Verbote würden keine Debatte ersetzen

Google verteidigt Verbreitung von Mohammed-Schmähvideo

Googles Ex-Chef Eric Schmidt hat die Entscheidung des Konzerns verteidigt, das Mohammed-Schmähvideo nicht zu löschen. Der Film gilt als Auslöser für die jüngsten Ausschreitungen im arabischen Raum und sorgte für heftige Kritik, ist aber in westlichen Ländern nach wie vor über Googles Videoplattform YouTube abrufbar.

Schmidt rechtfertigt sich für diese Entscheidung mit der Begründung, die auf YouTube verfügbaren Ausschnitte des Schmähfilms erfüllten die Kriterien der Videoplattform, deswegen werde das Video nicht gelöscht. Ohnehin ist man laut Schmidt bei Google davon überzeugt, dass Verbote nicht die passende Antwort für „schlechte Äußerungen“ seien, sondern „mehr Äußerungen“ erforderlich sind.

Zumindest in den USA hat Google in ersten Klagen Recht bekommen. Eine der Schauspielerin wollte nach Morddrohungen zumindest die Szenen löschen lassen, in denen sie mitspielt. Ein Richter wies die Klage jedoch zurück, diese habe keine Aussicht auf Erfolg. In zahlreichen muslimischen Staaten hat Google das Video jedoch wegen des Verstoßes gegen die Landesgesetze gesperrt, unter anderem in Ägypten, Saudi-Arabien und Indien. Währenddessen hat der Iran den Konflikt um das Video genutzt, um die innerstaatliche Internetzensur voranzutreiben.

Anzeige