Kaufberatung 2012 (7/14)

Tipps für den IT-Wunschzettel
Autor:

PC-Komponenten

Gehäuse

von Carsten Lissack

Jährlich erscheinen zahlreiche neue Computerchassis der verschiedensten Hersteller für die unterschiedlichsten Zielgruppen. Für einen Laien ist es schwer und mühsam, den Markt nicht aus den Augen zu verlieren und die richtige Entscheidung zu treffen. Betrachtet er den Gehäusemarkt allerdings etwas genauer, so wird er zügig erkennen, dass nur wenige Gehäuse einen zweiten Blick oder gar einen Kauf wert sind. Schnell stellt sich deshalb die Frage, worauf beim Gehäusekauf eigentlich alles geachtet werden muss?

Dabei gibt es eine ganze Reihe von Dingen, über die man sich vor dem Kauf Gedanken machen sollte: Passt die zu verwendende Hardware überhaupt in das Gehäuse? Wenn nein, welche Längen-, Breiten- oder Höhenangaben limitieren? Gibt es Lösungsansätze wie zum Beispiel einen entfernbaren Festplattenkäfig, der im Ernstfall mehr Platz zur Verfügung stellt? Werden die Komponenten ausreichend gekühlt und last but not least sowie sicher die einfachste selbst zu beantwortende Frage: Sagt mir das Gehäuse optisch zu?

In den letzten Jahren haben sich drei beliebte Gehäusetypen herauskristallisiert: Klassische Mini- und Midi-Tower, Cubes und kleine ITX-Gehäuse, die meist perfekt auf einem Schreibtisch platziert werden können. Welches es wird, hängt letztendlich ganz allein von der eigenen Vorliebe oder schlichtweg vom Zweck ab, für den der Rechner verwendet werden soll.

Wer einen Allrounder mit den Abmessungen eines breiten und massiven Midi-Towers sucht, dürfte mit dem Fractal Design Define R4 bestens beraten sein. Das Chassis nimmt Mainboards bis zum Formfaktor ATX, Grafikkarten mit einer Länge bis maximal 430 mm mit ausgebautem oberen Festplattenkäfig und CPU-Kühler mit einer Höhe von bis zu 170 mm auf. Das schlichte Design und die klar definierte Formgebung gefallen. Weiterhin hinterlässt das schwedische Produkt in Sachen Lärm- und Lautstärkeentwicklung dank seiner laufruhigen „Silent R2“-Lüfter und der umfangreichen Schalldämmung bestehend aus Schaumstoff und Bitumen-Dämmmatten einen positiven und sehr ausgewogenen Eindruck.

Das Fractal Design Define R4 ist in den drei Farben Black Pearl, Titanium Grey und Arctic White erhältlich. Neuerdings gibt es auch eine Version mit Sichtfenster im Handel.

Fractal Design Define R4
Fractal Design Define R4

Neben dem Fractal Design Define R4 ist noch ein anderer Kandidat ganz groß geworden. Die Rede ist vom BitFenix Prodigy, das in der Mitte dieses Jahres das Licht der Welt erblickte. Das Cube-Gehäuse war ein Debüt mit großem Erfolg, weil es trotz mehrerer kleiner Schwächen und Einschränkungen sehr viel Leistung für einen kleinen Preis von etwa 65 Euro bietet. Käufer sollten sich bewusst sein, dass ins BitFenix Prodigy lediglich Hauptplatinen im Mini-ITX- beziehungsweise Mini-DTX-Format einziehen können. Dadurch ergibt sich die Einschränkung, dass nur eine Erweiterungskarte im Dual-Slot-Format verbaut werden kann. Eine Limitation findet auch beim Netzteil statt. BitFenix selbst empfiehlt eine Länge von 150 mm nicht zu überschreiten. Über jeden Zweifel erhaben die Kühlerhöhe: 165 mm Platz bis zur Decke sorgen dafür, dass selbst große und leistungsfähige CPU-Kühler hineinpassen. Wir sehen im BitFenix Prodigy genügend Potential für Spielekisten aller Art.

Neben der Farbe Schwarz gibt es das BitFenix Prodigy in Weiß, Orange und Rot zu kaufen. Eine blaue Version ist bereits angekündigt.

BitFenix Prodigy
BitFenix Prodigy

Zeitlos und wohl einer der kleinsten und innovativsten Vertreter ist das Streacom FC8B Evo (Preisvergleich). Das gerade einmal 250 mm breite Gehäuse kühlt den Prozessor komplett passiv, indem es die Wärme über die vier intern verbauten Heatpipes zu den Lamellen an der rechten Seitenwand transportiert. Die notwendige Mini-ITX-Platine und das Slimline-Laufwerk werden über eine Nano-PSU versorgt, die separat erworben werden muss. Für ein wenig mehr Grafikleistung kann eine Low-Profile-Grafikkarte in das System integriert werden. Das sehr edle Aluminiumgehäuse kostet derzeit knapp 150 Euro zuzüglich den Kosten für die Nano-PSU. Wer einen kleinen, passiv betriebenen Multimedia-PC bauen möchte und das nötige Kleingeld für ein extravagantes Computergehäuse mitbringt, sollte den Gedanken über die Anschaffung des Streacom FC8B Evo (Hersteller-Homepage) nicht scheuen.

Streacom FC8B Evo
Streacom FC8B Evo