4+4+4 Kerne, dreifacher Ringbus, doppelter Speichercontroller

Intels 12-Kern-CPU mit drastisch verändertem Aufbau

Im Rahmen des IDF 2013 in San Francisco hat Intel heute den Vorhang für die neuen Server-Prozessoren mit dem Codenamen „Ivy Bridge-EP“ gelüftet. Dabei enthüllte der Hersteller nicht nur den ersten Zwölf-Kern-Prozessor in 22-nm-Fertigung, sondern überraschte dort mit einem drastisch veränderten Aufbau.

Zu Beginn des Jahres hatte Intel über die eigene MDDS Database erstmals einen 15-Kern-Die für die „Ivy Bridge-EX“ als größte Ausbaustufe ins Spiel gebracht. Diese sollten ursprünglich ebenfalls noch zum Jahresende 2013 erscheinen, die ungerade Anzahl an Kernen sorgte jedoch seinerzeit bereits für viel Diskussionsstoff. Denn der klassische, symmetrische Aufbau war durch die ungerade Anzahl vom Tisch, die Diskussion kam schließlich bei einer Dreiteilung der Kerne an. Exakt dies hat Intel getan, wie der Aufbau des neuen Zwölf-Kern-Modells zeigt.

Vorgänger und Nachfolger im Vergleich
Vorgänger und Nachfolger im Vergleich

Statt bisher acht Kerne mit 20 MByte L3-Cache in der Mitte beherbergt der Die des Neulings jetzt drei Mal vier Kerne, zwischen denen der insgesamt 30 MByte große L3-Cache in zwei Teile aufgeteilt wird. Um den Schritt der Dreiteilung zu gehen, bedurfte es jedoch nicht nur einiger Anpassungen beim Aufbau, sondern auch bei der Architektur, die gegenüber dem Vorgänger „Sandy Bridge-EP“ direkt ins Auge stechen. Die CPU-Kerne sind bekanntlich nicht nur untereinander mit einem Ring-Bus verbunden, dieser sorgt auch für den Datenaustausch mit dem Cache, Speichercontroller, QPI und allen anderen wichtigen Elementen. Aus dem bisher bekannten zweifachen Ring-Bus wird folglich ein dreifacher, der grundlegende Gedanke dieser Kommunikationsverbindung bleibt jedoch der alte.

Doch dies sind nicht die einzigen Anpassungen, die Ivy Bridge-EP in der Zwölf-Kern-Variante gegenüber dem direkten Vorgänger aufbieten kann. Auf der Hardwareseite ist weiterhin der Speichercontroller genannt, intern werden dort jetzt zwei verbaut. Das Interface selbst ändert sich nicht, über den Sockel LGA 2011 für die CPUs wird auch weiterhin ein Quad-Channel-Interface geboten. Durch die Aufteilung und gleichzeitig die Erhöhung auf den Standard DDR3-1866 will man deutliche Leistungsgewinne bieten können. Zu der Performancesteigerung zählen am Ende aber auch diejenigen Verbesserungen, die bereits die Desktop-Version von Ivy Bridge vor über 16 Monaten erfahren hat.

Am Ende ist die neue Zwölf-Kern-Variante von Intel der Blick in die nahe Zukunft hinsichtlich Prozessoren mit vielen Kernen. Die absolute High-End-Version „Ivy Bridge-EX“ mit spekulierten 15 Kernen ist mit dem neuen Aufbau problemlos realisierbar, interessant dürfte jedoch sein, wie es um die Nachfolge-Generation bestellt ist, die als „Haswell-EP“ im zweiten Halbjahr 2014 erwartet wird. Erwartungsgemäß sollte die Anzahl der CPU-Kerne wieder einen Schritt nach oben gehen – das neue Die-Design hat dafür heute vermutlich den Grundstein gelegt.

Apropos Ivy Bridge-EX: Intel-CEO Krzanich bestätigte im Rahmen der gerade beendeten Keynote diesen neuen Prozessor für einen Start erst im kommenden Jahr als Neuauflage der Xeon-E7-Serie, Diane Bryant als Chefin der Server-Sparte grenzte den Termin in der offiziellen Vorstellung der Xeon-CPUs noch auf das erste Quartal ein. Doch diese EX-Variante könnte eigentlich eher fertig sein, denn unter der Haube ist der 12-Kern-Prozessor bereits ein 15-Kerner – mit eben drei deaktivierten Kernen. Dies wollte Intel offiziell jedoch nicht sagen, auf der anderen Seite war man nicht bereit, Die-Shots oder Wafer der Zwölf-Kern-Version zu zeigen. Das echte 15-Kern-Produkt scheint jedoch noch einen gewissen Reifungsprozess zu benötigen, sodass man dieses erst in gut einem halben Jahr präsentieren wird.

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