Computex

ARM setzt auf Cortex-A12 für die Mittelklasse

Nicolas La Rocco
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Das britische Unternehmen ARM stellt im Rahmen der Computex 2013 den sechsten Ableger der CPU-Serie Cortex-A vor, der vor allem auf die Mittelklasse zielt und dort den mittlerweile etwas betagten Cortex-A9 ablösen soll. ARM verspricht für den neuen Cortex-A12 eine Leistungssteigerung von 40 Prozent gegenüber dem Vorgänger.

Mit dem in 28 nm (A9: 40 nm) gefertigten Cortex-A12 führt ARM Funktionen aus der Ober- in der Mittelklasse ein, zu der ARM Geräte zwischen 200 und 350 US-Dollar zählt. So unterstützt der Prozessor die Virtualisierungsfunktionen der größeren Modelle und kann bis zu ein Terabyte Speicher adressieren. Außerdem ist der Cortex-A12 in der sogenannten big.LITTLE-Konfiguration einsetzbar. Bestand diese bisher aus Cortex-A7- und Cortex-A15-Kernen, kann zukünftig auch der A12 mit dem sparsamen A7 gepaart werden. Unter idealen Bedingungen lässt sich so eine hohe Leistung mit einem vergleichsweise niedrigen Energieverbrauch kombinieren.

ARM Cortex-A12, Mali-T622, Mali-V500

ARM hat nicht nur den Cortex-A12, sondern eine ganze Reihe von neuem „intellectual property“, kurz IP, vorgestellt; die eigentliche Fertigung übernehmen verschiedene Lizenznehmer. Zu dem neuen IP gehören auch die GPU Mali-T622 und der Mali-V500-Chip, der der Videoverarbeitung dient. Erstere arbeitet mit zwei „Shader Cores“ und unterstützt OpenGL ES 1.1 bis 3.0 sowie DirectX 11 und Open CL 1.1. Die GPU soll 50 Prozent sparsamer als die erste T600-Generation zu Werke gehen und leistungstechnisch auf dem Niveau aktuell verfügbarer High-End-Smartphones und Tablets liegen.

Der Mali-V500 wiederum ist für die Video-En- beziehungsweise Decodierung zuständig und soll Last vom restlichen System nehmen, wodurch sich ARM auch hier eine Senkung des Verbrauchs verspricht. Mit einem Kern erreicht die Lösung 60 Bilder pro Sekunde bei 1.080p, wobei mit mehreren Kernen bis zu 120 fps bei 4K-Auflösung möglich sind. Mit diesem Videoprozessor wird auch die sogenannte „TrustZone“ unterstützt, die hardwareseitig die „Sicherheit“ von Inhalten wie Filmen oder TV-Serien vom Download hin bis zur Wiedergabe gewährleistet. Gemeint ist ein System für Content-Provider, das die Rechte an den Inhalten verwaltet.

Bis zu 580 Millionen verkaufte Geräte in der Mittelklasse prognostiziert ARM bis zum Jahr 2015. Cortex-A12, Mali-T622 und Mali-V500 sollen dort nach Wunsch des Unternehmens eine wichtige Rolle spielen. Erste Geräte sollen Mitte 2014 auf den Markt kommen.

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