Vorwort
Nachdem wir zuletzt den wohl besten Speicher im Test hatten, die DDR550 Module von Corsair [1], greift heute ein weiterer Hersteller nach den Overclocking-Sternen. Kingston präsentiert unter dem bekannten HyperX-Label neue und wohl auch ebenso verdammt schnelle Module. Sie takten von Haus aus mit DDR533, was auf einem Pentium 4 Mainboard einen Bus-Speed von 1066 MHz ausmacht. Ob man diesen Speed problemlos schafft und ob vielleicht auch noch mehr möglich ist? Dies und einiges mehr schauen wir uns auf den nächsten Seiten genauer an.
Kingston HyperX KHX4300K2/1G
Ein Blickfänger sind die Module schon in der Verpackung. Dafür sorgt der sehr schicke blaue Heatspreader, welcher dem Betrachter sofort ins Auge sticht. Wie üblich finden wir die Module als Paar vor. So warten diese mit ihren jeweils 512 MB pro Modul nur darauf, von uns genauer unter die Lupe genommen zu werden. Ein Blick unter die Haube der schicken Riegel bringt das Geheimnis von DDR533 ans Tageslicht.

Eingebaut, Rechner gebootet - alles bestens. Ein Blick zu AIDA32 zeigt ein tadellos programmiertes SPD. So findet sich dort beispielsweise die genaue Bezeichnung, die Seriennummer, aber auch das Herstellungsdatum - in unserem Fall die dritte Woche diesen Jahres. Dass die Module dort als PC3200 geführt werden, überraschte uns erst einmal, lässt uns aber vor weiteren Tests nicht zurückschrecken.

Nach dem Timing-Ratespiel kommen wir letztendlich auf stabile Timings von 2-3-3-5, bei der heutzutage üblichen Frequenz von 200 MHz (DDR400). Mit Erhöhung dieser mussten wir ab DDR466 die Spannung auf 2,8 Volt erhöhen und die Timings auf 2.5-4-4-5 herabsetzen. Ab DDR533, wofür die Module ja ausgelegt sind, fährt man nur noch mit den schlechtesten Timings von 3-4-4-8. Stabil über mehrere Tage waren die Module nur bis zu 540 MHz zu betreiben, darüber kam es in der einen oder anderen Anwendung zu Fehlern oder Hängern im Windowsbetrieb. Somit haben wir in den Benchmarks den letzten vertretbaren Wert von DDR540 mit einfließen lassen.


Testsystem
Nachdem des Redakteurs Systemplatte mit allen vorhanden Benchmarks das Zeitliche gesegnet hatte, nahm man dies zum Anlass, einiges auf den neuesten Stand zu bringen. Dies beinhaltet ein Bios-Update, neue Treiber, aber auch neue Hardware, wie beispielsweise die Grafikkarte. Aber auch alle Benchmarks sind auf neuesten Stand gebracht worden. Da der Zeitpunkt günstig war - so komisch sich das anhören mag - haben wir gleich ein paar neue Tests mit aufgenommen. So nehmen wir neben den altbekannten Vertretern zusätzlich die Benchmarksuite PCMark04 und die Demo von Unreal Tournament 2004 mit in unseren Test auf. Einzelheiten zu diesen gibt es dann im jeweiligen Abschnitt. Doch zunächst einen Blick auf das komplette Testsystem.
- Prozessor
- Intel Pentium 4 ES 2,4C GHz (FSB800) - kein HyperThreading
- Motherboard
- Grafikkarte
- Festplatten:
- IBM DJNA 371350 13,5 GB
- Western Digital WD450AA 45 GB
- Peripherie
- Yamaha CRW3200E CDRW-Brenner
- PIONEER DVD-ROM DVD-105
- Treiberversionen
- nVidia ForceWare 56.56 (inoffiziell)
- Software
- Microsoft Windows XP Professional SP1
- Microsoft DirectX 9.0b
Benchmarks
SiSoft Sandra
- Offizielle Website:
www.sisoftware.co.uk [6]
- Download:
ComputerBase.de [7]
- Kostenpunkt: kostenlose Standardversion
- Was benchen wir?
- Speichertransferrate.
- Besondere Einstellungen: - keine -
- Speichertransferrate.
SiSoft Sandra 2004 SP1 Speicherdurchsatz
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Ein gutes Bild liefern die Riegel in diesem Test ab. Die Ergebnisse können sich mit maximal 6,35 GB/s Datendurchsatz durchaus sehen lassen. Als Vergleich sei einmal der Hinweis auf den letzten Artikel [8] mit ähnlichen Modulen gegeben, welche allerdings nicht zu 100 Prozent zu Rate gezogen werden können, da es doch einige Änderungen am Testsystem gegeben hat, und auch einen neuere Version von SiSoft Sandra benutzt wird.
AIDA32
- Offizielle Website:
www.aida32.hu [9]
- Download:
ComputerBase.de [10]
- Kostenpunkt: kostenlose Standardversion
AIDA32 Schreibgeschwindigkeit
Angaben in Megabyte pro Sekunde (MB/s)
|
Auch beim Test der Schreibgeschwindigkeit mit dem Tool AIDA32 zeigt sich ein gutes Bild. Relativ unbeeindruckt von den Timings schraubt sich der Datendurchsatz mit steigender Taktfrequenz immer weiter nach oben. Schlussendlich ist bei etwas über 2 GB/s dann doch Feierabend. Auch hier dürfen die Ergebnisse nicht einfach mit den älteren verglichen werden, weichen doch die älteren Ergebnisse gerade in dieser Sektion um ein großes Maß ab.
3DMark03
- Offizielle Website:
Futuremark.com [11]
- Download:
ComputerBase [12]
- Kostenpunkt: kostenlos
- Was benchen wir?
- Durchlauf der beiden CPU-Tests unter "Default"-Settings
- Besondere Einstellungen: Update auf Version 340.
- Durchlauf der beiden CPU-Tests unter "Default"-Settings
3DMark03 CPU-Test
Angaben in Punkten
|
Timings spielen hier eine wichtigere Rolle, entscheiden aber nicht wirklich viel. Diese Werte lassen sich aber gut mit denen des letzten Tests vergleichen, in denen alle Module bei gleichen Frequenzen praktisch gleichauf lagen.
PCMark04
- Offizielle Website:
Futuremark.com [13]
- Download:
ComputerBase [14]
- Kostenpunkt: kostenlos
- Was benchen wir?
- Durchlauf des Memory-Benchmarks unter Default-Settings.
- Besondere Einstellungen: Update auf Version 1.1.0.
- Durchlauf des Memory-Benchmarks unter Default-Settings.
PCMark04 - Memory Test
Angaben in Punkten
|
Der erste neue Test in unserem Parcours ist PCMark04. Im Memory-Test werden 16 Einzeltests durchgeführt, die unterschiedliche Belastungen der Speichermodule simulieren. Da dies der erste Test ist, werden erst zukünftige Speichertests zeigen, was die Kingston-Module hier vorgelegt haben.
Quake 3 Arena
- Offizielle Website:
Quake3Arena.com [15]
- Download:
Guru3D.com [16] (Q3Bench)
- Kostenpunkt: kostenlose Demoversion
- Was benchen wir?
- Wir benchen Quake 3 Arena Point Release 1.32. Das Mittel aus drei Durchgängen wird gewertet.
- Besondere Einstellungen: Demo four.dm_76, 640x480 Max Details, Sound aus, Text compression off
- Wir benchen Quake 3 Arena Point Release 1.32. Das Mittel aus drei Durchgängen wird gewertet.
Quake 3 Arena 1.32 - Demo four
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Quake 3 Arena und alle darauf basierenden Spiele teilen eine ganz besondere Eigenschaft: Kleinste Veränderungen an den Speichertimings schlagen sich in der Performance des Spiels nieder. Zwar sind 20 Frames mehr oder weniger in einem Bereich von 300 bis 350 Frames pro Sekunde nicht so wichtig, aber es veranschaulicht doch gut die Leistungsfähigkeit eines jeweiligen Systems. Ein Unterschied von Standard-DDR400 zu DDR533 von knappen 50 Frames/Sekunde ist kein Pappenstil. Wenn das nur bei allen aktuellen Spielen so leicht wäre.
Unreal Tounament 2004
- Offizielle Website:
Unreal Tournament [17]
- Download:
HardwareOC [18] (UT2004 Bench V.099.7)
- Kostenpunkt: kostenlose Demoversion
- Was benchen wir?
- Wir benchen Unreal Tournament in der Demoversion 3120. Das Mittel aus drei Durchgängen wird gewertet.
- Besondere Einstellungen: Botmatch - Bridge of Fate, 640x480, Software CPU Bench
- Wir benchen Unreal Tournament in der Demoversion 3120. Das Mittel aus drei Durchgängen wird gewertet.
Unreal Tournament 2004
Angaben in Bildern pro Sekunde (FPS)
|
Als zweiten Spielebenchmark nehmen wir uns die Demo von Unreal Tournament 2004 zur Brust. Die Kollegen von HardwareOC haben ein kleines Tool kreiert, welches ähnlich wie Q3Bench alle Einstellmöglichkeiten zum Benchmarken in einem Menü ermöglicht. So kann man die Vielzahl der Test ohne Unterstützung der Grafikkarte durchführen lassen, was wir im Falle von Speichertests natürlich auch wünschen, da der Grafikkarte sonst zu viel Gewicht zufallen würde. So läuft die Demo bei DDR400 mit rund 27 Frames/Sekunde relativ zähflüssig über die Bühne. Kontinuierliche Taktsteigerung führt auch zu immer besseren Frames, bis man bei DDR540 bis auf 35,5 FPS kommt. Auch hier werden aber erst nachfolgende Tests zeigen, was diese Zahlen bedeuten.
Fazit
Schicke Module mit guter Performance - So leicht lassen sich die Kingston HyperX PC4300 beschreiben. Die Module leisten sich im Rahmen ihrer Spezifikationen keine Fehler und liefern eine hervorragende Performance. Dies ist es auch, was ein potentieller Käufer von solchen Modulen erwartet. Denn nach wie vor sind solche Speicherriegel ein verdammt teurer Spaß. Schaut man sich ein wenig bei den Preisen um, so stößt man als erstes auf die Preise von offizieller Seite, die man zur Vorstellung der Module [19] vor zwei Wochen bekannt gegeben hat. Runde 380 Euro stehen für das getestete Dual-Kit auf dem Papier. Preise aus dem Kingston Onlineshop bestätigen dies. Mit der Verfügbarkeit der Module sieht es in Deutschland zudem noch nicht so rosig aus. Dies ist aber so kurz nach der Produktvorstellung verständlich. Einzelne Anbieter führen bereits die kleinere Version des Dual-Kits, mit 2x256 MB, welches für 185 Euro über den Ladentisch wandert. Mit dem Preis bewegt man sich letztendlich auf dem Niveau der von Kingston vorgegebenen Preise. Zu einem Award hat es diesmal nicht gereicht, da zuletzt getestete Module von OCZ mit PC4000 Spezifikation [20] mit schlechteren Anfangsbedingungen gleiche Ergebnisse lieferten.
Hinweis:
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die von uns auf einem IC7 der Firma Abit erreichten Ergebnisse nicht ohne weiteres auf andere Platinen übertragen werden können. Darüber hinaus kann nicht garantiert werden, dass die im Handel erhältlichen Module ebenfalls die Leistung der Module bieten, die uns zum Test von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden. Das Übertakten von Komponenten kann außerdem zu Fehlern oder gar zur Beschädigung von Bauteilen führen.

