Mangelnde Nachfrage an Prozessoren

AMD nimmt weniger Wafer von Globalfoundries ab

Nach Börsenschluss hat AMD gestern Abend mitgeteilt, dass man die bestehenden Verträge mit den Auftragsfertiger Globalfoundries anpassen werde. Eine deutlich gesunkene Nachfrage führe dazu, dass man nur noch für 115 Millionen US-Dollar im laufenden vierten Quartal Wafer abnehmen werde.

Für das Jahr 2013 setzt man 1,15 Milliarden US-Dollar an, die man Globalfoundries für Wafer bezahlen werde, gefolgt vom ersten Quartal des Jahres 2014, in dem nochmals 250 Millionen US-Dollar dafür angesetzt sind.

Parallel dazu heißt es seitens AMD, dass man wieder auf einen Festpreis pro Wafer setzen werde, da die Yields mittlerweile entsprechend hoch ausfallen und defekte Chips pro Wafer zur Minderheit gehören. Im Frühjahr 2011 hatte sich AMD von diesem bereits zuvor genutzten Bezahlmodell losgesagt, da die 32-nm-Ausbeute sehr gering war.

Weiterhin gab man in diesem Rahmen bekannt, dass man der SOI-Fertigung jetzt auch im Prozessorbereich offiziell den Rücken kehren wird. Demnach geht AMD jetzt den Weg der „standard 28nm process technology“, also der klassischen Bulk-Fertigung. Diese kann in der Regel mit geringeren Kosten sowohl bei der Forschung und Entwicklung als am Ende auch in der Fertigung gegenüber SOI auftrumpfen.

Um aus den bestehenden Verträgen heraus zu kommen, zahlt AMD eine Auslöse von 320 Millionen US-Dollar, die in mehreren Quartalen bis Ende 2013 abgezahlt wird. Dazu gehört im vierten Quartal dieses Jahres auch eine „Take-or-Pay Charge“, also eine Strafzahlung für nicht abgenommene Wafer.

Unterm Strich erhofft sich AMD mit der dritten Ausgabe des Wafer Supply Agreement (WSA) mit Globalfoundries einen besseren Stand im aktuellen Marktumfeld. Dieses zielt in erster Linie auf die Liquidität des Unternehmens ab, ab dem zweiten Halbjahr 2013 will man zudem wieder in die Gewinnzone klettern.

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