Eine Woche später als erwartet

Linux-Kernel 3.9 mit diversen Neuerungen freigegeben

Wie Linus Torvalds gestern mitteilte, hat er den Kernel 3.9 in seiner endgültigen Version zehn Wochen nach Kernel 3.8 und mit einer Woche Verzögerung freigegeben. Am Kernel 3.9 waren 1.364 Entwickler mit insgesamt über 11.700 Einreichungen beteiligt, die alle Bereiche des Kernel betreffen.

Davon entfielen diesmal mit 60 Prozent der Einreichungen weniger als sonst auf Treiber. Zahlreiche davon wurden aktualisiert oder kamen neu hinzu, einige wurden allerdings auch entfernt. Der Treiber für Nvidia Tegra114 erhielt erstmals Einzug in den Kernel, die AMD-APUs der „Richland“-Generation erhalten Unterstützung für ihre GPUs. Der ALSA-Soundtreiber erhielt einen allgemeinen Parser für HDA-Codecs. Einige Netzwerkkarten aus den Anfangstagen von Linux, wie beispielsweise die berüchtigt schlechten Karten 3c501, 3c505, 3c507 der Firma 3Com, sowie Intel i825xx und Netzwerkkarten für den Parallelport wurden entfernt. Neu hinzugekommen ist im Bereich WLAN der Treiber für das 802.11ac-Protokoll, das Intel vermutlich im Rahmen der Einführung der „Haswell“-Notebook-Prozessoren in WLAN-Bausteinen der 7000er-Serie unterstützen will.

Bei den Dateisystemen erhielt btrfs die Fähigkeit, neben RAID 0 und 1 auch RAID 5 und 6 experimentell zu unterstützen. Das neue Device-Mapper-Target namens „dm-cache“, dass ebenfalls noch als experimentell gilt, kann nun im Kernel SSDs erstmals als Cache für herkömmliche Festplatten bereitstellen. Die im Kernel verankerte Virtualisierungssoftware KVM erhielt einen „Dummy-Treiber“ für die ARM-Architektur auf einigen Cortex A-15-Prozessoren. Außerdem wurden auch die VM Sockets von VMware aufgenommen. Neu ist auch das „Virtual Machine Communication Interface“ (VMCI), mit dessen Hilfe eine schnellere Kommunikation zwischen dem Host und den Gastsystemen erzielt werden soll.

Für eine gleichmäßigere Verteilung der Arbeit bei Webservern auf die Threads und die von ihnen verwendeten Prozessor-Kerne soll die neue Option SO_REUSEPORT sorgen, indem jetzt mehrere TCP- oder UDP-Sockets auf demselben Port lauschen können.

Die Liste der von Linux unterstützten CPU-Architekturen ist wieder einmal um zwei Einträge angewachsen. Linux unterstützt jetzt auch auf den ARC-Prozessor von Synopsys sowie die Prozessorkerne Meta ATP (Meta 1) und HTP (Meta 2) von Imagination. Die Arbeiten an Kernel 3.10 laufen bereits, mit der endgültigen Freigabe wird in der zweiten Juni-Hälfte gerechnet.