Open Source DVCS für die Developer-Tools

Microsoft setzt auf Git als Versionsverwaltung

Der Unit Manager des Team Foundation Server bei Microsoft, Brian Harry, gab im MSDN-Blog bekannt, Microsoft habe für die Developer-Tools das Open-Source-Versionskontrollsystem Git adaptiert. Es soll zunächst in Visual Studio 2012 und der nächsten Version von Team Foundation Server Einzug halten.

Git ist eines der derzeit am weitesten verbreitete verteilte Versionskontrollsystem (DVCS). Unter Linux sind in den letzten Jahren viele Projekte wie Debian und KDE SC von SVN auf die Versionsverwaltung mit Git umgestiegen. Linus Torvalds hatte Git ursprünglich im Jahr 2005 geschrieben, um damit die verteilte Versionsverwaltung des Quellcode des Kernel zu handhaben. Das bis dahin verwendete System BitKeeper stand durch eine Lizenzänderung nicht mehr kostenlos zur Verfügung.

Wie Harry mitteilt, wurde bereits seit rund einem Jahr am Umstieg vom bisher verwendeten Team Foundation Version Control auf ein verteiltes System gearbeitet. Die Entscheidung für Git sei schon recht früh im Denkprozess gefallen. Git sei für Windows-Entwickler bisher allerdings nicht so attraktiv gewesen wie andere Plattformen, so Harry. Man werde auf jeden Fall Anpassungen vornehmen, die aber keinesfalls zu einem „Lock-In“ führen sollen. Man wolle nichts am Open-Source-Status von Git ändern und vollkommen kompatibel zu allen Werkzeugen und Repositorien wie GitHub bleiben.

Der Einsatz von Git bei Microsoft findet zunächst zweigleisig statt. Auf der Client-Seite wird Git in Visual-Studio so integriert, dass man aus der IDE heraus auf Git-Repositorien zuzugreifen und solche auch lokal als Arbeitsplattform erstellen kann. Bereits jetzt kann auf eine frühe Version der Implementierung zugegriffen werden, die allerdings erst ab Visual Studio 2012 lauffähig ist. In Zukunft werden alle Versionen von Visual Studio inklusive der kostenfreien Express-Version diese Erweiterung mitbringen.

Serverseitig wird die nächste Version von Team Foundation Server Entwicklern die Möglichkeit bieten, neben dem bisher verwendeten Team Foundation Version Control auch Git-Repositorien zu erstellen und zu verwalten. Offiziell ist noch kein Erscheinungstermin für die neue Version von Team Foundation Server bekannt, jedoch werden laut Harry Nutzer des webbasierten Team Foundation Service bereits jetzt Zugriff auf die zukünftige Funktionalität haben. Eine Anleitung zu Microsofts Git-basierten Werkzeugen steht online zur Verfügung.

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