Debian-Derivat mit vorinstalliertem Steam-Client

Linux-Distribution Kanotix veröffentlicht

Die auf Debian basierende Linux-Distribution Kanotix wurde auf dem LinuxTag 2013 in Berlin veröffentlicht und bringt einige interessante Funktionen mit. So ist beispielsweise der Steam-Client bereits vorinstalliert und AMDs Universal Video Decoder (UVD) ist bereits in den Kernel gepatched.

Die seit zehn Jahren von Entwickler Jörg Schirottke alias Kano veröffentlichte Distribution, die anfangs auf dem Debian-Unstable-Zweig basierte, um dann zu Debian-Testing und -Stable umzuschwenken, wurde gestern am Stand der Distribution auf dem LinuxTag in Berlin vorgestellt. Die mit dem Codenamen „Dragonfire“ versehene Veröffentlichung ist in Varianten mit KDE SC 4.8.4 und mit LXDE verfügbar. Dazu gibt es noch eine Spezialversion mit KDE, die gleich einen vorinstallierten Steam-Client mitbringt, so dass Gamer mit einem Steam-Account gleich ein Spielchen wagen können. Dies wird durch eine sehr aktuelle Version 2.17 der Bibliothek libc6 ermöglicht, die in Debian-Stable noch nicht verfügbar ist.

Die KDE-Variante bringt unter anderem die Büro-Suite LibreOffice 4.0.3.3, eine aktuelle Version 1.5.29 der Windows-kompatiblen Laufzeitumgebung Wine sowie Iceweasel 21.0 und Icedove 10.0.2 mit. Bei LXDE kommen als Mail-Client das Leichtgewicht Sylpheed 3.2.0 und als Datei-Manager PCManFM 1.1.0 zum Einsatz.

Alle Images basieren auf GRUB2 als Bootmanager und dem Ubuntu-Kernel 3.9.2. Der Entwickler hat dem Kernel unter anderem einen Patch mitgegeben, der den kürzlich von AMD als Open-Source freigegebenen Universal Video Decoder (UVD) einbindet. Diese auf der API von VDPAU basierende Technik unterstützt Radeon-Karten der Baureihen HD 4000 bis HD 7000 beim Hardware-basierten Video-Decoding auf der GPU.

Die Abbilder für KDE SC, KDE SC mit Steam-Client und LXDE liegen in 32- sowie 64-Bit auf der Projekt-Webseite zum Download bereit. Zusätzlich gibt es auch eine Variante mit 3,9 Gigabyte, die alle Images in beiden Architekturen enthält und beim Hochfahren zur Auswahl anbietet. Die Images von Kanotix „Drangonfire“ sind Multi-Hybrid-ISOs und können sowohl als Live-Medien auf DVD oder USB-Stick genutzt als auch auf Festplatten installiert werden. Sowohl im Live-Modus als auch nach der Installation stehen neben den vorinstallierten freien Treibern wahlweise beim Start die proprietären Grafiktreiber von ATI und Nvidia zur Verfügung.