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Test: Far Cry 3

von Sasan Abdi

Vorwort

„Far Cry 3“ gehört im Vergleich mit manchem Konkurrenten schon was die Entwicklungsgeschichte anbetrifft zu den exotischeren Projekten: In Zeiten, in denen es zum guten Ton von Spieleschmieden und Publishern gehört, spätestens alle zwei Jahre einen neuen Ablegern von potenten Marken zu präsentieren, ließ man sich bei Ubisoft geschlagene vier Jahre Zeit, um nach „Far Cry 2 [1]“ einen neuen Teil zu veröffentlichen.

Dies mag auch am geteilten Echo gelegen haben, denn auch wenn die Entwickler dem zweiten Teil einen mutigen, weil auf Realismus abzielenden Anstrich verpassten – so richtig überzeugend fielen die Abenteuer in einem fiktiven afrikanischen Kleinststaat aus unterschiedlichen Gründen nicht aus.

Umso gespannter durfte man sein, was den Spieler mit „Far Cry 3“ erwarten würde. Im Folgenden soll geklärt werden, ob das abgedrehte neue Setting, bei dem es den Protagonisten auf eine piratenverseuchte Insel verschlägt, trägt – und ob die Verantwortlichen aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben.

Far Cry 3 im Test
Far Cry 3 im Test

Systemanforderungen

Testsystem und Herstellerempfehlung „Far Cry 3“
Komponente Testsystem Herstellerempfehlung
Betriebssystem Windows 8 (64 Bit) Windows Vista, 7, 8
Prozessor Phenom II X6 1075T Intel Core i3-530 oder AMD Phenom II X2 565
Arbeitsspeicher 8 GByte 6 GByte
Grafik Radeon HD 7870 1 GByte
Festplattenspeicher ca. 11 Gigabyte
Internetanbindung Für uPlay-Aktivierung, Multiplayer

FC 3 im Überblick

Schon die ersten Minuten von „Far Cry 3“ machen deutlich, dass hier auf unterschiedlichsten Ebenen Licht und Schatten nahe beieinander liegen. Bestes Beispiel für ersteres ist schon die Einstiegssequenz: Der junge US-Tourist Jason verbringt mit seinen besten Freunden einen Urlaub, der traumhafter nicht sein könnte. Allerlei Partys und actionreiche Erlebnisse reihen sich auf einer tropischen, irgendwo im indischen Ozean gelegenen Inselwelt namens Rook Islands aneinander und werden schließlich von einem „blinden“ Fallschirmsprung gekrönt.

Letzterer endet allerdings abrupt, als Jason das Smartphone weggerissen wird, auf dem diese Erinnerungen soeben Revue passiert sind. Statt die Erlebnisse cocktailschlürfend einer netten Begleitung an einer Hotelbar zu präsentieren, findet sich Jason samt seinem Bruder gefesselt in einem Holzkäfig wieder. Was folgt ist ein abgefahrener Monolog vom Meister dieses Albtraums, dem Piraten Vaas, der seinen „Gästen“ in bester Psychomanier erklärt, dass sie jetzt sein Eigentum sind. Ob in puncto Erzähltechnik oder bei Details wie der Kameraführung und den Stimmen: So sieht ein exzellenter Einstieg aus, der sofort zahlreiche Fragen aufwirft und den Spieler förmlich ins Geschehen hineinzieht.

Video „Der Anfang von Far Cry 3

Umso tragischer ist, dass ein Großteil von diesem positiven Effekt in den Minuten danach einfach verpufft. Nach der Flucht aus den Fängen von Vaas wird Jason von einem skurrilen Neu-Eingeborenen namens Dennis aus den Fluten eines Flusses gerettet. Dieser erkennt in ihm einen Kämpfer und verpasst ihm deswegen ein paar Tattoos, die ihn als einen wahren Krieger identifizieren und im Verlauf des Spiels als Grundlage für die (eher rudimentäre) Charakterentwicklung dienen.

Erzählerisch schwach (und damit wäre man dann bereits beim Schatten) ist, dass die Geschichte von diesem Zeitpunkt an ziemlich unglaubwürdig weitererzählt wird. Denn statt die Geschehnisse Stück für Stück spannend aufzubereiten, wird Jason von seiner Umwelt gleich als großer Heilsbringer angesehen, der – gestern noch ganz der Party-Typ – binnen weniger Spielstunden zur ultimativen, skrupellosen Kampfmaschine mutiert.

So einfallslos das Ganze ist, so notwendig (und dennoch fragwürdig!) ist es für die weitere Handlung. So wird die weitere Story erst durch diese unglaubwürdige, da viel zu reibungslos vollzogene Metamorphose des Protagonisten ermöglicht: Jason verwandelt sich zum ultimativen Piraten-Schreck, wobei er nur zu gerne den unterjochten Ureinwohnern zur Seite steht, die eine Revolution gegen die brutalen und illegitimen Herrscher ihres Archipels starten.

Far Cry 3 im Test
Far Cry 3 im Test

Natürlich nimmt Jason an dieser blutigen Revolte zunächst nur deswegen teil, weil er seine über die Insel(n) verstreuten Freunde retten möchte. Durch diesen fragwürdigen Kniff können die Entwickler den Spieler in der Folge als Quasi-Speerspitze des bewaffneten Kampfes auf die Piratenhorde loslassen, wobei es im Rahmen der Erzählung, aber auch bei freien Aufträgen immer wieder darum geht, den aggressiven, psychopathischen Freibeutern kräftig den Hintern zu versohlen.

Um wieder zum Licht zurückzukehren: So unglaubwürdig und käsig diese klassische „Rambo-wider-Willen“-Verwandlung auch ist, muss man den Verantwortlichen doch zugestehen, dass die daraus entwickelte Handlung stellenweise durchaus Untiefen hat. So verflüchtigt sich glücklicherweise mit stetigem Fortschreiten der Story die anfangs sehr akute Befürchtung, dass man es hier mit einem Standard-Plot à la „US-Boy will nur feiern, wird aber von unterbelichteten Grobianen zur Gegengewalt gezwungen und führt am Ende nebenbei ein ganzes unfähiges Volk zur Freiheit“ zu tun hat.

Stattdessen fließt immer wieder unterschwellig ein, was die Entwicklungen und das ganze fiebrig-kommatöse und ziemlich abgedrehte Setting mit Jason machen, wobei anstelle eines glänzenden, makellosen Helden am Ende ein moralisch ziemlich korrumpierter, von Drogen und Gewalt gezeichneter Anti-Held steht, der sich in vielerlei Hinsicht seiner amoralischen Umwelt angepasst hat.

Ermöglicht wird dieser kleine aber feine Ausbruch aus der Konvention auch durch den unberechenbaren Gegenspieler Vaas, der in Summe zu den besten Antagonisten der jüngeren Vergangenheit gehört. Als hyper-aggressiver, zwischen völliger, fast schon buddhistischer Ruhe und krasser Hyperaktivität schwankender, paranoider Psychopathen gezeichnet, ist er die Würze in der fast schon dystopischen angehauchten Welt von „Far Cry 3“.

Video „Far Cry 3 – Vaas in Aktion

Trotz dieser Lichtmomente: Ganz großes Kino liefert Ubisoft mit dem Plot am Ende dennoch nicht ab. Anders als bei „Assassin's Creed 3 [2]“, bei dem vor allem die Handlung und nicht so sehr das Spielerische motivierte, ist deswegen für FC 3 umso wichtiger, wie sich das Spielen an sich angeht.

Betrachtet man dazu die Spielwelt von FC 3 zunächst oberflächlich, so lassen sich zunächst zahlreiche Parallelen zum Vorgänger erkennen. Genau wie dieser ist auch das neue „Far Cry“ als Sandbox-Shooter angelegt, sodass man sich im Prinzip nahezu jederzeit völlig zwei bewegen kann. „Nahezu“, weil diese Bewegungsfreiheit aus naheliegenden Gründen innerhalb von festen, den Plot fortspinnenden Missionen temporär eingeschränkt wird.

Dies funktioniert so, dass für die Missionen ein kleines Teilgebiet „abgetrennt“ wird. Innerhalb von diesem kann der Spieler sich wiederum frei bewegen und so seine Vorgehensweise selbst bestimmen: Greift man frontal an oder geht man umsichtiger vor und schaltet alle Wachen Stück für Stück aus? Löblich, dass dem Spieler hier die Wahl gelassen wird, wobei es ab und an sogar ausreicht, nur ein bestimmtes Ziel zu verfolgen und dieses fast völlig ohne Gewaltanwendung zu erreichen.

Far Cry 3 im Test
Far Cry 3 im Test

Trotz der Einschränkung innerhalb der Missionen ist FC 3 aber ein klassisches „Open World“-Spiel, das trotz Schnellreise-Punkten allein schon durch die Distanzen zwischen den Hauptmissionsschauplätzen immer wieder dazu einlädt, die Insel(n) weitschweifig zu erkunden.

Genau an dieser Stelle setzte beim Vorgänger die große Kritik an, die sich die Macher – in unseren Augen zu sehr – zu Herzen genommen haben. Diese besagte im Kern, dass die Spielwelt zwar offen, insgesamt aber zu unbelebt und monoton sei. Zwar wäre die Möglichkeit zur umfassenden Erkundung gegeben, doch liefere die Umwelt nicht genügend Anreize, um zu ausschweifenden Erkundungstouren einzuladen.

FC 3 im Überblick (Forts.)

Dieser durchaus berechtigten Kritik begegnen die Entwickler in Far Cry 3 mit einer Fülle an Handlungsoptionen, die zwar gut gemeint ist, in unseren Augen aber die Grenze zur Übertreibung durchbricht.

Auf der einen Seite steht eine übertrieben belebte Natur: Überall trifft man auf Tiger, Leoparden, Wildschweine, Büffel, Ziegen und andere Tiere. Diese bevölkern aber nicht nur die malerischen Gebiete der Inselwelt, sondern sind auch Mittel zum Zweck: Während man in den Shops der Inseln von der Pistole bis zum Flammenwerfer alle möglichen Waffen erstehen kann, ist es – Logik? – um einfache Güter wie Brieftaschen, Pfeilköcher, Munitionsgürtel und Rucksäcke auf den Rook Islands derart schlecht bestellt, dass man diese in Eigenproduktion herstellen muss. Diese Verknappung verfolgt den Zweck, den Spieler zur Jagd zu zwingen: Will man mehr Beute und Munition tragen und mehr Geld aufnehmen, kommt man nicht umhin, für X Felle von Tier Y ein entsprechendes Behältnis herzustellen. Genauso funktioniert der Umgang mit den Pflanzen, die man überall auf der Insel einsammeln kann und muss, um beispielsweise Medizin herzustellen, wobei man entsprechende Spritzen alternativ auch kaufen kann.

Far Cry 3 im Test
Far Cry 3 im Test

Was am Anfang Spaß macht und zur Atmosphäre beiträgt, wird mit der Zeit zur monotonen Daueraufgabe, die auch deswegen an Reiz verliert, weil die Karte einem ohnehin recht zuverlässig aufzeigt, wo sich gerade die – viel zu üppig verteilte – benötigte Ressource befindet.

„Viel zu üppig“ ist ohnehin das entscheidende Stichwort, denn ob Munition, Felle, Pflanzen, Waffen oder Geld: Jason fällt alles Notwendige fast automatisch in die Hände. Dies reicht soweit, dass man derart leicht und schnell auf seltene Tiere wie einen Tiger trifft, dass selbst ein solches Zusammentreffen nach dem ersten, mit einem „Oha“ verbundenen Mal nicht mehr großartig begeistert.

Doch nicht nur hier sind die Entwickler (sicher auch wegen der besagten Kritik) sehr großzügig; auch bei den optionalen Missionen findet man auf den ersten Blick zahlreiche Möglichkeiten vor. So kann man sich auf den „Pfad des Jägers“ begeben und anhand von ziemlich willkürlich wirkenden Vorgaben in Ureinwohner-Manier bestimmte Tiere jagen. Und auch auf Menschen zielen die Aufgaben ab, sodass man immer wieder in Kopfgeldjäger-Manier bestimmten Halunken den Garaus machen soll. Schließlich kann man sich auch bei Auto-Rennen beweisen, zu denen allen voran das schnelle Ausliefern von Erste-Hilfe-Paketen gehört – oder aber beim Messerwerfen und Pokern ein kleines Zubrot verdienen.

Wer dann noch immer nicht genug hat, kann weiter daran arbeiten, das Archipel von den Piraten zu befreien. Dazu gilt es, in bester „Assassin's Creed“-Manier Aussichtspunkte freizuschalten und die in dem jeweiligen Gebiet vorhandenen Außenposten der Piraten auf die ein oder andere Weise einzunehmen. Dies hat den netten Nebeneffekt, dass mit der Zeit immer mehr Waffen umsonst in den Shops angeboten werden, was dazu führt, dass Jason über noch mehr Geld verfügt. Immerhin: Ist ein Gebiet auf diesem Wege erstmal befreit, trifft man hier tatsächlich kaum noch Piraten an, womit ein weiterer großer Kritikpunkt – ständig neu auftauchende Gegnerhorden in einem eigentlich befreiten Gebiet – aus dem Vorgänger beseitigt wäre.

Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, dass die so entstehende Handlungsvielfalt in den ersten Stunden durchaus motiviert, sich aber schneller als gedacht erschöpft, da die tatsächlichen Möglichkeiten und Herausforderungen doch eher begrenzt sind.

Far Cry 3 im Test
Far Cry 3 im Test

Weitaus gravierender ist aber, dass die Authentizität der Spielewelt massiv unter dieser Konzeption leidet. So kann es aufgrund der dichten Verfügbarkeit von unterschiedlichsten Lebewesen zu absurden Situationen kommen: Man möchte eine Straßensperre der Piraten durchbrechen, wird dabei aber von ein paar Mitstreitern unterbrochen, die – bedingt durch einen KI-Aussetzer – mit Karacho durch die geparkten Jeeps preschen und gegen einen Felsen donnern. Um die Verwirrung perfekt zu machen, jagt plötzlich ein Leopard in die Szenerie, der ein gutes Dutzend Ziegen vor sich hertreibt, mittendrin aber von der Beute ablässt und sich auf die Piraten stürzt.

Was witzig anzusehen ist, nimmt der Umgebung von FC 3 auf Dauer jede Glaubwürdigkeit. Dabei ist durchaus Potential vorhanden, da das Setting und die Umgebung an eine Mischung aus „Das Herz der Finsternis“ und „Lost“ erinnern, was eine feine Basis für eine bedrückende, bedrohliche, vielleicht sogar mysteriöse Umgebung hätte sein können. Statt Himmel und Hölle glaubwürdig zusammenzubringen, versteift sich die Spielewelt von FC 3 aber darauf, möglichst lebendig zu wirken – um den Preis, dass das Endprodukt zwar tatsächlich vor Leben und Bewegung nur so strotzt, dabei aber reichlich überdreht wirkt und so viel Glaubwürdigkeit und Tiefe verliert.

Das ist schade, denn die eigentliche Kernkompetenz als Shooter erfüllt „Far Cry 3“ ansonsten mit Bravour: Geht es um Action-Elemente wie rasante Schusswechsel, ein riesiges Waffenarsenal, aufreibende Verfolgungsjagden und fulminante Explosionen, gibt es an dem Gebotenen überhaupt nichts zu meckern. Garniert wird das Ganze durch überraschend fundierte Schleichmöglichkeiten, die über sogenannte „Takedowns“ mit Nahkampf-Attacken kombiniert werden können, wobei die Möglichkeit zur Planung der Vorgehensweise dafür sorgt, dass selbst das eigentlich irgendwie monotone Erstürmen der Außenposten eine spaßige Sache bleibt.

Far Cry 3 im Test
Far Cry 3 im Test

Und auch das auf den mitunter so gewonnenen Erfahrungspunkten aufbauende und dem Genre entsprechend rudimentäre Charaktersystem geht in Ordnung, wobei hier Fähigkeitenpunkte in unterschiedliche Qualitäten investiert werden können. Auf diesem Wege lässt sich nicht nur die Gesundheit oder die Schnelligkeit von Jason verbessern; auch auf die Spielmechanik wirkende Optionen wie die Möglichkeit, Takedowns bei zusammenstehenden Gegnern zu einer Serie zu verbinden, lassen sich auf diesem Wege freischalten.

Technik

So diskussionswürdig Far Cry 3 inhaltlich ist: Grafisch gehört die Ubisoft-Produktion ohne Zweifel zu den Highlights des Spielejahres 2012. Auf Basis der bereits beim Vorgänger zum Einsatz kommenden, für den dritten Teil deutlich überarbeiteten hauseigenen Dunia-Engine setzen die Entwickler die paradiesische Vegetation der Rook Islands fantastisch um. So darf man sich über tolle Lichtverhältnisse im dichten Dschungel, malerische Wasseroberflächen und atmosphärische Buchten sowie tiefe Höhlen, verlassene Gehöfte und eine – es wurde deutlich – sehr belebte Umwelt samt realistischen (aber leider flimmernde) Schatten freuen.

Far Cry 3 im Test
Far Cry 3 im Test

Far Cry 3 im Test
Far Cry 3 im Test
Far Cry 3 im Test

Basis der neuen Engine ist die moderne DirectX-11-API, wobei auf DirectX 10 sowie DirectX 10.1 verzichtet wird und alternativ nur DirectX 9 zur Verfügung steht. Dementsprechend gibt es zahlreiche neue Techniken, wie zum Beispiel einen Deferred Renderer inklusive MSAA-Support (MSAA funktioniert entsprechend nicht unter DirectX 9), globale Beleuchtung aus dynamischen, direkten und indirekten Lichtquellen, Ambient Occlusion (SSAA, HDAO sowie HBAO) beschleunigt per Compute Shader, „Contact Hardening Soft Shadows“ (verschieden hart gezeichnete Schatten) sowie transparentes Super-Sampling-AA für Alpha-Test-Texturen.

Far Cry 3 im Test
Far Cry 3 im Test

Diese die Schönheit von „Far Cry 3“ bedingenden Späße fordern allerdings auch ihren Hardware-Tribut, sodass für maximale Details durchaus ein sehr aktuelles System zur Verfügung stehen sollte. Auf unserem Spiele-Testsystem lief der Titel dementsprechend auf „Ultra“ und in einer Auflösung von 1920 x 1080 nicht mehr ideal, sodass zwischen stabilen Bilderraten von 40 bis 55 zwischendurch in sehr fordernden Situationen Einbrüche auf bis zu 30 FPS den Spielspaß trübten, weswegen wir schnell dazu übergegangen sind, auf „Hoch“ zu spielen. Eine umfassende Übersicht zur Performance und zur Technik liefert auch in diesem Fall wieder unsere News zum Thema [3].

GPU-Benchmark – 1920x1080
 FXAA/16xAF:
Nvidia GeForce GTX 680
61,2
AMD Radeon HD 7970 GHz
57,4
Nvidia GeForce GTX 670
55,4
Nvidia GeForce GTX 660 Ti
52,2
AMD Radeon HD 7950
45,2
AMD Radeon HD 7870
44,8
Nvidia GeForce GTX 580
41,5
AMD Radeon HD 6970
37,9
AMD Radeon HD 7850
35,6
Nvidia GeForce GTX 650 Ti
27,7
AMD Radeon HD 7770
23,6
 4xMSAA(A2C)+FXAA/16xAF:
Nvidia GeForce GTX 680
42,1
Nvidia GeForce GTX 670
38,2
AMD Radeon HD 7970 GHz
36,9
Nvidia GeForce GTX 660 Ti
33,6
Nvidia GeForce GTX 580
30,8
AMD Radeon HD 7950
28,3
AMD Radeon HD 7870
26,0
AMD Radeon HD 6970
23,4
AMD Radeon HD 7850
21,3
Nvidia GeForce GTX 650 Ti
17,4
AMD Radeon HD 7770
13,3

Über fast jeden Zweifel erhaben ist auch die Sprachausgabe. Auch in dieser Hinsicht lässt sich Ubisoft nicht lumpen und spendiert eine deutsche Synchronisation, die sich über weite Strecken auf allerhöchstem Niveau bewegt. Besonders gefällt dabei die deutsche Stimme von Vaas, die von Simon Jäger stammt (vor allem: Matt Damon) und die besser kaum passen könnte. Störend ist einzig die ab und an merkliche Asynchronität von Stimmen und Mundbewegungen: Hier hätte etwas mehr Feintuning gut getan.

Ein Lob verdient sich auch die KI, die zwar nur im höchsten der drei Schwierigkeitsgrade effektiv zielen kann und ab und an mit Aussetzern zu kämpfen hat, insgesamt aber durchaus clever ist, was insbesondere mit Blick auf den Open-World-Charakter von FC 3 beeindruckt. So lassen sich die Piraten nicht ohne Weiteres abschütteln, werden schnell misstrauisch und verstehen es gut, den Spieler einzukreisen und mit Sperrfeuer und Granaten unter Druck zu setzen. Etwas übertrieben wurde das „Stein“-Feature, bei dem der Spieler die Aufmerksamkeit der Gegner per Tastendruck über einen geworfenen Stein in eine bestimmte Richtung lenken kann: Dass dies auch nach dem zehnten Mal bei ein und demselben Wachhabenden funktioniert, ist nun wirklich nicht mehr glaubwürdig.

Aus technischer Sicht stellt dennoch nur die Steuerung einen kleinen Wermutstropfen dar. Auch wenn diese nicht negativ auffällt und im Prinzip den Genre-Standard bietet, fällt doch vor allem bei der Menüführung und den vielen Tätigkeiten, bei denen eine Taste länger gedrückt gehalten werden muss, auf, dass man es hier wie gehabt mit einer Multi-Plattform-Entwicklung zu tun hat.

Ebenfalls nicht ganz optimal ist schließlich, dass man nur außerhalb der Missionen frei speichern kann, denn sofern möglich bietet es sich an, sehr häufig zu speichern. Nervig ist in diesem Zusammenhang, dass es keinen Quicksave gibt, sodass man fürs Abspeichern ständig ins Menü wechseln muss.

Multiplayer & Editor

Für alle Mehrspieler-Freunde stellt die Koop-Kampagne einen netten Zusatz dar. In dieser stürzt man sich mit bis zu drei Mitspielern auf eine separate Handlung, die ebenfalls auf den Rook Islands und im direkten Vorfeld zu den Geschehnissen aus der Hauptkampagne spielt. Hier wurden vier Besatzungsmitglieder eines Schiffes von ihrem Kapitän hinters Licht geführt und ausgesetzt – klar, dass in der Folge jede Menge Schlachten geschlagen werden müssen, wobei weniger die Handlung als vielmehr die Action zu viert im Vordergrund steht.

Far Cry 3 - Mehrspieler-Modus
Far Cry 3 - Mehrspieler-Modus
Far Cry 3 - Mehrspieler-Modus
Far Cry 3 - Mehrspieler-Modus

Darüber hinaus kann man sich auch in einem klassischen Multiplayer versuchen, der allerdings auch im Falle von FC 3 nicht auf dedizierten Servern basiert. Ubisoft hat hier stets den Team-Aspekt betont, sodass sich Team-Mitglieder wiederbeleben und per Kriegsgeschrei kurzfristige Boni verschaffen können. Außerdem können Gegner für die Mitspieler markiert werden, was im auf satte Action ausgelegten Spiel ein wirksames Instrument gegen Camper sein soll.

Auf diesen Wegen sammelt man sogenannte „Team Support“-Punkte, die in wirkungsmächtige Boni investiert werden können. Zu diesen gehört unter anderem das sogenannte Psychogas, das die Gegner verwirrt und kurzzeitig nicht mehr Freund und Feind unterscheiden lässt. Natürlich werden aber auch individuelle Erfahrungspunkte gesammelt, die in neue Ausrüstung und Perks investiert werden können.

Bei den Modi wird neben dem klassischen Team-Deathmatch auch ein Feuersturm-Modus angeboten, bei dem zwei Teams versuchen, das Nachschubdepot des jeweils anderen in Brand zu setzen. Bei „Übertragung“ handelt es sich dagegen eher um einen Capture-the-Flag-Modus, bei dem nicht Flaggen, sondern Sender im Zentrum des Interesses stehen.

Die tatsächliche Güte des Multiplayer-Angebots lässt sich bisher kaum abschätzen, da das Spiel erst zum Ende unseres Testzeitraums erschienen ist. Insgesamt dürfte man es hier aber mit einer netten Dreingabe zu tun haben, die einige weitere Stunden unterhalten kann, dabei aber kein bahnbrechendes oder sonderlich innovatives und damit länger durchschlagendes Spielerlebnis bietet.

Video „Far Cry 3 – Island Map Editor

Wer abseits der vielen Ballerei auch ein wenig kreative Zeit mit „Far Cry 3“ verbringen möchte, kann schließlich auf den Map-Editor zurückgreifen, mit dem sich vergleichsweise einfach eigene Inseln erstellen lassen.

Fazit

Mit „Far Cry 3“ ist es ein wenig so wie mit Ubisofts zweitem Jahres-Highlight „Assassin's Creed 3 [1]“: Es hätte ein wirklich außergewöhnliches Spiel werden können. Stattdessen sorgen mehrere kleine und große Ungereimtheiten dafür, dass man es hier mit einem guten, aber eben längst nicht herausragenden Titel zu tun hat.

Auf der Habenseite steht allen voran eine erstklassige technische Umsetzung, die mit einer schicken Grafik, einer exzellenten Sprachausgabe und einer guten KI punktet. Doch auch die Shooter-Qualitäten von FC 3 überzeugen: Hier kracht es gewaltig – und das ist auch gut so!

Getrübt wird dieser sehr gute Eindruck ein wenig durch eine insgesamt eher konventionelle Handlung, die mit einer langsamen aber stetigen Entwicklung des zunächst flachen Protagonistens und dem von Beginn an sehr überzeugenden Psychopathen Vaas aber durchaus ihre Höhepunkte vorzuweisen hat.

Viel gravierender ist aber, dass die Spielwelt auch dieses Mal nicht überzeugt. War sie in „Far Cry 2“ noch zu leer und wenig bevölkert, eskaliert das Aufkommen an Mensch, Tier und Optionen in „Far Cry 3“ derart, dass jede Glaubwürdigkeit und spielerische Tiefe verloren geht.

Letzteres liegt auch daran, dass FC 3 bei den besagten Optionen ein Blender ist: Zwar hat man anfänglich den Eindruck, wirklich viel auf den Rook Islands erleben zu können. Am Ende ähneln sich die Aufgaben und Möglichkeiten dann aber doch häufig so sehr, dass man sich schnell versucht fühlt, einfach der Handlung und den damit verbundenen, abwechslungsreicheren Hauptmissionen zu folgen.

Unterm Strich steht deswegen folgende abschließende Empfehlung: Wer Lust auf einen guten aber ziemlich konventionellen Shooter hat, kann „Far Cry 3“ getrost eine Chance geben. Ein echter Überflieger sieht aber anders aus, sodass all jene, für die ein Shooter mehr als Action bieten muss, das jüngste Angebot aus dem Hause Ubisoft mit Vorsicht genießen sollten.

Kopier- & Jugendschutz

„Far Cry 3“ funktioniert über einen kostenfreien uPlay-Account. Zur Aktivierung wird einmalig zwingend eine Internetverbindung benötigt. Danach kann der Einzelspielermodus „offline“ gespielt werden. Eine solche Konzeption hat wie gewohnt zur Folge, dass keine DVD im Laufwerk liegen muss und Patches automatisch und zeitnah aufgespielt werden; ein Wiederverkauf wird dadurch aber genauso wie bei anderen Plattformen quasi unmöglich gemacht.

In Sachen Jugendschutz gilt es zu erwähnen, dass das Spiel von der USK die Einstufung keine Jugendfreigabe erhalten hat und „ab 18 Jahren“ erschienen ist. Bei dieser Version handelt es sich laut Hersteller um eine zu 100 Prozent ungeschnittene Fassung.

URL-Liste:

  1. http://www.computerbase.de/2008-11/test-far-cry-2/
  2. http://www.computerbase.de/2012-11/test-assassins-creed-3/
  3. http://www.computerbase.de/2012-12/eigene-benchmarks-zu-far-cry-3/
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