Einleitung
Der Standard DDR2 hat sich nach langem Gezerre inzwischen auf dem Arbeitsspeicher-Markt etabliert, bereits ab Mai 2007 steht willigen Aufrüstern DDR3 [1] ins Haus. Grund genug für uns, eine Hand voll aktueller DDR2-Module zu untersuchen. Das Wettrennen um die maximale Taktfrequenz ist inzwischen bei DDR2-1250 angekommen, was auf dem externen Bus 625 MHz und auf dem Modul selber realen 312,5 MHz entspricht. Die Latenzen haben unter diesem enormen Tempo der Taktraten allerdings leiden müssen. Und dabei weist DDR2 bereits von Natur aus höhere Timings auf, als es bei DDR(1)-RAM der Fall war.
Um Frequenzen jenseits der effektiven 1000 MHz erreichen zu können, bedarf es oftmals nicht nur einer deutlich höheren Versorgungsspannung der Speicher-ICs. Natürlich geht damit auch das Verlangen nach einer deutlich besseren Kühlung einher. Speicherhersteller tun sich leicht damit zu verkünden, dass es mit einem einfachen Heat-Spreader oftmals nicht mehr getan ist. So setzt OCZ bei den XLC-Modulen neuerdings gar auf Wasserkühlung [2] und auch mit Heatpipes [3] oder kleinen Aufsteck-Lüftern [4] wird experimentiert. Doch ist der Einfluss der Kühlmethode beim RAM tatsächlich so groß, wie die Hersteller es den Kunden gerne weiß machen möchten?
In unserem Artikel treten vier ganz unterschiedliche RAM-Vertreter der DDR2-Spezies gegeneinander an. Vom Low-Latency-Speicher von Super Talent bis zum wassergekühlten OCZ-RAM. Wer eignet sich besser zum Übertakten? Wer bietet mehr Leistung fürs Geld? Das sind die Fragen, die wir auf den folgenden Seiten klären wollen. Beginnen wollen wir mit einer Vorstellung der Probanden.
Lesezeichen
Bereits in vergangenen Artikeln haben wir uns mit Speichertechnologien auseinander gesetzt. Für den ein oder anderen finden sich darunter sicherlich interessante Informationen, die über diese Lesezeichen leicht zu finden sind.
- 1111 MHz: Corsair XMS2 Dominator [5]
- RAM: Takt oder Timings? [6]
- Was bringen 2 GB RAM? [7]
- DDR1 vs. DDR2 [8]
Die Probanden
CellShock CS2221042
Schlicht und mattschwarz kommen die RAM-Riegel von CellShock daher. Das bereits 1982 gegründete Unternehmen entwickelt und produziert seine Komponenten in Deutschland. Die Module sind für DDR2-800 spezifiziert und verfügen über EPP. Ein kleiner Fehler hat sich im SPD eingeschlichen: Es weist in der Modulbeschreibung lediglich einen Takt von 333 MHz als höchste Taktung aus. Als Timings werden 4-4-4-12 bei einer Versorgungsspannung von 2,1 Volt angegeben. Zum Einsatz kommen nicht näher bezeichnete RAM-Bausteine von Elpida. CellShock bietet eine fünf Jahre währende Garantie. Ärgerlich ist die Blisterverpackung, die sich in bekannter Manier gegen jegliche Öffnungsversuche wehrt und nicht wiederverschließbar ist.
Corsair CM2X1024-6400C4
Die Corsair-CM2X1024-6400C4-Module kommen mit unscheinbaren, schwarzen Aluminium-Heatspreadern daher. Sie gehören wie die bereits getesteten Dominator-Module (ComputerBase-Test [4]) der XMS2-Familie an. Corsair gibt die Timings bei 200 MHz (DDR2-800) mit Latenzen von 4-4-4-12 an. Dazu wird eine Spannung von 2,1 Volt benötigt. Corsair bietet eine lebenslange Garantie und verwendet nicht genau gekennzeichnete Micron-D9Gxx-(B6-x)-Chips.
OCZ Flex XLC
Schwer und groß sind die XLC-Module von OCZ. Der Heatspreader ist aus Aluminium und Kupfer hergestellt. Die Besonderheit an den Modulen ist die Anschlussmöglichkeit für eine Wasserkühlung, die nicht zwingend notwendig ist. Als Timings gibt OCZ 5-5-5-18 (Webseite [9]) an, die dafür benötigte Spannung liegt bei 2,35 Volt. Das SPD sieht bei einem genauen Blick sogar Timings von 5-5-5-15 vor, die es dem Mainboard auf Anfrage übermittelt. Die Produktseite zeigt auch für die aktuellen Übertaktungs-Chipsätze für Intel-Prozessoren, Intels P965 und nVidias 680i, die genauen Timings. Auch OCZ gibt eine lebenslange Hersteller-Garantie für die Module. Zum Einsatz kommen Micron D9GMH-(B6-3)-ICs. Die Anschlüsse für die Wasserkühlung haben einen Durchmesser von 3/8 Zoll. Die auf den Modul anliegenden 287,5 MHz (DDR2-1150) sind in Sachen Frequenzen nicht mehr Spitze, denn Corsair hat in Form der Dominator-Module mit luftgekühltem DDR2-1250 (312,5 MHz) gekontert.
Super Talent T800UX2GC4
Last but not least treten die die Low-Latency-Module von Super Talent ins Rampenlicht. Die T800UX2GC4-Module sind auf extrem niedrige Timings ausgelegt, wie auch der Blick auf das SPD verrät. Allerdings nur bis 333 MHz, darüber hält das SPD keinerlei Informationen bereit. Ein klarer Fehler. Der Heatspreader ist blau, als Material kommt Aluminium zum Einsatz. Auch Super Talent gewährt eine lebenslange Garantie, sollte der Speicher, unverschuldet duch den Käufer, den Geist aufgeben. Um auch hier die wichtigen Daten zu nennen: Die Timings liegen bei 4-4-3-8 bei 2,2 Volt. Die Speicherchips stammen von Micron: D9GMH (B6-3).
Testsystem
- Prozessor
- Intel Core 2 Duo E6300 [10], 1,86 GHz, FSB1066
- CPU-Kühler
- Intel Boxed-Kühler
- Motherboard
- Asus P5B-E Plus
- Arbeitsspeicher
- 2x1024 MB DDR2-6400 Cell Shock CS2221042 (DDR2-800 CL4-4-4-12)
- 2x1024 MB DDR2-6400 Corsair TWIN2X2048-6400C4 (DDR2-800 CL4-4-4-12)
- 2x1024 MB DDR2-9200 OCZ DDR2 PC2-9200 Flex XLC Edition (DDR2-800 CL5-5-5-18)
- 2x1024 MB DDR2-6400 Super Talent T800UX2GC4 (DDR2-800 CL4-4-3-8)
- Grafikkarte
- nVidia 7900 GTX [11]
- Peripherie
- Samsung P80SD SATA II, 80 GB (1x System, 3x RAID)
- Pioneer DVD-ROM DVD-105
- Iomega 250 GB USB 2.0 / FireWire 400/800 extern
- Pleiades Super S-Combo mit 74 GB WD Raptor HDD
- Sonstiges
- Avance B031 Gehäuse [12]
- Tagan TG480-U22-2Force-Netzteil, 480 Watt
- Noiseblocker S2 Ultra-Silent-Fan 80 mm [13] (Drei Stück)
- Software
- Windows XP Professional SP2
- DirectX 9.0c (Juni 2006)
- Treiber
- Intel Chipsatztreiber 8.1.1.1010
- nVidia ForceWare 93.71 WHQL
Benchmarks
- Synthetische Benchmarks
- Super PI, mod 1.5, gemessen mit 2M
- SiSoft Sandra Professional XI
- Spiele
- Half-Life 2 - Lost Coast
- Quake 4
Alle Benchmarks werden in einer Bildschirmauflösung von 1280x1024 mit 32 Bit Farbtiefe durchgeführt.
DRR2-800 und DDR2-1067
Da viele DDR2-800-Module Taktraten von effektiv 1067 MHz über sich ergehen lassen, haben wir alle Riegel in einem ersten Durchgang bei DDR2-800 und DDR2-1067 durch den Testparcours gejagt, auch wenn lediglich die OCZ-Module für ab Werk für diese Taktraten ausgelegt sind.
Konvektionskühlung
| Takt | Latenzen, Spannung |
Sandra Latenz |
Sandra Bandbreite |
Sandra Bandbreite unbuffered |
Super PI | HL2 Lost Coast |
Quake 4 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DDR2-800 | 4-4-4-12 2,1 Volt |
91 ns | 5413 MB/s (Int) 5407 MB/s (FPU) |
3900 MB/s (Int) 3877 MB/s (FPU) |
68,515 s | 89,12 FPS | 109,49 FPS |
| Takt | Latenzen, Spannung |
Sandra Latenz |
Sandra Bandbreite |
Sandra Bandbreite unbuffered |
Super PI | HL2 Lost Coast |
Quake 4 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DDR2-800 | 4-4-4-12 1,8 Volt |
91 ns | 5415 MB/s (Int) 5414 MB/s (FPU) |
3920 MB/s (Int) 3870 MB/s (FPU) |
68,484 s | 89,03 FPS | 111,35 FPS |
| DDR2-1067 | 4-4-4-12 2,1 Volt |
81 ns | 5768 MB/s (Int) 5773 MB/s (FPU) |
4142 MB/s (Int) 4162 MB/s (FPU) |
66,844 s | 90,29 FPS | 115,57 FPS |
| Takt | Latenzen, Spannung |
Sandra Latenz |
Sandra Bandbreite |
Sandra Bandbreite unbuffered |
Super PI | HL2 Lost Coast |
Quake 4 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DDR2-800 | 4-4-4-12 1,9 Volt |
89 ns | 5406 MB/s (Int) 5410 MB/s (FPU) |
3852 MB/s (Int) 3850 MB/s (FPU) |
68,453 s | 89,1 FPS | 111,7 FPS |
| DDR2-1067 | 4-4-4-12 2,35 Volt |
82 ns | 5690 MB/s (Int) 5718 MB/s (FPU) |
4065 MB/s (Int) 4073 MB/s (FPU) |
67,391 s | 90,7 FPS | 115,66 FPS |
| Takt | Latenzen, Spannung |
Sandra Latenz |
Sandra Bandbreite |
Sandra Bandbreite unbuffered |
Super PI | HL2 Lost Coast |
Quake 4 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DDR2-800 | 4-4-3-8 1,9 Volt |
91 ns | 5432 MB/s (Int) 5431 MB/s (FPU) |
3937 MB/s (Int) 3935 MB/s (FPU) |
68,484 s | 89,12 FPS | 110,53 FPS |
| DDR2-1067 | 4-4-4-12 2,4 Volt |
76 ns | 5787 MB/s (Int) 5796 MB/s (FPU) |
4175 MB/s (Int) 4169 MB/s (FPU) |
66,828 s | 90,64 FPS | 112,93 FPS |
Bis auf die Module von CellShock, die bereits bei knapp über effektiv 800 MHz im roten Bereich liefen und nicht mehr zum stabilen Betrieb zu überreden waren, hielt sich das Testfeld bei DDR2-1067 mehr oder weniger wacker. Die Super-Talent-Riegel schafften diese Hürde nur durch die Unterstützung einer aktiven Luftzufuhr; gänzlich ohne Hilfsmittel hielt sich neben den OCZ-Modulen die Konkurrenz von Corsair über Wasser.
Die CellShock-Riegel sind demzufolge in diesem und den folgenden beiden Diagrammen lediglich mit den DDR2-800-Werten zu finden. Genaueres zur exakten Leistungsfähigkeit der CellShock-Module findet sich im Overclocking-Abschnitt [14].
Temperatur
Mit einem Infrarot-Thermometer haben wir die Oberflächen-Temperatur der RAM-Module beziehungsweise ihrer Kühlkörper gemessen. Wir geben im Diagramm die höchste gemessene Temperatur an. Der Zusatz „aktive Luftkühlung“ bei den Super-Talent-Riegeln bedeutet, dass der Speicher mit einem aufliegenden 80-mm-Lüfter gekühlt wurde. Anders war er zu derartigen Taktraten nicht zu überreden. Die CellShock-Module waren auch mit Lüfter nicht zu DDR2-1067 bereit.
Temperatur DDR2-800
Angaben in °C
|
Temperatur DDR2-1067
Angaben in °C
|
Trotz der sehr hohen Versorgungsspannung zeigte der Kühlkörper der OCZ-Flex-XLC-Module auch im „passiven Luftbetrieb“ seine Qualitäten. Nur durch reine Konvektion gekühlt behielten die RAM-Chips einen kühlen Kopf. Die Corsair-Module mit ihrem herkömmlichen Heatspreader wiesen eine deutlich höhere Temperatur auf.
Stromaufnahme
Mit einem handelsüblichen Energie-Monitor haben wir die Stromaufnahme der RAM-Riegel gemessen. Wir geben die gesamte Stromaufnahme des Systems an (ohne Monitor!).
Stromaufnahme DDR2-800
Angaben in Watt (W)
|
Stromaufnahme DDR2-1067
Angaben in Watt (W)
|
Die beiden Super-Talent-Module, die bei DDR2-1067 das Ende ihrer Leistungsfähigkeit erreicht hatten, genehmigten sich bei dieser Einstellung gute zehn Watt mehr als bei der DDR2-800-Taktung. Zum einen war hierfür die hohe Versorgungsspannung, zum anderen die Übertaktung um effektiv 266 MHz verantwortlich.
Overclocking (1067+)
Obwohl die Disziplin DDR2-1067 für Corsair sowie Super Talent bereits eine Übertaktung über die Werksvorgaben bedeutet hatte, mussten alle Module in einer zweiten Stufe „wahres Overclocking“ von effektiv über 1067 MHz über sich ergehen lassen. Die maximal ab Werk spezifizierten Taktrate von effektiv 1152 MHz beim Flex-XLC-Speicher von OCZ haben wir mit in diese Tabellen aufgenommen.
Die angegebenen Taktraten geben die maximal möglichen Frequenzen an. Weitere Erhöhungen des Taktes und/oder der Spannung führten bei den Probanden zu Fehlern und konnten nicht als stabil gefahren werden. Wie üblich kann die Serienstreuung bei der Produktion dazu führen, dass andere Module gleicher Bauart mit deutlich anderen Ergebnissen abschneiden. Um höhere und stabilere RAM-Taktfrequenzen zu erreichen, haben wir im BIOS die Versorgungsspannung der Northbridge (NBVcore) auf 1,45 Volt erhöht.
Neben den Modulen von CellShock sind auch die Super-Talent-Riegel in den folgenden Tabellen nicht mehr enthalten, da mehr als 266 MHz an mehr Takt gegenüber den Spezifizierten 800 MHz nicht drin waren. Jede weitere Takterhöhung führte zu Fehlern im Stresstest von Orthos. Und selbst dieser Takt wurde nur mit ordentlichen 2,4 Volt erreicht.
Luftkühlung
| Takt | Latenzen, Spannung |
Sandra Latenz |
Sandra Bandbreite |
Sandra Bandbreite unbuffered |
Super PI | HL2 Lost Coast |
Quake 4 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DDR2-1152 (288 MHz) CPU=2016 MHz |
4-4-4-12 2,2 Volt |
72 ns | 6248 MB/s (Int) 6253 MB/s (FPU) |
4502 MB/s (Int) 4512 MB/s (FPU) |
61,938 s | 93,01 FPS | 125,07 FPS |
| Takt | Latenzen, Spannung |
Sandra Latenz |
Sandra Bandbreite |
Sandra Bandbreite unbuffered |
Super PI | HL2 Lost Coast |
Quake 4 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DDR2-1152 (288 MHz) CPU=2016 MHz |
5-5-5-15 2,35 Volt |
79 ns | 6161 MB/s (Int) 6175 MB/s (FPU) |
4374 MB/s (Int) 4405 MB/s (FPU) |
62,422 s | 92,8 FPS | 123,16 FPS |
| DDR2-1232 (308 MHz) CPU=2156 MHz |
5-5-5-15 2,35 Volt |
72 ns | 6590 MB/s (Int) 6601 MB/s (FPU) |
4687 MB/s (Int) 4706 MB/s (FPU) |
58,329 s | 94,63 FPS | 130,46 FPS |
Wasserkühlung
Zu guter Letzt fehlen natürlich noch die Werte des OCZ-Flex-XLC-RAM mit Wasserkühlung. Wir haben nur die RAM-Riegel und keine weiteren PC-Komponenten im Wasserkreislauf gekühlt. Zum Einsatz kam die altbekannte Corsair HydroCool200 [15]. Dank niedriger Wintertemperaturen lag die Kühlmittel-Temperatur bei gerade einmal 12 °C.
| Takt | Latenzen, Spannung |
Sandra Latenz |
Sandra Bandbreite |
Sandra Bandbreite unbuffered |
Super PI | HL2 Lost Coast |
Quake 4 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DDR2-1272 (318 MHz) CPU=2226 MHz |
5-5-5-15 2,4 Volt |
69 ns | 6815 MB/s (Int) 6816 MB/s (FPU) |
4853 MB/s (Int) 4871 MB/s (FPU) |
56,469 s | 95,61 FPS | 132,45 FPS |
Immerhin 10 MHz mehr Takt brachte die Kühlung mit Wasser. Allerdings musste die Spannung an den Modulen auf 2,4 Volt angehoben werden.
Temperatur
Auch bei den übertakteten Modulen haben wir die Temperatur der Speicherbausteine gemessen. Wir geben im Diagramm die höchste gemessene Temperatur an. Der Zusatz „aktive Luftkühlung“ bedeutet, das die Speicher-Riegel mit einem aufliegenden 80-mm-Lüfter gekühlt wurden. „Wasserkühlung“ bedeutet, dass die OCZ-Module in den Kreislauf der Corsair Hydrocool eingebunden wurden.
Temperatur DDR2-1152
Angaben in °C
|
Wird der OCZ-RAM nach Hersteller-Angabe mit DDR2-1152 betrieben, benötigt er dank seines großen Kühlkörpers noch keine aktive Kühlung. Der Corsair-RAM war ohne Luftkühlung allerdings nicht zur Zusammenarbeit zu überreden.
Temperatur DDR2-1232
Angaben in °C
|
DDR2-1232 war auch auf den OCZ-Modulen nur durch den Einsatz eines Lüfters zu erreichen. Die Corsair-Riegel mussten passen.
Temperatur DDR2-1272
Angaben in °C
|
Durch den Einsatz der Wasserkühlung konnten am Ende gar 1272 MHz erreicht werden.
Stromaufnahme
Stromaufnahme DDR2-1152
Angaben in Watt (W)
|
Stromaufnahme DDR2-1232
Angaben in Watt (W)
|
Stromaufnahme DDR2-1272
Angaben in Watt (W)
|
Satte 40 Watt mehr benötigt das System am Rande der Leistungsfähigkeit der OCZ-Module. Das sind über 25 Prozent mehr als beim Standardtakt von DDR2-800. Nein, nicht nur CPU und Grafikkarte nagen am Netzteil. Auch und gerade übertakteter Speicher trägt seinen Teil zum Stromverbrauch eines PC-Systems bei.
Fazit
Bei diesem völlig unterschiedlich geprägten Testfeld fällt es schwer, am am Ende wohl eine Empfehlung für das eine oder andere Produkt auszusprechen. Etwas enttäuscht haben die deutschen Module von CellShock, die sich kaum übertakten ließen. Im Vergleich zu den anderen Modulen liegt die Leistung bei DDR2-800 allerdings gleich auf, die Unterschiede in den Ergebnissen lassen sich mit Streuung und Messungenauigkeit rechtfertigen. Der Preis der Module liegt bei etwa 175 Euro [16].
Die Mitbewerber von Super Talent aus den USA schaffen immerhin schon DDR2-1067, allerdings benötigen die Module dabei eine aktive Luftkühlung und exorbitante 2,4 Volt. Damit werden die Vorgaben der JEDEC um ein Drittel überzogen. Echte Overclocker lassen sich von solchen Voltzahlen natürlich nicht abschrecken. Dass sich hohe Spannungen negativ auf die Lebensdauer der Module auswirken, steht aber außer Frage.
Überrascht haben die Module von Corsair [17], die sich mit relativ geringer Spannungserhöhung zu unerwarteten Takthöhen aufgeschwungen haben. Zwar benötigten auch diese Module eine aktive Luftkühlung, konnten aber mit nur 2,2 Volt mit den OCZ-Modulen bis zu einem Takt von DDR2-1252 mithalten. Dort war dann allerdings ebenfalls das Ende der Fahnenstange erreicht. Für DDR2-800-Module dennoch eine erstaunliche Leistung.
Kommen wir zu den Flex-XLC-Modulen von OCZ [18]. Alleine durch ihre Größe und ihr Gewicht fallen die Module aus dem Rahmen. Hinzu kommt die Anschlussmöglichkeit für eine Wasserkühlung. Dass der Sandwich-Kühlkörper auch bei Konvektions- oder Luftkühlung Vorteile aufweist, zeigen die Temperatur-Messwerte. Für das letzte Quäntchen Leistung sorgt jedoch die Wasserkühlung, mit der die Module, zumindest ohne weitere Hitzequellen im Kühlkreislauf, noch einmal einige MHz drauf packen.
Setzt man die erreichte, maximale Leistung mit dem Preis in Relation, stehen die Corsair-Module wohl eindeutig ganz oben. Wer allerdings zu jedem Preis die maximale Leistung will, der muss tief in die Tasche greifen. Doch trotz hohe Kosten von 300 Euro liegt die Leistung der OCZ-Module mit Wasserkühlung nur rund 30 MHz (sprich gut zehn Prozent) über der der Corsair-Probanden. Ein Mehrpreis, der sich aus unserer Sicht nicht rechtfertigt. Nicht zuletzt, da beide Hersteller quasi auf identische Speicher-Chips (Micron D9) setzen. Allerdings, wer unbedingt die höchste Leistung erzielen will, der muss eben doch die Flex-XLC-Module von OCZ oder vom Mitbewerber Corsair die Dominator-Module [4] wählen.






