„Digital Divide“ in Erziehungsfragen

Eltern hinken ihren Jugendlichen im Internet hinterher

Für Jugendliche ist das digitale Leben eine Selbstverständlichkeit, allerdings treiben sie im Web oftmals Dinge, von denen ihre Eltern nichts erfahren sollen. Das zeigt die Studie „Exploring the Digital Divide“ von McAffee, die sich mit dem Online-Verhalten von Teenagern auseinandersetzt.

Demnach geben 41,7 Prozent der europäischen Jugendlichen an, Webseiten zu besuchen, bei denen sie der Ansicht sind, dass ihre Eltern diese nicht gutheißen. Währenddessen gehen 60 Prozent der Eltern davon aus, dass ihre Kinder keine solche Webseiten aufsuchen. Zudem sind 53 Prozent davon überzeugt, dass ihre Kinder noch nie auf pornografische Inhalte im Netz gestoßen sind. Demgegenüber stehen knapp 30 Prozent der europäischen Jugendlichen, die bereits aktiv nach pornografischen Inhalten oder Nacktbildern gesucht haben.

In Deutschland liegt der Anteil der Jugendlichen, die angeben, bereits nach Pornographie gesucht zu haben, bei 27 Prozent. 28,5 Prozent der hiesigen Jugendlichen stimmen zudem der Aussage komplett zu („strongly agree“), dass sie wissen, wie sie ihr Online-Verhalten vor den Eltern verheimlichen können. Zudem geben 14,5 Prozent an, dass sie mit Mobiltelefonen bereits in Prüfungen telefoniert haben, während sechs Prozent zugeben, bei Online-Mobbing beteiligt gewesen zu sein.

Auffällig ist bei der Studie ein Vergleich zwischen den USA und Europa. Demnach neigen US-Jugendliche eher zu Online-Aktivitäten, die Eltern ablehnen als Jugendliche in Europa. Für McAfee kommen die Ergebnisse nicht überraschend, allerdings sieht man darin eine Warnung an die Eltern, auch bei modernen Technologien auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Jugendliche, die in der digitalen Welt aufwachsen, sind technisch oftmals versierter als die Eltern.

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