Fortsetzung ohne Namensrechte

Nachfolger für „Planescape: Torment“ geplant

Wenn Rollenspielklassiker genannt werden, ist fast immer „Planescape: Torment“ darunter: Der Titel blieb durch seine exzellente und tiefgründige Erzählung im Bewusstsein vieler Spieler. Nun denkt Colin McComb im Rahmen der über Kickstarter wachsenden Retro-Welle an eine Fortsetzung des Spiels.

Wie der Spieldesigner im eigenen Blog erklärt, hat er seine Arbeiten hinsichtlich des Scripts für das postapokalyptische Rollenspiel „Wasteland 2“ im Prinzip abgeschlossen. Das nächste Projekt soll daher an das Spiel anknüpfen, welches McComb als eine seiner besten Arbeiten bezeichnet – und somit den teils lang ersehnten Nachfolger für Planescape liefern.

Aufgegriffen werden sollen dabei die Dinge, die das Rollenspiel mit seinem untoten, namenlosen Helden besonders ausgezeichnet haben. McComb zählt dazu die Neigung, Erwartungen der Spieler zu kontrastieren – der Tot des Hauptcharakters etwa beendet das Spiel nicht, sondern ist geradezu die Ausgangsbasis der Erzählung und hat im Kampf keinerlei Auswirkungen. Hervorstechend nennt McComb außerdem die grandiose Story in einer fremden Fantasy-Welt, einzigartige Charaktere insbesondere in Bezug auf die Begleiter und verrückte Gegenstände, die Entscheidungsmöglichkeiten und ihre Auswirkungen sowie das grundsätzliche Thema, das nicht den Kampf eines Guten gegen das Böse thematisiert, sondern philosophische Fragen stellt.

Die klassische „Torment-Story“ gilt daher auch für eine Fortsetzung elementar, wozu ein Setting gehört, welches durch seine Fremdheit – wie etwa die Marginalisierung des Todes – dazu zwingt, die vorliegende Welt zu untersuchen und interessante Fragen zu stellen beziehungsweise Dinge zu hinterfragen. Beantwortet werden soll dieses mal, welche Bedeutung ein Leben haben kann – und ob es überhaupt eine Bedeutung hat. Das Setting wird allerdings nicht mehr in Planescape angesiedelt werden. Zum einen erklärt McComb, er wolle kein Dungeons-&-Dragons-Regelwerk mehr benutzen, da das Moralsystem von Gut und Böse gegen etwas „subjektiveres“ ausgetauscht wird: Die Handlungen des Spielers sollen nicht anhand fester Maßstäbe bewertet werden.

Zum anderen verriet der Game Designer Eurogamer, dass es zu keiner Einigung mit den derzeitigen Rechteinhabern gekommen sei. Das Projekt befindet sich außerdem noch in einem frühen Stadium der Planungsphase, in dem aktuell ein Team für die Entwicklung zusammengestellt wird. An der Ernsthaftigkeit des Projektes besteht damit kaum ein Zweifel. Zur Finanzierung wollte sich McComb nicht äußern, allerdings dürfte nach dem Erfolg der Kickstarter-Kampagne von „Wasteland 2“ erneut auf Crowdfunding zurückgegriffen werden.

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