Erlaubt, nicht erlaubt, erlaubt, nicht erlaubt ...

Gigabyte „Haswell“-Mainboards und NDA-Theater

Am Freitag hat Gigabyte im Rahmen eines Workshops die neuen Mainboards für Intels kommenden „Haswell“-Prozessoren vorgestellt. Die NDA-Auflagen seitens Intel sind, wie bereits beim Event von Asus vor wenigen Wochen, allerdings erneut derart kurios, dass wir sie direkt mit diesem ersten Absatz gebrochen haben.

Offiziell dürfen Hersteller und die Presse bisher nur schreiben, dass diese Mainboards mit einem Chipsatz, der natürlich nicht benannt werden darf, für die vierte Generation der Core-Prozessoren gedacht sind. Das war's. Die Mainboardhersteller, die die Presse zu tagesfüllenden Veranstaltungen einladen, versehen Mainboards und Verpackungen deshalb mit viel Klebeband, so dass jeder Name des Chipsatzes sowie die neuen Logos nicht mehr zu sehen sind. Auch die gezeigten Präsentationen sind entsprechend geschwärzt. Dass alle Details durch die Bank weg seit Wochen bekannt und die Platinen zum Teil schon im Handel angekommen sind? Interessiert bei diesen offiziellen NDA-Terminen nicht, hier wird weiter über alles gesprochen und dank Klebeband „nichts gezeigt“.

Auch Gigabyte kommt dieser Tage nicht drumherum, die neuen Intel-Mainboards, die im Rahmen der Computex 2013 in der kommenden Woche in Hülle und Fülle den Markt fluten werden, im Rahmen einer solchen Veranstaltung vorab zu zeigen.

Geschwärzte Präsentationen
Geschwärzte Präsentationen
Geschwärzte Präsentationen
Geschwärzte Präsentationen
Line-Up vor abgeklebten Kartons
Line-Up vor abgeklebten Kartons

Gigabyte präsentiert für den Marktstart ein breites Spektrum an Platinen, die von Einsteiger-Lösungen mit B85-Chipsatz bis zu extremen Overclocking-Platinen mit Z87-Chipsatz reichen. Diese Chipsatzbezeichnungen sind natürlich nur „Vermutungen“ anhand der Bezeichnungen des Herstellers, offiziell darf man sie ja nicht nennen...

Wie alle konkurrierenden Hersteller hebt auch Gigabyte die bisher schon verwendeten Technologien auf die nächste Evolutionsstufe. Kern der Geschichte ist „Ultra Durable 5 Plus“, das als Gesamtpaket der letzten Innovationen des Herstellers gesehen werden kann und viele der Techniken zusammenfasst. Hochwertige Bauteile sollen für eine lange Lebensdauer Sorge tragen, weshalb Gigabyte zum offiziellen Start die Garantie ausweiten will – Details dazu gibt es jedoch erst dann.

Wie die Konkurrenz sucht aber auch Gigabyte das Heil in etwas Neuem, um sich irgendwie etwas von der Massenware abzuheben. Denn die Mainboardhersteller haben allesamt ein auch selbst geschaffenes Problem: Viel Platz für Spielereien existiert nicht mehr, zu gut sind selbst die Mainstream-Auskopplungen für kleines Geld geworden, sodass die Luft für 300 Euro oder noch teurere Platinen zunehmend dünner wird. Gigabyte versucht dieses Jahr zu diesem Zweck die Audio-Schiene ein weiteres Mal in den Vordergrund zu rücken. Alternative Soundchips gehören seit den beiden letzten Jahren schon zum guten Ton, bei Gigabytes „G1.Sniper-5“-Serie wird man zukünftig den Amplifier-Chip ganz einfach wechseln können. Da der ab Werk verbaute zum ganz normalen Standard gehört, soll auch jeder nicht von Gigabyte erworbene Chip funktionieren.

Die am gestrigen Freitag vorgestellten Mainboards sind wie üblich bei Gigabyte nur die Spitze des Eisbergs. Unzählige weitere Mainboards werden folgen, jedoch nicht für jeden Markt. Gigabyte gab mit einem kleinen Einblick in das Thema bekannt, dass man 50 Boarddesigns für Intels neue „Haswell“-Prozessoren anbieten werde. Dies sei aber normal, denn der chinesische Markt bekomme beispielsweise andere Endgeräte als der europäische. Zum Vergleich: Von der Vorgängerserie auf Basis des Z77-Chips waren weltweit über 70 Designs im Portfolio, nach Deutschland haben es aber „nur“ 18 geschafft. So oder so: Eine Fülle an Mainboards steht in den kommenden Wochen an.

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