Neue Referenzplattform für All-in-Ones

Intel: WirelessCharging, Plug-in Compute und 21:9

Nicht nur auf der eigenen Keynote gewährte Intel einen Einblick in die kommenden Entwicklungen. Unter dem Motto „Delivering The Next Computing Experiences“ zeigte man einige interessante Neuerungen, die im Laufe der nächsten zehn bis 15 Monate Einzug in PCs halten sollen.

Zwar stand auch in der von Kirk Skaugen, Vizepräsident der PC Client Group bei Intel, und Gregory Bryant, Vizepräsident und verantwortlich für Intels Aktivitäten im asiatisch-pazifischen Raum, durchgeführten Präsentation das Ultrabook im Mittelpunkt, zumindest für wenige Momente rückte man davon aber ab. Denn auch im Bereich der All-in-Ones, der zuletzt ein Absatzwachstum von rund 35 Prozent verzeichnete, will man Innovationen bieten.

Dazu gehört unter anderem Plug-In Compute. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, die verbaute CPU sowie den Chipsatz zu wechseln. Bislang ist dies nur in Ausnahmefällen möglich. Die entsprechenden Komponenten befinden sich auf einer etwas mehr als Handteller-großen Platine, die auf das eigentliche Mainboards gesteckt wird. Wann genau man mit dieser Aufrüstmöglichkeit rechnen kann, verriet man nicht.

Allerdings ist Plug-In Compute ebenso wie das bereits angekündigte WirelessCharging Bestandteil einer neuen AIO-Referenzplattform. WirelessCharging soll bei künftigen Komplettsystemen in erster Linie zum Laden der drahtlosen Tastatur und Maus sorgen, kann aber auch kompatible Smartphones mit Energie versorgen. Nach eigenen Angaben können so bis zu drei Watt übertragen werden. Eine millimetergenau Platzierung des Gerätes – wie sie bei vielen anderen induktiven Ladesystemen nötig ist – soll allerdings nicht nötig sein.

Sowohl bei All-in-Ones als auch bei Ultrabooks scheint sich ein leichter Trend bezüglich neuer Display-Formate abzuzeichnen. Denn in beiden Produktkategorien wurden Geräte mit Bildschirmen im 21:9-Format gezeigt. Während dies im Produktiveinsatz von Nachteil ist, sollen Filmliebhaber davon profitieren. Auf höhere Auflösungen, über die zuletzt spekuliert wurde, scheint man aber noch länger verzichten zu müssen. Vorerst beschränken sich die Ultrabook-Hersteller nach Angaben Intels darauf, möglichst viele Modelle mit Full-HD-Anzeigen zu versorgen.

Inwiefern dies Einfluss auf den Preis haben wird, ist nicht abzuschätzen. Dieser soll laut Skaugen und Bryant in diesem Jahr aber für Einstiegskonfigurationen nicht unter 699 US-Dollar sinken. Und selbst dieser wird den Angaben zufolge nicht ohne weiteres erreichbar sein – wie bisher wird man dabei auf einigen Komfort verzichten müssen. Dazu gehört beispielsweise der Verzicht auf SSDs und auf Gehäuse aus Leichtmetall oder Kohlefaser. Denn die neuen Composite-Gehäuse, die bei ersten Ultrabooks Verwendung finden sollen, sind im Vergleich zu ihren Pendants aus Aluminium etwa 50 Prozent günstiger – sollen aber ähnliche Eigenschaften haben.

In Bezug auf den bisherigen sowie den künftigen Ultrabook-Absatz wollten sich beide Intel-Manager auch auf direkte Nachfragen hin nicht äußern. Zwar bezeichnete man das erste Ultrabook-Jahr als „großen Erfolg“, an einigen Äußerungen konnte man aber erkennen, dass die selbst gesteckten Ziele wohl nicht erreicht wurden und werden. Allerdings scheint dies kein generelles Ultrabook-Problem zu sein; denn nach Dell hat nun auch Toshiba erklärt, mit der Nachfrage nicht mithalten zu können. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, die Produktionskapazitäten zu verdoppeln. Und auch eine weitere Neuigkeit hatten beide Unternehmen zu vermelden: Künftig soll in ausgewählte Toshiba-Fernseher Intels WirelessDisplay-Technik integriert werden.