Die Kandidaten
Zurzeit ist der schnellste offizielle und von der JEDEC abgesegnete Arbeitsspeicher-Standard ohne Frage DDR400 bzw. PC3200. Doch wer etwas mehr aus seinem System herausholen möchte, kommt an gutem Arbeitsspeicher, den man auch ein wenig höher takten kann, nicht vorbei. Genau solch' hochgezüchtete Module schauen wir uns heute an. DDR550 von Corsair und DDR500 von OCZ sowie - als Bonus für den einen oder anderen Modding-Liebhaber - beleuchtete DDR400-Module mit sehr guten Timings von Corsair. Wer wollte nicht schon einmal seinen Prozessor mit 2 GB Arbeitsspeicher und einem FSB von 260 MHz betreiben? Auch dies haben wir versucht; das Resultat ging jedoch nicht in die Wertung mit ein.
Ein schönes Bild ist es allemal und für den einen oder anderen ein ferner und zugleich zu teurer Traum. Doch zunächst eine detaillierte Vorstellung der einzelnen Kandidaten.
Corsair XMS4400



Eingebaut, PC gebootet - alles funktioniert. Als Erstes werfen wir bei DDR400 ein Blick auf die Modul-Informationen, in unserem Fall mittels AIDA32. AIDA32 präsentiert uns beim Auslesen der SPD-Informationen die richtige Modul-Bezeichnung, zeigt aber bei der Speichergeschwindigkeit "nur" PC4200 bzw. DDR533 an. Es scheint sich also tatsächlich um die besagten DDR533-Module zu handeln, die Corsair mit einer Betriebsgarantie bei DDR550 versehen hat. Gut, das soll nicht weiter unsere Sorge sein, schauen wir lieber, was die Module im Alltag können und ob sie das halten, was PC4400 verspricht.
Unser Pentium 4 ist auf 2,4 GHz (FSB800) getaktet und wird schrittweise nach oben gefahren. Und siehe da, auf unserem Testmainboard Abit IC7 sind die versprochenen 275 MHz zu erreichen. 280 MHz geht noch bis ins Windows, danach kommt es aber zum Reset. Liegt das nun daran, dass wir die CPU mit 3,3 GHz am Limit haben, oder der Arbeitsspeicher schon am Ende ist? Eine Frage, die wir mit unserem Pentium 4 Engineering Sample beantworten können. Multiplikator zum Test auf acht anstatt auf zwölf gestellt, so ist die CPU mit ihren 1,6 GHz kein Problem mehr. Jetzt das gleiche Spiel von vorne. Aber wiederrum läuft FSB 275 stabil, 280 MHz bricht beim Benchen ab, alles über 280 MHz funktioniert gar nicht. Gut, wir haben ehrlich gesagt auch nicht damit gerechnet, dass es hier weiter nach oben gehen kann. Denn wer kann zur Zeit eine CPU sein Eigen nennen, die wie in unserem Beispiel 2,4 @ 3,3 GHz läuft, bzw. noch darüber? Mit einer Wasserkühlung vielleicht, aber wie im Testfall mit einem Intel Boxed-Lüfter sicherlich nicht. Somit leisten die Module genau das, wozu sie hergestellt wurden - DDR550. Man sollte an dieser Stelle noch erwähnen, dass Corsair selber nur das P4C800-E als für 275 MHz RAM-Takt ausreichend schnelles Mainboard nennt. Und selbst dort gibt es Modelle, die derart hohe Taktraten nicht stabil mitmachen.


Update vom 20.01.04
Mit dem heutigen Erscheinen von AIDA32 in der Version 3.90, werden die Module jetzt auch dort vollkommen richtig erkannt. Es lag also ein Fehler in der Software, nicht in der Hardware vor. Das ändert zwar nichts an dem Test, soll aber zu Richtigstellung und vollständigkeitshalber mit erwähnt werden.
OCZ EL DDR PC4000 Gold Edition


Das Paket besteht wie üblich aus zwei Modulen mit 512 MB. Freigegeben sind die Speicherriegel für Timings von 2.5-4-4-7 bei DDR500. Genau dort besteht der kleine aber feine Unterschied zwischen der Gold-Edition und herkömmlichen OCZ-Modulen mit Kupfer-Heatspreader. Die normalen Module werden „nur“ mit den Timings 3-4-4-8 ausgeliefert und erhalten hierfür die besagte Garantie.

Kommen wir zum praktischen Teil. Auch hier gab es beim Einbau und dem ersten Windows-Start keine Probleme. Ein Blick zu AIDA32: Alles im Lot, alles korrekt erkannt. Die angegeben DDR500-Spezifikationen der Module erreichten wir mit minimal besseren Timings als in den Spezifikationen steht: 2,5-4-4-5. Mit diesen Timings funktionieren auch alle Benchmarks problemlos, somit ist die erste Hürde genommen. Werfen wir nun eine Blick darauf, wie weit man mit diesen Modulen noch nach oben kommt. Sicherlich ist die Luft in diesen Taktregionen recht dünn, aber es gibt immer wieder Überraschungen. So konnten wir die OCZ-Module bis zu DDR540 bewegen, also fast auf Corsair-Niveau. Für DDR500 konzipierte Module ist dies noch mal eine ordentliche Mehr-Leistung, sind doch die meist handverlesenen Speicherchips schon im Originaltakt fast am Limit. Was die Module nun im Einzelnen leisten und wie sie sich gegen die vermeidlich besseren Corsair-Riegel schlagen, gibt es später im Benchmark-Vergleich.



Corsair XMS3200LL Pro mit Activity-LEDs






Diese sind von Corsair, wie bei allen ausgelieferten Modulen üblich, auf einem Asus Mainboard getestet und für Timings von 2-3-2-6 bei DDR400 freigegeben. Diese können wir leicht unterbieten und erreichen mit 2-3-2-5 bei einer Frequenz von 200 MHz die besten Timings im gesamten Testfeld.



Testsystem
Für den heutigen Test haben wir gegenüber dem letzten Mal die Treiber und das Bios auf Vordermann gebracht. Ansonsten ist die Hardware und die Testumgebung gleich geblieben. Im einzelnen sieht das Testsystem wie folgt aus:
- Prozessor
- Intel Pentium 4 ES 2,4C GHz (FSB800) - kein HyperThreading
- Motherboard
- Grafikkarte
- Festplatten:
- Samsung SP1203N 120GB
- Western Digital WD450AA 45GB
- Peripherie
- Yamaha CRW3200E CDRW-Brenner
- PIONEER DVD-ROM DVD-105
- Treiberversionen
- nVidia ForceWare 53.30 (inoffiziell)
- Intel Inf-Treiber 5.1.1.1002 (Intel)
- Software
- Microsoft Windows XP Professional SP1
- Microsoft DirectX 9.0b
Ansonsten gilt das Gleiche wie in den vergangenen Tests. Spannung anfangs auf 2,65 Volt festgelegt, PAT auf Auto. Dann je nach Bedarf Spannung erhöht, welches in den Diagrammen mit hellerer Farbe dargestellt wird. Also Vergleichswert haben wir wieder die bisher schnellsten Module, die Crucial Micron, in den höhern Frequenzen mit eingeblendet. Die Timings und die Höhe der Spannung ist in jedem Diagramm mit angegeben. Genug geredet, lassen wir Zahlen sprechen.
Benchmarks
SiSoft Sandra
- Offizielle Website:
www.sisoftware.co.uk [5]
- Download:
ComputerBase.de [6]
- Kostenpunkt: kostenlose Standardversion
- Was benchen wir?
- Speichertransferrate.
- Besondere Einstellungen: - keine -
- Speichertransferrate.
SiSoft Sandra Speicherdurchsatz
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Knapp 6,5 GB pro Sekunde Speichertransfer. Noch nie hatten wir so viel Speicherdurchsatz. Doch schauen wir neben dem Maximum bei DDR550 auch ein wenig nach "unten". In den "unteren Disziplinen", sprich der heutige Standard-Takt DDR400, liegen die beleuchteten Corsair-Module aufgrund ihrer besseren Timings immer in Front. Sehr interessant auch der Vergleich bei DDR500, wo wir die Ergebnisse aus dem Crucial-Vergleich mit eingeblendet haben. Diese müssen sich in keinster Weise verstecken, können sie doch locker mit den High-End-Modulen mithalten, bei einem weitaus geringeren Anschaffungspreis. Doch später mehr dazu. Alles in Allem ein gemischtes Bild, das die für hohe Taktraten konzipierten Module letztendlich für sich entscheiden können, auch wenn sie in normalen Regionen nicht herausragen.
AIDA32
- Offizielle Website:
www.aida32.hu [7]
- Download:
ComputerBase.de [8]
- Kostenpunkt: kostenlose Standardversion
- Was benchen wir?
- Speichertransferrate beim Lesen und Schreiben.
- Besondere Einstellungen: Version 3.88
- Speichertransferrate beim Lesen und Schreiben.
AIDA32 Lesegeschwindigkeit
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Auch hier zeigt der Lesetest das gleiche Bild wie SiSoft Sandra zuvor. In den Regionen von DDR400 bis DDR466 liegen die drei Modulpaare gleichauf. Auch nach dem Ausstieg der beleuchteten Corsairs ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden anderen Kandidaten. Zum Vergleich wieder die Crucial Module: Aufgrund schlechterer Timings minimal langsamer, aber gut dabei.
AIDA32 Schreibgeschwindigkeit
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
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Hier bietet sich noch einmal das gleiche Bild, was wir schon beim TwinMOS internen Test [9] beobachtet haben: ein Unterschied zwischen 512 und 256 MB Modulen. So liegen am Ende hier die DDR550 Module von Corsair vorne, während die Zwischenergebnisse fast alle von OCZ dominiert werden. Abgeschlagen dieses Mal die Crucials.
3DMark03 - CPU Test
- Offizielle Website:
Futuremark.com [10]
- Download:
ComputerBase [11]
- Kostenpunkt: kostenlos
- Was benchen wir?
- Durchlauf der beiden CPU-Tests unter "Default"-Settings
- Besondere Einstellungen: Update auf Version 340.
- Durchlauf der beiden CPU-Tests unter "Default"-Settings
3DMark03 - CPU Test
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Diesen Test haben wir in erster Linie als Stabilitätstest gemacht. Wie im Diagramm zu sehen, sind die Unterschiede nicht besonders groß. Bessere Timings erreichen auch minimal bessere Ergebnisse, was in den Regionen von DDR400 bis DDR450 zum leichten Vorsprung für die beleuchteten Corsair Modulen führt. Am Ende der Taktskala wieder das gleiche Bild: Corsair XMS4400 aufgrund besserer Timings knapp vor OCZ.
Quake 3 Arena
- Offizielle Website:
Quake3Arena.com [12]
- Download:
Guru3D.com [13] (Q3Bench)
- Kostenpunkt: kostenlose Demoversion
- Was benchen wir?
- Wir benchen Quake 3 Arena Point Release 1.32. Das Mittel aus drei Durchgängen wird gewertet.
- Besondere Einstellungen: Demo four.dm_76, 640x480 Max Details, Sound aus, Text compression off
- Wir benchen Quake 3 Arena Point Release 1.32. Das Mittel aus drei Durchgängen wird gewertet.
Quake 3 Arena 1.32 - Demo four
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
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Quake 3 Arena und alle darauf basierenden Spiele teilen eine ganz besondere Eigenschaft: Kleinste Veränderungen an den Speichertimings schlagen sich in der Performance des Spiels nieder. Zwar sind 20 Frames mehr oder weniger in einem Bereich von 300 bis 350 Frames pro Sekunde nicht so wichtig, aber es veranschaulicht doch die Leistungsfähigkeit. Gerade hier sind Timings wichtiger als höhere Frequenz, und so spiegelt sich das Ergebnis aus den anderen Tests auch hier wider. Ab DDR400 liegen die Corsair XMS3200 in Front, ab DDR466 die OCZ und ab DDR533 die dafür entwickelten DDR550-Module von Corsair.
Fazit
Abschliessende Worte nach einem aufregenden Test-Parcours. So viel vorweg: Alle sind auf ihre Art einzigartig.
Corsair PC4400

Alter Schwede! Noch nie musste unsere Test-CPU und das eingesetzte Mainboard so leiden wie dieses Mal. Der Prozessor bekam 1,8 Volt, die Module 2,8 Volt. Und siehe da, Ziel erreicht! Ein 2,4 GHz getakteter Pentium 4 hat so mal schnell schlappe 3,3 GHz erreicht. Damit hat Corsair zu dieser Zeit unbestritten die Performance-Krone inne. Doch wie lange bleibt das so? Allem Anschein nach nicht allzu lange. Denn prompt hat OCZ gekontert und PC4500 bzw. DDR566 Module herausgebracht, welche sich aber noch im Test-Stadium befinden. Für welchen Kundenstamm auch immer diese Module gedacht sind, Leistung gibt es satt. So holen die hier getesteten Corsair PC4400 Module zurecht den Leistungshammer - kein Modul in unserem Test war bis jetzt dort, wo Corsair ist. Der Hardwarehammer bleibt wegen des hohen Preises, für das 1 GB TwinX-Pack, von über 400 Euro [14]verwehrt. Und auch die Tatsache, dass entsprechende Mainboards wohl eher ein Glücksgriff als ein gezielter Einkauf sind, stößt bitter auf.
OCZ PC4000 Gold Edition

Mit den OCZ Modulen kann man genau das machen, wozu sie gedacht sind: Einen jeden Prozessor bis an die Grenzen führen. Im kompletten Test schwimmen sie auf gleicher Höhe wie die DDR550 Module von Corsair. Erst als es in die Regionen jenseits von DDR533 geht, müssen die Module zurückstecken. Trotzdem bieten auch diese Module hervorragende Leistung, kosten allerdings auch fast das Gleiche wie die Speicherriegel von Corsair, knappe 400 Euro im 1 GB Dual-Paket [15]. Da bei den Module aber ein wenig Overclocking, selbst bei DDR500, gewährleistet ist und sich die Module im Test hervorragend gemacht haben, vergeben wir auch hier den Leistungshammer.
Corsair XMS3200LL Pro mit Activity-LEDs

Hinweis:
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die von uns auf einem IC7 der Firma Abit erreichten Ergebnisse nicht ohne weiteres auf andere Platinen übertragen werden können. Darüber hinaus kann nicht garantiert werden, dass die im Handel erhältlichen Module ebenfalls die Leistung der Module bieten, die uns zum Test von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Das Übertakten von Komponenten kann außerdem zu Fehlern oder gar zur Beschädigung von Bauteilen führen.



