Einleitung
Zur Zeit ist DDR2 sicherlich eines der Schlagworte auf dem Speichermarkt. Doch für die meisten ist DDR2 noch ein ferner und mit wenig Priorität versehener (Wunsch-)Traum, dessen Erfüllung noch eine Weile warten kann. Da bis jetzt nur Intel auf den neuen Speicher setzt, bleibt vorerst der wohl größte Teil der Kundschaft bei herkömmlichen DDR1-SDRAM, zumal Intels Chipsatz-Probleme und die hohe Verlustleistung der neuen CPUs den Verkauf nicht gerade angekurbelt haben.
Nachdem wir zuletzt immer wieder einzelne High-End-Module unter die Lupe genommen haben, wollen wir uns heute zur Abwechslung erneut an ein kleines Round-Up wagen. Inspiration dafür bekamen wir aus unserem Forum, als es darum ging, guten Speicher zu finden, der nicht gleich ein großes Loch in den meist schon zu klein geratenen und löchrigen Geldbeutel reißt. Da wir die Module von Corsair und OCZ in diesem Zusammenhang schon betrachtet haben - diese allerdings auch zur teuersten Sorte zählen - haben wir uns in diesem Artikel vier anderen Vertretern zugewandt, die allesamt mit Modulen für die DDR500-Spezifikation aufwarten können. Sind Kingston und TwinMOS doch schon bekannte Vertreter in unseren Speichertests, haben sich mit GeiL und A-Data zwei Kontrahenten eingefunden, die wir noch nie zu Gast hatten. Was bei den vier Probanden unter der Haube steckt, klären wir auf den nachfolgenden Seiten.
Lesezeichen
Neu in der Kategorie Arbeitsspeicherartikel ist die Rubrik Lesezeichen. Da sich im Laufe der Zeit auch hier eine Menge an Artikeln angesammelt hat, wollen wir diese noch einmal in Erinnerung rufen. Da es mitunter vorkommt, dass im heutigen Artikel auf bestehendes Wissen aus älteren Tests von Speichermodulen zurückgegriffen wird, ist es für alle, die etwas „mehr“ wissen möchten, keinesfalls verkehrt, auch einen Blick in unsere älteren Berichte zu werfen. Dabei haben wir unsere Auswahl auf neuere Artikel, die sich mit Arbeitsspeicher vom Typ DDR400 und darüber beschäftigen, begrenzt.
- OCZ DDR550 [1]
- Kingston HyperX DDR533 [2]
- Corsair DDR550, OCZ DDR500 & Corsair DDR400 LL mit LEDs [3]
- OCZ DDR466 vs. Corsair DDR466 [4]
- Crucial DDR400 im Doppelpack [5]
- TwinMOS DDR400 im Dreierpack [6]
- 14 Module im DDR400-Speichervergleich (Intel-Plattform) [7]
- Sechs DDR400-Module im Vergleich (AMD-Plattform) [8]
- Arbeitsspeicher für Athlon 64 FX und Opteron [9]
- 512 MB vs. 1 GB vs. 2 GB [10]
Die Kontrahenten
A-Data „Vitesta” DDR500
Widmen wir uns in alphabetischer Reihenfolge zuerst den Modulen von A-Data. Diese gelten schon seit einigen Monaten als Geheimtipp, wenn es darum geht, sehr gut zu übertaktenden aber dennoch preisgünstigen Speicher zu ergattern. Was es damit auf sich hat, wollen wir hier klären.
A-Data Technology [11] ist nach eigenen Angaben die Nummer 1 in Taiwan, die sich mit DRAM-Modulen einen Namen gemacht hat. Nach dem durchschlagenden Erfolg im asiatischen Raum will man nun die Nummer 3 auf dem kompletten Weltmarkt werden. Dazu passend will man den Sprung auf den europäischen Markt wagen und setzt dabei voll und ganz auf High-End-Speicher. Die neueste Schöpfung von A-Data ist dabei die Serie „Vitesta DDR“. „Vitesta“ setzt sich zusammen aus dem französischen Wort für Speed, „Vitesse“, und der englischen Bezeichnung „Data“. Bei A-Data nennt man alle Speichermodule ab der Spezifikation DDR500 so, auch die neuen DDR2-SDRAM Module [12] kommen mit diesem Synonym daher. Im Angebot bei A-Data befinden sich zur Zeit alle Sorten von High-End-Modulen, angefangen bei SDRAM über normale DDR400-Module bis hin zu Registered-Speicher. Doch ist der Hersteller in Europa noch derart unbekannt, dass dies kaum einem, und da sind auch wir eingeschlossen, aufgefallen ist. So bietet man bereits DDR600 [13] Speichermodule an, was bisher nur OCZ offiziell vermeldet hat. Auch scheint man mit der Entwicklung und Herstellung von DDR2-SDRAM gut voranzukommen, so dass man diese schon in absehbarer Zeit in großen Stückzahlen parat haben wird.


A-Data liefert derzeit die Module noch einzeln, also nicht in einem Dual-Channel-Paket, aus. Damit ist man der einzige Hersteller in unserem Test, der dies noch so handhabt, was letztendlich aber nicht weiter tragisch ist, da die Onlineshops selbstständig Sets aus zwei dieser Module zusammenstellen. Genau so eines haben wir hier vor uns. Schon in der Verpackung sind die Module ein Blickfang. Ein schicker roter Heatspreader, dazu ein passend rotes PCB. Der Heatspreader wird geschmückt vom Firmenlogo, der Bezeichnung „Vitesta DDR500“ und dem Motto „Supreme Speed“. Ob die Geschwindigkeit der Module dieses Motto rechtfertigt, werden wir zu klären haben.


Nachdem die Äußerlichkeiten geklärt sind, widmen wir uns den inneren Werten, die ja bekanntlich wichtiger sind. Dank den verbauten Hynix-Chips schaffen die Module problemlos Timings von 2-3-3-5 bei einem Frontside Bus von 200 MHz, welches DDR400 entspricht. Doch nun die Frage: Sind die Module die Overclockingwunder, die man uns beschrieben hat? Verneinen können wir dies nicht und müssen es praktisch vollends bestätigen. Mit Frequenzen bis zu 275 MHz (DDR550) schwimmen die Module in der obersten aller Klassen mit - und das sogar richtig gut. Sie müssen sich keineswegs vor der namhaften Konkurrenz von Corsair und OCZ verstecken. Wer ein Mainboard besitzt, auf dem er die Spannung für den Speicher auf bis zu 3 Volt oder darüber einstellen kann, dem sind mit den Modulen fast alle Wege geöffnet. Man sagt nicht umsonst, dass A-Data-Module mit zu den einzig derzeit verfügbaren Speichermodulen gehören, die die 300 MHz, sprich wahnsinnige DDR600, schaffen. In unserem Test beschränken wir uns dabei aber auf die „handelsübliche“ Spannung von 2,8 Volt als Maximum, da dies den Großteil der Leser betrifft. Was die Module dabei für Ergebnis abliefern, zeigt unser Benchmarkparcour nach der Vorstellung der anderen Speichermodule.
GeiL „Golden Dragon” DDR500
Mit den Module von GeiL haben wir einen weiteren Kandidaten im Feld, der das erste Mal von unser näher betrachtet wird. Hört man sich um, wird der Speicher der taiwanesischen Firma einerseits oft hoch gelobt, manchmal aber auch komplett verschrien - er polarisiert wie kaum ein anderer. Es wurde also höchste Zeit, dass wir uns selber ein Bild der aktuellen Kollektion machen. Zu Rate haben wir deshalb die Serie „Golden Dragon“ gezogen. In Sachen Verpackung und Aussehen hängt man mit diesem Produkt alle Konkurrenz ab. In einer sehr schicken schwarzen Verpackung mit Samtüberzug, die äußerlich eher einem Buch ähnelt als einer Verpackung für Arbeitsspeicher, wird das Set geliefert. Klappt man dieses „Buch“, welches der Hersteller selber als „klassich, asiatisch, antike Verpackung“ bezeichnet, auf, kommen mittig die Module zum Vorschein - nebst kleiner Lektüre zur rechten Hand und der Produktbezeichnung zur linken. Einer genau Blick auf die Module zeigt deren Extravaganz. Hier kommt kein großer Heatspreader sondern vielmehr eine kleine Plastikscheibe zum Einsatz. Diese gewährt einen Blick auf die, milde ausgedrückt, „nichtsaussagenden“ Speicherchips. Auf diesen steht lediglich „DDR 32M8“, was quasi keine Person wirklich interessieren dürfte. Genau das dachte man sich bei GeiL wohl auch und hat deshalb pro Modul zwei Aufkleber mit in die Verpackung gelegt, mit der die Module geschmückt werden dürfen. So kommt man letztendlich auch der Bezeichnung „Golden Dragon“ ein wenig näher, ist auf den Aufkleber doch ein goldener Drache abgebildet, der zudem auch noch auf den goldfarbenen Speichermodulen Platz findet. Über Sinn oder Unsinn einer solchen Aufmachung darf an dieser Stelle gerne diskutiert werden - schick sieht es aus.


Genug der Vorrede, widmen wir uns den Modulen. GeiL präsentiert seine Speicherriegel im, nach eigenen Angaben, „Advanced WLCSP Package“. Die Unterschiede zu herkömmlichen DDR1-Modulen werden schon auf den ersten Blick deutlich: Erheblich kleinere Speicherchips. Daraus folgt eine wesentlich geringere Wärmeentwicklung, was letztendlich der Datenübertragung zu Gute kommt, die so immer stabil bleiben soll. Die Chips, die GeiL auf den „Golden Dragon“-Modulen, verbaut laufen mit 4 ns und sind laut eigenen Angaben handselektiert. Das macht die „Golden Dragon“-Serie natürlich etwas teurer. Der Kunde hat allerdings auch eine große Auswahl an weiteren Speicherriegeln [14] aus dem Hause GeiL, die sich an das herkömmliche Design inklusive „normaler“ Speicherchips halten.
Nach dem Einbau des 2x512 MB starken Sets stellten wir erstaunt fest, dass plötzlich ein rotes Licht am Ende des Moduls aufleuchtet. Es handelt sich hierbei um das sogenannte „Dragon Eye“, welches anzeigt, ob die Module in Betrieb sind oder nicht. Leider ist diese Diode so verdammt klein, dass sie unmöglich auf ein Foto gebannt werden konnte, welches dann auch noch etwas erkennen lässt. Auch hier darf man gerne wieder eine Diskussion über den Sinn einer solchen Diode anfangen. Im Test hat diese jedenfalls immer geleuchtet, was natürlich in Ordnung ging, denn die Module waren ohne Zweifel im Betrieb. Inwiefern sich kleinere Fehler aber letztendlich mit dieser Diode darstellen lassen, konnten wir nicht reproduzieren. Dass ein Riegel nicht funktioniert, das sollte im Endeffekt eher am Boot-Prompt ersichtlich werden.
In den Herstellerspezifikationen ist bei diesen Modulen von Timings 2,5-4-4-7 bei DDR500 die Rede. Damit setzt man fast als einziger Hersteller auf feste Timings, welches auch noch auf den Modulen vermerkt sind. Aber auch bei diesem Paar konnten wir die Timings auf 2-3-3-5 bei DDR400 drücken. Bei einem Frontside-Bus von 250 MHz, was DDR500 entspricht, trifft die Herstellerangabe der Timings 2,5-4-4-7 vollkommen zu, weniger war dort auf Dauer nicht möglich. Damit die lebenslange Garantie für die „Golden Dragons“ gewährleistet wird, sollten die Module innerhalb einer Spannung von 2,65 bis 2,95 Volt ihren Dienst verrichten. Da man bei vielen Mainboards nicht jenseits der 2,85 Volt kommt, dürfte dies also nicht das Problem sein. Was die Module nun aber gegen die Konkurrenz, die komplett auf Hynix-Speicherchips setzt, zu Leisten vermag, werden die Tests auf den folgenden Seiten klären.
Kingston HyperX DDR500

Wie üblich kommen die Module als Dual-Channel-Paket mit 2x512 MB ins Haus und liefern so ideale Testbedingungen für unseren Parcours, da auch alle anderen Mitbewerber um die Performancekrone dieser Klasse in dieser Konstellation antreten mussten.
Ein Blick unter die Haube zeigt auch hier, dass man Hynix-Speicherchips verbaut hat. Dem aufmerksamen Leser wird nun sicherlich auffallen, dass es auch schon Module von Kingston in der gleichen Spezifikation gab, die mit Samsung-CCC-Chips bestückt waren.


TwinMOS TwiSTER DDR500
Natürlich darf auch TwinMOS in dieser Riege der schnellen Module nicht fehlen. Bereits zum Jahreswechsel 2003/2004 hatten wir in einem hausinternen Duell [5] einen Blick auf die Unterschiede zwischen der neueren TwiSTER-Serie und den herkömmlichen Speichermodulen aus dem Hause TwinMOS geworfen. Dabei haben wir festgestellt, dass die TwiSTER zwar optisch ansprechender sind, sich in puncto Leistung aber nicht sonderlich von den herkömmlichen Modulen unterscheiden konnten. Die Firma TwinMOS stellt die TwiSTER-Reihe wie folgt dar:
ZitatEin Satz zu der Bezeichnung TwiSTER: Die Firma benannte die neue Produktreihe TwiSTER nach dem Kernkonzept der Technologien. Das „S“ steht für „speed“ und „TER“ steht für „terrific“. Die DDR-WLCSP-Module der TwiSTER-Reihe sind mit der WLCSP-Technolgie produziert worden, die eine kostante Datenübertragung bei effektiver Wärmereduzierung ermöglicht.
Als ein Vorteil der neuen Module wird das sogenannte WLCSP genannt, welches wir bereits bei den GeiL-Modulen gesehen haben. Die neuen Riegel von TwinMOS, die sich hier zum Test eingefunden haben, setzen jedoch erneut auf alte und bewährte Technik, die wir schon bei anderen Modulen in der Vergangenheit gesehen haben: Chips aus dem Hause Hynix. Da wir uns mit den Chips und seinen Merkmalen schon ausführlich auseinandergesetzt haben, überspringen wir diesen Part und verweisen auf den früheren Artikel [17], in dem es um die Corsair-DDR550-Module ging.



Einen Blick auf die gelieferte Ware offenbart das folgende: Dual-Channel-Kit, bestehend aus 2x512 MB. Die Module sind spezifiziert für PC4000, sprich DDR500. Ein Aufkleber auf dem gold-orange-farbenen Heatspreader spricht zudem von 2,8 Volt, welches hierbei die höchste Spannung darstellt, die der Hersteller sogar mit einer Abweichung von +/- 0,2 Volt unter voller Garantie zuläßt. Damit dürften experimentierfreudige Kunden, die ihren Modulen auch mal 3 Volt anvertrauen wollen, durchaus auf der sicheren Seite sein.
Testsystem
- Prozessor
- Intel Pentium 4 ES 2,4C GHz (FSB800) - kein HyperThreading
- Motherboard
- Abit IC7 (Bios 2.2) [18]
- Grafikkarte
- Festplatten:
- IBM DJNA 371350 13,5 GB
- Western Digital WD450AA 45 GB
- Peripherie
- Yamaha CRW3200E CDRW-Brenner
- PIONEER DVD-ROM DVD-105
- Treiberversionen
- nVidia ForceWare 56.56 (inoffiziell)
- Software
- Microsoft Windows XP Professional SP1
- Microsoft DirectX 9.0b
Benchmarks
SiSoft Sandra 2004
- Offizielle Website:
www.sisoftware.co.uk [20]
- Download:
ComputerBase.de [21]
- Kostenpunkt: kostenlose Standardversion
- Was benchen wir?
- Speichertransferrate
- Besondere Einstellungen: - keine -
- Speichertransferrate
SiSoft Sandra 2004 SP1 Speicherdurchsatz
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Die erste Disziplin haben alle Module gemeistert, was eigentlich auch nicht anders zu erwarten war. Bis zu DDR500, wofür diese Module bekanntlich alle konzipiert sind, ist es ein reiner Formationsflug. Mal führt der eine ein paar Punkte, mal der andere. Danach wird es interessant. Leider verabschieden sich die GeiL-Module schon knapp über der 500er-Marke, so dass ein Dreikampf übrig bleibt. Kingstons HyperX kämpft solide bis DDR533 mit, muss aber darüber die Segel streichen. Am Ende bleiben TwinMOS und der „Neue“ namens A-Data übrig. Zum Vergleich haben wir die Module aus dem letzten Test, die OCZ DDR550, welche locker flockig 100 Euro mehr kostet, mit eingeblendet. Ein Unterschied in der Performance? Fehlanzeige. Hynix sei Dank. Doch dazu im Fazit mehr.
AIDA32
- Offizielle Website:
www.aida32.hu [22]
- Download:
ComputerBase.de [23]
- Kostenpunkt: kostenlose Standardversion
AIDA32 Schreibgeschwindigkeit
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Das gleiche Bild präsentiert sich natürlich auch bei AIDA32. Minimale Abweichungen - mal führt der eine, mal der andere Hersteller.
3DMark03
- Offizielle Website:
Futuremark.com [24]
- Download:
ComputerBase [25]
- Kostenpunkt: kostenlos
- Was benchen wir?
- Durchlauf der beiden CPU-Tests unter "Default"-Settings
- Besondere Einstellungen: Update auf Version 340.
- Durchlauf der beiden CPU-Tests unter "Default"-Settings
3DMark03 CPU-Test
Angaben in Punkten
|
Auch hier ist es wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Unterschiede, falls man sie überhaupt so nennen kann, sind eher kleine Messungenauigkeiten als wirkliche Performancedifferenzen. Letztendlich auch kein Wunder: So gut wie identische Timings bei jeweils gleicher Frequenz während des gesamten Parcours lassen kaum Spielraum für Unterschiede. Dementsprechend ist es wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen, welches sich A-Data und TwinMOS bis zuletzt liefern.
PCMark04
- Offizielle Website:
Futuremark.com [26]
- Download:
ComputerBase [27]
- Kostenpunkt: kostenlos
- Was benchen wir?
- Durchlauf des Memory-Benchmarks unter Default-Settings.
- Besondere Einstellungen: Update auf Version 1.1.0.
- Durchlauf des Memory-Benchmarks unter Default-Settings.
PCMark04 - Memory Test
Angaben in Punkten
|
Der erste neuere Test in unserem Parcours ist PCMark04. Im Memory-Test werden 16 Einzeltests durchgeführt, die unterschiedliche Belastungen der Speichermodule simulieren. Auch hier sieht man die deutlich Steigerung, die schneller getakteter Speicher mit sich bringen kann. Da der Wert, der hier ermittelt wird, in das PCMark04-Gesamtergebnis einfließt, kann dies recht schnell zu deutlichen Punktgewinnen führen. Über DDR500 steigt der GeiL-Speicher erneut aus.
Quake 3 Arena
- Offizielle Website:
Quake3Arena.com [28]
- Download:
Guru3D.com [29] (Q3Bench)
- Kostenpunkt: kostenlose Demoversion
- Was benchen wir?
- Wir benchen Quake 3 Arena Point Release 1.32. Das Mittel aus drei Durchgängen wird gewertet.
- Besondere Einstellungen: Demo four.dm_76, 640x480 Max Details, Sound aus, Text compression off
- Wir benchen Quake 3 Arena Point Release 1.32. Das Mittel aus drei Durchgängen wird gewertet.
Quake 3 Arena 1.32 - Demo four
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Quake 3 Arena und alle darauf basierenden Spiele teilen eine ganz besondere Eigenschaft: Kleinste Veränderungen an den Speichertimings und in der Taktfrequenz schlagen sich in der Performance des Spiels nieder. Zwar sind 20 Frames mehr oder weniger in einem Bereich von 300 bis 350 Frames pro Sekunde nicht sonderlich wichtig. Aber es veranschaulicht doch gut die Leistungsfähigkeit eines jeweiligen Systems. Geschlagene 50 Frames pro Sekunde mehr im Bereich von DDR 400 bis DDR 550 lassen sich so erzielen. Dies können auch hier gerade die Module von A-Data und TwinMOS unter Beweis stellen. Kingston und GeiL müssen passen.
Unreal Tournament 2004
- Offizielle Website:
Unreal Tournament [30]
- Download:
HardwareOC [31] (UT2004 Bench V.099.7)
- Kostenpunkt: kostenlose Demoversion
- Was benchen wir?
- Wir benchen Unreal Tournament in der Demoversion 3120. Das Mittel aus drei Durchgängen wird gewertet.
- Besondere Einstellungen: Botmatch - Bridge of Fate, 640x480, Software CPU Bench
- Wir benchen Unreal Tournament in der Demoversion 3120. Das Mittel aus drei Durchgängen wird gewertet.
Unreal Tournament 2004
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Als zweiten Spielebenchmark haben wir im letzten Test die Demo von Unreal Tournament 2004 integriert. Die Kollegen von HardwareOC haben ein kleines Tool kreiert, welches, ähnlich wie Q3Bench, alle Einstellungsmöglichkeiten zum Testen eines Systems in nur einem übersichtlichen Menü verwirklicht. So kann man eine Vielzahl der Tests ohne Unterstützung der Grafikkarte durchführen lassen, was wir uns im Falle von Speichertests natürlich auch wünschen, da der Grafikkarte sonst zu viel Gewicht zufallen würde. Auch hier sind zwischen den Modulen wieder so gut wie keine Unterschiede zu beobachten. Jedoch entspricht der Anstieg von 27 auf 36,2 Frames pro Sekunde einer Zuwachsrate von rund 35 Prozent. Dies lässt sich also einzig und allein durch schnellen Speicher und einen guten Prozessor, der dabei natürlich mitspielen muss, vollbringen.
Fazit
Hynix gewinnt diesen Test! Wie jetzt? Ja, richtig gehört. Auf allen Modulen, mit Ausnahme der GeiL Speicherriegel, setzen die Hersteller auf Speicherchips des Chipriesen Hynix. Aber nicht nur Kingston, A-Data und TwinMOS, die hier im Test unter die Lupe genommen wurden, vertrauen Hynix. Auch Corsair und OCZ verbauen diese Chips. Hynix schwimmt zur Zeit dank der großen Nachfrage richtig oben auf. Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller erwartet als viertstärkste Kraft auf dem Weltmarkt im laufenden Geschäftsjahr erstmals nach fünf Jahren Verlustgeschäft wieder Gewinn - gleich einen saftigen von rund 1 Mrd. Euro. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Chips ist derzeit ungebremst und soll auch noch weiter steigen. Eines hat der Test gezeigt: Wenn die richtigen Firmen die gleichen Chips verbauen, kommt auch so gut wie immer das Gleiche dabei heraus. Klingt hart, trifft es aber auf den Kopf. Dementsprechend erklären sich auch die Ergebnisse, die wir hier ermittelt haben.
A-Data „Vitesta“ DDR500
„Supreme Speed“ - So heißt es schon auf den Modulen. Und genau dies haben sie die komplette Zeit gezeigt. Die Module bestechen durch hervorragende Performance während des gesamten Testablaufs. Der Bonus des Übertaktens gibt dem potentiellen Käufer dadurch einen zusätzlichen Schub, sich diese Module mal genauer anzuschauen. Ein kleiner Nachgeschmack existiert aber leider doch. Dadurch, dass dieser Hersteller im Moment noch recht unbekannt ist, gestaltet es sich ein wenig schwierig, entsprechende Module in Shops in Deutschland zu erhalten. Eine Suche bei Google führt aber mit ein wenig Geduld zum gewünschten Erfolg und man findet den einen oder anderen - wenn auch kleinen - Shop. Man stolpert zudem über die Firma Mips-Computer [32], die, neben den hier getesteten Modulen im DDR500-Standard, ein kleines Spezial anbieten. Für einen Aufpreis von ein paar Euro bieten sie vorab getestete Module, die zweifelsfrei, wie auch wir das im Test gezeigt haben, eine Taktung von DDR550 überstehen. In diesem Test gehören die Module trotzt relativ weniger Anbieter zu den günstigsten, wenn man in dieser Region überhaupt davon reden darf. Ein Preis von derzeit 238 Euro (Mips-Computer, Stand 11.07.04) ist in dieser Kategorie ungeschlagen. Gepaart mit der besten Leistung im Test vergeben wir somit unsere höchste Auszeichnung, den Hardware-Hammer.
GeiL „Golden Dragon“ DDR500
Den Schönheitspreis in Sachen Verpackung haben die Module von GeiL sofort am Start gewonnen. Und was kam dann? In den normalen Regionen von DDR400 bis hin zu DDR500 verrichten die Module souverän ihre Arbeit. Ein negativer Aspekt dabei war allerdings, dass die Module als einzige im Test nur bei 2,8 Volt problemlos laufen wollten, darunter waren bessere Timings überhaupt nicht stabil zu betreiben. Angekommen bei DDR500, liefern sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen allen Teilnehmern. Wenn hier der Schlußstrich gezogen würde, dann könnte man die Modulen als eine gute Wahl bezeichnen, da sie immer gleichauf mit der starken Konkurrenz liegen. Doch darüber war prompt Schluss. Nur zwei, drei Megahertz über dem vorgegebenen Wert führten zum Absturz. Auch schlechtere Timings verhalfen nicht zum Erfolg. Der Preis der Module hat sich - wie eingangs schon erwähnt - gewaschen: 330 Euro für das hier getestet Paket sind zu berappen, was, die Anmerkung sei gestattet, rund 100 Euro mehr als für die A-Data-Module bedeutet und für die gebotene Leistung definitiv zu viel ist.
Kingston HyperX DDR500
Good Job! So könnte man die Arbeit der Kingston-Ingenieure bewerten, wenn man die optisch sehr ansprechenden Module nach dem Test betrachtet. Als weiterer Ableger der HyperX-Serie setzt man das fort, wofür dieser Name bekannt geworden ist. Perfekte Funktionalität und Luft sowohl nach oben als auch nach unten. Aber gutes Material hat auch hier seinen Preis. Beim Preisvergleich Geizhals.at [33] stehen für das Dual-Channel-Kit 350 Euro und mehr auf dem Papier (der Preis ist in den vergangenen Wochen stark gestiegen).
TwinMOS TwiSTER DDR500
Als letzter Kandidat kommen die TwinMOS-Module an die Reihe. Im Photofinish muss man sich letztendlich den A-Data-Modulen geschlagen geben, wenn es um die doch kaufentscheidende Frage nach dem besten Preis-Leistungsverhältnis geht. Die rund 20 Euro Mehrkosten (260,- Euro) bei gleicher Leistung sind an dieser Stelle letztendlich ausschlaggebend. Gute Leistung und sehr gutes Overclocking gepaart mit dem Namen TwinMOS machen das Set dennoch zu einem Produkt erster Wahl. Wer auf der Suche nach einem guten Dual-Channel-Kit ist, mit dem im Normalbetrieb sicherlich nichts schief gehen kann, der kann auch hier zugreifen. So vergeben wir an dieser Stelle den zweiten Award in unserem Test, den Leistungs-Hammer.
Die ebenfalls nochmals mit aufgeführten OCZ-Module sind bei OC-Wear [34] erhältlich.
Hinweis:
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die von uns auf einem IC7 der Firma Abit erreichten Ergebnisse nicht ohne weiteres auf andere Platinen übertragen werden können. Darüber hinaus kann nicht garantiert werden, dass die im Handel erhältlichen Module ebenfalls die Leistung der Module bieten, die uns zum Test von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Das Übertakten von Komponenten kann außerdem zu Fehlern oder gar zur Beschädigung von Bauteilen führen.

