
Samsung Galaxy Nexus (Android 4.0.1)
4:27
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
4:12
HTC Sensation XL (Android 2.3.5)
3:56
HP TouchPad (webOS 3.0.2)
3:30
Sony Tablet P
3:28
HTC Titan (Windows Phone 7.5)
3:20
Sony Xperia S (Android 2.3.7)
3:20
Nokia Lumia 800 (Windows Phone 7.5)
3:00
Hinweis: Firmware 1600.2479.7740.11451
Sharp Aquos SH80F (Android 2.3.4)
2:50
 720p Dauertest, 200 cd/m²:
Sony Xperia U (Android 2.3.7)
5:23
Sony Xperia Sola (Android 2.3.7)
4:50
Angaben in Stunden, Minuten
+ Anmerkungen zu den Laufzeiten

Auch bei den von uns ermittelten Akku-Laufzeiten gilt, dass diese nur als Richtwert angesehen werden sollten. Zudem darf nicht vergessen werden, dass sich die hier präsentierten Geräte teils deutlich unterscheiden. Ob bei der Größe und Helligkeit des Displays oder bei der Größe des Akkus: Es handelt sich um heterogenes Testfeld, sodass eine direkte Vergleichbarkeit nur selten möglich ist.

Zur Methode: Die Werte wurden bei maximaler Display-Helligkeit sowie bei 200 Candela pro Quadratmeter und aktiviertem WLAN ermittelt. Bluetooth und GPS waren deaktiviert. Sofern das Gerät über 3G verfügte (Smartphones, Tablets in der 3G-Version), war die entsprechende Verbindung aktiviert.

Sony Xperia U
Sony Xperia U

Während diese häufig nach spätestens 24 Stunden wieder geladen werden müssen, liegt der Akkustand beim Xperia Sola und Xperia U nach dieser Zeitspanne noch bei 25 bis 30 Prozent. Dabei wurden zwei E-Mail-Konten synchronisiert sowie mehrere Telefonate geführt, Nachrichten verschickt sowie via UMTS und WLAN gesurft.

Fazit

So anders und doch so ähnlich – mit diesen Worten lassen sich das Xperia Sola und Xperia U gut beschreiben. Ein nicht so weit auseinander liegender Preis, in weiten Teilen identische Technik, die gleiche Software: Abgesehen vom Design, welches wie immer eine Sache des eigenen Geschmacks ist, unterscheiden sich beide Kandidaten nur in Nuancen voneinander.

Während man beim Xperia Sola den internen Speicher erweitern kann, kann beim Xperia U der Akku problemlos selbst getauscht werden. Wo das Xperia Sola ein minimal größeres Display bietet, erreicht das Xperia U eine etwas bessere Laufzeit unter Last. Beim Xperia Sola steht das noch immer kaum nutzbare NFC zur Verfügung, beim Xperia U kann das farbliche Erscheinungsbild mit Hilfe des LED-Bands und der wechselbaren Bodenpartie den eigenen Wünschen angepasst werden.

Prinzipiell müsste man anhand dieser wenigen objektiven Unterschiede das bessere Modell bestimmen. Praktisch entpuppt sich jeder der genannten Vorteile aber auch als Nachteil oder als reine Spielerei. Am Ende entpuppt sich dann ein einziger, winziger Punkt als ausschlaggebend: Die nur wenige Kubikzentimeter in Anspruch nehmende Halterung für eine microSD-Karte. Diese kleine Speicherkarte sorgt dafür, dass das Xperia Sola am Ende die Nase einen Hauch vorne hat.

Sony Xperia Sola und Xperia U
Sony Xperia Sola und Xperia U

Angesichts spottbilliger Flash-Speicher ist es generell unverständlich, nur weniger Gigabyte zu verbauen. Umso kritischer muss es dann bewertet werden, wenn bei nur vier für den Nutzer zur Verfügung stehenden Gigabyte an der Möglichkeit zur Speichererweiterung gespart wird.

Es stellt sich aber nicht nur die Frage, welches der beiden hier getesteten Modelle das bessere ist, sondern wie es im Vergleich zur Konkurrenz aussieht. Und hier leistet sich Sony mit beiden Kandidaten mehr oder weniger grobe Schnitzer. Denn während ein HTC One V bereits mit Android 4.0 und somit einer aktuellen Version des Betriebssystems ausgeliefert wird, muss man sich bei beiden Xperias mit einer acht Monate alten Fassung begnügen. Für den alltäglichen Einsatz mag dies keine große Bedeutung haben, wirft jedoch ein schlechtes Licht auf den Hersteller.

Wer sich damit anfreunden kann, erhält mit dem Xperia Sola ein in Summe gelungenes Mittelklasse-Smartphone mit leichten Schwächen und einem sehr eigenständigen Design. Das Xperia U ist im Vergleich dazu die schlechtere Wahl, auch wenn es am Ende nur an Kleinigkeiten mangelt.

Verfügbarkeit & Preise

Das Sony Xperia Sola ist in Deutschland seit Mitte Mai in drei Farben – rot, schwarz, weiß – erhältlich und kann bei verschiedenen Providern im Rahmen von unterschiedlichen Verträgen zu entsprechend variierenden Preisen erstanden werden. In der freien Variante muss aktuell mit Preisen ab etwa 260 Euro [8] gerechnet werden.

Ebenfalls drei Farbvarianten stehen beim Xperia U zur Verfügung: schwarz-weiß, weiß-gelb und schwarz-pink. Neben den Kombinationen mit diversen Laufzeitverträgen kann das Xperia U auch im freien Handel bezogen werden. Die Preise beginnen bei knapp 220 Euro [9].

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/2012-04/test-sony-xperia-s/
  2. http://www.cyberport.de/smartphone-und-foto/smartphones/A404-106/sony-xperia-sola-rot.html
  3. http://www.getgoods.de/smartphones-handys-und-festnetz/handys-und-smartphones/hersteller/sony/540111/sony-xperia-u-black-pink-st25i
  4. http://www.computerbase.de/2012-05/test-htc-one-v/
  5. http://www.cyberport.de
  6. http://www.getgoods.de
  7. http://www.computerbase.de/2012-04/test-sony-xperia-s/6/#abschnitt_kommunikation
  8. http://www.computerbase.de/preisvergleich/748405
  9. http://www.computerbase.de/preisvergleich/741647
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