Nokia Lumia 820/920 im Test: Die neuen High-End-Modelle mit Windows Phone

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Nicolas La Rocco (+1)
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Performance & Oberfläche

Die Oberfläche von Windows Phone 8 kann auch auf den neuen Lumia-Geräten überzeugen. Zu keinem Zeitpunkt kam es zu Rucklern oder langen Wartezeiten, sondern die Menüführung erwies sich erneut als butterweich. Mit einem Qualcomm-Snapdragon-S4-Prozessor im Zusammenspiel mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher und einer relativ potenten Adreno-225-GPU ergibt sich bei beiden Probanden die gleiche Ausstattung und somit auch eine identische Geschwindigkeit. Programme und Dateien lassen sich flott öffnen und auch Spiele stellten die Geräte vor keine große Herausforderung. Auch bei mehreren geöffneten Applikationen und dem damit verbundenen Multitasking kamen die Smartphones nicht ins Schwitzen. Beim Browsen per Internet Explorer 10 kam abseits der geringen Auflösung auf dem Lumia 820 echtes Vergnügen auf, da es sich selten so weich durch die Seiten navigieren lässt.

BrowserMark 2.0
    • Samsung Galaxy Note II (Android 4.1.1)
      1.970
    • HTC One X+ (Android 4.1.1)
      1.702
    • Nokia Lumia 920 (Windows Phone 8)
      1.671
    • Nokia Lumia 820 (Windows Phone 8)
      1.632
    • HTC One X+ ES (Android 4.1.1)
      1.615
Einheit: Punkte
SunSpider 0.9.1
    • Nokia Lumia 820 (Windows Phone 8)
      906,5
    • Nokia Lumia 920 (Windows Phone 8)
      910,4
    • HTC One X+ (Android 4.1.1)
      1.013,6
    • Samsung Galaxy Note II (Android 4.1.1)
      1.015,0
    • Motorola Razr i (Android 4.0.4)
      1.041,3
    • Samsung Galaxy S III LTE (Android 4.1.1)
      1.175,6
    • HTC One X+ ES (Android 4.1.1)
      1.180,6
    • HTC Desire One XL (Android 4.0.4)
      1.205,5
    • HTC Desire X (Android 4.0.4)
      2.120,1
Einheit: Millisekunden
Anmerkungen zur Leistungsbetrachtung

Dieser Eindruck wird durch die ausgeführten Benchmarks bestätigt, wenngleich im Windows Store deutlich weniger Testprogramme zur Verfügung stehen als unter Android oder iOS. Im noch von relativ wenigen Geräten durchlaufenen V8-Benchmark von Google sowie im BrowserMark 2.0 liegen beide Lumia quasi gleichauf, was bei identischer Hardware im Innern nicht anders zu erwarten war. Damit reiht man sich zumindest im BrowserMark nur knapp hinter Vertretern aus dem Bereich der Tablets und dem Oberklasse-Smartphone HTC One X+ ein und kann sich im neuen SunSpider-Test der Version 0.9.1 sogar an die Spitze des Feldes setzen. So entstehen neue Bestwerte, die sogar vor der auf dem Papier stärkeren Konkurrenz liegen. Dies beweist abermals, dass immer stärkere Hardware nicht unbedingt den Schlüssel zum Erfolg darstellt und eine Optimierung des Betriebssystems sehr wichtig ist. Das Lumia 820 und 920 zeigen, dass es nicht immer einen Quad-Core-Prozessor, zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und eine stärkere GPU braucht, um ein schnelles Smartphone zu entwickeln.

Nokia Lumia 820 Oberfläche

Unsere Alltags-Eindrücke zur Oberfläche von Windows Phone 8 haben wir unlängst im Test zum HTC 8X dargelegt und auf die Veränderungen in Windows Phone 8 sind wir bereits in unserem Bericht eingegangen, weshalb wir dies an dieser Stelle nicht erneut tun.

Lediglich auf das Ökosystem möchten wir noch einmal kurz eingehen. Mittlerweile stehen für WP8 weit über 120.000 Programme zur Verfügung und viele der aus iOS und Android bekannten Applikationen stehen auch hier zum Download bereit. Bei diesen handelt es sich zwar nicht immer um die gleiche App vom selben Entwickler, doch erfüllen diese zumeist den gleichen Zweck. Insgesamt mangelt es aber immer noch an einer großflächigen Akzeptanz der Windows-Phone-Plattform, was sich oftmals dadurch äußert, dass neue Apps zunächst nur für iOS und Android angekündigt werden und Programme für Windows Phone nur bei gegebener Nachfrage realisiert werden. Selbst eine sehr beliebte App wie YouTube steht unter Microsofts Betriebssystem zwar zum Download bereit, stellt aber nur einen Link zur mobilen Webseite des Video-Portals dar.

Somit ist man zwar näher an die Konkurrenz gerückt, doch insgesamt kann Windows Phone in dieser Disziplin weiterhin nicht mit den Angeboten aus Cupertino und Mountain View mithalten. Für Neueinsteiger im Smartphone-Sektor mag diese Hürde leichter zu meistern sein, doch bereits an Android oder iOS gewöhnte Nutzer werden sich mit einem Wechsel der Plattform schwer tun.