Rückgang nicht so stark wie von Analysten befürchtet

Einbruch der PC-Verkäufe setzt Hewlett-Packard zu

Hewlett-Packard veröffentlichte gestern Abend seine Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal. Dem Unternehmen hat im Zeitraum von Februar bis April – wie vielen anderen Unternehmen auch – die Absatzschwäche im PC-Bereich zu schaffen gemacht. Dennoch lag HP mit seinen Zahlen über der Markterwartung.

So fiel der Gewinn des Unternehmens aus Palo Alto im angegebenen Zeitraum gegenüber dem Vorjahreszeitraumes um 32 Prozent auf 1,08 Milliarden US-Dollar. Auch beim Umsatz musste der Konzern einen Rückgang von zehn Prozent auf 27,58 Milliarden US-Dollar verbuchen, womit HP bereits das siebte Quartal in Folge mit einem Verlust beendete.

Besonders zu schaffen machte dem Konzern der weltweite Verkaufsrückgang im PC-Segment. Während die gesamte Branche laut den Marktforschern Gartner und International Data Corporation (IDC) mit einem Einbruch in den ersten drei Monaten des Jahres bei den PC- und Notebook-Verkäufen von 11,2 Prozent bis 14 Prozent zu kämpfen hatten, traf es HP besonders hart. Im angegebenen Zeitraum musste HP einen Rückgang von 18 Prozent respektive 24 Prozent verkraften. Insgesamt bedeutete dies einen Verlust von rund 7,6 Milliarden US-Dollar. Neben dem Geschäft mit den Privatkunden war zudem auch das als stabil geltende Servicegeschäft mit Firmenkunden ebenso rückläufig wie der Software-Bereich, bei dem Hewlett-Packard einen Rückgang von drei Prozent bekannt gab. Die Drucker-Sparte, die einen Rückgang von einem Prozent zu verzeichnen hatte, konnte trotz allem eine stabile operative Gewinnmarge von 15,8 Prozent erzielen. Gleichzeitig stieg die gesamte operative Gewinnmarge von 2,7 Prozent aus dem ersten Quartal auf 3,2 Prozent.

Schwer wog noch immer der Kauf der britischen Softwareschmiede Autonomy, welcher vom ehemaligen HP-Chef Leo Apotheker initiiert wurde. Wegen angeblich geschönter Bilanzen bei den Briten musste HP bereits im vierten Quartal 2011/2012 über acht Milliarden US-Dollar auf den Wert des Unternehmens abschreiben, wovon sich das Unternehmen bis heute nicht komplett erholt hat.

Aufgrund der damaligen Zahlen hatte Konzernchefin Meg Whitman Hewlett-Packard einer tief greifenden Umstrukturierung unterzogen, welche nach wie vor andauert. Infolge dieser wurden die PC- und die Drucker-Sparte zusammengelegt, was auch den Wegfall von 29.000 Stellen bedeutete, darunter auch die Aufgabe des Standorts Rüsselsheim, welcher zuletzt 850 Mitarbeiter beschäftigte. Bereits im vergangenen Quartal zeigte die Neuausrichtung erste Erfolge. Zwar ging der Gewinn zurück, aber nicht so stark, wie von den Analysten erwartet.

Die HP-Aktie kletterte nach Veröffentlichung der Zahlen nachbörslich um 12,7 Prozent auf 23,92 US-Dollar.

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