Warner Brothers schuld an der Zerschlagung von Megaupload

Hobbits gegen Kim Dotcom

In einem 20-minütigen Interview mit dem neuseeländischen Fernsehsender ABC beschuldigt Dotcom den neuseeländischen Premier, seine Firma Megaupload gegen die Zusage der Dreharbeiten zu „Der Hobbit“ auf neuseeländischem Boden seitens Warner Brothers geopfert zu haben. Beweise hierfür will er in einer Gerichtsverhandlung vorlegen.

Laut Dotcom hat Premierminister John Key alles dafür getan, um Warner Brothers zu überzeugen, die Dreharbeiten zu den „Hobbit“-Filmen nach Neuseeland zu bekommen. So habe er nicht nur 120 Millionen Neuseeland-Dollar Steuerersparnis gewährt und das Arbeitsrecht angepasst, sodass weniger Lohnkosten entstehen, sondern habe auch Megaupload auf einem Silbertablett serviert, das den Hollywood-Studios ein Dorn im Auge war. Beweise legte Dotcom dafür im Interview nicht vor, versprach aber, diese in einem Gerichtsverfahren, so es denn stattfindet, offenzulegen.

In der Zwischenzeit hat Dotcom, der vor zwei Wochen einen weiteren Sieg vor Gericht errang, große Mengen an Beweismaterial, das unrechtmäßig bei der Hausdurchsuchung in Dotcoms Villa beschlagnahmt worden war, zurückerhalten. Aus diesem Fundus hat er ein Video veröffentlicht, das die Erstürmung seiner Villa, aufgenommen von sechzehn Überwachungskameras an verschiedenen Stellen der Gebäude zeigt. Außerdem seien bei den rückerstatteten Beweismitteln zahlreiche E-Mails mit Schriftwechseln zwischen Content-Inhabern wie beispielsweise Universal Music und Megaupload, die ein anderes Bild zeigten als das des verhassten Urheberrechts-Piraten. Megaupload sei hier für sein Entgegenkommen gelobt worden, den Rechte-Inhabern zu gestatten, inkriminierte Medien selbst von den Servern von Megaupload zu entfernen. Das Auslieferungsverfahren an die USA wurde jetzt zum wiederholten Mal verschoben, diesmal vom August 2013 auf März 2014. Dotcom begründet das damit, dass die Anklage keinen Fall gegen ihn habe und ihn deshalb finanziell ausbluten lassen will, während sein Geld auf Konten des FBI auf Eis liegt.

Da kann es Dotcom nur Recht sein, dass sein neues Unternehmen Mega im Zuge der Enthüllungen des Datenskandals im Zusammenhang mit „Prism“ durch die NSA boomt.

Anzeige