Ausgestaltung von Copyright und Urheberrecht

Creative-Commons-Lizenz wird 10 Jahre alt

Creative Commons (CC), eine Non-Profit-Organisation, die in Form vorgefertigter Lizenzverträge Hilfestellungen für die Veröffentlichung und Verbreitung digitaler Medieninhalte anbietet, wird dieser Tage 10 Jahre alt. Deshalb wird weltweit gefeiert, so auch in Berlin.

Am Samstag den 8. Dezember ab 19 Uhr wird am Berliner Alexanderplatz gefeiert. Neben Musik, Freibier und Kuchen gibt es zwei Stunden lang Kurzvorträge über Entstehung, Geschichte und Bedeutung der im Internet häufig genutzten Form der Rechtevergabe für Musik, Bilder, Video und Texte.

CC bietet sechs vorgefertigte Verträge an, die je nach Wahl mehr oder weniger Rechte beim Lizenzgeber lassen. Anders als beim Copyright oder unserem Urheberrecht gibt es Standard-Lizenzverträge, die fast alle Rechte am Werk abgeben bis auf beispielsweise die Namensnennung bei Weiterverwendung. Der am häufigsten verwendete Vertrag ist „CC-BY-SA“, welcher auch bei Wikipedia Anwendung findet. Hierbei muss der Lizenznehmer bei Weiterverwendung lediglich den Urheber angeben und die Lizenz beibehalten sowie angeben. Andere Lizenz-Verträge verhindern beispielsweise die Bearbeitung oder verbieten die kommerzielle Weiterverwendung.

Darüber hinaus gibt es noch eine „Music Sharing License“, Sampling-Lizenzen, eine „Developing Nations License“ für Entwicklungsländer und in den USA das Kuriosum des „Founders’ Copyright“, ein noch anwendbares US-Copyright aus dem Jahr 1790, das ein Werk für 14 Jahre schützt und um maximal weitere 14 Jahre verlängert werden kann, bevor es gemeinfrei wird.

Die Free Software Foundation von Richard Stallman erkennt CC-BY 2.0 und CC-BY-SA 2.0 als freie Lizenzen an. Im Rechtssystem stößt Creative Commons des öfteren auf Kritik, da im justitiablen Fall die Lizenzmodelle, insbesonders NC (Non Commercial), oft noch nicht genügend ausformuliert sind. Dies soll sich mit der in Entwicklung befindlichen Version 4 der CC ändern.

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