Webkit Fork soll Chrome beschleunigen

Chrome 28 Betaversion mit neuer Blink-Engine

Seit einigen Tagen steht Google Chrome 28 als Betaversion bereit. Die größte Neuerung ist die von Webkit abgeleitete eigene Rendering-Engine Blink. Google will mit der eigenen Engine stets kompatibel zu Webkit bleiben, andererseits mit Blink einen schlankeren Unterbau für den Browser schaffen.

Im Zuge der Entwicklung von Blink wurden über 7.000 Dateien aus dem Quellcode entfernt, wodurch rund 4,5 Millionen Zeilen Code weniger zu pflegen sind als bisher. Ermöglicht wird diese Verkleinerung durch die Konzentration auf nur einen Browser. Durch die Einführung eines neuen HTML-Parsers, der Thread-basiert arbeitet, sollen DOM-Inhalte um etwa 10 Prozent schneller angezeigt werden als bisher. Außerdem pausiert der Parser nicht mehr so oft, was die Wartezeiten beim Parsen laut Google um bis zu 40 Prozent reduzieren kann. Die Javascript-Engine unterstützt nun asm.js, eine von Mozilla entwickelte Javascript-Erweiterung, die in einigen Javascript-Benchmarks die Geschwindigkeit glatt verdoppelt.

Chrome 28 bringt darüber hinaus weitere Verbesserungen wie etwa die Rich Notifications Chrome API. Mittels „Rich Notifications“ werden Benachrichtigungen und Zusatzinhalte von Web-Apps und Erweiterungen direkt im Betriebssystem angezeigt, bei Windows etwa in der Taskleiste integriert. Die Zusatzinhalte, die hierüber angezeigt werden, können etwa Bilder oder auch Aktionsschaltflächen enthalten. Vorerst stehen „Rich Notifications“ nur für Chrome OS und Windows zur Verfügung, die Integration in Linux und Mac OS soll jedoch zeitnah folgen. Die „Rich Notifications“ machen die bisher eingesetzen „HTML-Benachrichtungen“ für Erweiterungen überflüssig, diese werden entfernt.

Die Vorschauversion von Chrome 28 für Android enthält die von der Desktop-Version bereits bekannte Fullscreen API, mittels der das Ausblenden der Statusleiste und Browser-UI ermöglicht wird und somit der gesamte Bildschirm für die darzustellenden Webinhalte zur Verfügung steht, wie man in dieser kleinen Demo sehen kann. Darüber hinaus wird in der Android-Version jetzt auch, zumindest experimentell, WebGL unterstützt. Gleiches gilt für Web Audio und WebRTC, die, wie WebGL, erst über den Schalter about:flags freigeschaltet werden müssen.

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