Technische Verwandtschaft weckt Hoffnungen

Nvidia: Xbox One und PS4 sind gut für Spiele-PCs

Ein leitender Nvidia-Mitarbeiter hat sich im Gespräch mit The Verge zu der neuen Konsolengeneration in Form der Xbox One von Microsoft und der PlayStation 4 von Sony geäußert. Dabei zeigte er sich äußerst angetan von der Leistung der darin enthaltenen Technik, welche bekanntlich Konkurrent AMD beisteuert.

Ich bin froh, dass die neuen Konsolen da sind“, erklärte Tony Tamasi, Nvidias Senior Vice President für Content und Technology. Diese sollen bezüglich der (Grafik-)Leistung „die Messlatte höher legen“, wovon auch der PC im Allgemeinen profitieren werde. „Der PC wird sich weiter entwickeln, allerdings werden uns die Konsolen diesen nächsten Aufschwung bescheren“, so Tamasi weiter. Gerade im Bereich der Spielentwicklung erwartet man sich Vorteile durch die technische Verwandtschaft der neuen Konsolen-Hardware mit klassischen PCs. „Entwickler könnten jetzt eindrucksvolle Inhalte erstellen, die dann auf dem PC skalieren“, weist er auf das weiterhin bestehende höhere Potenzial von klassischen PCs und Grafikkarten hin.

Auf einer Präsentationsgrafik veranschaulichte er, dass das eigene Single-GPU-Grafikkartenflaggschiff GeForce GTX Titan zwar eine rund zweieinhalbfache Rechenleistung wie die PlayStation 4 aufweise, die Differenz im Vergleich zu den vorherigen Konsolen aber wesentlich geringer ausfalle. Diese Erkenntnis ist nicht neu und nur logisch, bei PlayStation 3 und Xbox 360 kommt seit Jahren die gleiche Hardware zum Einsatz, während GPU-Hersteller wie Nvidia in dieser Zeit mehrere neue Generationen auf den Markt brachten. Das Aufholen bei der Rechenleistung mit der neuen Konsolengeneration bezeichnet Tamasi aber als „großartig für uns“.

Insgesamt wirken die Aussagen des Nvidia-VPs aber eher wie die Suche nach dem „Silberstreif am Horizont“, denn im Geheimen dürfte der Zuschlag des milliardenschweren Konsolengeschäfts an den Erzrivalen AMD, der Xbox One und PlayStation 4 mit Chips versorgt, für wenig Euphorie in den eigenen Reihen sorgen, ist Nvidia damit doch künftig bei den Konsolen komplett aus dem Rennen. Aktuell liefert Nvidia lediglich den Grafikchip für die PlayStation 3 und auch bei Nintendos Wii U wird eine Grafiklösung von AMD verbaut.

Nichtsdestotrotz könnten die neuen Konsolengenerationen den Markt für Spiele-PCs durchaus beflügeln, sofern die Spielebranche von den neuen Möglichkeiten aufgrund der technischen Verwandtschaft Gebrauch macht und sich von Konsolen-exklusiven Titeln hin zu Fassungen für beide Plattformen wegbewegt. Aufgrund der ähnlichen Hardware würden Portierungen nicht nur vereinfacht, sondern könnten bereits von Anfang an auf eine Skalierbarkeit mit dem (wachsenden) Potenzial von PC-Hardware ausgelegt sein. Davon könnte auch Nvidias Grafikkartengeschäft profitieren.

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