MPAA legt neue Studie vor

Suchmaschinen angeblich Schuld an Urheberrechtsverletzungen

Eine von der Motion Picture Association of America (MPAA) in Auftrag gegebene und nun veröffentlichte Studie gelangt zu dem Schluss, dass ein überwiegender Teil der Internet-Nutzer zum ersten Mal über eine Suchmaschine mit Urheberrechtsverletzungen in Kontakt kommen.

Dies geschehe, so die Studie weiter, ohne die direkte Suche nach illegalen Angeboten, in den meisten Fällen war der Film- oder Serien-Titel ausreichend, um zu den genannten Inhalten zu gelangen. Der Anteil dieser Kontakte wird laut den vorgelegten Daten mit 74 Prozent beziffert.

So spielen bei der Untersuchung Ergebnisse aus Suchmaschinen in 20 Prozent aller Sitzungen eine erhebliche Rolle. Die Verfasser der Studie beobachteten zudem, dass Nutzer bei online angeschautem Material deutlich öfter dazu neigten, über Suchmaschinen nach weiteren Informationen zu den konsumierten Videos zu suchen. Knapp 82 Prozent der Suchmaschinenaufrufe sollen hierbei alleine auf Google erfolgen, insgesamt sollen so jedes Jahr bis zu fünf Milliarden Zugriffe auf Seiten mit rechtswidrig angebotenen Inhalten generiert worden sein.

Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch, dass die Einführung neuer Algorithmen seitens Google bis jetzt keine Wirkungen zeigen: Durch die Herabstufung von Seiten mit rechtswidrig angebotenem Material wollte der Suchmaschinenanbieter diese weniger präsent in seinen Ergebnissen platzieren. Nach einem Höchstwert von 11,9 Prozent Anfang 2011 fiel der von diesen Seiten verursachte Traffic zunächst bis Anfang 2012 auf neun Prozent, um im Laufe des restlichen Jahres wieder auf zehn Prozent anzusteigen. Auch eine niedrigere Platzierung in den Suchergebnissen konnten die Verfasser der Studie nicht erkennen.

Für die vom US-Marktforschungsunternehmen Compete durchgeführte Studie haben rund zwei Millionen US-Bürger und 200.000 Briten freiwillig ihre Bewegungen im Netz verfolgen lassen. Zudem griff das Unternehmen auf eine Datenbank von 12 Millionen Webseiten zurück, welche zwischen 2010 und 2012 illegale Inhalte bereitgehalten haben sollen.

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